<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L5_129.3">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title level="s">Digitale Edition Grazer Nuntiaturberichte (1580-[1602])</title>
                <title type="iso-date" when-iso="1600-05-01" cert="low" n="3">vermutlich
                    1600-05-01</title>
                <title level="a">129.3. (Portia an Aldobrandini) - (Graz, 1600 Mai 1)</title>
                <author ref="http://d-nb.info/gnd/124343775">Portia, Girolamo</author>
                <respStmt>
                    <persName>Kroissenbrunner Martin</persName>
                    <resp>Transkription und TEI-Kodierung</resp>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <persName>Schopper Daniel</persName>
                    <resp>Beratung</resp>
                </respStmt>
                <respStmt>
                    <persName ref="https://d-nb.info/gnd/13281899X">Kurz Stephan</persName>
                    <resp>Beratung</resp>
                </respStmt>
                <funder>
                    <persName ref="https://d-nb.info/gnd/1155422082">Gottsmann Andreas</persName>
                    <address>
                        <orgName>Historisches Institut beim Österreichischen Kulturforum in
                            Rom</orgName>
                        <street>Viale Bruno Buozzi 111-113</street>
                        <settlement>Rom</settlement>
                        <postCode>00197</postCode>
                        <country>Italien</country>
                    </address>
                </funder>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage</publisher>
                <pubPlace>Vienna</pubPlace>
                <date when="2024">2024</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">
                        <p>Sie dürfen: Teilen – das Material in jedwedem Format oder Medium
                            vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten – das Material remixen,
                            verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar
                            kommerziell.</p>
                        <p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich
                            an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:</p>
                        <p>Namensnennung – Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen,
                            einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen
                            wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber
                            unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Keine weiteren
                            Einschränkungen – Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische
                            Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was
                            die Lizenz erlaubt.</p>
                        <p>Hinweise:</p>
                        <p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile
                            des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen
                            durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz
                            verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die
                            jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie
                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre
                            Nutzung des Materials entsprechend beschränken.</p>
                    </licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondence of the Nuncio in Graz
                    (1580-[1602])</p>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <biblStruct corresp="book">
                    <monogr>
                        <editor>
                            <persName ref="http://viaf.org/viaf/294639832">Zingerle
                                Elisabeth</persName>
                        </editor>
                        <title type="main">Grazer Nuntiatur</title>
                        <title type="sub">Nuntiatur des Girolamo Portia; 1599-1602</title>
                        <idno type="ISBN">978-3-7001-7146-1</idno>
                        <imprint>
                            <pubPlace>Wien</pubPlace>
                            <date>2012</date>
                            <publisher>
                                <orgName>Österreichische Akademie der Wissenschaften</orgName>
                                <orgName>Historisches Institut beim Österreichischen Kulturforum in
                                    Rom</orgName>
                                <persName>Bösel Richard</persName>
                                <persName>Fillitz Hermann</persName>
                            </publisher>
                            <respStmt>
                                <resp>Unterstützung bei Herausgabe</resp>
                                <orgName>Historische Landeskommission für Steiermark</orgName>
                            </respStmt>
                        </imprint>
                        <biblScope unit="volume" n="5">5. Band</biblScope>
                        <extent>
                            <measure unit="pages" quantity="974">974 Seiten</measure>
                        </extent>
                    </monogr>
                    <series>
                        <title type="main">Publikationen des Historischen Instituts beim
                            Österreichischen Kulturforum in Rom</title>
                        <title type="sub">Nuntiaturberichte</title>
                    </series>
                </biblStruct>
                <msDesc>
                    <msIdentifier>
                        <collection>
                            <lb/>ASV, Fondo Borghese, serie III 92 BC, fol. 15r–v, Kop. <note
                                xml:id="FN5_129.3_01" type="footnote">Kopie eines nicht auffindbaren
                                Berichtes an San Giorgio.</note></collection>
                    </msIdentifier>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc n="L5_129.3">
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="http://d-nb.info/gnd/124343775" cert="low">Portia,
                        Girolamo</persName>
                    <date when="1600-05-01" n="3" cert="low"/>
                    <placeName ref="http://www.geonames.org/2778067" cert="low">Graz</placeName>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="http://d-nb.info/gnd/124294707" cert="low">Aldobrandini,
                        Pietro</persName>
                </correspAction>
                <correspContext>
                    <ref type="belongsToCorrespondence" target="correspondence_077">Aldobrandini,
                        Pietro - Portia, Girolamo</ref>
                    <ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L5_129.2.xml"
                        >129.2. Portia an Aldobrandini - Graz, 1600 Mai 1</ref>
                    <ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L5_130.1.xml">130.1.
                        San Giorgio an Portia - Rom, 1600 Mai 6</ref>
                    <ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence"
                        source="correspondence_077" target="L5_129.2.xml">129.2. Portia an
                        Aldobrandini - Graz, 1600 Mai 1</ref>
                    <ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence"
                        source="correspondence_077" target="L5_130.2.xml">130.2. Aldobrandini an
                        Portia - Rom, 1600 Mai 6</ref>
                </correspContext>
            </correspDesc>
            <abstract>
                <p>Vor der Abreise brachte Kardinal Dietrichstein die während der Hochzeit
                    aufgetretenen Zeremonialprobleme zur Sprache. Der Vizedom von Bamberg [Stadion]
                    und Portia haben mit Kardinal Dietrichstein über das Patronat der Pfarre Villach
                    verhandelt, das er keinesfalls abgeben will. Dadurch sieht Portia die
                    Rekatholisierung in Kärnten gefährdet, die weder von dem Bischof von Bamberg
                    [Gebsattel] noch von dem abwesenden Dietrichstein Förderung erfahren könne. Bis
                    zur endgültigen Klärung der Frage soll der Patriarch von Aquileia [Barbaro] auf
                    Anordnung Dietrichsteins einen katholischen Geistlichen für die Stadtpfarrkirche
                    Villach bestellen. Bezuglich der Uskoken wurde nicht offiziell verhandelt, da
                    der venezianische Sonderbotschafter [Badoer] dazu keine Vollmacht erhalten hatte
                    und Erzherzog Ferdinand diesbezüglich nicht das Gespräch mit ihm suchte. Portia
                    hofft auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen nach der Hochzeit, wie auch auf
                    energische Maßnahmen Erzherzog Ferdinands hinsichtlich des Laienkelchs.</p>
            </abstract>
        </profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <body>
            <head n="129.3">[Portia an Aldobrandini] - [Graz, 1600 Mai 1]</head>
            <div>
                <pb xml:id="P5_0000313"/>
                <p>Havendo l’Ill.mo Sig. Cardinale Dietrichstain compito alla carica havuta dalla
                    S.tà di N. S. per assistere alle Nozze di questo Arciduca, giovedì si pose in
                    camino di ritorno alla sua residenza, dopo esser restato sodisfatto di questi
                    Prencipi et le loro A. A. del servitio fatto da S. S. Ill.ma et dell’honore
                    c’hanno ricevuto da S. B.ne con tal missione, et perché l’istesso Sig. Cardinale
                    dà conto minuto delle cose successe et toccanti così alla sua persona, come anco
                    ad altri Ambasciatori per occasione di precedenza, lascio di farne nuova
                    ripetitione rimettendomi in tutto alla relatione che S. S. Ill.ma mi communicò
                    prima che partisse<note xml:id="FN5_129.3_02" type="footnote">Die Problematik
                        der Präzedenz war von Kardinal Dietrichstein schon vor seiner Ankunft in
                        Graz in mehreren Schreiben an Nuntius Portia und Eh. Maria thematisiert
                        worden: vgl. Dietrichstein an Portia, Kapfenberg, 1600 April 20, BNCF, Fondo
                        nazionale II.II.511, fol. 88r; Dietrichstein an Maria, Kapfenberg, 1600
                        April 20, HHStA, Famkorr. A 42, fol. 40r; Dietrichstein an Portia,
                        Frohnleiten, 1600 April 22, BNCF, Fondo nazionale II.II.511, fol. 96r.
                        Kardinal Dietrichstein hatte sich am 27. April von Graz aus an San Giorgio
                        gewandt und sich über die fehlende Instruktion und die kurze
                        Vorbereitungszeit für seine Legation nach Graz beklagt. Kardinal San Giorgio
                        wies diese Kritik von sich: vgl. Dietrichstein an San Giorgio, Graz, 1600
                        April 27, ASV, Fondo Borghese, serie III 87 AB, fol. 18r; San Giorgio an
                        Dietrichstein, Rom, 1600 Mai 13, ASV, Fondo Borghese, serie II 33, fol.
                        23v–24r. Bezüglich der Präzedenzproblematik beim Hochzeitsmahl: vgl.
                        KHEVENHÜLLER 5, Sp. 2201–2205 (mit einer Skizze der Sitzordnung beim
                        Hochzeitsmahl).</note>.</p>
                <p>Per le cose di Villacco si sono fatti da me et dal Vicedomo di Bamberga officii
                    gagliardi co ’l Sig. Cardinale acciò si distogliesse dal pensiero del Patronato
                    della Parochia, ma non si è potuto indurre S. S. Ill.ma a farlo, persistendo
                    pure in voler difendere quella ragione come propria di casa sua, il che
                    ritornerà a grandissimo incommodo della riforma, perché disgustandosi con tal
                    modo il Vescovo di Bamberga, dal quale si deve sperare ogni aiuto per
                    redricciare quella Terra, essendo egli Prencipe in temporale senza ’l quale è
                    difficilissimo di poter fare cosa durabile et buona, verrà a raffreddarsi et a
                    tirarsi adietro, et il Sig. Cardinale per essere lontano è impossibile che
                    vaglia a giovamento alcuno. Io però, havendo scorta per hora la mente di S. S.
                    Ill.ma poco disposta a voler cedere al Bambergense, truovai questo temperamento
                    che, affine la Parochia cominci ad essere retta da Ministro Catolico con qualche
                    frutto et avanzamento della Religione, S. S. Ill.ma si fosse contentata che
                    dall’Ordinario tratanto s’introducesse Sacerdote che predichi et faccia altre
                    convenienti funtioni, a che infine condescese il medesimo Sig. Cardinale,
                    lasciandomi in tal proposito lettere direttive a Monsig. Patriarca d’Aquileia, a
                    cui le invio di presente<note xml:id="FN5_129.3_03" type="footnote"
                        >Dietrichstein an Barbaro, Graz, 1600 April 27, ADU, ACAU, Chiesa a parte
                        Imperii, b. 750, fasc. 5, fol. 299r. Portia legte diesem Brief ein
                        Begleitschreiben bei: Portia an Barbaro, Graz, 1600 Mai 1, ADU, ACAU, Chiesa
                        a parte Imperii, b. 762, fasc. 1, fol. 58r.</note>, persuadendomi che subito
                    provederà a quanto sarà necessario.</p>
                <pb xml:id="P5_0000314"/>
                <p>Delli Uscochi tra l’Arciduca et l’Ambiascatore Veneto che partì hieri non si è
                    potuto introdurre colloquio alcuno, non havendo S. A. voluto pigliare le prime
                    parti, nè meno l’Ambasciatore per non havere havuto l’ordine dalla Republica.
                    Tra li Segretarii però sono passati alcuni buoni ragionamenti, li quali
                    potrebbono dar occasione che per terza persona si venisse a qualche trattatione
                    con la Republica stessa.</p>
                <p>Partiti che sieno li Prencipi di Baviera<note xml:id="FN5_129.3_04"
                        type="footnote">Vom bayerischen Herzogshaus waren mit der Braut ihre Brüder
                        Maximilian, Ferdinand und Albrecht, ihre Schwester Magdalena sowie ihre
                        Tante Maximiliana nach Graz gereist: vgl. KHEVENHÜLLER 5, Sp. 2199
                        (Maximiliana wird irrtümlich als die Schwester der Braut
                    bezeichnet).</note>et che l’Arciduca si truovi libero da tanti affari, attenderò
                    con ogni mio ingegno che S. A. ordini affatto l’abolitione del Calice et si
                    proseguisca nella riforma, et che ’l Bambergense parimente unito faccia la parte
                    sua, a che spero che il Breve di N. S. <note xml:id="FN5_129.3_05"
                        type="footnote">Clemens VIII. an Gebsattel, Rom, 1600 April 8:
                        NANNIIMRKONJIé 3, Nr. 13470.</note>gli sarà di sufficiente stimulo .</p>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
