Regest
Clemens VIII. hat ein Breve zur Bestätigung der Subdelegation erlassen, die Portia dem Bischof von Brixen [Spaur] bezüglich der Visitation der Klarissen in Brixen erteilt hatte. Dieses Breve wird so schnell wie möglich abgesandt, damit P. Anton Kemmerer die Autorität der apostolischen Nuntien zur Kenntnis nimmt.
Archiv
ASV, Fondo Borghese, serie III 98 AB, fol. 79r–v, Reg.
Brieftext
N. S., havendo inteso da me quel ch’è passato a Bressinone nel particolare delle Monache di Santa Chiara dell’ordine de’ minori osservanti di San Francesco, ha commesso che si conformi o corrobori con un Breve la subdelegatione fatta da V. S. in persona di quel Vescovo, perché sia esecutore dei Decreti della sua Visita et richiedendo rimedio celere i disordini nati 535in quel Monasterio da chi l’ha similmente visitato 1. Frate Antonio Chemerer 2ho preso ispediente di mandarglielo di qua per la via più breve, massime che dalla celerità ancora conoscerà meglio il medesimo frate che conto si tenga delle attioni dei Nuntii Apostolici et con che rispetto gli convenga di procedere nelle cose nelle quali si pongono le mani da loro. Va adunque il Breve co ’l Corriero ordinario di questa sera. …
Fußnoten
- 1 Clemens VIII. an Spaur, Rom, 1601 Juli 28: NANNIIMRKONJIé 3, Nr. 14079.
- 2 Anton Kemmerer, Provinzial der Österreichischen Franziskanerprovinz (1598– 1601). Portia war mit den Vollmachten zur Visitation der exemten und nicht exemten Klöster beiderlei Geschlechts ausgestattet und hatte nach der erfolgten Bischofswahl in Brixen in Begleitung des neugewählten Bischofs und des Weihbischofs das Kloster der Klarissen visitiert. In der Folge beauftragte Portia Spaur mit der Übersetzung der Statuten ins Deutsche sowie der Verkündigung des Dekrets und erteilte ihm die Vollmacht, die Einhaltung der Statuten zu überwachen. Die Verkündigung erfolgte am 13. Februar 1601, doch der Generalvisitator P. Anton Kemmerer sah in diesem Schritt des apostolischen Visitators eine Verletzung der Jurisdiktion des Franziskanerordens sowie der Privilegien des Klosters und reichte bei Clemens VIII. Beschwerde ein. Dieser bestätigte die Visitation mit dem Breve vom 28. Juli 1601: vgl. STRACHWITZ, S. 107; SENFTER, S. 265–267. Schon 1597 waren Portia und Kemmerer in Konflikt geraten: vgl. RAINER, GN 4, Nr. 279.