Einleitung zum 1. Band

Vorwort

Als bald nach der Öffnung des Vatikanischen Archivs für die Wissenschaft (1881) die deutschen und österreichischen Historiker sich der Publikation der Nuntiaturberichte zuwandten, stießen sie auch auf Bestände der Nuntiatur Graz, und es erschienen mehrere kleinere diesbezügliche Arbeiten.1 In den vom Preußischen Historischen Institut in Rom mit dem Österreichischen Historischen Institut in Rom und dem Römischen Institut der Görresgesellschaft getroffenen Vereinbarungen über die Aufteilung der Nuntiaturberichte aus Deutschland wurde die Nuntiatur Graz jedoch nicht erwähnt. 2

Im Jahre 1900 überließ das Preußische Historische Institut die Veröffentlichung der Berichte des Nuntius in Graz der „Kommission für steirische Landesgeschichte“.3 In den Jahren 1900 bis 1910 beschäftigte sich der Grazer Kirchenhistoriker Anton Weiß, unterstützt vom damaligen Animakaplan und späteren Bischof Alois Hudal sowie von Mitgliedern des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, mit der Edition der Nuntiaturberichte aus Graz. Er ließ zahlreiche Berichte, Weisungen und dazugehörige Aktenstücke, die im Vatikanischen Archiv verwahrt wurden, kopieren. Das von Weiß gesammelte Material ist sehr umfangreich, aber keineswegs vollständig. Es umfaßt nur die Jahre 1595 bis 1617, die vorhergehenden Jahre ab 1580 sowie die folgenden von 1618 bis 1622 sind überhaupt nicht berücksichtigt, und auch für die Zeit von 1595 bis 1617 ist nicht alles erfaßt.

Nach Weiß’ Tod (1910) kam dieses Material auf seinen Nachfolger Ernst Tomek, der es edieren wollte,4 und schließlich auf Umwegen VIins Diözesanarchiv Graz, wo es heute verwahrt wird.5 Es handelt sich dabei um verläßliche, von Kopisten angefertigte Abschriften; auch nur Ansätze für einen Kommentar oder eine weitere Verarbeitung des Materials konnten nicht gefunden werden und sind aller Wahrscheinlichkeit auch nie vorhanden gewesen.

Etwa ein halbes Jahrhundert ruhte dann die Arbeit an der Nuntiatur Graz, bis sie nun unter neuen Gesichtspunkten wiederaufgenommen wurde. Der erste Schritt war die erstmalige systematische Erfassung des gesamten die Grazer Nuntiatur von 1580 bis 1622 betreffenden Materials. 6 Die Historische Landeskommission für Steiermark hat daraufhin dieses Forschungsunternehmen in ihr Programm aufgenommen.7 Als wissenschaftlicher Sekretär des Österreichischen Kulturinstitutes in Rom hatte der Unterzeichnete Gelegenheit, an diesem Band zu arbeiten; später durfte er während seiner Arbeit wiederholt die Gastfreundschaft des Instituts genießen.

Der weitaus größte Teil der in diesem Band publizierten Stücke war bisher unbekannt. Bereits Johann Loserth, der beste Kenner dieses Abschnittes der innerösterreichischen Geschichte, erwartete sich von ihnen eine Bereicherung unseres Wissens.8

Der vorliegende Band beginnt mit der Malaspina mitgegebenen Instruktion vom 5. September 1580 und endet mit dem Bericht des Nuntius vom 21. Mai 1582 aus Admont, das er auf dem Weg zum Augsburger Reichstag passierte, von wo er erst nach einigen Monaten nach Graz zurückkehrte. Der folgende Band wird die Berichte Malaspinas vom Juni 1582 bis November 1584 sowie diejenigen seines Nachfolgers Giovanni Andrea Caligari bis zum Ende von dessen Nuntiatur Anfang 1587 umfassen. Für die ersteren Bände ist im wesentlichen die Volllext edition vorgesehen; etwa ab 1600 werden wegen des großen Anschwellens der Nuntiaturkorrespondenz raumsparendere Methoden angewandt werden müssen.

Ausarbeitung und Druck dieses Bandes wurden finanziell von der Historischen Landeskommission für Steiermark gefördert, wofür dieser und ihrem Sekretär, Univ.-Prof. Dr. Olhmar Pickl, ein herzlicher Dank ausgesprochen werden soll. Die Drucklegung haben ebenso die Österreichische VIIAkademie der Wissenschaften, das Österreichische Kulturinstitut in Rom und der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in dankenswerter Weise unterstützt.

Die Durchführung der Arbeit erfolgte zum größten Teil im Vatikanischen Archiv und in der Vatikanischen Bibliothek. Den Beamten dieser beiden Institutionen sei ganz besonders gedankt.

Dank gebührt aber auch den Beamten und Angestellten der anderen benützten Archive und Bibliotheken.

Für Nachforschungen, briefliche Auskünfte und Hilfe verschiedener Art dankt der Bearbeiter Herrn M. Aichern, Abt-Koadjutor von St. Lambrecht, Univ.-Prof. Dr. F. Posch (Graz), Prof. DDr. J. Obersteiner (Gurk), Dr. W. Maleczek (Innsbruck), Dr. J. Riedmann (Innsbruck), Dr.A.A. Strnad (Rom), Dr. Irmtraud Neumann (Villach), Dr. J. Wawrosch (Rom), Prof. F. Brancucci (Rom) und ganz besonders seiner Assistentin Dr. Sabine Weiß (Innsbruck).

Für wertvolle Anregungen und Hinweise dankt er auch den Herren Professoren Dr. P. Blet (Rom), Dr. H. Lutz (Wien) und Dr. G. Müller (Erlangen) sowie den Herren Dr. H. Goetz (Rom), Dr. G. Lutz (Rom), Dr. B. Roberg (Bonn), Dr. W. Reinhard (Freiburg), Dr. J. Semmler (Paris) und Dr. K. Wittstadt (Hiltrup).

Ganz besonders hat er aber Herrn Univ.-Prof. Dr. Hermann Wies flecker (Graz) zu danken, der die Arbeit an der Grazer Nuntiatur von Anfang an mit größtem Interesse und Wohlwollen begleitet hat.

Innsbruck, im Sommer 1971

Johann Rainer

I. Die Nuntiatur Graz

Schon bevor Graz durch die Teilung der habsburgischen Länder nach dem Tode Kaiser Ferdinands I. (1564) wieder Residenz wurde, hielten sich fallweise ausländische Gesandte in der steirischen Hauptstadt auf;1 so im November 1551 der venezianische Gesandte Federigo Badoer2 und Anfang 1553 Girolamo Martinengo, Nuntius bei Ferdinand I.3 In beiden Fällen hatte der Landtag, der Mittel und Wege zur Sicherung der Grenzen gegen die Türken finden sollte, das Interesse Venedigs bzw. Roms erweckt, die neben Österreich im besonderen Maße an der Last der Türkenabwehr zu tragen hatten. In den Berichten Martinengos aus Graz nehmen die kirchlichen Fragen nur einen bescheidenen Teil ein; die große Politik — besonders gegen die Türken — und damit verbunden ungarische, siebenbürgische und polnische Probleme bilden den Hauptinhalt.

Die Einrichtung der innerösterreichischen Regierung und eines Hofes in Graz (1564) legten allem Anschein nach zunächst niemandem den Gedanken nahe, auch einen eigenen Nuntius dorthin zu schicken. ln der ersten Sitzung der Congregatio Germanica, die am 26. Juli 1568 stattfand, wurde u. a. die Errichtung mehrerer Nuntiaturen im Reiche vorgeschlagen.4 Unter Pius V. (1566—1572) wurde jedoch dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt, während Gregor XIII. (1572—1585) sich von Anfang an besonders der deutschen Angelegenheiten annahm. Eine seiner ersten Handlungen war neben der Vergrößerung des Collegium Germanicum die Wiederbelebung der seit Jahren inaktiven Congregatio Germanica, in die er zehn Kardinäle berief, darunter den Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchseß, der sich die Wiederherstellung der Kirche durch innere IXReformen auf friedlichem Wege, durch Errichtung von Schulen und Kollegien in Zusammenarbeit des Heiligen Stuhles mit dem Kaiser und den Reichsfürsten, vorstellte.5

In der Sitzung der Congregatio Germanica vom 7. Jänner 1573 drängte Kardinal Zaccaria Delfino, der als früherer Nuntius am Kaiserhof und durch seine Pfründen — u. a. die untersteirischen Klöster Sittich und Gairach — mit den deutschen und österreichischen Verhältnissen vertraut war, auf Entsendung mehrerer Nuntien nach Deutschland. Kardinal Delfino machte darauf aufmerksam, daß von der Steiermark aus, wo die bösartigsten Häretiker seien, Kärnten, Krain, Triest und Görz angesteckt würden, was nicht nur wegen der dortigen Bevölkerung, sondern auch wegen der benachbarten venezianischen Gebiete und wegen des Verkehrs von Triest nach Apulien und Neapel für Italien überhaupt von größter Bedeutung sei.6

Nach mehreren Sitzungen beschloß die Kongregation, den Erzbischof von Salzburg, Erzherzog Ferdinand von Tirol und Herzog Albrecht von Bayern nach ihrer Meinung über den zur Wiederherstellung der Kirche in Deutschland einzuschlagenden Weg zu befragen. Unter den gegebenen Antworten ist in diesem Zusammenhang die Empfehlung Erzherzog Ferdinands von Tirol, die Beziehungen zwischen Rom und Deutschland durch Entsendung mehrerer Nuntien enger zu gestalten, am wichtigsten. Bemerkenswert ist auch der Wunsch Ferdinands, als Nuntien, von denen einer an seinem Hofe in Innsbruck sein solle, lieber adelige Laien als Geistliche zu schicken.7

Auf Grund von drei Gutachten und der mündlichen Darlegung des Petrus Canisius beschloß die Congregatio Germanica am 5. Mai 1573 die Entsendung des Bartolomeo Portia, Abtes von Moggio, und des Kaspar Gropper, Auditors der Rota, als Nuntien nach Deutschland.8 Da der Nuntius am Kaiserhof, Giovanni Delfino, deswegen selbstverständlich nicht abberufen wurde, gab es daher 1573 drei ordentliche Nuntien in Deutschland.

Während Portia von Anfang an für Süddeutschland, die Höfe in Salzburg, Innsbruck, Graz und München zuständig war, wurde Groppers XAufgabe, die ursprünglich nur das Hl. Kreuz-Kloster in Augsburg und die Koadjutorie in Münster betraf, praktisch auf Nordwestdeutschland ausgedehnt.9

Da Bartolomeo Portia auch bei Erzherzog Karl II. von Innerösterreich in Graz akkreditiert war,10 kann er in einem eingeschränkten Sinn als erster Nuntius in Graz bezeichnet werden. Wahrscheinlich haben seine früheren Beziehungen zu Erzherzog Karl sogar wesentlich seine Ernennung zum Nuntius mitbestimmt: Portia, der dem Kreis um Karl Borromäus angehörte, hat nämlich als apostolischer Visitator im Jahre 1570 die Diözese Aquileia, die bekanntlich zum Teil unter der weltlichen Herrschaft Erzherzog Karls stand, visitiert.11 Im Oktober 1570 beauftragte ihn der Papst, sich an den Hof Erzherzog Karls zu begeben, um mit dem Fürsten gemeinsam die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der aufgedeckten Mißstände festzulegen.12 Anfang 1571 war er in Graz, die Verhandlungen mit Erzherzog Karl verliefen ausgezeichnet.13 Kardinal Delfino, der sich zu jener Zeit noch in Österreich aufhielt,14 wußte jedenfalls darum und schlug daher in der vorgenannten Sitzung der Congregatio Germanica vom 7. Jänner 1573 vor, den eben in Rom weilenden Portia über die Zustände im österreichisch-italienischen Grenzgebiet anzuhören. Wenige Monate später war Portia Nuntius für Süddeutschland, wofür ihn außer Zweifel besonders auch seine bisherigen Erfahrungen in den Ländern und am Hofe Erzherzog Karls qualifizierten.15

Martinengo, dessen Anwesenheit in Graz 1553 zwar durch den Landtag bedingt war, auf dem vor allem über die Mittel zur Verteidigung der Türkengrenze verhandelt wurde, erwähnte in seinen Berichten kaum innerösterreichische Angelegenheiten, dagegen hatte Portia schon in seiner Instruktion konkret Innerösterreich betreffende Aufträge: Die Geschehnisse der beiden Landtage rückgängig zu machen — es waren dies die großen Erfolge der evangelischen Stände von 1571/72 — und in Zusammenarbeit mit Salzburg und Aquileia die Reform der Kirche zu betreiben, insbesondere die Abschaffung der Häretiker und Konkubinarier XIals Pfarrer; dann gemeinsam mit Erzherzog Karl die Reform der sehr reichen und skandalös lebenden Äbte sowie deren Unterwerfung unter die bischöfliche Gewalt, die Entfernung der Frauen sowie der häretischen Lehrer und Amtsleute aus den Klöstern, strenges Vorgehen gegen die die Geduld des Landesfürsten überbeanspruchenden italienischen Dominikaner und Franziskaner, die von ihren Generälen aus italienischen Mendikantenklöstern in die mit guten Einkünften ausgestatteten innerösterreichischen geschickt worden waren und hier viel Unerfreuliches verursacht hatten.16

Die Aufgabe Portias war ursprünglich fast ausschließlich kirchlicher Art, und erst einige Zeit später erhielt er von Rom die Weisung, mit dem Salzburger Erzbischof, den Erzherzögen Ferdinand und Karl sowie Herzog Albrecht über die Türkengefahr und die Mittel zu deren Beseitigung zu verhandeln. Wenn er auch selbst nur den geringsten Teil der Zeit in Graz weilte — am meisten hielt er sich in Bayern auf —, so trachtete er doch, auch während seiner Abwesenheit meist schriftlich oder auch durch Entsendung seines Sekretärs Minutio Minucci seinen Auftrag zu erfüllen.17

Als Porlia Ende 1576 an Stelle Groppers als Nuntius nach Köln geschickt wurde, blieb die süddeutsche Nuntiatur zunächst unbesetzt, und erst im April 1578 wurde damit der Dominikaner Felizian Ninguarda betraut, der sich schon jahrelang in Österreich aufgehalten hatte. Anfang Mai 1578 war täglich mit dem Aufbruch Ninguardas aus Rom zu rechnen. Der Weg war bereits eingeteilt: zuerst zu Erzherzog Ferdinand nach Innsbruck, dann zum Bischof von Chur, zu Herzog Albrecht von Bayern, zum Erzbischof von Salzburg und zum Schluß zu Erzherzog Karl nach Graz.18 Da erreichte Rom die Nachricht von den im Februar von den Protestanten am Brucker Generallandtag erzielten Erfolgen. In höchster Erregung befahl daraufhin Gregor XIII. Ninguarda, zuerst nach Graz zu eilen, um den Erzherzog zur Widerrufung der religiösen Konzessionen zu bewegen.19

Am 13. Juni 1578 kam Ninguarda in Graz an, wo er sogleich mit dem innerösterreichischen Statthalter, Bischof Christoph Andreas Spaur von Gurk, dem Rektor des Jesuitenkollegs, P. Heinrich Blyssem, und dem Hofvizekanzler Dr. Wolfgang Schranz Besprechungen aufnahm, die er XIIalle drei sogleich als seine wertvollsten Mitarbeiter erkannte. Am 15. Juni hatte er die erste Audienz bei Erzherzog Karl.20 Er stellte sich als Nachfolger Portias vor, überreichte sein Kredenzial und legte in eindringlichsten Worten die Gewissenspflicht zum Widerruf aller religiösen Konzessionen dar.21

Nachdem er zwei Wochen lang mit Erzherzog Karl und den verläßlichen Katholiken in der Regierung über die notwendigen Schritte zur Rettung der Kirche verhandelt hatte, begann er selbst sogleich mit einer strengen Visitation in Steiermark und Kärnten und erreichte so im August schließlich Salzburg;22 im Oktober 1578 war er in München, wo er wieder mit dem innerösterreichischen Hofvizekanzler Schranz wegen der Widerrufung der religiösen Konzessionen und der Absolution Erzherzog Karls von der Exkommunikation, in die er gemäß der Bulle „In Coena Domini“ gefallen sei, verhandelte.23 Seinen Aufträgen gemäß begab er sich dann nach Innsbruck, Chur, Trient und Brixen.24 Im Frühjahr 1579 dehnte er seine Aktivität auf die Schweiz und Südwestdeutschland aus. Nunmehr versuchte er, seinen Aufträgen für Graz schriftlich oder, wie in München, mündlich durch Schranz gerecht zu werden. In Rom war man mit dieser Ausweitung der Tätigkeit Ninguardas nicht einverstanden, denn nach einem Schreiben des Kardinal(staats) - sekretärs Gallio sollte er sechs Monate des Jahres in Graz residieren und nur die übrige Zeit je nach Bedürfnis Reisen in andere Länder unternehmen.25

Die Mitakkreditierung und der zeitweilige Aufenthalt eines Nun tius in Graz wurde aber von zuständiger Seite als zu wenig empfunden. Als daher auf der Münchner Konferenz im Oktober 1579 die Erzherzöge Ferdinand und Karl sowie Herzog Wilhelm von Bayern die Grundzüge für die Gegenreformation in Innerösterreich festlegten, wurde es für die Durch- und Weiterführung der beschlossenen Maßnahmen als notwendig bezeichnet, daß der Papst in Graz einen eigenen erfahrenen und geschickten Nuntius halte.26 Dieser Bitte entsprach Gregor XIII. bereits wenige Monate später, indem er Alessio Stradella zum Nuntius am Hofe XIIIErzherzog Karls ernannte. Stradella stammte aus Fivizzano in der Toscana, war Augustiner-Eremit, Generalprokurator seines Ordens, seit 1575 Bischof von Nepi und Sutri und galt als hervorragender Prediger. Auf dem Wege nach Graz starb er aber noch in Italien bei seinen Verwandten am 27. August 1580.27

Wenige Tage nach dem Eintreffen der Todesnachricht in Rom bestellte Gregor XIII. den Marchese Germanico Malaspina zum Nuntius in Graz. Die im Juni für Stradella ausgestellte Instruktion wurde ohne Änderung auf Malaspina umadressiert und auf den 5. September umdatiert. Am folgenden Tag wurden die Kredenzbriefe an Erzherzog Karl, Erzherzogin Maria und den Hofvizekanzler Schranz ausgefertigt.28

Vor allem war es nach der Instruktion die Aufgabe Malaspinas, Erzherzog Karl in jeder Hinsicht gegen die religiösen Forderungen der evangelischen Stände zu stützen und die Widerrufung der bereits bewilligten Religionskonzessionen zu erreichen. In der Regierung und am Hofe sollten die Protestanten durch verläßliche Katholiken ersetzt werden; die schon seit langem währenden Streitereien der innerösterreichischen Regierung sowohl mit dem Patriarchen als auch mit dem Kapitel von Aquileia sollten beigelegt und der häretische bambergische Vizedom in Kärnten, Hans Friedrich Hoffmann, der energische Führer der innerösterreichischen Protestanten, entfernt werden. Schließlich wurde Malaspina noch mit der leidigen Uskokenfrage, die für viele Jahrzehnte die österreichisch-venezianischen Beziehungen belastete, und mit der Sorge um die Befestigung der Türkengrenze, wofür der Papst bedeutende Summen zur Verfügung gestellt hatte, mitbefaßt. Damit ist gegenüber den früheren Nuntien, die in Graz nur mitakkreditiert waren und vornehmlich kirchliche Angelegenheiten zu betreiben hatten, eine wesentliche Erweiterung des Aufgabenkreises erfolgt: Neben die kirchlichen Probleme traten nun auch politische und, mit der Türkengrenze, in einem gewissen Sinne auch militärische. Von einer zeitlichen Begrenzung der Tätigkeit Malaspinas ist in den betreffenden Schreiben nichts zu finden; nur anläßlich der Abberufung Malaspinas 1584 glaubten viele — und die Häretiker hielten es für sicher —, daß kein neuer Nuntius geschickt würde.29 Gregor XIII. bestimmte aber bereits vor der Versetzung Malaspinas an den Kaiserhof den Bischof von Bertinoro, Giovanni Andrea Caligari, der früher Nuntius in Polen war, als Nachfolger Malaspinas XIVin Graz.30 Nach der Rückkehr Caligaris nach Rom im Jahre 1587 blieb die Nuntiatur Graz, die durch die beiden ersten Nuntien schon als ständig empfunden worden war, mehrere Jahre unbesetzt, bis im Jahre 1592 Girolamo Portia, Bischof von Adria, als neuer Nuntius gesandt wurde, der sich aber zuerst in Bayern aufhielt und erst 1593 seine Tätigkeit in Graz aufnahm.31 Ihm folgten 1606—1610 Giovanni Salvago, Bischof von Luni-Sarzana,32 1610—1613 Pietro Antonio da Ponte, Bischof von Troia,33 und schließlich 1613—1622 Erasmo Paravicini, Bischof von Alessandria.34

Vom zeitweiligen Aufenthalt eines Nuntius zu besonderem Anlaß (Martinengo) über die Mitakkreditierung des Nuntius für Süddeutschland (Portia und Ninguarda) bei Erzherzog Karl von Innerösterreich führte der Weg zur eigenen Nuntiatur Graz. Aber nicht wegen einer besonderen Bedeutung des Grazer Hofes — in dieser Hinsicht war München, das keinen eigenen Nuntius bekommen hatte, viel wichtiger gewesen —, sondern wegen der in Rom mit größter Sorge verfolgten innerpolitischen und religiösen Entwicklung Innerösterreichs zu einem evangelischen Ständestaat, der wirkungsvoll entgegenzutreten dem katholischen Landesfürsten allein nicht mehr zugetraut wurde, und auch wegen der dauernden Türkengefahr, wurde die Nuntiatur Graz errichtet.

Der Amtsbereich des Nuntius in Graz umfaßte Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain, die Windische Mark, Görz, Triest, Fiume und einen Teil Istriens). Dazu kam praktisch noch die staatsrechtlich nicht zu Innerösterreich gehörige Militärgrenze von Ungarn bis zur Adria. Nach der Wahl des innerösterreichischen Landesfürsten Ferdinand II. zum Kaiser und dessen Übersiedlung nach Wien (1619) blieb die Nuntiatur in Graz zunächst ebenso wie die innerösterreichische Regierung weiterbestehen. Erst 1622 wurde Erasmo Paravicini abberufen und die 1580 errichtete Nuntiatur Graz nicht mehr besetzt. Allerdings waren inzwischen wesentliche Voraussetzungen, die seinerzeit die Entsendung von Nuntien geboten erscheinen ließen, beseitigt: Die Macht des evangelischen ständischen Adels war gebrochen und damit der katholische Landesfürst und Rom von ihrem gefährlichsten Gegner im Ringen um XVdie Macht in Staat und Kirche befreit, wozu die Nuntien nicht wenig beigetragen haben.

Das 1613 erworbene Nuntiaturgebäude, heute Karmeliterplatz 1 und 2 — vorher residierte der Nuntius im seinerzeitigen Dominikanerkloster bei der Stadtpfarrkirche und dann im Lavanterhof in der Stainzer hofgasse —, wurde erst 1627 an Julius Graf von Mersburg verkauft, von dessen Töchtern es 1670 Max Graf von Herberstein erwarb.35

II. Die päpstlichen Gesandten

Germanico Malaspina

Das seit dem 11. Jahrhundert nachweisbare Geschlecht der Markgrafen Malaspina erwarb im Laufe des 12. Jahrhunderts reiche Besitzungen in den hohen Tälern des Apennin zwischen dem Passo dei Giovi und den valichi della Garfagnana und del Modenese und begründete hier eine eigene Territorialherrschaft, die im 13. Jahrhundert zugunsten Genuas und Piacenzas auf das Gebiet um Luni eingedämmt wurde. Im 14. Jahrhundert breiteten sich die Malaspina auf Kosten des Bischofs von Luni aus, bemächtigten sich Sarzanas und errichteten die Markgrafschaft Fosdinovo, aus der das Fürstentum Massa hervorgegangen ist. Während des 15. und 16. Jahrhunderts wurde ihr Herrschaftsgebiet von Genua und Florenz beschnitten. Die wenigen ihnen verbliebenen Lehen blieben unter der Hoheit des Reiches, und 1514 wurden von Kaiser Maximilian I. die 1499 Ludwig XII. von Frankreich geleisteten Eide der Malaspina für nichtig erklärt und deren unmittelbare Reichszugehörigkeit gemäß altem Rechte festgestellt. Im 16. Jahrhundert war die Macht des in mehrere Zweige zersplitterten Geschlechtes der Malaspina bereits gesunken. Germanico gehörte der Linie der marchesi di Tresana e Luzuolo an, die im Jahre 1651 erlosch. Sein Vater Ambrogio verkaufte mehrere Lehen und stand im Dienste des Herzogs von Parma.36

Das Geburtsjahr Germanicos ist nicht bekannt. Da er aber unter XVIPius V. (1566—1572) Kleriker wurde37 und 1583 im Zusammenhang mit einem von ihm nicht sehr geschickt geführten diplomatischen Gespräch als noch jung bezeichnet wird,38 dürfte er gegen 1550 geboren worden sein. Bereits unter Pius V. stand er in päpstlichen Diensten. 1575 war er auf dem Kurfürstentag in Regensburg.39 Nach etwa 10 Jahren kurialen Dienstes wurde er, erst ca. 30 Jahre alt, zum Nuntius in Graz ernannt. Mit schriftlichen und mündlichen Instruktionen, Kredenzbriefen und Chiffre ausgestattet,40 reiste er am 10. September von Rom ab;41 offensichtlich in großer Eile — seit dem Eintreffen der Nachricht vom Tode Stradellas bis zu seiner Abreise waren keine zwei Wochen vergangen —, weil er noch rechtzeitig vor Beginn des steirischen Landtages seine Tätigkeit aufnehmen wollte.42 Am 18. September kam er in Venedig an, wo er sich zwei Tage aufhielt, um mit dem Patriarchen von Aquileia über dessen Differenzen mit Erzherzog Karl und über die Lage der Kirche in der Diözese Aquileia zu sprechen.43 Auf der Weiterreise durch Friaul und Kärnten mußte er feststellen, daß, begünstigt durch den regen Verkehr, die Häresie bereits in italienisches Siedlungsgebiet eingedrungen und das dem Bischof von Bamberg gehörige Villach ein Zufluchtsort der Protestanten war, die Kirchendisziplin darniederlag und nur noch wenige Katholiken anzutreffen waren. Durch die Knappheit der in Friaul, Kärnten und Steiermark zur Verfügung stehenden Pferde bedingt, kam er erst am 28. September in Graz an, von wo er noch am selben Tag einen ausführlichen Bericht schrieb. Zu seinem Bedauern erfuhr er, daß er normalerweise die Post nicht direkt über Venedig, sondern nur auf dem Umweg über Prag schicken konnte.44

Die ersten Wochen in Graz benützte er vor allem, um ein möglichst genaues Bild von den Zuständen in Innerösterreich zu bekommen. Nachdem er einiges schon von den Patres des Jesuitenkollegs und anläßlich der Audienzen von Erzherzog Karl erfahren hatte,45 wurde er auf dessen Anordnung vom Hofvizekanzler Dr. Wolfgang Schranz ausführlich über die Entwicklung und den Stand der Lage, vornehmlich der ReligionsXVIIangelegenheiten, informiert.46 Besonders eingehend wurden die Ereignisse am Brucker Generallandtag (1578) erörtert, wobei Schranz betonte, daß die Einbeziehung der Städte in die Religionskonzession von Erzherzog Karl nicht gewährt worden sei, sondern daß dies nur auf Grund einer falschen Interpretation der landesfürstlichen Erklärung durch die evangelischen Stände behauptet wurde; alle Geheimen Räte — evangelische und katholische — hätten sich dazu bekannt und das von ihm darüber verfaßte Protokoll unterschrieben.47

Von Anfang an beschäftigte sich Malaspina mit den trostlosen kirchlichen Zuständen auf den reichen bambergischen Besitzungen in Kärnten, die vom Protestanten Hans Friedrich Hoffmann als Vizedom verwaltet wurden und ein Refugium der Häretiker waren.48 Er betrieb bei Erzherzog Karl und über den Nuntius in Prag, seinen entfernten Verwandten Orazio Malaspina, am Kaiserhof die Entfernung Hoffmanns als Voraussetzung für die Wiederherstellung der Kirche in Kärnten.49 Trotz aller Beschuldigungen gelang ihm dies während des in diesem Band behandelten Zeitraumes nicht.

In Innerösterreich war es nicht nur nicht möglich gewesen, das gemäß dem Augsburger Religionsfrieden dem katholischen Landesfürsten zustehende Recht, die Konfession des Landes zu bestimmen, durchzusetzen, sondern es war vielmehr den mehrheitlich evangelischen Ständen gelungen, bedeutende religiöse Freiheiten zu erlangen. Wesentlich beigetragen hat zu dieser Entwicklung die unmittelbare Türkengefahr, zu deren Abwehr der Landesfürst auf die Geldbewilligungen des mehrheitlich evangelischen Adels angewiesen war. Mehrere Male mußte Erzherzog Karl unter dem Druck der Umstände Geldbewilligungen des Landtages mit religiösen Konzessionen erkaufen.50 Den Höhepunkt in dieser Hinsicht bildete der Brucker Generallandtag von 1578, der auf die benachbarten katholischen Fürsten und auf Rom so alarmierend wirkte, daß die Nuntiatur Graz errichtet wurde.51

Die Stützung Erzherzog Karls gegen weitere religiöse Forderungen der Protestanten und der Widerruf der bereits gewährten Religionskonzession war eine der Hauptaufgaben Malaspinas. Wiederholt erinnerte er Erzherzog Karl an die Gewissenspflicht des Landesfürsten, für das SeelenXVIIIheil der Untertanen zu sorgen,52 an die ragione di stato, die die Einheitlichkeit der Religion erfordere,53 und an die Schädlichkeit der Toleranz.54 Unterstützt wurde er dabei vom Beichtvater Erzherzog Karls, dem Jesuiten provinzial P. Blyssem,55 sowie von Karls Gemahlin, Erzherzogin Maria, die er schon bei der Antrittsaudienz an das Beispiel der biblischen Judith erinnerte.56 Eine Frucht dieser Bemühungen war das am 10. Dezember 1580 erlassene landesfürstliche Religionsdekret,57 das dem Adel zwar weiterhin Toleranz gewährte, für alle anderen Bevölkerungsschichten, vor allem die Bürger, aber die katholische Religion vorschrieb. Die Freude der katholischen Partei war aber nur kurz, denn die evangelischen Stände erzwangen die Aussetzung der Durchführung dieses Religionsdekretes.58 Trotz aller festen Vorsätze mußte der Landesfürst dem protestantischen Adel weiter nachgeben, weil er auf dessen Geldbewilligungen für die Türkengrenze angewiesen war. Auswärtige Hilfe sollte eine Besserung der Lage bringen, weshalb Dr. Wolfgang Schranz nach Innsbruck und München sowie der innerösterreichische Statthalter Christoph Andreas Spaur nach Rom gesandt wurden.59 Vor allem hoffte man, durch eine starke Besatzung in Graz die Position des Landesfürsten gegenüber den Ständen entscheidend zu stärken. Rom war bereit, dafür einen angemessenen Beitrag zu leisten.60

Zum Erlaß eines neuen Religionsdekretes, das wiederum vor allem gegen die Bürger gerichtet war, und zu ersten Maßnahmen ist es aber erst im folgenden Jahr gekommen.61 Vom Sommer 1581 bis in den Herbst hinein visitierte Malaspina größtenteils gemeinsam mit landesfürstlichen und erzbischöflich-salzburgischen Kommissaren Pfarren und Klöster in der Steiermark. Die dabei festgestellten Zustände waren überall nicht erfreulich.62 Nicht nur von den evangelischen Landständen, sondern teils auch von den betreffenden Prälaten wurde er wegen der Visitation angegriffen.63

XIX

Auftragsgemäß bemühte sich Malaspina auch um die Beilegung der Streitigkeiten Erzherzog Karls mit dem Patriarchen von Aquileia und dem Erzbischof von Salzburg, zu deren Diözesen der größte Teil Innerösterreichs gehörte. Der Patriarch von Aquileia, der seit langem im Venezianischen residierte, verlangte die Rückstellung des von Österreich besetzten Aquileia mit voller Wiederherstellung seiner Herrschaftsrechte. Malaspina mußte bald einsehen, daß er die volle Erfüllung dieser Forderung in Graz nicht erlangen könne, und schlug daher vor, einen Kardinal mit der Beilegung dieser Differenzen zu beauftragen.64 Das Problem hat Malaspina überlebt und ist letztlich erst mit der Aufhebung des Patriarchates Aquileia (1751) aus der Welt geschafft worden.65

Weniger schwer, aber doch die Zusammenarbeit von bischöflicher und landesfürstlicher Gewalt zuungunsten der Kirche in Innerösterreich belastend, war der sogenannte Salzburger Jurisdiktionsstreit, in dem der Erzbischof glaubte, alte Rechte gegen Übergriffe von weltlicher Seite verteidigen zu müssen.66

Der Stärkung der Position Erzherzog Karls und damit der katholischen Kirche in Innerösterreich sollte auch die Beseitigung der Differenzen mit Venedig dienen. Alte Grenzstreitigkeiten sollten endlich beigelegt und den Übergriffen der an der Türkengrenze in österreichischen Diensten stehenden Uskoken auf venezianische Schiffe ein Ende gesetzt werden. Der Papst war sogar bereit, den Uskoken, die behaupteten, von dem ihnen zur Verfügung Gestellten allein nicht leben zu können, mit Geld und Lebensmitteln zu helfen, einerseits, um diese hervorragenden Krieger zur Verteidigung der Grenze gegen die Türken zu erhalten,67 andererseits, um durch die Herstellung guter Beziehungen zwischen Österreich und Venedig die katholische Front gegen den Islam und gegen den Protestantismus zu stärken.68

Neben der Beseitigung des Protestantismus und der Restauration der katholischen Kirche, der unmittelbar oder mittelbar die meisten Malaspina gegebenen Weisungen dienten, war die Abwehr der Türken ein Hauptanliegen der Nuntiatur Graz, da Erzherzog Karl von Graz aus die windische und kroatische Militärgrenze, die etwa von der Mündung XXder Mur in die Drau bis an die dalmatinische Küste südlich Senj reichte, kommandierte. Päpstliche Hilfsgelder sind nicht nur zum Unterhalt der vorgenannten Uskoken, sondern auch zum Bau der großen Grenzfestung Karlstadt geflossen. Wie sehr der innerösterreichische Hofkriegsrat mit der päpstlichen Unterstützung rechnete, zeigt die von Malaspina nach Rom geschickte detaillierte Beschreibung der Türkengrenze. 69

Da für den für Sommer ausgeschriebenen Reichstag auch wichtige Innerösterreich betreffende Probleme vorgesehen waren — Religionsfrage und Reichshilfe für die Türkengrenze —, bat Erzherzog Karl den Papst um Malaspina als Begleiter, was umgehend bewilligt wurde.70 Ende April verließ Malaspina Graz und begab sich über Admont, Salzburg und München nach Augsburg, wo er sich bis Ende September aufhielt. Hier stand er Erzherzog Karl und dem Kardinallegaten Lodovico Ma druzzo zur Seite, dem er vor Beginn des Reichstages eine ausführliche Schrift über die Religionsfrage in Innerösterreich zugeschickt hatte.71

Am 27. April 1583 wurde Malaspina zum Bischof von San Severo in Apulien ernannt und am 25. August 1583 in Gurk zum Bischof geweiht.72 Er blieb aber weiterhin als Nuntius in Graz, wo seine Tätigkeit im selben Jahre durch eine Mission nach Köln zur Beilegung der dortigen Wirren unterbrochen wurde.73 Am 29. November 1584 verließ er endgültig Graz, um sein neues Amt als Nuntius am Kaiserhof in Prag anzutreten, 74 von wo er dann im Frühjahr 1586 abberufen wurde und nach Italien zurückkehrte.75 Im Mai 1591 wurde er Nuntius in Neapel 76 und im Juni 1592 Nuntius in Polen, wo er bis 1599 blieb.77 Auf dem Wege von Rom nach Warschau hatte er bei Erzherzog Ferdinand in Innsbruck noch eine Sondermission zu erfüllen.78 Im Jahre 1604 starb Malaspina und wurde in der Kathedralkirche von San Severo beigesetzt.79

XXI

Antonio Possevino

Der berühmte Jesuit Antonio Possevino80 hatte 1581 auf seinem Wege nach Moskau in Graz, wo er schon 1580 kurz gewesen war,81 Station zu machen und mehrere Aufträge zu erfüllen, nämlich die Überreichung der Goldenen Rose an Erzherzogin Maria, die sich bereits als wichtige Stütze ihres Gemahls besonders in Religionsangelegenheiten hervorgetan hatte, ferner Verhandlungen über das Heiratsprojekt zwischen Sigismund von Schweden-Polen und Erzherzogin Anna und schließlich das neuerliche Zurückweichen Erzherzog Karls vor den evangelischen Ständen.82 Während der erste Auftrag in feierlicher Form bald erledigt war und von den Gesprächen über das Eheprojekt, das 1592 durch die von Rom angestrebte Heirat verwirklicht wurde, keine schriftlichen Quellen vorhanden und wohl auch kaum Aufzeichnungen gemacht worden sind, haben die innerösterreichischen Religionsangelegenheiten P. Possevino nicht nur in Graz, sondern auch noch in Wien beschäftigt.83

Der Aufenthalt in Graz war aber auch nützlich für seine Sendung nach Moskau. Er erhielt vom innerösterreichischen Hofkammerpräsidenten Hans Kobenzl, der 1575/76 als kaiserlicher Gesandter in Moskau war, wertvolle Informationen und von Erzherzog Karl ein an Iwan IV. gerichtetes Empfehlungsschreiben.84

III. Die Quellen

Die an den Kardinal(staats)sekretär Tolomeo Gallio, oft auch nach seiner Herkunft Kardinal Como genannt, geschickten Berichte Mala spinas sind fast vollständig im Vatikanischen Archiv, Nunziatura di Germania, vol. 100, im Original erhalten. Der Kodex ist in Pergament gebunden etwa 326 mal 219 mm groß 85 und hatte früher schon drei andere XXIISignaturen, nämlich LI, 3092 und 86. Auf dem Rücken steht außer der Signatur noch: Germania N(unzi)o Malaspina all’arciduca Carlo 1580, 81, 82. Nach der modernen Maschinfoliierung, auf die sich die Angaben in der folgenden Edition beziehen, umfaßt der Kodex 542 Blätter. Außerdem hat er eine ältere Zählung, die bis 598 läuft; bei ihr sind für das Jahr 1580 die beschriebenen Seiten und für die Jahre 1581 und 1582 die beschriebenen Blätter gezählt, wobei leere oder nur mit Adresse und Kanzleivermerken beschriebene Seiten oder Blätter unberücksichtigt blieben. Schließlich hat der Kodex neben diesen beiden durchgehenden Zählungen noch eigene Seitenzählung für die Jahre 1581 und 1582, die bis 260 bzw. 203 reicht.

Neben den Berichten für Kardinal Gallio befinden sich in diesem Kodex auch gleichzeitige Kopien von Schreiben Malaspinas an den Kardinallegaten Madruzzo und an den Nuntius am Kaiserhof, Orazio Malaspina, sowie dazugehörige Aktenstücke.86 Originale von Schreiben Malaspinas an die Nuntien am Kaiserhof wurden noch im Vatikanischen Archiv, Nunziatura di Germania, vol. 93, und im Fondo Borghese, Serie III, vol. 11, sowie im Generalarchiv der Jesuiten, Epistulae Prin cipum, vol. 28, und Epistulae Ext., vol. 14, gefunden.87

Instruktion, Fakultäten und Weisungen für Malaspina sind nur als Minuten oder Registereintragungen erhalten. Weder im Archiv der Nuntiatur Wien, wohin nach der Auflassung der Nuntiatur Graz deren Archiv gekommen ist,88 noch in San Severo, dem Bischofssitz Malaspinas, wohin er die an ihn gerichteten Schreiben möglicherweise mitgenommen haben könnte, konnte irgend etwas gefunden werden.89 Der Verlust der Originale hinterläßt aber keine nicht zu schließende Lücke, weil von fast allen Stücken der Text als Minute oder in Registern, teils sogar in beiden Formen, erhalten geblieben ist.

Die Instruktion befindet sich im Vatikanischen Archiv, Miscellanea Armarium II, vol. 130, und in der Vatikanischen Bibliothek, Codex Ottobonianus latinus 2417, pars 2. Die Fakultäten befinden sich im Vatikanischen Archiv, Sec. Brev., vol. 47. Allerdings dürfte es sich dabei nur um einen Teil der Malaspina gegebenen Vollmachten handeln, es ist aber XXIIIdurchaus anzunehmen, daß er dieselben Fakultäten erhielt, wie sie die etwa zur gleichen Zeit entsandten Nuntien hatten.

Von den an Malaspina ergangenen Weisungen ist keine einzige im Original erhalten, fast alle finden sich aber im Vatikanischen Archiv, Nunziatura di Germania, vol. 14, in Minutenform; ein kleiner Teil ebenda, Fondo Pio, vol. 127, sowie in der Vatikanischen Bibliothek, Ottobonianus latinus 2417, pars 2, und Barberinus latinus 5743.

Die die Grazer Mission betreffenden Berichte Possevinos werden im Vatikanischen Archiv, Nunziatura di Germania, vol. 93, im Original verwahrt. Der diesbezügliche Teil seiner Instruktion befindet sich als Minute im Vatikanischen Archiv, Misc. Armarium II, vol. 130.

Aus dem Vatikanischen Archiv wurden ferner noch benutzt: Nunziatura di Germania, vol. 99, 101, 104 und 107, für die Zusammenarbeit Germanico Malaspinas mit den Nuntien am Kaiserhof, Orazio Malaspina, Bonomi und Santa Croce, sowie mit dem Kardinallegaten Lodovico Madruzzo; weiters Nunziatura di Germania, vol. 78 und 91, Nunziatura di Venezia, vol. 22, sowie Epistulae ad Principes, vol. 14, 15, 17 und 22; Archivum Arcis I—XVIII; Sec. Brevium, vol. 47, 48, 84 und 87; Armarium 44, vol. 24, 25, 28 und 29; Lettere di Principi, vol. 35, 36 und 44; Instrumenta Miscellanea und Fondo Borghese IV, vol. 234B.

In der Handschriftensammlung der Vatikanischen Bibliothek wurden außer den oben genannten Bänden noch Barberinus latinus 5744, Ottobonianus latinus 1853 und Urbinatensis latinus 837 benutzt.

Für die Zeit der Nuntiatur Malaspinas gibt es zwischen Graz und Rom fast eine Parallelkorrespondenz der Jesuiten. Die Briefe des Genera lates an die österreichische Provinz für die Jahre 1576 bis 1581 sind als Minuten in Rom, Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele, Manoscritti Gesuiti 3514 überliefert. Eine Abschrift dieses Kodex aus unserem Jahrhundert befindet sich in Rom, Generalarchiv der Jesuiten, Austria, vol. 1 la; ebenda, Austria, vol. 1 I enthält Briefe des Generalates an die Patres der österreichischen Provinz von 1573 bis 1600 in Minuten, Germania 158, 159 und 160 beinhalten die Schreiben der Patres an das Generalat aus den Jahren 1580—1582 im Original und Germania 121 II enthält Briefe P. Maggios an Erzherzog Karl.

Für den Kommentar wurde auch die Korrespondenz des kaiserlichen Gesandten in Rom und des venezianischen Gesandten am Kaiserhof im Original herangezogen; erstere befindet sich im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv, wo auch die Hofkorrespondenz benutzt wurde, letztere im Staatsarchiv Venedig.

XXIV

Ergiebig waren auch die Forschungen im Steiermärkischen Landesarchiv, wo in den Beständen (Landtagsakten 421, 422, 423, 424, 425 und 426, Landtagshandlungen 33, Reformation 4, Handschriften 1167 und 1212 sowie Meillerakten) nicht nur wertvolles Material für den Kommentar, sondern auch je ein Schreiben Malaspinas an Erzherzog Karl und der steirischen Stände AB an Malaspina gefunden werden konnte.

Ergänzendes Material wurde schließlich noch aus den Diözesan archiven Graz und Klagenfurt, dem Salzburger Konsistorialarchiv, dem Stiftsarchiv St. Lambrecht, dem Kärntner Landesarchiv, dem Innsbrucker Landesregierungsarchiv, dem Kriegsarchiv in Wien und der Biblioteca Comunale in Udine herangezogen.

Die Überlieferung des Quellenmaterials für den vorliegenden Band kann als gut bezeichnet werden. Die Berichte Malaspinas sind fast vollständig im Original und die an ihn ergangenen Weisungen als Minuten erhalten geblieben.

IV. Chiffrenschlüssel

Nur sehr selten hat sich Malaspina der Chiffre bedient, so selten, daß in den überlieferten Stücken nicht alle Buchstaben vorkommen.90 Da das System aber sehr einfach war, ein- und zweistellige Zahlen, konnte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit folgender Schlüssel erschlossen werden:

a b c d e f g i l m n o p q r s t v z
3 5 7 9 13 23 33 15 25 35 45 55 65 75 85 95 17 27 37

Diese Chiffre hat Malaspina nicht nur während seiner Tätigkeit in Graz, sondern noch als Nuntius am Kaiserhof verwendet.91

XXV

V. Editionsgrundsätze

Die Editionsgrundsätze der in letzter Zeit erschienenen Bände Nuntiaturberichte aus Deutschland, erste und zweite Abteilung, wurden auch für diesen Band angewandt: Beibehaltung der in den zugrundeliegenden Manuskripten verwendeten Orthographie, Anpassung an heutigen Gebrauch in der Akzentsetzung, in der Interpunktion sowie im Gebrauch von Groß- und Kleinschreibung; Vereinheitlichung der Abkürzungen in der Anrede- und Titelform, soweit vorhanden Beigabe der Expeditions- und Empfangsvermerke, Weglassung der formelhaften Anfangs- und Schlußformeln samt Datum.92

Dem Druck wurde jeweils die beste Überlieferung zugrunde gelegt; in der Regel war dies für die Berichte das Original und für die Weisungen die Minute, ganz selten eine gleichzeitige Kopie oder Registereintragung. Abweichungen zwischen zwei Überlieferungen oder Korrekturen im Original werden nur angezeigt, wenn sie inhaltlich von Belang sind.

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Steinherz, S. Nuntiaturberichte aus Deutschland, II/4: Nuntius Delfino 1564—1565, Wien 1914.
Theiner, Augustin Annales ecclesiastici, Bd. 2 und 3, Rom 1856.
Theiner, Augustin Versuche und Bemühungen des heiligen Stuhles in den letzten drei Jahrhunderten, die durch Ketzerei und Schisma von ihm getrennten Völker des Nordens wiederum mit der Kirche zu vereinen, Bd. 1: Schweden und seine Stellung zum heiligen Stuhl unter Johann III., Sigismund III. und Karl IX., 2. Teil, Augsburg 1839.
Thiel, Viktor Die innerösterreichische Zentralverwaltung 1564—1749, Teil 1: Die Hof- und Zentralbehörden Innerösterreichs 1564—1625, AÖG 105 (1916), S. 1—210.
Tomek, Ernst Geschichte der Diözese Seckau, Bd. 1, Graz-Wien 1917.
Tomek, Ernst Kirchengeschichte Österreichs, 2. Teil: Humanismus, Reformation und Gegenreformation, Innsbruck-Wien 1949.
Turba, Gustav Venetianische Depeschen vom Kaiserhofe, Bd. 2 und 3, Wien 1892 und 1895.
Turgenev, A. I. Historica Russiae Monumenta, ex archivis ac bibliothecis extraneis deprompta, St. Petersburg 1841.
Uebersberger, Hans Österreich und Rußland seit dem Ende des 15. Jahrhunderts, Bd. 1, Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Wien-Leipzig 1906.
Uhlirz, Karl Ein Bruchstück des Diariums der Grazer Jesuiten. 1574 bis 1589, 1596, 1597, Beiträge zur Erforschung steirischer Geschichte 36 (1908), S. 51—67.
Vaniček, Fr. Specialgeschichte der Militärgrenze, 4 Bde., Wien 1875.
Wanner, R. siehe Erläuterungen zum histor. Atlas.
Wastler, Josef Das Kunstleben am Hofe zu Graz unter den Herzogen von Steiermark, den Erzherzogen Karl und Ferdinand, Graz 1897.
Wehner, Johanna Maria von Bayern, Erzherzogin von Österreich. Ihr Leben bis zum Tode ihres Gemahls (1590), maschinschriftliche Dissertation der Phil. Fak. der Universität Graz, Graz 1965.
Weinzierl, Erika Die Quart in Kärntens Stiftern und Klöstern 1529 bis 1530, Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4 (1951), S. 139—166.
Wichner, Jakob Geschichte des Benediktinerstiftes Admont, 4 Bde., Graz 1874—1880.
Widmann, Hans Geschichte Salzburgs, Bd. 3, Gotha 1914.
Wiedemann, Theodor Geschichte der Reformation und Gegenreformation im Lande unter der Enns, 5 Bde., Prag 1879—1882, Prag-Leipzig 1884—1886.
Wiesflecker, Hermann Die politische Entwicklung der Grafschaft Görz und ihr Erbfall an Österreich, MIÖG 56 (1948), S. 329—384.
Wießner, H. siehe Erläuterungen zum histor. Atlas.
Wodka, Josef Zur Geschichte der nationalen Protektorate der Kardinäle an der Römischen Kurie, Publikationen des ehemaligen Österreichischen Historischen Instituts in Rom 4, Leipzig 1938.
Wutte, M. siehe Erläuterungen zum histor. Atlas.
Zahn, Joseph Correspondenz der Päpste mit dem Hofe zu Graz, 1568 bis 1619, Steiermärkische Geschichtsblätter 1 (1880), S. 69—97.
Žák, Alfons Österreichisches Klosterbuch, Wien-Leipzig 1911.
Zschokke, Hermann Die theologischen Studien und Anstalten der katholischen Kirche in Österreich, Wien-Leipzig 1894.
XXXVI

Benützte Archive und Handschriftensammlungen

GRAZ
Diözesanarchiv:
Sonderarchiv Stifte, Klöster
Urkunden
Steiermärkisches Landesarchiv ( = LA):
Handschriften 1167, 1212
Landtagsakten 421—426
Landtagshandlungen 33
Meillerakten
Militaria
Reformation 4
Vizedomamt Leibnitz

INNSBRUCK
Tiroler Landesregierungsarchiv ( = LRA):
Ferdinandea Nr. 208 und Nr. 248, Fasz. 224
Urkunden II, 6410—6475
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum:
Stephan von Mayrhofen, Genealogien des tirolischen Adels

KLAGENFURT
Diözesanarchiv:
Akten I
Kärntner Landesarchiv ( = LA):
Ständisches Archiv, Handschriften 17, 18, 19

ROM
Archivio Segreto Vaticano ( = Arch. Vat.):
Archivum Arcis I—XVIII
Armarium 130; XLIV, vol. 24, 25, 28, 29
Epistulae ad Principes, vol. 12, 14, 15, 17, 22
Fondo Borghese III, vol. 11 AB; IV, vol. 234 B
Fondo Pio, vol. 127
Lettere di Principi, vol. 35, 36, 44
Miscellanea Armarium II, vol. 130
Nunziatura di Francia, vol. 20
Nunziatura di Germania, vol. 11, 13, 14, 78, 91, 93, 99, 100, 101,
104,107XXXVII
Nunziatura di Venezia, vol. 21
Registra Brevium, vol. 47, 48, 84, 87
Biblioteca Apostolica Vaticana ( = Bibl. Vat.):
Barberinus latinus 5743, 5744
Ottobonianus latinus 1853, 2417 pars 2
Urbinatensis latinus 837
Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele:
Manoscritti Gesuiti 1385
Generalarchiv der Jesuiten:
Austria, vol. 1 I,1 la, 132
Epistulae extra, vol. 14
Epistulae Principum, vol. 28
Germania, vol. 121 II, 158, 159, 160

SALZBURG
Konsistorialarchiv:
Gurk 4/11
Seckau 4/20
Urkunden

ST. LAMBRECHT
Stiftsarchiv:
Urkunden

UDINE
Biblioteca Comunale
Manoscritti 609, 1039

VENEDIG
Archivio di Stato ( = AS):
Dispacci Germania, filza 7, 8

WIEN
Haus-, Hof- und Staatsarchiv ( = HHStA):
Rom Hof korrespondenz 6
Rom Korrespondenz 42
Kriegsarchiv:
Innerösterreichischer Hofkriegsrat
Croatica 2
Vindica 51

XXXVIII

Abkürzungen

A. S. Altezza Sua
B. H. Bäpstliche Heiligkeit
Bne S. Beatitudine Sua
Cels. V. Celsitudo Vestra
Ces. Cesarea, -eo
d. dottor(e)
D. Mtà Divina Maestà
D. V. Revma Dominatio Vestra Reverendissima
Dil. Diligentia
dr. dottore
E. F. Dt. Eure Fürstliche Durchlaucht
E. L. Ehrsame Landschaft
eccmo eccellentissimo
I. F. D. Ihre Fürstliche Durchlaucht
Illma, Illmo Illustrissima, -mo
m. messer oder maestro
mons. monsignore
Mtà Maestà
Mtà Div. Maestà Divina
N. Ö. Niederösterreichisch
N. S. Nostro Signore
p. padre
Rev. Reverenda, -do
Revma, Revmi, Revmo Reverendissima, -mi, -mo
Revmus Reverendissimus
Rma Reverendissima
s. san, santa, santo
S. A. Sua Altezza
S. Bne Sua Beatitudine
S. Cels. Sua Celsitudo
S. D. Mtà Sua Divina Maestà
S. Dom. Sua Dominatio
S. Ecca Sua Eccellenza
S. M. Sua Maestà
s. me. sanctae memoriae
S. Mtà Cath. Sua Maestà Catholica
S. Mtà Ces. Sua Maestà Cesarea
S. N. Signore Nostro
S. Revtia Sua Reverentia
S. Rma D. Sua Reverentissima Dominatio
S. S. Sua Signoria
S. S. Rma Sua Signoria Reverendissima
S. Serma A. Sua Serenissima Altezza
S. Sertà Sua Serenità
S. Stà Sua Santità
S. Stas (Stis etc.) Sua Sanctitas (Sanctitatis etc.)
S. V. Signoria Vostra
Serma, Sermo Serenissima, -mo
Sertas Serenitas
sig. signor, -e, -i
sigra signora
Sma Santissima, -mo
Smus D. N. Sanctissimus Dominus Noster
Sria S. Signoria Sua
Stà S. Santità Sua
Stas Sanctitas
S. S. V. V. Signorie Vostre
V.A. Vostra Altezza
V. Bne Vostra Beatitudine
V. Mtà Ces. Vostra Maestà Cesarea
V. P. Revma Vostra Paternità Reverendissima
V. Rtia Vostra Reverentia
V. S. Vostra Signoria
V. S. Rma Vostra Signoria Reverendissima
V.Stà Vostra Santità
V. Stas Vestra Sanctitas
AÖG Archiv für österreichische Geschichte
FRA Fontes Rerum Austriacarum
MlÖG Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung
|: :| Dechiffrierter Text

Fußnotenapparat

  • 1 A. Starzer, Die Residenz der Nuntien in Graz, S. 117—125; M. Mayer, Einiges aus den Berichten der Grazer Nuntiatur an die Curie, S. 126—139; A. Lang, Beiträge zur Kirchengeschichte der Steiermark und ihrer Nachbarländer, S. 96—156. 
  • 2 H. Lutz, Nuntiaturberichte aus Deutschland, Vergangenheit und Zukunft einer „klassischen“ Editionsreihe, S. 277—279. 
  • 3 Ebenda, S. 309, Anm. 53. 
  • 4 E. Tomek, Geschichte der Diözese Seckau I, S. V. 
  • 5 Graz Diözesanarchiv XXI/1—D—9, 10, 11; XXI/1—E—2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11; XXI/1—F—1, 2, 3, 4 und 5. 
  • 6 J. Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur, S. 72 ff. 
  • 7 17. Bericht der Historischen Landeskommission für Steiermark (1961), S. 10 und 13 ff. 
  • 8 J. Loserth, Die Reformation und Gegenreformation, S. 292, Anm. 1. 
  • 1 Eingehender über die Vorgeschichte mit entsprechenden Belegen: J. Rainer, Papst Gregor XIII. und die Gründung der Grazer Nuntiatur, S. 71 ff. 
  • 2 Turba, Venetianische Depeschen vom Kaiserhof II, S. IX. f. 
  • 3 Goetz, Nuntiaturberichte 1/16, S. 82 f., 221—238. 
  • 4 Schellhass, Nuntiaturberichte III/3, S. XIII f. 
  • 5 Rainer, Papst Gregor XIII. und die Gründung der Grazer Nuntiatur, S. 72. 
  • 6 Schwarz, Zehn Gutachten über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland, S. 19—28. 
  • 7 Schellhass, Nuntiaturberichte III/3, S. XXVII f. 
  • 8 Schwarz, Zehn Gutachten über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland, S. 73. 
  • 9 Rainer, Bartholomäus Portia als Nuntius bei Erzherzog Ferdinand II. von Tirol, S. 348 f. 
  • 10 Arch. Vat. Ep. ad Principes 7, f. 127v. 
  • 11 Udine Biblioteca Comunale, Manoscritti 1039: Purliliarum comitis Bartholomei visitatio diocesis Aquilegiensis 1570. 
  • 12 Schellhass, Nuntiaturberichte III/3, S. 42, Anm. 3 und 4. 
  • 13 Udine Biblioteca Comunale, Manoscritti 609, f. 262v—277r. 
  • 14 Rainer, Nuntiaturberichte II/8, S. 275 und 277. 
  • 15 Schellhass, Nuntiaturberichte III/3, S. XIX f. und XXXIX f., Anm. 2. 
  • 16 Ebenda, S. 25—27. 
  • 17 Rainer, Papst Gregor XIII. und die Gründung der Grazer Nuntiatur, S. 74. 
  • 18 Schellhass, Der Dominikaner Felician Ninguarda II, S. 1 ff. 
  • 19 Theiner, Annales ecclesiastici II, S. 350 ff. 
  • 20 Schellhass, Der Dominikaner Felician Ninguarda II, S. 8 ff. 
  • 21 Theiner, Annales ecclesiastici II, S. 353—357; Zahn, Correspondenz der Päpste mit dem Hofe zu Graz, S. 71—73. 
  • 22 Schellhass, Ninguarda II, S. 24—35. 
  • 23 Ebenda, S. 49—58. 
  • 24 Ebenda, S. 83—149. 
  • 25 Ebenda, S. 49—62, 110—113 und 182. 
  • 26 Loserth, Acten und Correspondenzen zur Geschichte der Gegenreformation in Innerösterreich unter Erzherzog Karl II., S. 31—40. 
  • 27 Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur, S. 75. 
  • 28 Nr. 1 und 2. 
  • 29 Reichenberger, Nuntiaturberichte II/l, S. 458, Anm. 1. 
  • 30 Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur, S. 75 f.; Reichenberger, Nuntiaturberichte II/1, S. 431—467. 
  • 31 Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur, S. 76 f.; Schuster, Fürstbischof Martin Brenner, Beilage S. 1—16. 
  • 32 Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur, S. 77 f. 
  • 33 Ebenda, S. 78 f. 
  • 34 Ebenda, S. 79—81. 
  • 35 Starzer, Die Residenz der Nuntien in Graz, S. 117—125; Lang, Beiträge zur Kirchengeschichte der Steiermark, S. 182, Anm. 2; Popelka, Geschichte der Stadt Graz I, S. 262 f. und 562 f. 
  • 36 Litta, Famiglie celebri italiane, vol. IV, tavola XI; Hansen, Nuntiatur- berichte III/1, S. 306 ff. und 730; Reichenberger, Nuntiaturberichte II/1, S. XIII ff.; Dizionario Enciclopedico Italiano VII, 289. 
  • 37 Reichenberger, Nuntiaturberichte II/1, S. 135. 
  • 38 Hansen, Nuntiaturberichte III/2, S. 658. 
  • 39 Ranke, Die römischen Päpste in den letzten vier Jahrhunderten 3, Analecten, S. 96 f. 
  • 40 Nr. 1 und 2, Instruktion und Kredenzial vom 5. und 6. 9. 1580. 
  • 41 Nr. 4. 
  • 42 Vgl. Nr. 37. 
  • 43 Nr. 5. 
  • 44 Nr. 6. 
  • 45 Nr. 7 und 10. 
  • 46 Nr. 12, 13 und 14. 
  • 47 Nr. 14, Anm. 20. 
  • 48 Nr. 3 und 6. 
  • 49 Nr. S und 9. 
  • 50 Vgl. Loserth, Reformation und Gegenreformation, S. 247 ff. 
  • 51 Vgl. oben S. XI f. 
  • 52 Nr. 124, 128. 
  • 53 Nr. 24, S. 89, Nr. 72, S. 196. 
  • 54 Nr. 141, S. 380, und Nr. 148, S. 399. 
  • 55 Nr. 19, Anm. 17, Nr. 59, S. 172. 
  • 56 Nr. 7. 
  • 57 Nr. 50. 
  • 58 Nr. 62. 
  • 59 Nr. 76, 77 und 90. 
  • 60 Nr. 93. 
  • 61 Nr. 148. 
  • 62 Nr. 107, 111, 112, 114, 117 und 126. 
  • 63 Nr. 121, Anm. 3. 
  • 64 Nr. 5, 45, 51 und 55. 
  • 65 Kušej, Joseph II. und die äußere Kirchenverfassung Innerösterreichs, S. 102. 
  • 66 Nr. 53, 55, 58 und 68. 
  • 67 Nr. 1, S. 8, und Nr. SO, S. 220. 
  • 68 Nr. 14, Anm. 46, Nr. 24, S. 89, Nr. 68, Anm. 6, Nr. 74, Anm. 14. 
  • 69 Nr. 95. 
  • 70 Nr. 151 und 157, S. 412; Hansen, Nuntiaturberichte III/2, S. LXXV, LXXXV, 374. 
  • 71 Nr. 160. 
  • 72 Obersteiner, Aus dem Tagebuch des Gurker Weihbischofs und Dom- propstes Karl von Griming I, S. 147. 
  • 73 Hansen, Nuntiaturberichte III/1, S. 307,489, 499, 502, 513, 525 und 533; derselbe, Nuntiaturberichte III/2, S. 658. 
  • 74 Arch. Vat. Nunz. Germ. 100, f. 260r. 
  • 75 Reichenberger, Nuntiaturberichte II/1, S. 230, Anm. 1. 
  • 76 Bettoni, Nunziatura di Napoli III, S. 325 ff. 
  • 77 Biaudet, Les Nonciatures, S. 157. 
  • 78 Bibl. Vat. Urb. lat. 837, f. 512r—520v. 
  • 79 Cappelletti, Chiese d’Italia XIX, S. 330. 
  • 80 Possevino hat sich als Pädagoge, Diplomat und Unionstheologe ausgezeichnet. Über diese Sendung nach Moskau vgl. Polčin, Une tentative d'Union au XVIe siècle, mit weiterführenden Literaturangaben. 
  • 81 Nr. 44, S. 136. 
  • 82 Nr. 82. 
  • 83 Nr. 85, 88 und 92. 
  • 84 Nr. 86. 
  • 85 Die einzelnen Blätter sind nicht immer gleich groß, da etwa 20 verschiedene Papiersorten verwendet wurden. 
  • 86 Z. B. Nr. 8, 50 und 160. 
  • 87 Nr. 91, 103, 112 und 150. 
  • 88 Rainer, Quellen zur Geschichte der Grazer Nuntiatur. S. 73. 
  • 89 Ebensowenig konnte in S. Severo trotz freundlicher Unterstützung durch Kanonikus Sessa und dottoressa d'Amico etwas von den anderen Nuntiaturen Malaspinas gefunden werden. Auch das bei Cappelletti, Le chiese d’Italia XIX, S. 330 erwähnte Grabmal mit Inschrift ist nicht mehr vorhanden. 
  • 90 Nr. 11 ist nur im dechiffrierten Text vorhanden; in Nr. 12 sind mehrere Worte in Chiffre mit darübergeschriebener Auflösung. 
  • 91 Meister, Geheimschrift, S. 324. 
  • 92 Vgl. Lutz, Nuntiaturberichte 1/14, S. LVII f.; Rainer, Nuntiaturberichte II/8, S. XVI f.