Einleitung zum 4. Band

VII

Vorwort

Als ich Anfang 1958 als wissenschaftlicher Sekretär und Stellvertreter des in Wien als Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs und Vorstand des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung voll ausgelasteten wissenschaftlichen Direktors des Österreichischen Kulturinstituts in Rom, Leo Santifaller, meinen Dienst antrat, war mir noch nichts von einer Nuntiatur Graz bekannt. Nachdem ich bereits 1954/55 als Stipendiat in Rom an den Registern Papst Innozenz III. gearbeitet hatte, lag es daher zunächst nahe, die Forschungen meines Vorgängers, der an eine Schweizer Universität berufen worden war, an den Papsturkunden fortzusetzen. Aufgrund verschiedener Umstände kam es aber nicht dazu, weshalb ich im Vatikanischen Geheimarchiv nach einer anderen Forschungsarbeit suchte. Zuerst stieß ich auf den großen und – wie mir schien – noch weitgehend unbearbeiteten Bestand der Informativprozesse. Als kleine Frucht dieser Periode entstand die Veröffentlichung einer Liste der zum deutschen Kardinalprotektorat gehörenden Servitientaxen sowie zu den Informativprozessen über österreichische Konsistorialklöster. Weiter stellte ich eine größere Publikation zu diesem Thema in Aussicht.

Dazu kam es aber nicht, weil ich auf die Nuntiaturberichte stieß. Dabei stellte ich fest, dass in der Publikationsreihe zu den Nuntiaturberichten aus Deutschland, die im Zuge der 1891 erfolgten Aufteilung der Arbeiten zwischen dem Preußischen (später Deutschen) und dem Österreichischen Historischen Institut in Rom sowie dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft entstanden war, noch immer ein Band fehlte. Die dafür zuständigen Vertreter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Heinrich von Srbik und Leo Santifaller, hatten aber schon 1939 und 1952 jeweils beim Erscheinen eines Bandes im Vorwort die Vollendung der dafür vorgesehenen Reihe mitgeteilt. Ich hielt es daher für meine vordringliche Aufgabe, diese Lücke zu schließen und konnte 1967 den Band II/8 der Nuntiaturberichte aus Deutschland publizieren. Bei der Arbeit an diesem Band stieß ich auch auf die Grazer Nuntiaturberichte, in deren Veröffentlichung ich die gegebene Fortsetzung sah und dabei blieb.

Mit der Herausgabe des 4. Bandes der Grazer Nuntiatur beende ich nun nach fast 50 Jahren meinen Beitrag dazu. Auch wenn die Arbeit nicht immer leicht war, weil sie nicht überall auf uneingeschränktes Verständnis stieß und VIIIQuellenarbeiten überdies derzeit nicht „modern“ zu sein scheinen, lernte ich doch auch bei den Forschungen im Vatikanischen Archiv Kollegen aus vielen Ländern – von Spanien bis Polen – kennen, in denen es einmal eine Nuntiatur gegeben hatte. Sie gewährten mir bei anregenden Gesprächen in den kurzen Arbeitspausen Einblicke in deren Geschichte und Probleme. Die Arbeit an den Nuntiaturberichten verzögerte sich freilich auch dadurch, dass die Zahl der Studierenden, Diplomanden und Dissertanten im Laufe der Jahre meiner Lehrtätigkeit an den Universitäten Innsbruck, Rom und Padua stetig anwuchs, sodass immer weniger Zeit für die Forschung verblieb.

Für vielfache Unterstützung habe ich bereits in den Vorworten der einzelnen Bände gedankt. Besonderen Dank schulde ich dem Vatikanischen Archiv, von dem meine Wünsche nach weiteren Kodizes und Faszikeln stets geduldig erfüllt wurden. Dank gilt auch meinem Sohn Christian, der mich seit einigen Jahren aufgrund meiner altersbedingten Schwierigkeiten tatkräftig unterstützt. Anerkennung und Ermunterung habe ich immer von den Grazer Professoren Hermann Wiesflecker († 2009) und Othmar Pickl († 2008) sowie in besonderer Weise von der Historischen Landeskommis sion für Steiermark erhalten. Sie hat 1960 die Edition der Berichte der Grazer Nuntiatur von 1580 bis 1622 in ihr Arbeitsprogramm aufgenommen. Die dafür erforderlichen Forschungen hat die Historische Landeskommission finanziell ebenso unterstützt wie sie Beiträge zu den Druckkosten geleistet hat. Nach längeren Vorstudien konnten zwischen 1973 und 2001 die von mir bearbeiteten Bände 1–3 für die Jahre 1580–1595 erscheinen. Mit Band 4 für die Zeit von 1595 bis 1598 schließt zugleich die Historische Landeskommission ihr Projekt „Grazer Nuntiatur“ ab, unterstützt aber dankenswerter Weise die Druckkosten des bereits unter dem Dach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften entstandenen 5. Bandes. Die Diözese GrazSeckau trägt ebenfalls großzügig zur Drucklegung dieses (und des folgenden) Bandes bei. Dem Historischen Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom danke ich für die Finanzierung der Arbeit am Register dieses Bandes.

Vor der Drucklegung haben Dr. Oswald Bauer, a. o. Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Garms-Cornides und Mag. Elisabeth Zingerle das Manuskript nochmals durchgesehen, fragliche Stellen mit den Archiva lien kollationiert und mannigfache Verbesserungen anbringen können. Herr Dr. Bauer hat darüber hinaus das Register angefertigt. Ass.-Prof. Mag. Dr. Hermann Kuprian überarbeitete die Einleitung. Ihnen allen gilt mein Dank, insbesondere Frau Mag. Elisabeth Zingerle, die mir wiederholt während der Fertigstellung dieses Bandes behilflich war. Dass sie die weitere Bearbeitung der Grazer Nuntiatur übernommen hat, ist mir eine große Freude und ich wünsche ihr dabei viel Erfolg.

Innsbruck, 17. Januar 2011 Johann Rainer

IX

Einleitung

Girolamo Portia wurde ca. 1559 auf Schloss Porcia, in der heutigen Provinz Pordenone gelegen, geboren. Seine Eltern waren Graf Alfonso Portia und Susanna, geborene Gräfin Thurn/della Torre. Möglicherweise studierte er in Padua und lernte dort Cinzio Aldobrandini kennen. Anschließend trat er in päpstliche Dienste, überbrachte 1588 Erzherzogin Anna Katharina in Innsbruck die Goldene Rose,1 begleitete den Kardinallegaten Enrico Caetano 1589/90 nach Frankreich und wurde 1591 Referendar beider Signaturen. Am 28. März und am 13. April 1592 wurden seine beiden Instruktionen datiert und am 8. April sein Kredential für Erzherzog Ernst, damals Regent Innerösterreichs, ausgestellt. Im Mai 1592 reiste er von Rom ab, verhandelte im Juni in Innsbruck mit Erzherzog Ferdinand wegen der Straßburger Wirren und hielt sich in den folgenden Monaten in Passau, München, Salzburg und Altötting auf.

Erst gegen Ende des Jahres 1592 kam Portia in Graz an, reiste von dort aber bald wieder weiter. Obwohl seit 1592 in Graz für Innerösterreich akkreditiert, war er den größten Teil der Zeit bis 1595 in Bayern und in der Schweiz tätig. Sein Hauptauftrag bestand hier in der Beilegung des Streits zwischen dem Herzog von Bayern und dem Erzbischof von Salzburg um das Berchtesgadener Gebiet. Im Jahr 1594 nahm der Nuntius am Reichstag in Regensburg teil.2 Mit großem Eifer visitierte und reformierte er in den ersten Monaten des Jahres 1595 in Süddeutschland und in der Schweiz. So etwa im Januar/Februar 1595 den Bischof von Chur3 und die Abtei Sankt Gallen,4 für deren neu gewählten Abt er schon im vorangegangenen September den Informationsprozess geführt hatte.5 Seit Monaten war er außerdem mit den Klöstern Wettingen und Sion in der Schweiz beschäftigt.

Portia musste derart viel reisen, dass damit sogar in Rom das Ausbleiben seiner wöchentlichen Berichte entschuldigt wurde.6 Inmitten dieser Aktivitäten wurde er jedoch am 4. März 1595 beauftragt, in Graz Residenz Xzu nehmen,7 um Einflüsse von „Häretikern und suspekten Leuten“ von dem jungen Landesfürsten Erzherzog Ferdinand fern zu halten.8 Vermutlich aber hatte er diese Weisung noch gar nicht erhalten, als am 12. März schon die nächste verfasst und abgeschickt wurde, mit Breven für Sankt Gallen und den Senat von Luzern wegen des Klosters Sion.9 Am 16. März berichtete Portia aus Kempten und am 24. März aus Augsburg.10 Nun musste er zurück und schrieb am 12. April aus Konstanz und am 20. April aus Luzern.11 Nach erfolgreich erledigtem Auftrag in der Schweiz meldete er sich sodann am 12. Mai aus Dillingen,12 reiste aber nicht direkt Donau abwärts weiter, denn er hielt sich anschließend in Eichstätt, Ingolstadt und Anfang Juni in Nürnberg auf.13 Im selben Monat erkrankte er anscheinend derart ernsthaft, dass aus Ingolstadt ein katholischer Arzt geholt werden musste.14 Am 6. Juli schrieb er aus Regensburg, dass er noch schwach sei und erst in der darauf folgenden Woche die Reise nach Graz antreten könne.15 Ende Juli kam Portia dann in Graz an und meldete sofort, dass die Landstände wegen der Religionsfrage Kommissare zum Kaiser geschickt hätten.16

Erzherzog Ferdinand dagegen war seit Anfang März 1595 nach fünfjährigem Studienaufenthalt in Ingolstadt wieder in Graz. Da er beim Tod seines Vaters Karl II. (1590) erst zwölf Jahre alt war, wurden Kaiser Rudolf II. , Erzherzog Ferdinand von Tirol, Herzog Wilhelm V. von Bayern und seine Mutter Erzherzogin Maria mit der Vormundschaft betraut. Für die Regierung Innerösterreichs waren Erzherzog Ernst und 1593 nach dessen Abgang in die Niederlande Erzherzog Maximilian als Regenten bestimmt worden. Gemäß väterlichem Testament sollte Ferdinand mit vollendetem 18. Lebensjahr die Regierung übernehmen. Dazu fehlten ihm aber bei seiner Ankunft in Graz noch eineinhalb Jahre. Maximilian beantragte daher am 1. April 1595 nach Rücksprache mit der Mutter des jungen Erben und den wichtigsten Mitgliedern der Landstände beim Kaiser, Ferdinand die Regierung zu übergeben mit der Auflage, dass er in allen Justiz-, Kammerund Kriegsangelegenheiten die Zustimmung des Kaisers einholen müsse.17 XIMaximilian, der auch Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heers in Ungarn war und schon im Oktober und November 1594 die Demission als Regent angestrebt hatte, übergab am 10. Mai 1595 mit kaiserlicher Zustimmung die Regierung an Ferdinand.18 In den ersten Schreiben aus Graz, die leider nicht erhalten sind und deren Inhalt nur aus der Korrespondenz Cinzio Aldobrandinis mit dem Nuntius am Kaiserhof erschlossen werden kann, berichtete Portia schon über drei Probleme, die ihn die folgenden Jahre hauptsächlich beschäftigen sollten:

Weitere wichtige Themen der Korrespondenz werden in den kommenden Jahren die Uskokenfrage, die Auseinandersetzungen mit Aquileia, die Erbregelung in Tirol und der päpstliche Heerzug nach Ferrara sein.

1. „Villacher Handel“ und Gegenreformation

Villach mit weitem Umland bis Pontafel/Pontebba an der damaligen Grenze zu Venedig, das obere Lavanttal mit Wolfsberg und kleinere Besitzungen in Mittelkärnten wurden ab 1007 im Wesentlichen vom späteren Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde dem Bistum Bamberg geschenkt.20 Erst im Jahr 1535 verloren diese Gebiete weitgehend ihre exterritoriale Stellung in Kärnten und wurden der landesfürstlichen Hoheit unterworfen. Die Verwaltung dieser reichen Besitzungen oblag dem in Wolfsberg residierenden Vizedom. Unter Bischof Johann Georg I. Zobel (1577–1580) wurde der steirische Freiherr und Vorkämpfer des Protestantismus, Johann Friedrich Hoffmann, Bamberger Vizedom. Rom verlangte bereits 1579 vom Bischof die Absetzung Hoffmanns, was dieser aber entschieden ablehnte, indem er seinen Vizedom als ergebenen, tüchtigen XIIWirtschafter verteidigte, der Katholiken und Protestanten gerecht und gleichrangig behandeln würde. Erst im Jahre 1584 wurde Hoffmann vom Bamberger Kanoniker Johann von Rednitz abgelöst.21

Die evangelische Reformationsbewegung war in Villach schon sehr früh erfolgreich. Bereits im Jahre 1526 übergab daher der damalige Patronatsherr der Stadtpfarrkirche St. Jakob, Freiherr Sigismund von Dietrichstein, diese der Bürgerschaft von Villach, weil hier „allein das wort gottes chlar, lauter an all menschlich zusätz gebredigt werde“.22 Außer dem Landesfürsten, dem Grundherrn (Bischof von Bamberg) und dem Patronatsherrn (Villacher Bürgerschaft) war für die Pfarrkirche aber auch der Patriarch von Aquileia als Diözesanbischof zuständig. Die zum Großteil evangelische Bürgerschaft hingegen wurde von den Kärntner Landständen A. C., denen sich auch jene von Steiermark und Krain gegen den katholischen Landesfürsten anschlossen, kräftigst unterstützt. Der Streit um die Stadtpfarrkirche St. Jakob hat in der Folge nicht nur in Kärnten, sondern weit darüber hinaus, nämlich in Rom und im Reich als „Villacher Handel“ einiges Aufsehen erregt.23

Portia achtete stets auf die Bekämpfung des Religionsexerzitiums der Evangelischen, die beim Adel und bei den Bürgern die große Mehrheit bildeten, aber auch unter den Bauern zahlreiche Anhänger hatten. Durch Reisen und Visitationen lernte er die Lage kennen und korrespondierte wiederholt mit der römischen Inquisition. Gute Beziehungen unterhielt der Nuntius zu den Bischöfen des Landes, zum Erzbischof von Salzburg, zum Patriarchen von Aquileia und vor allem zu den Bischöfen von Gurk, Laibach und Lavant, die zugleich als Statthalter von Innerösterreich fungierten. Selbstverständlich war er bei der Nominierung der Bischöfe von Laibach und Triest eingebunden, welche den Landesfürsten Innerösterreichs zustand; und er beurkundete auf Bitten Betroffener auch mit apostolischer Vollmacht. Besonders bemühte sich Portia, den Landesfürsten Ferdinand in der Abwehr konfessioneller Forderungen der evangelischen Stände zu unterstützen. Deswegen nahm er nicht nur bei der Huldigung der Steirer im Dezember 1596 in Graz teil, sondern auch im folgenden Januar und Februar bei jener der Kärntner und Krainer Landstände in Klagenfurt und Laibach. Als Ferdinand II. 1598 seine große Pilgerfahrt zum Papst nach Ferrara, Loreto und Rom unternahm, gehörte Portia zu seiner engsten Begleitung.24

XIII

2. Portia und die erzherzogliche Familie

Aus der im Jahre 1571 von Erzherzog Karl II. mit Prinzessin Maria von Bayern geschlossenen Ehe25 sind in 19 Jahren 15 Kinder hervorgegangen. Dies bedeutete für sie einerseits große Sorgen um eine standesgemäße Vermählung oder Versorgung derselben, anderseits ergaben sich dadurch aber Erfolg versprechende Möglichkeiten für die habsburgische Heiratspolitik. Während von den sechs Söhnen zwei bereits in jungen Jahren starben, wurde Erbprinz Ferdinand mit zwölf Jahren zur Ausbildung nach Ingolstadt geschickt, kehrte 1595 zurück, verwaltete seine Länder – Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Triest, Fiume und Teile von Istrien – zunächst im Einvernehmen mit seinem Vetter Kaiser Rudolf II., seit Ende 1596 als regierender Landesfürst, bis er 1619 zum Kaiser gewählt wurde. Maximilian Ernst wurde Landkomtur des Deutschen Ordens in Österreich; Leopold mit den Bistümern Passau und Straßburg versorgt, 1619 auch Statthalter von Tirol und Vorderösterreich, ehe er 1626 auf die beiden Bistümer verzichtete und Claudia de’ Medici heiratete.26 Karl wurde 1608 mit 18 Jahren Bischof von Breslau, 1613 Bischof von Brixen, Anfang 1619 Hoch- und Deutschmeister und starb am 28. Dezember 1624 in Madrid auf dem Weg nach Portugal, wo er als spanischer Vizekönig vorgesehen war.27 Von den neun Töchtern starben vier unverheiratet, zwei als Kinder, Katharina mit 19 Jahren und Gregoria Maximiliana als Braut Philipps III. im 17. Lebensjahr. Bei Anna, der ältesten Tochter, zogen sich die Überlegungen, vorsichtigen Fühlungnahmen und schließlich Verhandlungen für ihre Vermählung über Jahre hin: Bereits im Jahre 1581 legte Nuntius Antonio Possevino auf seinem Weg nach Moskau Erzherzog Karl in Graz die Ehe der erst acht Jahre alten Anna mit dem Prinzen Sigismund von Schweden nahe und empfahl, ein Bild der Prinzessin zu schicken. In seiner Begründung verwies er auf die damit verbundenen Hoffnungen auf eine Wiederherstellung der katholischen Kirche in Schweden.28 Am 22. Juli 1585 schickte Nuntius Giovanni Andrea Caligari aus Graz eine Liste der Kinder Karls und Marias mit dem Zusatz „alle schön wie die Engel, und die Prinzessinnen wird man mit jedem katholischen Fürsten vermählen können“.29 Am 9. September meldete er, dass ein Vertrauter des Kardinals Bourbon geheim mit Erzherzog Karl wegen der Verheiratung Annas gesprochen habe, wobei der Name des Bräutigams XIVallerdings nicht genannt wurde.30 Diesem Bericht legte er ein Blatt bei, auf dem er die Ehe Annas „poco più di 12 anni, bella come un angelo e di razza di fare ogni dì un figlio“ mit König Philipp II. oder mit Kaiser Rudolf II. empfahl.31 In Graz waren die Gedanken aber eher auf den Erbprinzen Heinrich von Lothringen gerichtet, gefördert von Herzog Wilhelm V. von Bayern, der selbst mit einer Lothringerin verheiratet war.32 Von Lothringen kam jedoch weder Zustimmung noch Ablehnung, weshalb Erzherzogin Maria vermutete, dass die ehemalige französische Königin, Katharina von Medici – Großmutter Heinrichs – „Österreich nicht hold sei“ und das Projekt hintertreiben würde.33 Die bereits alt gewordene und kinderlose Königin Anna von Polen wurde zur Förderin der Ehe ihres Neffen Sigismund, Erbprinz von Schweden und seit 1587 gewählter König von Polen, mit Anna, obwohl die Beziehungen zwischen Österreich und Polen durch Erzherzog Maximilian, der die verlorene polnische Königswahl vergebens mit Waffengewalt bekämpft hatte und am 14. Januar 1588 in Gefangenschaft geraten war,34 nicht die Besten waren. Dieses undiplomatische Verhalten Maximilians, der erst wieder am 8. September 1589 nach Vermittlungen des Kardinallegaten Ippolito Aldobrandini frei kam, verzögerte zwar die Verhandlungen, konnte aber letztlich die am 1. Juni 1592 in Krakau festlich gefeierte Hochzeit Sigismunds mit Anna nicht verhindern. Während Sigismund Ende 1592 nach dem Tod seines Vaters Johann auch König von Schweden wurde, setzte die päpstliche Diplomatie auf Königin Anna. Doch die glückliche, für die römische Hoffnung auf eine Rekatholisierung Schwedens und für eine Stärkung der Türkenliga verheißungsvolle Ehe dauerte nur kurze Zeit, denn Anna starb am 10. Februar 1598 bei der Entbindung ihres fünften Kindes, das in der Nottaufe den Namen Christoph erhielt und ebenfalls nicht überlebte.35

Weniger langwierig verliefen die Verhandlungen sowie die Vorbereitungen für die Heirat der Erzherzogin Maria Christierna mit Fürst Sigismund Báthory von Siebenbürgen, obwohl weder die Mutter noch die Tochter eine solche wollten. Da jedoch Siebenbürgen als wichtiger strategischer Eckpfeiler in der Türkenabwehr galt, bemühten sich Papst Klemens VIII. und Kaiser Rudolf II. um den Beitritt Sigismunds zur Türkenliga. Dieser verlangte dafür unter anderem die Vermählung mit einer Habsburger Prinzessin. Nachdem aber weder der Kaiser noch seine vier Brüder und auch XVnicht Erzherzog Ferdinand von Tirol Töchter im heiratsfähigen Alter hatten, verblieb nur der Grazer Hof. So wurde eben die nächstälteste Tochter, Maria Christierna, geboren am 10. November 1574, dazu bestimmt, und Mutter wie Tochter – aber auch die Schwester Königin Anna – mussten schließlich dem Drängen des Kaisers und des Papstes nachgeben. Rom vertrat dabei den Standpunkt, dass nicht jede Prinzessin einen König heiraten könne, während der Fürst von Siebenbürgen immerhin über ein starkes Heer mit 40.000 Pferden verfüge, das für die Verteidigung der Christenheit gebraucht werde. Anfang Januar 1595 erreichten die Abgeordneten Siebenbürgens den kaiserlichen Hof in Prag, an dem nach schwierigen Verhandlungen am 28. Jänner das Bündnis für die Türkenabwehr geschlossen wurde, in dem auch eine „Grazer Prinzessin“ für Sigismund „vorgesehen“ war. Am 1. März brachte die Siebenbürgische Gesandtschaft in Graz die Brautwerbung vor, und bereits am 4. März fand die Verlobung statt, bei der Sigismund von seinem Onkel Stefan Bocskay vertreten wurde. Wiederholt musste jedoch die Abreise von Graz wegen fiebriger Erkrankung der Braut verschoben werden. Sie erfolgte erst am 15. Juni in Begleitung der Brautmutter Erzherzogin Maria sowie der Bischöfe von Lavant und Triest. Die Reise nach Siebenbürgen konnte allerdings wegen der türkischen Besetzung großer Teile Ungarns und aufgrund der unsicheren militärischen Lage nur unter starkem Geleitschutz und über weite Umwege durch Niederösterreich und die Slowakei erfolgen. Am 1. August kam schließlich der Brautzug in Karlsburg/Alba Julia an, am 6. August wurde Hochzeit gefeiert.

Diese Verbindung Maria Christiernas mit Sigismund sollte aber in keiner Weise die Hoffnungen des Kaisers und des Papstes erfüllen. Vielmehr schuf sie neue Probleme, mit deren Lösung besonders der spanische Jesuit Alfonso Carrillo beschäftigt war. Über Jahre hinweg reiste und vermittelte er zwischen Siebenbürgen, Prag, Rom und Graz. Anfang 1598 konnte er schließlich entscheidend zu einer Lösung beitragen: Sigismund sollte zu Gunsten des Kaisers auf Siebenbürgen verzichten und dafür die Fürstentümer Oppeln und Ratibor sowie weitere Besitzungen erhalten, die nicht vollzogene Ehe sollte dagegen annulliert und Sigismund eventuell Kardinal werden, während Erzherzog Maximilian als neuer Regent von Siebenbürgen mit Maria Christierna verheiratet werden sollte.

Sigismund dankte sodann auch am 10. April 1598 ab und kam am 20. Juli in Oppeln an, flüchtete aber bereits am 11. August von dort über Polen zurück nach Siebenbürgen, wo Maximilian noch nicht angekommen war. Rasch konnte er seine Herrschaft wieder festigen, verhandelte sowohl mit dem Kaiser als auch mit dem Osmanischen Reich, rief seinen Vetter Kardinal Andreas Báthory ins Land und dankte schließlich zu dessen Gunsten am XVI24. März 1599 zum zweiten Mal ab. Siebenbürgen kam unterdessen nicht zur Ruhe, denn der Kardinal wurde schon am 28. Oktober 1598 ermordet und das Fürstentum in kriegerische Auseinandersetzungen um die Nachfolge verwickelt. Erst mit dem Frieden von Zsitva Torok im Jahre 1606 entspannte sich die Situation, nachdem Maria Christierna bereits im Mai 1599 nach vier persönlich schwierigen Jahren in Siebenbürgen zu ihrer Mutter nach Graz zurückgekehrt war. Sie trat 1607 gemeinsam mit ihrer Schwester Eleonore in das vornehme, von den Töchtern Kaiser Ferdinands I. gegründete Damenstift in Hall bei Innsbruck ein, wo sie 1621 als Priorin verstarb. Sigismund hingegen beendete sein ruheloses Leben – er dankte noch zwei Mal ab – 1613 in Prag.36

Die spanische und die österreichische Linie der Habsburger versuchten bekanntlich stets, durch gezielte Heiratspolitik die Einheit des Hauses zu erhalten. So etwa ehelichte Maximilian II. Maria, die Tochter Karls V. während sich Philipp II. mit Anna, der Tochter Maximilians II. vermählte. Für Rudolf II. war eine Heirat mit Isabella, der Tochter Philipps II., vorgesehen, und für dessen 1578 geborenen Sohn Philipp III. wurde bereits im Jahre 1586 an eine Vermählung mit einer Erzherzogin der innerösterreichischen Linie gedacht. Im April 1593 kam der spanische Botschafter am Kaiserhof nach Graz, um mit Erzherzogin Maria über eine Ehe Philipps III. mit Gregoria Maximiliana und zugleich über jene von Erzherzog Ernst, damals Regent Innerösterreichs, mit der Infantin Isabella zu sprechen. Die langwierigen Verhandlungen verliefen durchaus positiv, bis Gregoria Maximiliana schwer erkrankte und am 20. September 1597 noch als Braut des späteren spanischen Königs starb. Bereits wenige Tage danach meldete Nuntius Cesare Speciano vom Kaiserhof, dass noch zwei Grazer Prinzessinnen altersmäßig für die spanische Hochzeit in Frage kämen. Um keine Zeit zu verlieren, wurde sofort für beide um Ehedispens angesucht, wobei die Wahl schließlich auf Margaretha fiel.37 Die Verhandlungen und Vorbereitungen zogen sich aber in die Länge, weil nicht nur Philipp III., sondern gleichzeitig auch dessen ältere Schwester Isabella vermählt werden sollte. Doch Kaiser Rudolf II., als dessen Ehefrau sie eigentlich vorgesehen war, zögerte die Heirat immer wieder hinaus, bis sein Bruder Ernst und nach dessen Tod Erzherzog Albrecht an seine Stelle traten. Als Erzbischof von Toledo und Kardinal musste Albrecht allerdings zuvor von XVIIden kirchlichen Banden gelöst werden. Am 30. September 1598 brach Erzherzogin Maria mit ihrer Tochter Margaretha und einem Begleitzug von ca. 650 Personen von Graz in Richtung Ferrara auf, wo der Papst seit 8. Mai residierte. In Brixen trafen sie auf den aus den Niederlanden kommenden und von etwa 1.500 Personen begleiteten Erzherzog, und am 15. November 1598 traute Papst Klemens VIII. im Dom zu Ferrara beide Paare, wobei Philipp III. von Albrecht und Isabella vom spanischen Botschafter beim Heiligen Stuhl vertreten wurden. Die großen Hochzeitsfeste fanden jedoch erst im April 1599 mit beiden nunmehr vereinten Paaren in Valencia statt.

3. Osmanische Expansion und „Türkenangst“

Die osmanische Expansion war in diesen Jahren ein besonderes Problem für Innerösterreich, mit dem sich auch der Nuntius zu befassen hatte. Dies umso mehr, als die mehrheitlich evangelischen Stände ihre Mitwirkung an der Landesverteidigung wiederholt mit religiösen Forderungen verbanden. Da die Ausgaben der vom Grazer Kriegsrat betreuten kroatischen und slawonischen Militärgrenze die Kräfte Innerösterreichs aber überstiegen, wurde versucht, vom Reich über die Reichstage Unterstützung zu bekommen. Das war allerdings nicht immer einfach, weil einerseits nicht überall im Reich die Bedrohung durch bewaffnete Einfälle der Türken als existentiell empfunden wurde, und anderseits der Kaiser beim Aufteilen der Reichshilfe den besseren Zugriff hatte.

Wiederholt unterstützte der Papst die Habsburger in dem Konflikt mit dem Osmanischen Reich sowohl finanziell als auch durch die Entsendung eines 8.000 bis 10.000 Mann starken Hilfsheeres. In den Wintern 1595/96 und 1597/98 zog es sich allerdings nach schweren Verlusten über Innerösterreich nach Italien zurück. Regierung wie Nuntius, aber auch die Bevölkerung bemühten sich während dieses Rückzugs um die Versorgung der Truppen und um die Betreuung der Kranken und Verwundeten.

4. Weitere Themen der Nuntiaturkorrespondenz:

Zum umstrittenen militärischen Interessensbereich gehörten auch die Gebiete um Clissa/Klis und Zengg/Senj in Dalmatien. Klis – nächst Split gelegen – galt als das Tor nach Bosnien und war als wichtiger strategischer Vorposten gegen die Türken heiß umkämpft. Zengg/Senj in NorddalXVIIImatien diente als Hauptort der Uskoken, jener vor den Türken geflohenen Serben, die zur Abwehr der Türken von Österreich angesiedelt worden waren. Sie genossen einen zweifelhaften Ruf als tapfere Soldaten, aber auch als gefürchtete Seeräuber, die türkische, öfter noch venezianische Schiffe kaperten. Österreich und der Papst, der ihnen Geld schickte, schätzten jedoch ihre Dienste im Zuge der Auseinandersetzungen mit den Türken und nahmen sie deshalb vor den Venezianern in Schutz, von denen sie als Seeräuber verfolgt wurden. Weil darunter aber der Seeverkehr und Seehandel in der Adria schwer litt, wurden auch der Kirchenstaat und Spanien mit dem Königreich Neapel in den Konflikt involviert, der schließlich 1615 zum Uskokenkrieg führte und erst 1618 mit dem Frieden von Madrid beendet werden konnte.38

Ein weiteres, sich über viele Jahre erstreckendes Problem zwischen Österreich und Venedig entwickelte sich neben der Uskokenfrage auch um Aquileia: Der Metropolitansprengel und die Diözese des Patriarchen lagen nämlich sowohl im habsburgischen als auch im venezianischen Herrschaftsgebiet. Im Jahr 1238 hatte der Patriarch seine Residenz nach Udine verlegt und war dadurch immer stärker in die Abhängigkeit von Venedig geraten. Das führte zu lange andauernden Jurisdiktionsstreitigkeiten, die vor allem von den österreichischen Amtsleuten in Görz und Gradisca ausgetragen wurden. In dem hier behandelten Zeitraum handelte es sich in erster Linie um die Vorladung österreichischer Priester ins venezianische Udine, um die Abhaltung einer Diözesansynode in San Daniele sowie einer Provinzialsynode in Udine anstatt in dem auf österreichischen Gebiet gelegenen Aquileia oder aber um die fast ausschließliche Vergabe der Pfründen im Domkapitel von Aquileia an Venezianer. Der Streit reichte bis an den Hof in Graz und nach Rom, wobei es immer wieder über den Einzelfall hinaus um die Grenzen zwischen kirchlicher und landesfürstlicher Jurisdiktion ging. Schon Erzherzog Karl II. hatte seinen Untertanen verboten, vor dem geistlichen Gericht des Patriarchen in Udine zu erscheinen, und Ferdinand erneuerte und erweiterte dieses Verbot.39 Endgültig beendet wurde dieser Streit erst mit der Aufhebung des Patriarchates Aquileia im Jahr 1751 und mit der Errichtung der Erzbistümer Udine für den venezianischen sowie Görz für den österreichischen Teil der Diözese Aquileia.40

Wiederholt wird in der Nuntiaturkorrespondenz das Tiroler Erbe erwähnt, zu dem nicht nur Tirol, sondern auch Vorarlberg und die habsburXIXgischen Besitzungen in Schwaben und im Elsass gehörten. Damit verbunden war auch ein Einfluss auf die Bistümer Konstanz und Straßburg. Als mit dem Tod Erzherzog Ferdinands von Tirol am 24. Januar 1595 die Nachkommen seiner verstorbenen Brüder Kaiser Maximilian II. und Erzherzog Karl II. Erben seiner Herrschaften wurden, weil seine eigenen beiden Söhne, Markgraf Karl von Burgau und Kardinal Andreas von Österreich, aus der morganatischen Ehe mit Philippine Welser stammten, nahm sich Erzherzogin Maria als Witwe Karls II. sofort der Ansprüche ihrer noch minderjährigen Kinder an und verlangte für sie die Hälfte des Erbes. Kaiser Rudolf II. wollte dieses jedoch zur Gänze, zumindest zur Verwaltung, wobei aber auch seine Brüder Ernst, Matthias, Maximilian und Albrecht als gleichberechtigte Erben zu berücksichtigen waren. Erst nach jahrelangen Verhandlungen wurde Erzherzog Maximilian 1602 als Regent eingesetzt, und nach seinem Tod im Jahr 1618 folgte ihm aus der Grazer Linie Leopold nach, der schon die Bistümer Passau und Straßburg als Administrator innehatte. Im Jahr 1626 verzichtete Leopold auf die Bistümer, heiratete Claudia de’ Medici41 und begründete damit neben der spanischen und österreichischen Linie einen Tiroler Zweig der Casa d’Austria.

Als Herzog Alfonso II. d’Este am 27. Oktober 1597 kinderlos starb, trat gemäß testamentarischer Verfügung Cesare d’Este, dessen Vater aus einer außerehelichen Beziehung von Alfonso I. stammte, die Herrschaft in den Herzogtümern Reggio und Parma (kaiserliche Lehen) und in Ferrara (päpstliches Lehen) an. Papst Klemens VIII. verweigerte jedoch Cesares Anerkennung unter Berufung auf eine Bulle von Papst Pius V. , in der jede Vergabe von Kirchenlehen an nicht legitime Nachkommen verboten wurde. Der Papst war entschlossen, seinen Standpunkt auch mit Waffengewalt durchzusetzen, weshalb er seinen Neffen Pietro Aldobrandini beauftragte, sofort eine Armee aufzustellen. Portia musste dabei als verhältnismäßig nahe amtierender Nuntius mitwirken, zumal auch Ferdinand sich auf die Seite des Papstes gestellt hatte, während in Spanien und Venedig große Bedenken herrschten: Zunächst waren die von der Front gegen die Türken aus Ungarn zurückgerufenen päpstlichen Truppen auf dem Durchmarsch durch Innerösterreich bis zur Einschiffung nach Triest und Duino zu betreuen. Weiter hatte Portia für die Bewaffnung der in Aufstellung befindlichen Armee zu sorgen. Seine Korrespondenz zeigt, dass von Anfang November 1597 bis März 1598 vor allem der Konflikt um Ferrara im Vordergrund stand. Innerhalb von zwei Monaten organisierte Portia selbst gegen den Willen Kaiser Rudolfs II. in Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, XXAugsburg und Nürnberg 5.500 Arkebusen und 1.500 Musketen sowie einige Fässer Pulver und schickte das Kriegsmaterial von Graz und Klagenfurt über Laibach und von Villach über den gefährlichen Predilpass nach Triest, Duino und Fiume, um das venezianische Gebiet zu meiden. Der Transport erwies sich allerdings wegen des ungewöhnlich schneereichen Winters als sehr schwierig.

Beeindruckt von der Bedrohung durch die päpstliche Armee verzichtete Cesare d’Este schließlich auf Ferrara, wo der Papst am 8. Mai 1598 feierlich einzog. Schon am darauffolgenden Tag empfing er den nach Loreto und Rom reisenden Ferdinand, der bis 14. Mai als Gast blieb und zu dessen engster Begleitung auch Nuntius Portia gehörte. Am 15. November desselben Jahres segnete der Papst wie bereits erwähnt im Dom zu Ferrara die habsburgische Doppelhochzeit König Philipps III. von Spanien mit Erzherzogin Margaretha aus Graz sowie des früheren Kardinals, Erzherzog Albrecht, mit der Infantin Isabella. Während des Aufenthalts von Klemens VIII. in Ferrara erfolgte außerdem die lang ersehnte Verleihung des Bistums Passau an Erzherzog Leopold, Nuntius Portia erhielt das Bistum Adria. Am 26. November trat der Papst die Rückreise nach Rom an. Über die Ereignisse in Ferrara wird im vorliegenden Band ausführlich berichtet.

Portia verfasste seine Berichte an den Kardinalnepoten Cinzio Aldobrandini-Passeri, Kardinal San Giorgio genannt, dem die Nuntiaturen am Kaiserhof, in Graz und Köln, in der Schweiz, in Polen, Florenz, Venedig und in Neapel unterstellt waren. Sekretär Cinzios war der mit Deutschland eng vertraute Minuccio Minucci42 und nach dessen Ernennung zum Erzbischof von Zara/Zadar seit Mai 1596 Lanfranco Margotti.43 Von Anfang an verlief die Zusammenarbeit Cinzios mit seinem ehrgeizigen Vetter Pietro Aldobrandini,44 der für Frankreich, Spanien, Portugal, Savoyen und Avignon zuständig war, nicht problemlos, weil dieser seine Kompetenzen überschritt und auch mit den Nuntien korrespondierte, für deren Tätigkeitsbereich er nicht zuständig war. Als der Papst von Anfang Mai bis Ende November 1598 mit dem Staatssekretariat in Ferrara weilte und erst am 21. Dezember wieder nach Rom zurückkehrte, ertrug Cinzio nicht mehr länger die Aktivitäten Pietros. Er unternahm deshalb zuerst mehrwöchige Reisen, verließ dann am 13. Oktober 1598 den päpstlichen Hof und kehrte nach – zunächst ergebnislosen – Versöhnungsversuchen des Papstes, Pietros und anderer Würdenträger erst im Mai 1599 in sein Amt im Staatssekretariat XXIzurück. Während dieser Monate korrespondierte Portia ausschließlich mit Pietro Aldobrandini, der schon seit dem Frühjahr 1596 mit dem Nuntius in Graz laufend brieflichen Kontakt gehalten hatte.45 Dieser intensivierte sich besonders seit Beginn der Rückgewinnung Ferraras für den Kirchenstaat wegen militärischer Notwendigkeiten.46

Für den Editor ergibt sich darüber hinaus die Schwierigkeit, dass Portia nicht nur parallele Korrespondenzen mit den beiden Kardinalnepoten führte, sondern zusätzlich Pietro Aldobrandini Kopien seiner Schreiben an Cinzio übersandte, die aber nicht datiert sind, sodass eine chronologische Zuordnung nur aus dem Inhalt erschlossen werden kann. Sie muss daher gelegentlich hypothetisch bleiben, ist aber deswegen nicht weniger wichtig, weil sich auf diese Weise zumindest einige Lücken in der Korrespondenz zwischen dem Grazer Nuntius und Cinzio Aldobrandini schließen lassen. Da hier weniger der Kriegszug nach Ferrara als Fragen der habsburgischen Politik im allgemeinen, der Türkenabwehr und der innerösterreichischen Länder zur Sprache kommen, sind diese Stücke hier als sinnvolle Ergänzung ebenfalls aufgenommen worden, worum sich Elisabeth GarmsCornides und Elisabeth Zingerle besonders bemüht haben.

Der Großteil der hier veröffentlichten Berichte, Weisungen und für den Kommentar herangezogenen Schreiben wird im Vatikanischen Geheimarchiv, in der Vatikanischen Bibliothek und im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien verwahrt, einzelne Stücke stammen aber auch aus Graz, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck, Sankt Lambrecht, München, Florenz, Neapel, Mailand, Udine, Görz, Laibach sowie aus dem Archiv des Jesuitengeneralats und dem Inquisitionsarchiv in Rom. Die Suche im Diözesanarchiv Marburg-Lavant in Marburg/Drau war leider erfolglos, obwohl der damalige Bischof, Georg III. Stobäus von Palmburg, auch Statthalter von Innerösterreich war.

Ein Gutteil der Berichte ist verloren gegangen oder zumindest bis heute noch nicht gefunden worden; insbesondere gibt es für das Jahr 1597 bis zum Monat November keinen einzigen Bericht Portias. Von den erhaltenen, vor allem in ASV, Fondo Borghese, serie III, voll. 21 B², 22 A und 92 A verwahrten Originalen sind zum Teil auch kopiale Überlieferungen in der BAV, Barb. lat. 5860 und 5863 auf uns gekommen. Die Kopien sind äußerst korrekt, sodass es bei den wenigen, den Inhalt nie verändernden Abweichungen nicht geboten war, diese anzuzeigen. Im Original erhalten geblieben sind auch Schreiben Portias aus Graz nach München im BayeriXXIIschen Hauptstaatsarchiv, an den Patriarchen von Aquileia im Erzbischöflichen Archiv Udine (AAU) sowie aus Ferrara und Rom an Ferdinand und Maria im Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Von den Weisungen sind nur die Auslaufregister in ASV erhalten. Diese wurden aber nicht laufend geführt, sondern erst später nach den wahrscheinlich auf losen Blättern geschriebenen Minuten in den Kodex übertragen. Dabei kam eine dem Inhalt nach außer Zweifel zum 8. November 1597 gehörende Weisung versehentlich ins Auslaufregister zum 8. November 1598.47 Dagegen kann nicht mit letzter Sicherheit entschieden werden, ob die Weisung vom 12. Juli 1597, mit der die Ausschreibung eines „Giubileo“ aus Anlass der Türkengefahr mitgeteilt wird, einen in der Literatur bislang unbekannten außerordentlichen Ablass oder das Heilige Jahr von 1600 betrifft, wobei im letzteren Fall ebenfalls eine irrtümliche Eintragung unter 1597 (statt 1599) vorliegen würde.48

Drei Kodizes mit weit über 100 Schreiben von den beiden Kardinalnepoten Cinzio und Pietro Aldobrandini, von Portia und von österreichischen Landesfürsten wurden 1890 von der Biblioteca Nazionale in Florenz erworben, wo sie auch heute noch verwahrt werden und für die Forschung zugänglich sind. Verkäufer oder Vermittler war die Libreria di M. A. Oliva del Torco Franchi e Co. in Florenz.49 Ebenfalls aus Portias Nachlass stammen einige Schriftstücke im (bisher verloren geglaubten) Familienarchiv Porcia-Ricchieri, das vor einigen Jahren im Antiquariatshandel auftauchte und sich seit 2010 im Diözesanarchiv Pordenone befindet.50

Nachdem das Preußische und das Österreichische Historische Institut und die Görres-Gesellschaft mit der Arbeit an den Nuntiaturberichten aus Deutschland begonnen und 1891 die Forschungsbereiche aufgeteilt hatten, begann auch der Grazer Kirchenhistoriker Univ.-Prof. Dr. Anton Weiß sich dafür zu interessieren und erwirkte im Jahr 1900 – wahrscheinlich von Preußen – die Überlassung der in ihrem Bereich gelegenen Grazer Nuntiatur an die „Kommission für steirische Landesgeschichte“.51

XXIII

Mit großem Einsatz bemühte sich Anton Weiß, die zur Grazer Nuntiatur gehörende Korrespondenz zu erfassen. Dabei unterstützten ihn die jungen Historiker Albert Starzer und Michael Mayer vom Österreichischen Historischen Institut sowie die Kapläne der deutschen Nationalkirche in Rom, Alois Hudal und Alois Lang.52 Trotz großer Bemühungen konnten von der 1580–1622 – mit Unterbrechung von 1587 bis 1592 – bestehenden Grazer Nuntiatur nur für die Jahre 1596 bis 1616 Berichte, Weisungen und ergänzende Aktenstücke zum größten Teil erfasst werden. Die aufgefundenen Stücke wurden den damals im Vatikanischen Archiv tätigen, sehr tüchtigen Kopisten übergeben, die verlässliche Abschriften herstellten. Insgesamt soll Anton Weiß dafür 6.000 Kronen ausgegeben haben.53 Die mehrere tausend Seiten umfassende Sammlung wurde im kirchenhistorischen Seminar der Universität Graz aufbewahrt. Anton Weiß konnte nichts mehr damit anfangen, er starb mit 60 Jahren am 27. August 1912. Sein Nachfolger an der Universität Graz, Ernst Tomek, übernahm das Material und teilte dem Bruder des Verstorbenen, Johann Weiß, mit, dass er sofort mit dem Studium und der Bearbeitung beginnen werde.54 Angeblich arbeitete er in den folgenden Jahren daran, ein Ergebnis ist allerdings nie sichtbar geworden.55 Der zweite Nachfolger von Anton Weiß, Andreas Posch, befasste sich nicht näher mit der Grazer Nuntiatur, erwarb sich aber darum Verdienste, indem er 1938 anlässlich der Aufhebung der Theologischen Fakultät der Universität Graz die wertvollen Kopien in die Bibliothek des Priesterhauses transferierte. Als im Studienjahr 1954/55 der damalige Kaplan Andreas Rauch, der zuvor fast fünf Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft zugebracht hatte, von Professor Posch das Dissertationsthema „Nuntius Portia“ erhielt, fand er die Abschriftenbündel unbeachtet herumliegend und nirgendwo verzeichnet wieder. Einige Wochen später wurde das gesamte Material dem Diözesanarchiv übergeben, wo es noch heute in insgesamt 19 Schachteln verwahrt wird. Andreas Rauch arbeitete eifrig daran und wurde auf Grund seiner Dissertation im Wintersemester 1957/58 zum Dr. theol. promoviert. Publiziert hat er allerdings nichts.56 Da nach eigener Erfahrung die Kopien äußerst korrekt sind – die damaligen Kopisten waren Meister der Paläographie – wird deren Benutzung empfohlen und deren Bestand im Archiv XXIVder Diözese Graz-Seckau für den in diesem Band behandelten Zeitraum im Folgenden mitgeteilt:57

XXVII

Editionsgrundsätze

Bei der Edition wurde die bei den verschiedenen Reihen der „Nuntiaturberichte aus Deutschland“ und bei den bereits erschienenen Bänden der Grazer Nuntiatur angewandte Methode beibehalten: möglichst Druck des Volltextes, Beibehaltung der Orthographie, weitgehende Modernisierung der Akzente, Groß- und Kleinschreibung, Weglassung von Anrede, Schlussformel und Datumszeile. Die Interpunktion wurde vorsichtig und im Interesse der Verständlichkeit des Textes modernisiert. Nur ausnahmsweise, wie bei den meist langen deutschen Schreiben Portias an Maria von der Romfahrt und vom Aufenthalt in Ferrara sowie den Schreiben von General Gian Francesco Aldobrandini wird der Inhalt in ausführlichen Regesten mitgeteilt. Ein Teil der Berichte Portias ist verloren gegangen oder bis heute nicht auffindbar, der Inhalt kann jedoch aus den in Registern erhalten gebliebenen Weisungen erschlossen werden. Außer allen Schreiben Portias an die Kardinalnepoten Cinzio und Pietro Aldobrandini wurden auch Briefe Portias an Wilhelm V. aufgenommen, sowie diejenigen, die der Nuntius im Sommer 1598 während seines Aufenthalts am Papsthof in Ferrara an Ferdinand und Maria richtete. Maria führte kein stilles Witwendasein, sondern regierte mit und für Ferdinand. Wiederholt wurden daher Breven für Ferdinand mit demselben Inhalt auch an Maria geschickt.

Drucke werden nur angegeben, wenn es sich um eine Edition handelt. Nicht berücksichtigt wurden Erwähnungen oder Teilabdrucke irgendwo im Text oder in Fußnoten. Unter Zugrundelegung dieses Prinzips ist von den insgesamt 454 Nummern dieses Bandes bisher nur etwa ein Fünftel, meist an schwer zugänglicher Stelle, veröffentlicht. Bei den Briefen des spanischen Jesuiten Alfonso Carrillo wurde im Gegensatz zu der stark normalisierenden Edition von Veress die Orthographie des Originals beibehalten. Der Anmerkungsapparat wird in diesem Band erstmals aus benutzerfreundlichen Überlegungen neu angeordnet.

Das große Werk Klaus Jaitners „Die Hauptinstruktionen Clemens’ VIII.“ verdient volle Anerkennung, aber es darf nicht übersehen werden, dass der primäre Quellenwert in den Nuntiaturberichten liegt, in denen nicht nur über Konfessionenstreit, Politik und Krieg berichtet wird, sondern auch über Verkehr, Wetter, Krankheiten und Alltagsgeschichte einiges zu erfahren ist.

XXIX

Verzeichnis der benützten Archive und Bibliotheken

Florenz
Biblioteca Nazionale:
Manoscritti II II 510.

Görz
Archivio Storico della Provincia di Gorizia:
Atti degli Stati Provinciali (1500–1861), 25 P 17; S. 9, Nr. 34.

Graz
Diözesanarchiv:
Urkunden XXV a 7;
Ordinariatsakten, Altbestand, Nuntiatur Graz.
Steiermärkisches Landesarchiv:
Landschaftliches Archiv, Antiquum:
Landtagsakten 448, 449, 450;
Landtagshandlungen 40, 43, 44, 45;
Reformation 14, 16;
Militaria 80, 84;
Schuber 688, 689;
Urkunden;
Meiller-Akten I e, XVI d;
Archiv Stift Stainz.

Innsbruck
Tiroler Landesarchiv:
Ferdinandea Pos. 174.

Klagenfurt
Archiv der Diözese Gurk:
Urkunden;
Handschriften;
Alte Salzburger Akten, Karton 39.
Kärntner Landesarchiv:
Ständisches Archiv, Handschriften Nr. 2;
Ständisches Archiv I, Akten, Schachtel 456, Fasz. 2;
Urkunden.

Laibach
Arhiv Republike Slovenij:
Deželni stanovi za Kranjsko, Fasz. 7 (štev. 881);
Zbirka Listin 941.

Mailand
Biblioteca Ambrosiana:
Manoscritti D 175 inf., G 178 inf.

München
Bayerisches Hauptstaatsarchiv:
Fürstensachen 431;
Kurbayern, Äußeres Archiv 1986;
Kasten Schwarz 7360.

Neapel
Biblioteca Nazionale:
Manoscritti XII B 14.

Rom
Archivum Romanum S. J.:
Austria 1 I, 1 II, 224;
Epistolae Episcoporum 15;
Epistolae Nostrorum 38;
Epistolae Externorum 29;
Germania 121II, 122a, 175;
Venezia 4 I.
Archivio Doria Landi Pamphilj:
Fondo Aldobrandini, busta 2, 5;
L’Archiviolo, busta 213.
Deutsches Historisches Institut:
Minuccio Minucci, Manoscritti, vol. 3, 4, 7.

Rom, Città del Vaticano
Archivio Segreto Vaticano:
Archivio Concistoriale, Processus Consistoriales;
Archivio della Nunziatura Vienna;
Archivum Arcis I–XVIII;
Armadio XLIV, 39a–42;
Epistolae ad Principes, Registra 27, 28, 29, 30;XXXI
Fondo Borghese, serie I, 696–699; serie III, vol. 9 C, 10 D, 18 A–P,
21 B², 22 A, 39, 48–48Bis–49–51E–52A (int. 48 C), 57 (int. b und
l), 68 B, 92 A, 93 C, 96 F, 105 ABC, 107 G–H, 111 A–B, 124 A,
124 B, 125 F–K,126 B–G; serie IV, 215 A, 242;
Fondo Pio 114, 115;
Instrumenta Miscellanea 6462, 7503;
Segreteria dei Brevi, Registri 245, 364, 383;
Segreteria di Stato, Particolari, vol. 1, 4;
Segreteria di Stato, Lettere di Principi 33 A;
Segreteria di Stato, Spagna 325;
Segreteria di Stato, Venezia 31;
Visite ad limina, Aquileia 1598.
Biblioteca Apostolica Vaticana:
Barb. lat. 5860, 5863;
Ottob. lat. 2623;
Urb. lat. 817 III, 1060, 1063;
Vat. lat. 13408.
Archivio della Congregazione per la per la Dottrina della Fede
Stanze Storiche 1a, Germania.

Salzburg
Archiv der Erzdiözese Salzburg:
Urkunden;
4/36, Fasz. 20;
11/50 RA XXI.
Salzburger Landesarchiv
Consistorium 1593–1599.

St. Lambrecht
Stiftsarchiv:
Urkundenreihe II, Tischtitel.

Simancas
Archivo General:
Estado Alemania 703, 704, 705.

Udine
Archivio della Curia Arcivescovile:
A parte Imperii, Epistolari, Sant Ufficio, Processi;
Sinodo 1595,1596;
Visite Pastorali.

Venedig
Archivio di Stato:
Dispacci Germania, Filza 23;
Archivio proprio Fontanini 7.

Wien
Haus-, Hof- und Staatsarchiv:
Familienkorrespondenz 7, 42.

Gedruckte Quellen und Literatur

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Jaitner, Klaus Die Hauptinstruktionen Clemens’ VIII. für die Nuntien und Legaten an den europäischen Fürstenhöfen 1592–1605, 2 Bände, Tübingen 1984.
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Tropper, Christine Kärntner Frauenklöster zur Zeit der Reformation und Gegenreformation, in: Katholische Reform und Gegenreformation 1564–1628, Graz – Wien – Köln 1994, S. 219–232.
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Webernig, Evelyn Der „Dreizehnjährige Türkenkrieg“ (1593–1606) und seine Auswirkungen auf Kärnten, in: Katholische Reform und Gegenreformation 1564–1628, Graz – Wien – Köln 1994, S. 449–458.
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Weiß, Sabine siehe Rainer, Nuntiaturberichte.
Welykyi, A.G. Litterae nuntiorum apostolicorum historiam Ucrainae illustrantes 1600– 1900 (= Documenta Romana Ecclesiae catholicae in terris Ucrainae et Bielarusjae. Epistolae metropolitarum, archiepiscoporum et episcoporum I–II), Romae 1959.
Winkelbauer, Thomas Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter (Österreichische Geschichte 1522–1699). 2 Bände, Wien 2003.
Winkelbauer, Thomas siehe Leeb.
Winkelmann, Erich Zur Geschichte des Luthertums im untersteirischen Mur- und Draugebiet. Die Zwischenregierung nach dem Tode Karls II., in: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 56 (1935), S. 88–199.
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Zeeden, Walter Das Zeitalter der Gegenreformation von 1555 bis 1648, München 21979.
Ziegler, Walter Der Kampf mit der Reformation im Land des Kaisers, in: RQ 84 (1989), S. 210–234.
Zimmermann, Harald Der Protestantismus in Österreich ob und unter der Enns im Spiegel landesherrlicher Erlässe (1520–1610), in: Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich 98 (1982), S. 98–210.
Zingerle, Elisabeth Maria Christierna Principessa di Transilvania e Arciduchessa di Innerösterreich – il suo matrimonio di solo quattro anni, in: Gli archivi della Santa Sede e il regno d’Ungheria (secc. 15–20). In memoriam di Lajos Pásztor, a cura di Gaetano Platania, Matteo Sanfilippo, Péter Tusor (= Collectanea Vaticana Hungariae 4), Budapest – Roma 2008, S. 35–50.
Zingerle, Elisabeth Graz–Florenz. Der Grazer Nuntius als Informant für den Großherzog der Toskana, in: Le corti come luogo di comunicazione. Gli Asburgo e l’Italia (secoli XVI-XIX)/Höfe als Orte der Kommunikation. Die Habsburger und Italien (16. bis 19. Jahrhundert), a cura di/hg. von Marco Bellabarba, Jan Paul Niederkorn, Fondazione Bruno Kessler (= Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento/Jahrbuch des italienisch-deutschen historischen Instituts in Trient, Contributi/Beiträge 24), Bologna – Berlin 2010, S. 61–74.
Zingerle, Elisabeth (Hg.) Grazer Nuntiatur 5: Nuntiatur des Girolamo Portia 1599–1602 (Publikationen des Historischen Instituts beim Österreichischen Kulturforum in Rom, II. Abteilung, II. Reihe: Nuntiaturberichte), in Vorbereitung.
XLIX

Abkürzungen

AA. Altezze
AAU Archivio Arcivescovile Udine
ACDF Archivio della Congregazione per la dottrina della fede
ADG Archiv der Diözese Gurk
AES Archiv der Erzdiözese Salzburg
AfÖG Archiv für österreichische Geschichte
ARSI Archivum Romanum Societatis Iesu
A.S. Altezza Sua
A.V. Altezza Vostra
ASV Archivio Segreto Vaticano
B. Bischof
BAV Biblioteca Apostolica Vaticana
B.ne S. Beatitudine Sua
Cav., cav. Cavaliere
Ces. Cesarea, -eo
DBI Dizionario Biografico degli Italiani
Dil. Diligentia
D. M.tà Divina Maestà
dr. dottore
D. V. Rev.ma Dominatio Vestra Reverendissima
Eb. Erzbischof
Ehzg Erzherzog
Ehzgin Erzherzogin
ecc.mo eccellentissimo
Ecc.za Eccellenza
FRA Fontes Rerum Austriacarum
GN Grazer Nuntiatur
H. C. Hierarchia catholica
Hzg Herzog
Ill.ma, Ill.mo Illustrissima, -mo
KLA Kärntner Landesarchiv
KN Kölner Nuntiatur
M. messér oder maestro
MIÖG Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung
mons. monsignore
M.tà Maestà
M.tà Div. Maestà Divina
NB Nuntiaturberichte
N. S. Nostro Signore
p. padre
QFIAB Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken
R.ma, R.mus Reverendissima, Reverendissimus
RQ Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte
s. san, santa, santo
S. A. Sua Altezza
S. B.ne Sua Beatitudine
S. D. M.tà Sua Divina Maestà
S. Ecc.za Sua Eccellenza
S. M.tà Sua Maestà
S. M.tà Ces. Sua Maestà Cesarea
S. N. Signore Nostro
S. R.ma D. Sua Reverendissima Dominatio
S. S. Sua Signoria
S. S. R.ma Sua Signoria Reverendissima
S. Ser.ma A. Sua Serenissima Altezza
S. Ser.tà Sua Serenità
S. S.tà Sua Santità
S. S.tas (S.tis etc.) Sua Sanctitas (Sanctitatis etc.)
S. V. Signoria Vostra
Ser.ma, Ser.mo Serenissima, -mo
Ser.tas Serenitas
sig. signor, -e
sig.ra signora
sig.ri signori
S.ma, S.mo Santissima, -mo
S.mus D. N. Sanctissimus Dominus Noster
S.ria S. Signoria Sua
S.tà S. Santità Sua
S.tas Sanctitas
S.S. V.V. Signorie Vostre
StLA Steiermärkisches Landesarchiv
V. A. Vostra Altezza
V. B.ne Vostra Beatitudine
V. M.tà Ces. Vostra Maestà Cesarea
V. R.tia Vostra Reverentia
V. P. Rev.ma Vostra Paternità Reverendissima
V. S. Vostra Signoria
V. S. R.ma Vostra Signoria Reverendissima
V. S.tà Vostra Santità
V. S.tas Vestra Sanctitas
VV. SS. Vostre Signorie
ZfKG Zeitschrift für Kirchengeschichte

Fußnotenapparat

  • 1 ASV, Ep. ad Principes, Registra 22, fol. 216r. 
  • 2 Rainer, GN III, S. XIV f. 
  • 3 Rainer, GN III, S. 391. 
  • 4 Ebenda, S. 401. 
  • 5 Ebenda, S. 374. 
  • 6 Ebenda, S. 402. 
  • 7 Ebenda, S. 397. 
  • 8 Ebenda, S. 404. 
  • 9 Ebenda, S. 402. Zur richtigen Identifikation von Sion (statt Sitten) siehe unten S. LI und Nr. 1 A 2. 
  • 10 Ebenda, S. 404. 
  • 11 Siehe unten Nr. 1, 2. 
  • 12 Siehe unten Nr. 4. 
  • 13 Siehe unten Nr. 7, 9. 
  • 14 Siehe unten Nr. 14. 
  • 15 Siehe unten Nr. 12. 
  • 16 Siehe unten Nr. 16, 17. 
  • 17 Loserth, FRA/II, 58, S. 153 f. 
  • 18 Hurter III, S. 199 f., 291. 
  • 20 Koller-Neumann, Die Lehen, S. 11–15. 
  • 21 Rainer, GN II, S. 291, 481 (Register). 
  • 22 Koller-Neumann, Gegenreformation, S. 17. 
  • 23 Ebenda, S. 9, 13, 17, 51 ff. 
  • 24 Siehe Nr. 427–430; Loserth, Tagebuch. 
  • 25 Rainer, N. B. aus Deutschland II/8, S. 62–69. 
  • 26 Weiß, Claudia De’ Medici; Weiß, Leopold V. 
  • 27 Noflatscher, Maximilian, S. 291–293, 297. 
  • 28 Rainer, GN I, S. 231. 
  • 29 Derselbe, GN II, S. 415. 
  • 30 Ebenda, S. 427. 
  • 31 Ebenda, S. 393. 
  • 32 Hurter III, S. 10. 
  • 33 Ebenda, S. 12, 30. 
  • 34 Ebenda, S. 7, 12 f.; Noflatscher, Maximilian, S. 155. 
  • 35 Hurter IV, 308–312, 523–534; Roth, Erzherzogin Anna. 
  • 36 Hurter III, S. 315–344; Reissenberger, Maria Christierna, S. 27 ff.; Szilas, Carrillo, S. 126; Zingerle, Maria Christierna. Dies. ausführlich in dem von ihr bearbeiteten, in Druck befindlichen 5. Band der Editionsreihe Grazer Nuntiatur von Girolamo Portia 1599–1602 (Zingerle, GN V). 
  • 37 Über diese habsburgische Doppelhochzeit: Rainer, Hochzeit, S. 16 ff. 
  • 38 Grünfelder, S. 280–376. 
  • 39 Paschini II, S. 398, 406. 
  • 40 Tavano, Diocesi di Gorizia, S. 45 f. 
  • 41 Weiß, Claudia de’ Medici. 
  • 42 Jaitner, Hauptinstruktionen, S. XLIII, LII–LVI. 
  • 43 Ebenda, S. XLIX–LI. 
  • 45 Das erste überlieferte Schreiben Pietro Aldobrandinis an Portia vom Mai 1596 (Nr. 102) setzt bereits eine bestehende Korrespondenz voraus. 
  • 46 Rainer, Waffen. S. 171 ff. Siehe Nr. 352 ff. 
  • 47 Rainer, GN IV, Nr. 354. 
  • 48 ASV, Fondo Borghese, serie III, 18 A–P, f. 678v–679r, siehe Nr. 308 A. 
  • 49 So ein im Katalog der Biblioteca Civica Udine verwahrter Zettel. Siehe auch Zingerle, GN V, Einleitung. 
  • 50 Über diesen Bestand siehe ausführlich Zingerle, GN V, Einleitung. Nach Erhebungen von E. Zingerle enthält der Fonds Porcia-Ricchieri für den vorliegenden Band GN IV eine Kopie des Berichts Portias über die Visitation von St. Lambrecht (siehe Nr. 310) sowie Kopien von Notifikationsschreiben anlässlich der Ernennung Portias zum Bischof von Adria (siehe Nr. 429). Ein ebenfalls kopial (oder als Minute) überlieferter undatierter Bericht zur militärischen und konfessionellen Lage Innerösterreichs dürfte zur (nicht erhaltenen) Berichterstattung Portias aus dem Jahr 1597 gehören. 
  • 51 Lutz, S. 277–279, 309 A 53. 
  • 52 Rainer, GN I, S. V A 1. 
  • 53 Schreiben des Bruders, Univ.-Prof. Dr. Johann Weiß, vom 9. Oktober 1912 an Ludwig Pastor beim Autor. 
  • 54 Brief von Johann Weiß an Ludwig Pastor vom 10. Januar 1914 beim Autor. 
  • 55 Tomek, Geschichte der Diözese Seckau I, S. V; auf meine Anfrage Mitteilung der Schwester und Haushälterin Tomeks ca. 1963. 
  • 56 Rauch, Portia, S. II–IV. 
  • 57 Die genaue Aufschlüsselung, die vom Herausgeber diese Bandes schon einmal im Jahr 1963 durchgeführt wurde, deren Überarbeitung aber wegen einer völlig neuen Ordnung und neuer Signaturen notwendig geworden ist, hat dankenswerter Weise Frau Mag. Elisabeth Zingerle verfasst, die bereits an der Fortsetzung der Edition der Grazer Nuntiatur arbeitet. Zu beachten ist, dass das Vatikanische Geheimarchiv inzwischen die Signaturen einzelner Bände des Fondo Borghese verändert hat: so wird heute der Band Fondo Borghese, serie III, 18o als serie III, 18 A–P bezeichnet; Fondo Borghese, serie III, 48c ist heute in den Sammelband serie III, 48, 48 Bis, 49, 51 E, 52 A integriert.