Einleitung zum 3. Band

Vorwort

Viel mehr Zeit als ursprünglich geplant verging bis zur Fertigstellung des hier vorliegenden dritten Bandes der Grazer Nuntiatur. Die Gründe dafür liegen sowohl in meinem beruflichen als auch privaten Bereich. Die Entwicklung zur Massenuniversität bewirkte, dass ich neben 50 und mehr Seminaristen laufend etwa 30 Dissertanten und Diplomanden zu betreuen hatte und im Durchschnitt allmonatlich wenigstens eine Dissertation und eine Diplomarbeit begutachten musste. Selbstverständlich stieg auch die Zahl der Kolloquien wesentlich an, da viel mehr Studierende für die Stipendien einen Erfolgsnachweis erbringen mussten. Für die Forschung blieb unter diesen Umständen viel weniger Zeit, als sie meinen Vorgängern zur Verfügung stand. In meinem privaten Bereich bewirkten neben meinem fortgeschrittenen Alter ein schwerer Unfall und eine gefährliche, langwierige Krankheit, dass ich mich durch zwei Jahre kaum der Grazer Nuntiatur widmen konnte.

Eine weitere Schwierigkeit war die Quellenlage. Die Berichte Portias, die ich mit viel Zeitaufwand in allen denkbaren Archiven mit geringem Erfolg suchte, sind für die Jahre dieses Bandes zum größten Teil nicht auffindbar. Das betrifft aber nicht nur die Grazer, sondern auch die anderen Nuntiaturen während des Pontifikates Klemens VIII. und seiner beiden Kardinalnepoten Cinzio und Pietro Aldobrandini, die wahrscheinlich die Berichte im Familienarchiv Aldobrandini hinterlegten, von dem ich nur noch Reste im Archiv Doria Pamphili feststellen konnte. Der Inhalt der fehlenden Berichte kann aber zum Teil durch die vollständig erhaltenen Weisungen erschlossen werden. Dazu kommt noch, dass der dem Papst und den beiden Kardinalnepoten persönlich gut bekannte und bestens informierte innerösterreichische Kammerpräsident Hans Kobenzl jede Woche, wie ein Nuntius, aus Graz Berichte nach Rom schickte, die alle im Vatikanischen Archiv erhalten geblieben sind.

Neben den vorerwähnten Schwierigkeiten habe ich aber auch für erwiesene Hilfe beim Kopieren, Computerschreiben, Kollationieren, Identifizieren von entlegenen Orten u.a. mehr zu danken: Dr. Irmtraud Koller-Neumann (Salzburg), Frau Ursula Kuprian (Innsbruck), Dr. Annemarie Gruenfelder (Agram), Dr. Hertha Mader (Innsbruck), Dr. Maria Rosaria Novembri (Rom), Dr. Marianne Zörner (Innsbruck), Prof. Marko Jacov (BelgradVIIIRom), Prof. Germano Gualdo (Rom), meinem Sohn Mag. Christian Rainer und Prof. Heinz Noflatscher (Innsbruck).

Da ich bei den Archivforschungen vernünftigerweise die Arbeit nicht auf die in diesem Band behandelten Jahre beschränkte, sind nicht unbedeutende Vorarbeiten für die folgenden Bände entstanden.

Innsbruck, am 1. Mai 1998 Johann Rainer

I. Die Nuntiatur Graz

Die 1573 bzw. 1578 nach Süddeutschland entsandten Nuntien, Bartolomeo Portia und Felician Ninguarda, wurden auch in Graz akkreditiert, wo die Regierung Innerösterreichs — Steiermark, Kärnten, Krain, Triest, Görz, Fiume und der nordöstliche Teil Istriens ihren Sitz hatte. Wegen der militärischen Lage Innerösterreichs, dem die Türkengrenze von der Adria bis Ungarn anvertraut war, und wegen des starken protestantischen Adels, der seinen Beitrag zur Landesverteidigung von der Erfüllung konfessioneller Forderungen abhängig machen wollte, wurde 1580 am innerösterreichischen Hof zu Graz mit Germanico Malaspina (1580—1584) eine ständige Nuntiatur errichtet. Malaspinas Nachfolger, Giovanni Andrea Caligari (1584— 1587), floh 1586 vor der Pest von Graz nach Görz, wo er bis zu seiner erbetenen Abberufung bis 1587 amtierte.1

Die Nuntiatur Graz wurde erst 1592 mit Girolamo Portia wiederbesetzt, der aber die ersten drei Jahre seiner Amtszeit nicht wie vorgesehen nur vorübergehend, vor allem zur Beilegung des Streites um Berchtesgaden zwischen Salzburg und Bayern, sondern fast immer in Süddeutschland tätig war und erst 1595 seinen ständigen Amtssitz in Graz nahm. Der Grund für diese Verzögerung lag aller Wahrscheinlichkeit nach am Widerstand des Kaisers gegen einen ständigen Nuntius in Graz, er wies darauf hin, dass der Gobernator Innerösterreichs, Erzherzog Ernst, in der Regel in Wien lebe und die in Graz residierende Erzherzogin Maria sich nicht in die Regierung einzumischen habe.2 Die Nuntiatur war dann ab 1595 durchgehend besetzt, bis sie 1622 wegen der Übersiedlung Ferdinands II., seit 1619 Kaiser, von Graz nach Wien aufgelöst wurde. Das Grazer Nuntiaturarchiv wurde nach Wien mitgenommen und bildet noch heute den ältesten Teil des seit 1921 im Vatikanischen Archiv verwahrten „Archivio della Nunziatura di Vienna“.3

X

II. Die Korrespondenten

Cinzio Aldobrandini Passeri

Geboren 1551 in Senegallia. Vater: Aurelio Passeri, Mutter: Elisabetta Aldobrandini, Schwester des Ippolito Aldobrandini, seit 1592 Klemens VIII. Kam 1566 zum Studium nach Rom unter Aufsicht der Onkel Pietro ( † 1571) und Ipppolito, der ihm den Namen Aldobrandini gab: Studierte am Germanicum in Rom, in Perugia und Padua, wo er 1578 promoviert wurde.4 Zurückgekehrt nach Rom blieb er an der Seite seines Onkels Ippolito, den er 1588/89 nach Polen begleitete.5 Dabei lernte er Hans Kobenzl kennen und schätzen.6 1592 ernannte ihn Klemens VIII. zum Referendar beider Signaturen. Bald verdrängte er den bisherigen Sekretär des Papstes, Minutio Minucci, und wurde zuständig für Deutschland, Polen, Siebenbürgen, Schweden, Schweiz und Italien außer Savoyen. Sein Vetter Pietro Aldobrandini, geboren 1571, erhielt die anderen Länder und wurde zum Konkurrenten für Cinzio.7 Gemeinsam erhielten sie am 17. September 1593 die Kardinalswürde.8 Cinzio, ein Spanienfreund, gestützt von den Kardinälen Caetani und Madruzzo, wurde von Pietro, der der einzige direkte Aldobrandini war, immer mehr verdrängt. 1598 begleitete Cinzio Klemens VIII. nach Ferrara, floh aber von dort vollkommen überraschend nach Venedig, dann nach Vicenza und Chioggia; an der im November 1598 in Ferrara stattgefundenen prunkvollen Vermählung Philipps III. von Spanien mit Margarethe von Innerösterreich durch den Papst in Anwesenheit von 20 Kardinälen nahm er nicht teil.9 Am 7. Mai kehrte er auf Drängen des Papstes nach Rom zurück, wurde Präfekt der Signatura di Giustizia und 1604 Generalvikar und Legat für Avignon. Nach dem Tode Klemens VIII. (1605) trat er für Alessandro de’ Medici ein, der ihn als Papst Leo IX. zum Großpönitentiar ernannte. Am 1. Januar 1610 starb er und wurde in seiner Titelkirche S. Pietro in Vincoli beigesetzt. Er war ein großer Förderer Torquato Tassos und anderer Poeten, die ihm mehrere Werke widmeten.10

XI

Minutio Minucci

Minutio Minucci (Minutius de Minutiis) wurde am 17. Januar 1551 in Serravalle, heute Vittorio Veneto, geboren.11 Als sein Onkel Andreas Minucci Erzbischof von Zara wurde12 begleitete er ihn dorthin. Von Zara wandte er sich zur Beendigung seiner Studien nach Padua. 1573 wurde er Sekretär des als Nuntius nach Süddeutschland und 1578 an den Kaiserhof nach Prag entsandten Bartholomäus Graf von Portia13 Als B. Portia wenige Monate nach der Ankunft am Kaiserhof im August 1578 überraschend starb, verwaltete Minucci bis zur Ankunft des neuen Nuntius, Orazio Malaspina, selbständig die Nuntiatur.

Gegen Ende 1578 trat er in den Dienst des Kardinals Ludovico Madruzzo als Sekretär der „Congregatio Germanica“. 1582 begleitete er Madruzzo zum Augsburger Reichstag14. Kaum nach Rom zurückgekehrt wurde er im Dezember 1582 zur Abwehr des drohenden Abfalles des Erzbischofs Gebhard Truchsess nach Köln geschickt, wo er erfolgreich tätig war und die Wahl von Herzog Ernst von Bayern zum Erzbischof durchsetzte. Im Auftrage Ernsts reiste er im Sommer 1583 zur Erlangung finanzieller und militärischer Unterstützung nach Rom und Madrid. Inzwischen gab er seine Stelle als Sekretär Madruzzos auf und wurde im August 1584 „Consiliarius Primarius“ des Herzogs Wilhelm von Bayern und bayerischer Vertreter an der päpstlichen Kurie. Erst 1586 empfing er in Rom die Priesterweihe und wurde bald darauf zum apostolischen Protonotar ernannt. Herzog Wilhelm verlieh ihm für seine treuen Dienste 1587 die reiche Propstei Altötting15.

Als 1591 das Staatssekretariat in drei Abteilungen, nämlich für französisch-polnische, italienisch-spanische und deutsche Angelegenheiten gegliedert wurde, erhielt Minucci die für Deutschland zuständige Abteilung. Seit September 1592 sind aber die von ihm konzipierten Weisungen vom (Kardinal)nepoten Cinzio Aldobrandini unterschrieben16. Minucci wurde 1595 Erzbischof von Zara und vermittelte 1598 den Frieden zwischen Österreich und Venedig. Im August 1603 folgte er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einer Einladung Herzog Wilhelms und lebte dann bis zu seinem Tod am 7. März 1604 abwechselnd in Altötting und München, wo seine sterbliche Hülle in der Jesuitenkirche beigesetzt wurde17. Neben seiner diplomatischen XIITätigkeit schrieb Minucci auch mehrere Bücher wie Geschichte der Uskoken, der Tataren, der Neuen Welt und andere mehr18.

Girolamo Portia

Die Familie Portia, ursprünglich Purliliarum, wird zuerst in den schriftlichen Quellen des 12. Jahrhunderts als zum Patriarchat Aquileia gehörender Lehensadel erwähnt. Nach dem Ende der weltlichen Herrschaft der Patriarchen im Jahr 1420 wandte sie sich teils der österreichischen, teils der venezianischen Seite zu, woraus schließlich eine deutsche und eine italienische Linie entstand. Der italienische Zweig blieb in Friaul und entwickelte um Porcia (Provinz Pordenone) eine ansehnliche Grundherrschaft, deren Kern mit einem großen Weingut sowie einem Palazzo in Porcia und einem in Pordenone heute noch in Besitz der Familie ist19. Der deutsche Zweig hat sich in Österreich und Bayern ansässig gemacht. Mehrere Mitglieder der Familie traten in habsburgische oder wittelsbachische Dienste und erhielten unter anderem die Grafschaft Ortenburg in Kärnten20. Unter Kaiser Leopold I. erreichten sie ihren Höhepunkt. Johann Ferdinand Porcia wurde kaiserlicher Premierminister und Fürst21. Im 19. Jahrhundert begann der Abstieg, der 1918 mit dem Verkauf des Restes der Güter endete22. Das herrliche Renaissanceschloss in Spittal an der Drau sowie je ein bescheidener Palast in Klagenfurt, München und Wien tragen noch heute den Namen Porcia. Der italienische Zweig blieb im Grafenstand, hat sich aber bis heute gehalten.

Der erste Porcia, der im höheren Kirchendienst hervorgetreten ist, war Pileus de Prata, 1358 Bischof von Treviso, 1359 Bischof von Padua, 1370 Erzbischof von Ravenna und anschließend Kardinal. Er wechselte in den damals wirren Zeiten die Obedienz von Urban VI. (1378/89) zu Klemens VIII. und zurück zu Bonifaz IX. und wurde daher „vulgo cardinalis de tribus capellis seu pileis“ genannt. 1385 und 1396 war er als Legat in Deutschland und starb ca. 1400 als Kardinalbischof von Tusculum23.

Der zweite Kardinal aus dieser Familie war Leander Porcia, Benediktiner der Casinenser Kongregation, erwählter Bischof von Bergamo, 1728 XIIIKardinal. Er nahm 1730 und 1740 an der Papstwahl teil, musste aber das vom 18. Februar bis 16. August 1740 dauernde Konklave wegen Krankheit am 10. Mai verlassen und starb am folgenden 10. Juni in seiner Residenz bei der Kirche Santa Maria in Portico an „morbo inflammatorio“, 67 Jahre alt24.

Der erste Nuntius aus der Familie war Bartolomeo Porcia; er ging nach Studium in Padua 1562 nach Rom, 1564 Abt von Moggio; visitierte 1570/71 mit apostolischer Vollmacht die Diözese Aquileia, die zu einem Gutteil unter der weltlichen Herrschaft Erzherzog Karls stand, und kam dabei auch nach Graz. 1573 wurde er als Nuntius für Süddeutschland an den Höfen in München, Innnsbruck, Graz und Salzburg akkreditiert, 1576 als Nuntius nach Köln und 1578 nach Prag gesandt, wo er wenige Monate nach seiner Ankunft starb25.

Girolamo Portia wurde als Sohn des Alphonso Grafen von Portia und Brugnera und der Susanna geborene Gräfin Thurn (della Torre) im Juni 1559 auf Schloss Porcia in der heutigen Provinz Pordenone geboren. Er studierte wahrscheinlich in Padua, wo er den späteren Kardinal(staats)sekretär Cinzio Aldobrandini Passeri kennengelernt haben dürfte. Sixtus V. ernannte ihn zum Kammerherrn26 und sandte ihn 1588 zur Überreichung der Goldenen Rose an Erzherzogin Anna Katharina nach Innsbruck27 und 1589 im Gefolge des Kardinallegaten Enrico Caetani zur Beilegung der großen Wirren nach Frankreich.28 Bei der 1591 erfolgten Beförderung zum Referendar beider Signaturen war er als Priester der Diözese Concordia inkardiniert, wo die Familie Portia mit Stiftungen und Patronatsrechten verwurzelt war.29 Im Jahre 1592 wurde er nach Beratungen in der Congregatio Germanica, wahrscheinlich gefördert vom Sekretär Klemens’ VIII., M. Minucci, als Nuntius nach Süddeutschland, vor allem zur Beilegung des Streites zwischen Bayern und Salzburg um Berchtesgaden, und nach Graz gesandt.30 Er erhielt dafür zwei getrennte Instruktionen, datiert vom 28. März31 und vom 13. April 1592,32 die nicht wie üblich in italienischer, sondern in lateinischer Sprache verfasst sind.

XIV

Von M. Minucci, dem besten Kenner der deutschen Angelegenheiten an der Kurie, wohl eingewiesen, reiste er im Mai 1592 von Rom ab und war im folgenden Juni in Innsbruck, wo er mit Erzherzog Ferdinand von Tirol über die Straßburger Wirren verhandelte. Ferdinand war daran wegen der habsburgischen Besitzungen im Elsass interessiert und dachte dabei auch an seinen Sohn, Kardinal Andreas von Österreich, als möglichen Bischof von Straßburg.33 Die folgenden Monate hielt er sich in Passau, München, Salzburg und Altötting auf.34 Obwohl er schon Anfang August den dringenden Auftrag erhalten hatte, nach Graz zu gehen,35 kam er erst im November/Dezember 1592 nach Graz.36 Vor Jahresende kehrte er nach Bayern zurück.37

Im Jahre 1593 war Portia mit Bayern, Salzburg und Berchtesgaden, wozu auch der Nuntius am Kaiserhof beigezogen wurde, sowie mit der Bestellung eines Koadiutors für Eichstätt, die praktisch eine Ablösung des amtierenden Bischofs war, und Visitationen in Süddeutschland beschäftigt.38) Im Dezember kam es in Landshut zur Begegnung mit Kardinal Ludovico Madruzzo, der vom Kaiserhof in Prag nach Trient heimkehrte. Von Mai bis August 1594 war er neben Madruzzo und den Nuntien Speciano (Kaiserhof) und Frangipani (Köln) am Reichstag in Regensburg.39) Am 3. September 1594 erhielt er den Auftrag, die von P.P. Benalli begonnene Visitation der Benediktinerklöster in Süddeutschland und der Schweiz fortzusetzen.40 In diesem Zusammenhang beteiligte er sich an der Versammlung der Reichsprälaten der Diözese Konstanz in Waldsee, visitierte die Klöster Kempten, St. Blasien, St. Gallen, war von Ende 1594 bis Anfang 1595 vor allem in der Schweiz tätig, wo er auch die Wiederbesetzung der Nuntiatur vorbereitete.41)

Als Ferdinand im Mai 1595 von seinen Studien in Ingolstadt heimkehrte und die Regierung Innerösterreichs antrat,42 nahm auch Portia in Graz seine feste Residenz, wofür er schon 1592 eine umfangreiche Instruktion erhalten hatte und dem damaligen Gobernator Erzherzog Ernst akkreditiert worden war.43 Der Grund dieser langen Verzögerung lag wahrscheinlich im nachhaltigen Widerstand Rudolfs II. gegen die Wiederbesetzung der Grazer NunXVtiatur, weil er eine Mehrung des Einflusses der Erzherzogin Maria nicht wollte, die als Witwe des verstorbenen und Mutter des kommenden Landesfürsten sehr aktiv war.44 Im Steiermärkischen Landtag wurden wenig später Befürchtungen gegen ein Weiber-, Kinder- und Pfaffenregiment laut.45 Portia wurde eine wesentliche Stütze Ferdinands II., den er 1598 nach Rom und Loreto begleitete und bei allen wichtigen Entscheidungen beriet.46

Am 7. August 1598 ernannte ihn Klemens VIII. zum Bischof von Adria mit Sitz in Rovigo.47 Portia blieb aber in Graz und wirkte entscheidend mit an der Wiederherstellung der katholischen Kirche in Innerösterreich. Obwohl ihn der Grazer Hof, zu dem er in engen Beziehungen stand, halten wollte, wurde er 1606 abberufen. Seit 1607 residierte er in Rovigo, schickte aber bis 1610 weiter Berichte über Innerösterreich nach Rom. Im August 1608 begleitete er die Schwester Ferdinands II., Maria Magdalena, zur Vermählung mit Cosimo II. nach Florenz.48 Im selben Jahr ließ er umfangreiche Arbeiten am Bischofspalast in Rovigo durchführen und konsekrierte die neuerbaute, in seiner Diözese gelegene Pfarrkirche Santa Maria in Villanova Marchesana; 1610 weihte er den Augustinusaltar im Oratorium der Hl. Hermagoras und Hl. Fortunatus in Venedig.49

Immer wieder kehrte er nach Porcia zurück, wo er ein Pilgerhospiz errichtete und am 22. August 1612, 52 Jahre und zehn Monate alt, starb. Seine sterbliche Hülle wurde in der Pfarrkirche in Porcia beigesetzt und folgende Grabinschrift angebracht.50

Hieronymo Portiae Comiti Adriensi Episcopo apud Gallos in magna Parisiensi obsidione Imperat. Rodulphum in Comitiis Ratisbonae imperialibus Archiduces Austriae Bavariae Duces et omnes fere alios Germaniae Principes Sixti V. Clementis VIII. Pauli V. Pontificum Maximorum mandato nomine pro Christianae Reipublicae Beneficio Gloria summa cum Fide Prudentia Pietate, Annis XVII Legato defaticato Et in terris quietem et praemia spectanti in coelis obtinuit. XI Kalend. Septemb. MDCXII. Tantorum facinorum Magnitudinem non marmorum lingua silet sed gloria praedicat.

XVI

Hans Kobenzl von Prosegg

Kobenzl stammte aus niederem Adel in Krain und kam in jungen Jahren als Schreiber in die Kanzlei Kaiser Ferdinands I.; er war 1558 für die lateinischen Schreiben zuständig und wurde 1559 Sekretär des Kaisers für die österreichischen Angelegenheiten. Für seine Dienste erhielt er 1563 die Bestätigung seines Adelsstandes und eine Wappenverbesserung51. Nach der gemäß dem Testament Ferdinands I. 1564 durchgeführten Länderteilung in Niederösterreich (Nieder- und Oberösterreich für Kaiser Maximilian II.), Oberösterreich (Tirol und Vorderösterreich für Erzherzog Ferdinand II. von Tirol) und Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Triest, Fiume, nordöstlicher Teil Istriens für Erzherzog Karl) trat Kobenzl in die Dienste seines nunmehrigen Landesfürsten Erzherzog Karl; daneben fand er aber weiter Verwendung im diplomatischen Dienst des Kaisers. 1569—1576 war er Vizekanzler am Hofe zu Graz52 und während dieser Zeit 1575/76 auch kaiserlicher Gesandter in Moskau53. 1576—1591 leitete er als Kammerpräsident die Finanzverwaltung Innerösterreichs54. Nach seiner Entlastung von diesem Amt blieb er als Geheimer Rat Mitglied der innerösterreichischen Regierung.

In Anerkennung seiner Leistungen wurde er 1581 in den Freiherrnstand erhoben und Deutschordens-Komtur55. Aus seinen Kommenden und aus der Administration des St. Georg Ritterordensstiftes Millstatt in Kärnten bezog er neben dem in Graz damals hohen staatlichen Jahresbezug von ca. 1.200 Gulden beachtliche Einkünfte56. 1588/89 wirkte er als Mitglied der österreichischen Delegation zur Beilegung des österreichisch-polnischen Thronfolgestreites, der durch die Doppelwahl von Sigismund Wasa und Erzherzog Maximilian, der in Polen gefangengehalten wurde, entstanden war57. Bei dieser Gelegenheit kam er mit dem aus demselben Anlass in Polen weilenden päpstlichen Legaten Ippolito Aldobrandini, seit 1592 Klemens VIII., und dessen Neffen Cinzio und Pietro in nähere Beziehungen, sodass er später als „amicissimo“ des Papstes bezeichnet wurde58. Als er im Herbst 1592 wegen päpstlicher Hilfsgelder nach Rom geschickt wurde, wurde er im päpstlichen Palast untergebracht und erhielt nicht nur diese erhofften Finanzmittel, sondern XVIIauch den Auftrag, regelmäßig nach Rom Berichte zu schicken59. Sofern es ihm irgendwie möglich war, berichtete er wie ein Nuntius jede Woche. Inhaltlich überwiegen dabei militärische Nachrichten, was verständlich ist, denn es war die Zeit des langen Türkenkrieges, und Innerösterreich war die Türkenfront von der Adria bis an die ungarische Grenze anvertraut. Aus seinen Berichten kann man auf einen gewissen Bildungsstand schliessen, er zitiert z.B. Beda Venerabilis und nicht allgemein bekannte Persönlichkeiten aus der römischen Geschichte60.

Im Jahre 1594 wurde er als Vertreter Innerösterreichs zum Reichstag nach Regensburg geschickt, wo besonders über die Reichshilfe zur Türkenabwehr verhandelt wurde. Am 10. August 1594 erwähnte er in seinem letzten Schreiben, dass er sich nicht ganz wohl fühle. Sechs Tage später starb er und wurde am 20. August 1594 in der Deutschordenskirche zu Regensburg beigesetzt61.

III. Die Quellen

Die an den Kardinal(staatssekretär) Cinzio Aldobrandini-Passeri, oft nach seiner Titelkirche Kardinal San Giorgio, hinfort kurz Aldobrandini genannt, geschickten Berichte Portias konnten zum größten Teil nicht mehr gefunden werden. In allen in Frage kommenden Fonds des Vatikanischen Archivs und der Handschriftenabteilung der Vatikanischen Bibliothek sind trotz ausgedehnter Suche keine Schreiben Portias, weder als Original, noch als Minute, Registereintragung oder Kopie für den in diesem Band bearbeiteten Zeitraum entdeckt worden62. Für diese Jahre fehlt im Archivio Vaticano auch die Korrespondenz anderer Nuntien, sie wurde als Privatbesitz betrachtet, kam ins Familienarchiv — vor allem der Aldobrandini, Borghese und Doria Pamphili — eventuell im Erbweg dann noch weiter und ist heute zum Teil verschollen63. Ebenso erfolglos blieben die Nachforschungen in Rovigo, damals Sitz der Bischöfe von Adria, und im Schloss Porcia, Provinz Pordenone, wo sich Nuntius Girolamo Portia gerne aufhielt und wo er auch gestorben ist64. Nach Auskunft des Schlossherrn Guecello conte Porcia ging das Familienarchiv 1917 auf der Flucht vor den vorrückenden österreichisch-unXVIIIgarischen Truppen, vor denen man auch die kostbaren alten Schriften retten wollte, verloren65. Drei Originalschreiben Portias an Kardinal F. Borromeo konnten in der Biblioteca Ambrosiana in Mailand66 und eines an den Jesuitengeneral im Archivum Romanum Societatis Jesu67 gefunden werden. Mehrere den Berchtesgadener Streit betreffende Schreiben werden im Bayerischen Hauptstaatsarchiv aufbewahrt.

Die an Portia ergangenen Weisungen sind wahrscheinlich vollständig in den im Vatikanischen Archiv verwahrten Auslaufregistern erhalten68, ein Gutteil noch zusätzlich in den im Besitz des Deutschen Historischen Instituts in Rom befindlichen, etliche Bände umfassenden Minucci-Handschriften69. Da die Berichte nicht vorhanden sind, kann über weite Strecken die Tätigkeit des Nuntius Girolamo Portia nur aus den Weisungen, die nicht nur Aufträge enthalten, sondern auch die eingegangenen Berichte beantworten, erschlossen werden. Sie sind kein vollwertiger Ersatz der Berichte, geben aber doch einen Einblick in die Tätigkeit des Nuntius.

Die wöchentlichen in italienischer Sprache verfassten Berichte Kobenzls sind chronologisch geordnet in einem eigenen Band gebunden, meist gut erhalten im Vatikanischen Archiv verwahrt70. Schrift und Sprache, besonders die Orthographie, weichen natürlich von der bei Nuntiaturen damals üblichen Form nicht selten ab, sind aber doch für einen Nichtitaliener anerkennenswert.

Die neben der Nuntiaturkorrespondenz nach Rom geschickten Briefe des Erzbischofs von Salzburg, der Bischöfe von Eichstätt, Gurk und Laibach sowie des Inquisitors Fra Benni und anderer sind mit Beilagen meistens in gutem Zustand im Vatikanischen Archiv vorhanden71. Schreiben von Kaiser Rudolf II. und österreichischen Landesfürsten an Papst Klemens VIII. und Kardinäle befinden sich im Original im Vatikan72 oder als Konzept in Wien im Haus-, Hof- und Staatsarchiv73, die umgekehrte Korrespondenz in Wien und Innsbruck, sowie in Auslaufregistern und Minutenbänden des Vatikanischen Archivs74.

XIX

Schließlich wurden Schreiben der Korrespondenz des früheren Nuntius in Graz und nun an der Kurie tätigen Giovanni Andrea Caligari mit dem Serviten Fra Francesco Benni, der 1592 von Rom als Inquisitor nach Innerösterreich geschickt worden war, aufgenommen. Sie zeigen nicht nur den Eifer Bennis, sondern auch dessen mangelhafte Unterstützung in Innerösterreich, fallweise sogar den Widerstand gegen die Inquisition.

Für den Kommentar wurden der umfangreiche Schriftverkehr des Jesuitengenerals mit österreichischen Fürsten, vor allem aber mit dem Provinzial der österreichischen Provinz und den Mitgliedern des Grazer Jesuitenkollegs75, ferner die Korrespondenz des kaiserlichen Botschafters in Rom76 und die Dispacci des venezianischen Botschafters am Kaiserhof77 herangezogen. Vier Schreiben Frangipanis vom 25. September und 30. Oktober 1594 sowie vom 2. Februar und 1. März 1595 an Portia sind in dem bisher auf ungeklärte Weise in die Biblioteca Nazionale von Neapel gekommenen Auslaufregister der Kölner Nuntiatur erhalten. Sie haben keinen direkten Bezug zur Grazer Nuntiatur und sind wahrscheinlich nicht beantwortet worden.78 Zur Vervollständigung des Bildes wurden auch Urkunden, Konsistorial-, Landtags-, Militaria- und Reformationsakten in den Diözesanarchiven in Graz, Klagenfurt, Udine und Salzburg, im slowenischen Staatsarchiv Laibach, sowie in den Landesarchiven für Steiermark, Kärnten, Görz, Salzburg und Tirol benützt.

Der Portia mitgegebene Chiffre-Schlüssel befindet sich in der Vatikanischen Bibliothek — Fondo Chigi M III 56, f. 72r—73v, 80rv — , wurde aber für diesen Band nicht gebraucht, da für den darin bearbeiteten Zeitraum keine verschlüsselten Schreiben vorhanden sind.

Benützte Archive und Handschriftensammlungen

Görz:
Archivio di Stato, Fondazione Coronini Cronberg, Busta 4,5,35
Archivio Storico Provinciale P 16, 17; S 8, 9

Graz:
Diözesanarchiv: Sonderarchiv Stifte und Klöster
Urkunden
Nuntiatur Graz XX
Steiermärkisches Landesarchiv:
Landtagsakten, 444, 445, 446, 447, 448, 449
Landtagshandlungen, 39, 40, 42
Militaria, 2, 3, 4, 80, 81, 84
Reformation, 12, 13, 14
Ständisches Archiv, Schuber 635, 640, 641, 642, 644, 684, 685, 686,
687, 688
Urkunden

Innsbruck:
Tiroler Landesarchiv
Ferdinandea, Pos. 93, 94, 97, 150
Urkunden

Klagenfurt:
Diözesanarchiv
Akten
Urkunden
Kärntner Landesarchiv
Ständisches Archiv Handschriften

Laibach:
Archiv R. Slovenije
Dezelni stanoki, Landtagsakten 6
Zbirka Listin, Urkunden
Reformation und Gegenreformation LIV

Mailand:
Biblioteca Ambrosiana, G 154, G 157, G 169

München:
Geheimes Hausarchiv
Hauptstaatsarchiv
Kasten Schwarz 5306, 7360, 7362, 7363, 7364, 8641
Kurbayern
Äußeres Archiv
Geheimes Landesarchiv 102, 103, 104, 105
Kloster Berchtesgaden 82 ½, 741, 745, 747

Neapel:
Biblioteca Nazionale XII B 14

Rom:
Archivio Segreto Vaticano
Armarium 44, voll. 34, 36, 37, 38, 39, 39A, 48, 49, 50
Epistolae ad Principes voll. 25, 27 XXI
Fondo Borghese, Serie I, voll. 751—752, 758
Serie II, vol. 18
Serie III, voll. 48 b, 48 bb, 48 c, 49 a, 68, 68 a, 68 b, 125 F—K
Fondo Pio, voll. 23, 122
Segr. di Stato, Lettere di Principi, voll. 33 A, 51, 153
Segr. di Stato, Nunziatura Germania 113
Segr. di Stato, Nunziatura Venezia, voll. 30, 31, 41
Segr. di Stato, Particolari, vol. 4
Archivio Concistoriale, Processi Informationis seu Inquisitionis vol.
10
Secretaria Brevium, voll. 191, 364
Biblioteca Apostolica Vaticana
Barberinus Latinus 2347
Urbin. Latinus 817, 866, 1060, 1061, 1063
Archivio Doria Pamphili
Archivum Romanum Societatis Jesu
Austria vol. 224
Epistulae Nostrorum (Epp.NN.) 38
Fondo Gesuitico, Collegia, Busta 74/1441, 74B/1443, 83/1452,
86/1456
Germania, vol. 172
Opera Nostrorum (Opp.NN.) 250
Deutsches Historisches Institut Rom
Minutio Minucci, Manuskripte, voll. 1, 2, 7, 9

Salzburg:
Konsistorialarchiv
Gurk
Seckau
Urkunden
Landesarchiv
Consistorium 1593—1599
Repertorium IX

Simancas:
Archivo General
Secretaria de Estado

Udine:
Archivio Arcivescovile
Sinodo 1596
Processi
Visite Pastorali, vol. A, Faszikel 2 XXII
Biblioteca Comunale
Manoscritti 564, 609, 1039
Miscellanea G. Bini, vol. X

Venedig:
Archivio di Stato
Dispacci Germania, Filza 19, 20, 21, 22, 23

Wien:
Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Hofkorrespondenz A, Karton 54
Romkorrespondenz 47

IV. Editionsgrundsätze

Die im ersten und zweiten Band angewandte Methode wurde beibehalten, nämlich möglichst Druck des Volltextes nach der besten Überlieferung unter Belassung der Orthographie, aber Anpassung der Akzentsetzung, Interpunktion sowie Groß- und Kleinschreibung an den heutigen Gebrauch, Vereinheitlichung der Anrede, und Titelformen und schließlich Weglassung der Anfangs- und Schlussformeln samt Datumszeile.

Drucke werden nur angegeben, wenn es sich um eine Edition handelt. Nicht berücksichtigt wurden Erwähnungen oder Teilabdrucke irgendwo im Text oder in Fußnoten. Unter Zugrundelegung dieses Prinzips ist von den insgesamt 331 Nummern dieses Bandes etwa ein Drittel, meist an schwer zugänglicher Stelle, veröffentlicht.

Literaturverzeichnis

Albrecht, Dieter Das konfessionelle Zeitalter, in: Handbuch zur Bayerischen Geschichte II, hg. von Andreas Kraus, München 1987, 393—457.
Ambronn, Karl-Otto Die Fürstpropstei Berchtesgaden (1523—1594), in: Geschichte von Berchtesgaden, hg. von W. Brugger u. H. Dopsch, Berchtesgaden 1991, 543—626.
Amon, Karl (Hg.) siehe Kirchengeschichte der Steiermark.
Amon, Karl Die Bischöfe von Seckau 1218—1968, Graz-Wien-Köln 1969.
Andritsch, Johann Landesfürstliche Berater am Grazer Hof (1564—1619), in: Innerösterreich 1564—1619, Graz 1968, 73—117.
Annalium Sacri Ordinis Fratrum. Servorum B. Mariae Virginis a suae institutionis exordio centuriae quatuor. Auctore F. Archangelo Gionino Florentino, pars secunda 1433—1610, Florenz 1622.
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Schellhass, Karl Der Dominikaner Felician Ninguarda und die Gegenreformation in Süddeutschland und Österreich 1560—1583, Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 17—18, Rom 1930—1939.
Schellhass, Karl Nuntiaturberichte aus Deutschland III/3, III/4: Die Süddeutsche Nuntiatur des Grafen Bartholomäus von Portia, Berlin 1896 und 1903.
Schmitz-Kallenberg, L. siehe H.C.
Schulze, Winfried Landesdefension und Staatsbildung, Studien zum Kriegswesen des innerösterreichischen Territorialstaates (1564—1619), Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs 60 (1973).
Schuster, Leopold Fürstbischof Martin Brenner. Ein Charakterbild aus der steirischen Reformations-Geschichte, Graz-Leipzig 1898.
Schwager, K. Kardinal Pietro Aldobrandinis Villa di Belvedere in Frascati, Römisches Jahrbuch f. Kunstgeschichte 9—10 (1961—62) 289—382.
Schweizer, Josef Nuntiaturberichte aus Deutschland hgg. von der Görresgesellschaft, 2. Abt.: Die Nuntiatur am Kaiserhofe, 3. Bd. Die Nuntien in Prag Alfonso Visconte 1589—1591, Camillo Caetano 1591—1592, Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte 18 (1919).
Schwennicke, Detlev Europäische Stammtafeln, begründet von W.K. Prinz zu Isenburg, fortgeführt von F. Baron Freytag von Loringhoven, Neue Serie, 19 Bde., Marburg/L. 1980—2000.
Sittig, Wolfgang Landstände und Landesfürstentum, für den Druck eingerichtet von Franz Otto Roth, Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchives 13 (1982).
Spatzenegger siehe Dopsch.
Speronius, de Alvarottis Arnaldus Adriensium episcoporum series historico-cronologica, monumentis illustrata, Padua 1788.
Starzer, Albert Die Übergabe des Chorherrenstiftes Eberndorf an die Jesuiten, in: MIÖG Erg. Bd. VI (1901) 624—633.
Starzer, Albert Über einen Visistationsauftrag an den Bischof Christoph von Gurk im Jahre 1592, in: Carinthia I, 83 (1893) 133—148.
Steiner, Helmut Die Pfarre Spittal zur Zeit der Reform und Gegenreformation, theol. Diss. Graz 1970.
Steinhauf, Bernhard Giovanni Ludovico Madruzzo (1532—1600) Reformationsgeschichtliche Studien und Texte 132 (1993).
Steinhuber, Andreas Geschichte des Kollegium Germanikum Hungarikum in Rom, 2 Bde., Freiburg im Breisgau 2. Aufl. 1906.
Stieve, Felix Briefe und Akten zur Geschichte des dreißigiährigen Krieges, Bd. 4—5, München 1878—1883.
Stieve, Felix Wittelsbacher Briefe aus den Jahren 1590 bis 1610, Abhandlungen der Hist. Classe der Kgl. bayerischen Akademie der Wissenschaften 17 (1886).
Strachwitz, Moritz Die letzten Jahre des Erzherzogs Ernst von Österreich († 1595), phil. Diss. Wien 1969.
Strnad, Alfred A. Markus Sittich von Hohenems und Andreas von Österreich, in: Die Bischöfe von Konstanz, Bd. 1 Geschichte, Friedrichshafen 1988, 376—403, 458—460.
Sturmberger, Hans Kaiser Ferdinand II. und das Problem des Absolutismus, Wien 1957.
Szilas, László S.J. Der Jesuit Alfonso Carrillo in Siebenbürgen 1591—1599, Biblioteca Instituti Historici Societatis lesu XXVI, Rom 1966.
Tacchella, L. e. M. Il cardinale Agostino Valier e la riforma tridentina nella diocesi di Trieste, Udine 1974.
Tamborra, Angelo Gli stati italiani, l’Europa e il problema turco dopo Lepanto, Biblioteca dell’Archivio storico italiano 13 (1961).
Tavano, Luigi La riforma cattolica nel Goriziano attraverso i nuovi ordini religiosi, in: Katholische Reform und Gegenreformation in Innerösterreich 1564—1628, Klagenfurt-Graz 1994, 155—169.
Tessin, Georg Niedersachsen im Türkenkrieg 1599—1597, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 36 (1964) 66—106.
Thalhammer siehe Gruenfelder.
Theiner, Augustinus Annales Ecclesiastici, Bd. 1—3, Romae 1856.
Thiel, Viktor Die innerösterreichische Zentralverwaltung 1564—1749, Teil 1: Die Hof- und Zentralbehörden Innerösterreichs 1564—1625, AÖG 105 (1916) 1—210.
Tomić, Jovan N. Grad Klis u 1596 godini, Beograd 1908.
Trebbi, Giuseppe Francesco Barbero Patrizio Veneto e Patriarca di Aquileia, Storia della Società Friulana, sezione studi e testi (2), Udine 1984.
Tropper, Christine Kärntner Frauenklöster zur Zeit der Reformation und Gegenreformation, in: Katholische Reform und Gegenreformation, Klagenfurt-Graz 1993, 219—232.
Tropper, Peter G. Die Erneuerung des Pfarrklerus in Salzburgisch-Kärnten zur Zeit der Gegenreformation, in: Katholische Reform und Gegenreformation, Klagenfurt-Graz 1993, 331—344.
Uebersberger, Hans Österreich und Russland seit dem Ende des 15. Jahrhunderts, Bd. 1, Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs (1906).
Uhlirz, Karl Ein Bruchstück des Diariums der Grazer Jesuiten 1574—1589, 1596, 1597, in: Beiträge zur Erforschung der steirischen Geschichte 36 (1908), 51—67.
Vareschi, Severino La legazione del cardinale Ludovico Madruzzo alla dieta imperiale di Augusta 1582, Trient 1990.
Veress, Andreas Epistolae et acta P. Alphonsi Carrilli S. I., 2 Bde., Monumenta Hungariae Historica 32 (1906), 41 (1943).
Veress, Andreas Epistolae et acta Jesuitarum Transylvaniae temporibus principum Bathory (1571—1613), 2 Bde, Fontes Rerum Transylvanicarum 1 (1911), II (1913).
Veress, Endre Relationes nuntiorum apostolicorum in Transsylvaniam missorum a Clemente VIII, Monumenta Vaticana historiam regni Hungariae illustrantia, series II, tom. III, Budapest 1909.
Vigno delli Rubrichi, Renato Il „Fondo Aldobrandini“ dell’archivio Doria Landi Pamphilj, in: Archivio della Società Romana di Storia Patria, terza serie vol. XXIII, annata XCII, Fasc. I—IV (1969), 15—38.
Vigno delli Rubrichi, Renato Il fondo detto „l’Archiviolo“ dell’archivio Doria Landi Pamphilj, in: Miscellanea della Società Romana di Storia Patria XXII (1972).
Vilfan, Sergej Crown, Estates and the financing of defence in Inner Austria, 1500—1630, in: Crown Church Estates. Entral politics in the sixteenth and seventeenth centuries, ed. by R.J.W. Evans and T.V. Thomas, Haundsmills 1991, 70—79.
Viti Mariani, Paolo L’arciduca Ernesto d’Austria e la Santa Sede 1577— 1594, Roma 1898.
Vocelka, Karl Die politische Propaganda Kaiser Rudolfs II. (1576—1612), Veröffentlichung der Kommission für die Geschichte Österreichs, 9 (1981).
Vocelka, Karl Habsburgische Hochzeiten 1550—1600. Kulturgeschichtliche Studien zum manieristischen Repräsentationsfest, Veröffentlichung der Kommission für neuere Geschichte Österreichs 65 (1976).
Vocelka, Karl Rudolf II. und seine Zeit, Wien-Köln-Graz 1985.
Wacha, Georg Matthias Archidux Austriae, in: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 14 (1984) 231—240.
Webernig, Evelyn Der „Dreizehnjährige Türkenkrieg“ (1593—1606) und seine Auswirkungen auf Kärnten, in: Katholische Reform und Gegenreformation, Klagenfurt-Graz 1993, 449—458.
Wehner, Johanna Maria von Bayern, Erzherzogin von Österreich. Ihr Leben bis zum Tode ihres Gemahls (1590), phil. Diss. Graz 1965.
Weiss, Sabine siehe Rainer, Nuntiaturberichte.
Weitlauff, Manfred Die Reichskirchenpolitik des Hauses Bayern im Zeichen gegenreformatorischen Engagements und österreichisch-bayerischen Gegensatzes, in: Wittelsbach und Bayern II/1, 48—76, hg. von Hubert Glaser, München 1980.
Welykyi, A.G. Litterae nuntiorum apostolicorum historiam Ucrainae illustrantes, Bd. 1 und 2, Rom 1959.
Winkelmann, Erich Zur Geschichte des Luthertums im untersteirischen Mur- und Draugebiet. Die Zwischenregierung nach dem Tode Karls II., in: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus 56 (1935) 88—199.
Zagel, G. Die Gegenreformation im Bistum Bamberg unter Fürstbischof Neithard von Thüngen, 1591—1598, Bamberg 1900.
Zahn, Joseph Correspondenz der Päpste mit dem Hofe zu Graz 1568—1619, in: Steiermärkische Geschichtsblätter 1 (1880) 69—97.
Zak, Alfons Österreichisches Klosterbuch, Wien-Leipzig 1911.
Zeeden, Walter Das Zeitalter der Gegenreformation von 1555 bis 1648, 2. Aufl., München 1979.
Ziegler, Walter Der Kampf mit der Reformation im Land des Kaisers, in: RQS 84 (1989) 210—234.

Abkürzungsverzeichnis

a.a. anno accademico
AÖG Archiv für österreichische Geschichte
Arch. Vat. Archivio Segreto Vaticano
ARSI Archivum Romanum Societatis Iesu
A.S. Altezza Sua
B. Bischof
B.H. Bäpstliche Heiligkeit
Bibl. Ambr. Biblioteca Ambrosiana
Bibl. Vat. Biblioteca Apostolica Vaticana
B.ne.S. Beatitudine Sua
Cels.V. Celsitudo Vestra
Ces. Cesarea, -eo
d. dottor(e)
DBI Dizionario Biografico degli Italiani
DHI Deutsches Historisches Institut in Rom
Dil. Diligentia
D.M.tà Divina Maestà
dr. dottore
D.V.Rev.ma Dominatio Vestra Reverendissima
Eb. Erzbischof
E.F.Dt. Eure Fürstliche Durchlaucht
Ehzg Erzherzog
Ehzgin Erzherzogin
E.L. Ehrsame Landschaft
Ecc.mo eccellentissimo
F.Borg. Fondo Borghese
FRA Fontes Rerum Austriacarum
GN Grazer Nuntiatur
H.C. Hierarchia Catholica
I.F.D. Ihre Fürstliche Durchlaucht
IHS Innsbrucker Historische Studien
Ill.ma, Ill.mo Illustrissima, -mo
KN Kölner Nuntiatur
M. messer oder maestro
MIÖG Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung
mons. monsignore
M.tà Maestà
M.tà Div. Maestà Divina
NB Nuntiaturberichte
N.Ö. Niederösterreichisch
N.S. Nostro Signore
Orig. Original
p. padre
QFIAB Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken
R.ma, R.mus Reverendissima, Reverendissimus
RQS Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte
s. san, santa, santo
S.A. Sua Altezza
s.a. siehe auch
S.B.ne Sua Beatitudine
S.Cels. Sua Celsitudo
S.D.M.tà Sua Divina Maestà
S.Dom. Sua Dominatio
S.Ecc.a Sua Eccellenza
S.M. Sua Maestà
s.me. sanctae memoriae
S.M.tà Cath. Sua Maestà Catholica
S.M.tà Ces. Sua Maestà Cesarea
S.N. Signore Nostro
S.R.ma D. Sua Reverendissima Dominatio
S.S. Sua Signoria
S.S.R.ma Sua Signoria Reverendissima
S.Ser.ma A. Sua Serenissima Altezza
S.Ser.tà Sua Serenità
S.S.tà Sua Santità
S.S.tas (S.tis etc.) Sua Sanctitas (Sanctitatis etc.)
S.V. Signoria Vostra
Ser.ma, Ser.mo Serenissima, -mo
Ser.tas Serenitas
sig. signor, -e, -i
sig.ra signora
S.ma, S.mo Santissima, -mo
S.mus D.N. Sanctissimus Dominus Noster
S.ria S. Signoria Sua
S.tà S. Santità Sua
S.tas Sanctitas
S.S.V.V Signorie Vostre
V.A. Vostra Altezza
V.B.ne Vostra Beatitudine
V.M.tà Ces. Vostra Maestà Cesarea
V.P.Rev.ma Vostra Paternità Reverendissima
V.R.tia Vostra Reverentia
V.S. Vostra Signoria
V.S. R.ma Vostra Signoria Reverendissima
V.S.tà Vostra Santità
V.S.tas Vostra Sanctitas
ZHVSt Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark
ZKG Zeitschrift für Kirchengeschichte

Fußnotenapparat

  • 1 Rainer, GN I, S. VIII—XXI, GN II, S. VIII—XXVII. 
  • 2 Schweizer NB, 517, 532 f, 537 A3. 
  • 3 Rainer, Grazer Nuntiatur, 289 ff. 
  • 4 Fasano Guarini, DBI 2, 102 f. 
  • 5 Rainer, Sondergesandte 51 ff. 
  • 6 Mosconi I, 115. 
  • 7 Fasano Guarini, DBI 2, 107—112; Roberg, KN 3/1. 
  • 8 HC IV, 4. 
  • 9 Rainer, Die Hochzeit 82. 
  • 10 Fasano Guarini, DBI 2, 103 f. 
  • 11 Hansen, NB III/1, 737—742. 
  • 12 HC III, 215. 
  • 13 Schellhass, NB III/3 (laufend). 
  • 14 Vareschi, 82, 89, 92. 
  • 15 Hansen, NB III/1 (laufend). 
  • 16 Roberg, KN II/2, XLII. 
  • 17 Hansen, NB III/1, 741. 
  • 18 Ausführliches Verzeichnis der Schriften Minuccis bei Hansen, III/1, 742 f; mehrere Schriften ediert von Alberto Marani u.a., Storia inedita dell’ Etiopia scritta nel 1598 da M. Minucci, Il Mamiani 3, Rom, 1968. 
  • 19 Stefani, Federigo, Di Guecelletto da Prata e dell’origine de’principi et conti di Porcia e Brugnera, Venedig, 1876. 
  • 20 Meyer, Geschichte Spittals 107. 
  • 21 Redlich, Weltmacht des Barock, 48, 51 f. 
  • 22 Probszt-Ohstorff, Porcia Aufstieg und Wirken, 220. 
  • 23 HC I, 23. 
  • 24 HC V, 38; VI, 3, 10; Pastor XVI/1, 12. 
  • 25 Hansen, NB III/1, 4—10; Schellhass, NB III/3 (laufend); Rainer GN I, IX f. 
  • 26 Jaitner, Instruktionen, I, CCXXXIV—CCXXXVI. 
  • 27 Schweizer, RQS 145; Arch. Vat. Nunz. Germ. 113, f. 229*r—232*v. 
  • 28 Pastor X, 240—244; Speronius 267 f. 
  • 29 Speronius, 261. 
  • 30 Schweizer, NB 463 A1, 489—491. 
  • 31 Nr. 1. 
  • 32 Nr. 4. 
  • 33 Nr. 6, 9; Schweizer, NB LXXIII—XCVII, 558. 
  • 34 Nr. 10, 11, 18, 19. 
  • 35 Nr. 21. 
  • 36 Nr. 57, 58, 65. 
  • 37 Nr. 66. 
  • 38 Nr. 95, 96, 98; Mrkonjic, Epistolae Nr. 11237—11243. 
  • 39 Nr. 257, 259, 264, 272, 289. 
  • 40 Nr. 293, 297; Arch. Vat. Epp. ad Principes vol. 25, f. 458*v—463*r. 
  • 41 Jaitner, Instruktionen I, CCXXXV f. 
  • 42 Hurter III, 199, 291 ff.; Loserth, FRA II/58, 153 f., 156 f., 159 f. 
  • 43 Nr. 3, 4. 
  • 44 Schweizer, NB 517, 532, 537 A3. 
  • 45 Loserth, Reformation 326, 521 f. 
  • 46 Loserth, Tagebuch Casal. 
  • 47 Speronius 258—261. 
  • 48 Jaitner, Instruktionen I, CCXXXV f. 
  • 49 Speronius 266 f. 
  • 50 Speronius 267 f. 
  • 51 Gross, 359 ff; Andritsch, 77 f., 82 f; Jaitner, 51 A 35. 
  • 52 Thiel, 176. 
  • 53 Uebersberger, 439—461. 
  • 54 Thiel, 206. 
  • 55 Noflatscher, 95 ff. 
  • 56 Thiel, 181, 206. 
  • 57 Noflatscher, 155 f. 
  • 58 Rainer, Sondergesandte 55 f.; Mosconi I, 115. 
  • 59 Nr. 37, 59, 66, 68—70. 
  • 60 Nr. 205, 210, 217, 274. 
  • 61 Nr. 288; Noflatscher 98. 
  • 62 v.a. in Nunziatura Germania, Fondo Borghese, Archivio della Nunziatura di Vienna. 
  • 63 Vigno delli Rubrichi, 15 ff. 
  • 64 Speronio, 267 f. 
  • 65 Besuch in Porcia 1994, wobei mir Graf Guecello das Porträt des Nuntius Girolamo Portia und großzügig die Archivalien zeigte. 
  • 66 Nr. 13, 90, 316. 
  • 67 Nr. 58; hier auch zwei Schreiben des Jesuitengenerals an Portia; Nr. 17, 229. 
  • 68 Arch. Vat. F. Borg. III, voll. 48 b, 49 a, 48 bb. 
  • 69 Die Minucci-Manuskripte wurden vor ca. 100 Jahren vom Deutschen Historischen Institut in Rom von der Buchhandlung Löscher in Turin käuflich erworben. Ein von Schellhass damals angelegter Index erschließt den Bestand. 
  • 70 Arch. Vat. F. Borg. III, vol. 68. 
  • 71 Arch. Vat. F. Borg. III, vol 68 a, 68 b. 
  • 72 Arch. Vat., Lettere di Principi, vol. 33 a. 
  • 73 Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Familienkorrespondenz A. 
  • 74 Arch. Vat., Epistolae ad Principes, voll. 25, 27; Arm. 44, voll. 36, 37, 38, 39, 48, 49. 
  • 75 Rom, Archivum Romanum S.J., Austria 224, Germania 172, Epp.NN., Opp. NN., Fondo gesuitico Collegia. 
  • 76 Wien, HHStA Korrespondenz Rom. 
  • 77 Venedig, Archivio di Stato, Dispacci Germania. 
  • 78 Neapel Bibl. Naz. XII B 14, f. 156*v—159*r, 168*r—169*r; Roberg, KN II/4, 84 A 3, 103— 105, 113 f.