Einleitung zum 5. Band
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- I. Die Grazer Nuntiatur (Januar 1599–Dezember 1602)
- I.1 Osmanen
- I.2 Uskoken
- I.3 Rekatholisierung und kirchliche Reform
- I.4 Reisen
- I.5 Finanzen
- II. Die Quellen und ihre Überlieferung
- III. Editionskriterien
- Abkürzungs- und Siglenverzeichnis
- Archivalienverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Fußnotenapparat
Vorwort
Die vorliegende Edition schließt an den vierten Band der Editionsreihe von Univ.-Prof. emer. Dr. Johann Rainer an und umfasst die Jahre 1599 bis 1602 der Grazer Nuntiatur Girolamo Portias. Dessen diplomatischer Schriftverkehr mit dem päpstlichen Staatssekretariat in Rom wird hier im Volltext wiedergegeben und in textkritischer wie sachlicher Hinsicht kommentiert. Dabei handelt es sich um den dritten und voraussichtlich vorletzten Band, der sich der ungewöhnlich langen, fünfzehnjährigen Amtszeit Portias (1592–1607) widmet.
Die Arbeit an dieser Edition wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Menschen und Institutionen nicht möglich gewesen. Ihnen möchte ich hier herzlich dafür danken!
Allen voran danke ich Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Garms-Cornides, die die Leitung des Projektes Edition des Schriftverkehrs der Grazer Nuntiatur 1599–1602 übernommen hat, mir stets mit grenzenloser Geduld zur Seite gestanden ist und mich bei allen Arbeitsschritten tatkräftig unterstützt hat.
Das Editionsprojekt wurde 2004 in das Arbeitsprogramm der Historischen Kommission der ÖAW aufgenommen. Dem zu Folge haben das Präsidium der ÖAW und im Besonderen Univ.-Prof. Dr. Arnold Suppan als ehemaliger Obmann der Historischen Kommission und nunmehriger Vizepräsident der ÖAW den Fortgang der Arbeit durch die Bewilligung von Werkverträgen sowie der Verlängerung der Projektlaufzeit maßgeblich gefördert. Die fünf Stipendien im Ausmaß von 28 Monaten des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung am Historischen Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Richard Bösel haben die grundlegende Archivarbeit erst möglich gemacht. Der im Juni 2005 beim Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank eingereichte Projektantrag wurde im Dezember bewilligt (Projektnummer 11844), sodass im Sommer 2006 die Arbeit für den vorliegenden Band aufgenommen werden konnte.
In diesem Zusammenhang will ich auch den Kollegen der geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekte am ÖAW–Standort in Graz und der Historischen Kommission in Wien sowie den ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern am Historischen Institut in Rom für ihre herzliche Aufnahme und großzügige Unterstützung danken.
VIIIDie Recherchen für diese Editionsarbeit haben mich in zahlreiche inund ausländische Archive und Bibliotheken geführt, in denen ich stets auf hilfsbereite Mitarbeiter gestoßen bin. Allen voran führe ich hier das Archivio Segreto Vaticano an, in dem ich den Großteil meiner Forschungsarbeit durchgeführt habe und deren Mitarbeiter einen beträchtlichen Anteil an dieser Edition haben. Im Besonderen danke ich S. Exz. Präfekt Mons. Sergio Pagano, Dr. Giovanni Castaldo, Dr. Alfredo Tuzi, Dr. Carlo Piacentini sowie Luciano Cipriani, Edoardo Antinucci, Antonio De Ciccio, Sergio Macchiusi, Giuseppe Malizia und Ugo Randelli.
Daneben habe ich folgende Archive und Handschriftensammlungen in Florenz, Graz, Klagenfurt, Pordenone, Rom, Salzburg, Udine und Wien konsultiert: Archivio di Stato di Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze; Archiv des Dominikanerklosters in Graz, Diözesanarchiv Graz, Steiermärkisches Landesarchiv; Kärntner Landesarchiv; Archivio Storico Diocesano di Pordenone; Archivio della Congregazione per la dottrina della fede, Archivio di Stato di Roma, Archivio Doria Pamphilj, Archivum Romanum Societatis Jesu, Biblioteca Apostolica Vaticana; Archiv der Erzdiözese Salzburg, Salzburger Landesarchiv; Archivio Diocesano di Udine; Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Stellvertretend für die zahlreichen Mitarbeiter danke ich Dr. Norbert Allmer, Univ.-Doz. Dr. Christine Grafinger, Don Renato Martin, Dr. Alessandra Mercantini und P. Max Svoboda († 2012) für ihre unbürokratische Hilfe und manch aufmunternde Worte.
Auch die von mir besuchten Bibliotheken seien hier angeführt: Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Bibliothek des Historischen Instituts beim Österreichischen Kulturforum in Rom, Biblioteca dell’Istituto dell’Enciclopedia Italiana, Biblioteca di storia moderna e contemporanea, Biblioteca Nazionale Centrale di Roma, Österreichische Nationalbibliothek, Landesbibliothek Steiermark, Universitätsbibliotheken in Graz und Innsbruck sowie die Fachbibliotheken für Geschichte und Theologie in Graz und Wien.
Die neuen Technologien haben mir die Arbeit an dieser Edition in weiten Teilen sehr erleichtert, dazu zählen auch die unzähligen elektronischen Anfragen, die ich an in- und ausländische Archive und Bibliotheken gerichtet habe und die meist unverzüglich und ausführlich beantwortet wurden. Derartige Unterstützung habe ich erfahren von Mons. Dr. Claudio Bellinati (em. Bibliothekar und Archivar der Diözese Padua), Dr. HorstDieter Beyerstedt (Stadtarchiv Nürnberg), Dr. Maria Luigia De Gregorio (Archivio di Stato di Vicenza), Dr. Daniela Ferrari (Archivio di Stato di Mantova), Dr. Mattea Gazzola (Biblioteca civica Bertoliana in Vicenza), Dr. Elmar Kuhn (ehemaliger Kreisarchivar im Kulturamt Bodenseekreis), IXDr. Bruno Lengenfelder (Diözesanarchiv Eichstätt), Dr. Paul Mai (Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg), Dr. Michela Marangoni (Accademia dei Concordi in Rovigo), Dr. Marino Micich (Società di Studi Fiumani, Archivio Museo storico di Fiume in Rom), Dr. Norbert Müller (Stiftsarchiv Rein), Silvia Roversi (Biblioteca comunale di Adria), Dr. Klaus Rupprecht (Staatsarchiv Bamberg), Dr. Dirk Schleinert (Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt), Dr. Christine Tropper (Kärntner Landesarchiv), Univ.-Doz. Dr. Peter Tropper (Archiv der Diözese Gurk), Dr. Josef Urban (Archiv des Erzbistums Bamberg), Michael Volpert (Archiv des Erzbistums München und Freising), Dr. Lilijana Znidarsic Golec (Arhiv Republike Slovenije in Laibach).
Bei der Erstellung des Sachkommentars haben mir darüber hinaus mehrere Personen mit wertvollen Hinweisen und Übersetzungsarbeiten unter die Arme gegriffen: Univ.-Prof. Dr. Silvano Cavazza (Triest), Univ.-Prof. Dr. France M. Dolinar (Laibach), Univ.-Prof. Dr. Silvano Giordano (Rom), Univ.-Doz. Dr. Saso Jerse (Laibach), Univ.-Doz. Dr. Alexander Koller (Rom), Dr. Peter Krendl (Graz), Dr. Tamas Kruppa (Szegedin), Dr. Tomas Parma (Olmütz), Dr. Robert Rebitsch (Innsbruck), Mag. Anja Thaller (Graz), Dr. Péter Tusor (Budapest).
Zur Fertigstellung dieses Bandes haben Dr. Manfred Hollegger, Dr. Hans Peter Hye und Dr. Ilaria Maggiulli wesentlich beigetragen.
Dr. Ludwig Freidinger (Graz) hat erlaubt, das von ihm gezeichnete Siegel Girolamo Portias in diesen Band aufzunehmen.
Die Drucklegung dieses Bandes wurde von der Dözese Graz-Seckau und der Historischen Landeskommission für Steiermark großzügig unterstützt, wofür ich S. Exz. Bischof Dr. Egon Kapellari und Univ.-Prof. Dr. Alfred Ableitinger herzlich danke.
Während der letzten Jahre hatte ich das große Glück, Univ.-Prof. Dr. Gabriele Haug-Moritz, Univ.-Doz. Dr. Katrin Keller und Univ.-Prof. Dr. Grete Walter-Klingenstein an meiner Seite zu wissen, die meiner Arbeit immer mit großem Interesse begegnet sind. Auch Univ.-Prof. emer. Dr. Karl-Heinz Frankl hat durch sein Wohlwollen und seine Aufmunterung den Fortgang der Arbeit sehr unterstützt.
Univ.-Prof. emer. Dr. Johann Rainer danke ich für das Vertrauen, welches er mir entgegenbringt, wenn er sein Lebenswerk, die Grazer Nuntiaturberichte, in meine Hände legt.
Zu guter Letzt möchte ich meine Freunde nicht unerwähnt lassen, die die Arbeit an diesem Band mitgetragen und mir so manchen Motivationsschub gegeben haben. Auch habe ich durch diese Arbeit viele Menschen kennengelernt, mit denen ich heute in Freundschaft verbunden bin.
XDer größte Dank aber gilt meinem Mann und meinen Eltern, ohne deren Unterstützung und Verständnis ich mich nie auf das Abenteuer Nuntiatur einlassen hätte können.
I. Die Grazer Nuntiatur (Januar 1599–Dezember 1602)
Girolamo Portia, Graf von Portia (1559–1612) und Bischof von Adria (1598), richtete als Grazer Nuntius im Juli 1595 seine ständige Residenz in der innerösterreichischen Hauptstadt ein, nachdem er sich zuvor rund drei Jahre lang vorwiegend im süddeutschen Raum aufgehalten hatte und dort den diversen Aufträgen der Kurie nachgekommen war. Anlass für die angeordnete Präsenz des päpstlichen Diplomaten in Graz war die Rückkehr Erzherzog Ferdinands von seinem Studienaufenthalt an der Universität in Ingolstadt und die bevorstehende Übernahme der Regierungsgeschäfte Innerösterreichs durch den damals sechzehnjährigen Sohn Erzherzog Karls. Papst Clemens VIII. furchtete den Einfluss des vorwiegend protestantisch dominierten Umfeldes Erzherzog Ferdinands am Grazer Hof, sodass Portia den Auftrag erhielt, dem entgegen zu wirken und den jungen Fürsten vor allem in seinen Rekatholisierungsabsichten zu stärken1. Durch seine Mutter, Erzherzogin Maria aus dem Hause Wittelsbach, sowie die jesuitendominierte Erziehung in Graz und Ingolstadt war Ferdinand zum Hoffnungsträger der römisch katholischen Kirche in Innerösterreich geworden, der später im Gegensatz zu seinem Vater tatsächlich zielstrebig die Rekatholisierung des Landes vorantreiben sollte. Als Garant dafür wurde ihm ein päpstlicher Nuntius zur Seite gestellt, der den direkten Kontakt mit der Kurie ermöglichte. Portia blieb bis März 1607 in Graz2. In dieser Zeit konnte er ein Vertrauensverhältnis mit dem späteren Kaiser Ferdinand II. aufbauen, das in der päpstlichen Diplomatie wohl einzigartig ist und von dem alle Beteiligten profitierten3.
Dass die Korrespondenz der Nuntien mit dem päpstlichen Staatssekretariat eine Quelle vielfältigen Inhalts darstellt, ist hinlänglich bekannt und wurde wiederholt betont, sodass dies nicht erneut ausgeführt werden XIImuss4. Um der thematischen Vielfalt der vorliegenden Edition gerecht zu werden und zugleich dem Benutzer einen inhaltlichen Leitfaden durch die Texte zu bieten, werden im Folgenden die inhaltlichen Schwerpunkte der Berichte und Weisungen der Grazer Nuntiatur in den Jahren 1599–1602 für sich chronologisch dargestellt. Von ausfuhrlichen biografischen Angaben zu den Hauptkorrespondenten, Girolamo Portia sowie Cinzio und Pietro Aldobrandini, wird in diesem Band abgesehen und auf den dritten Band der Editionsreihe sowie andere einschlägige Arbeiten aus der Nuntiaturforschung verwiesen5.
Dominierend in der Berichterstattung Portias in den bearbeiteten Jahren sind die für Innerösterreich immer wieder kehrenden Bedrohungen durch osmanische Truppen und die damit im Zusammenhang stehenden Probleme der Finanzierung der Abwehr und Grenzsicherung. Höhepunkt dessen war der Verlust der Festung Kanizsa im Oktober 1600 und deren Rückeroberungsversuch im folgenden Jahr6. Weiters spielen in der vorliegenden Korrespondenz die an der Küste Istriens lebenden Uskoken eine wesentliche Rolle, deren Verhalten gegenüber Venedig einen militärischen Konflikt der Serenissima mit Innerosterreich auszulosen drohte7. Daneben stößt man in den Schreiben auf Informationen über die Tätigkeiten des Nuntius betreffend die innerkirchliche Reform und Rekatholisierung mittels Visitationen, Prozessen und Dispensansuchen, wobei sich diese nicht nur auf das Gebiet Innerösterreichs konzentrierten. Portia unternahm auf Anweisung der Kurie in den Jahren 1599–1602 mehrere Reisen in Gebiete außerhalb der Erblande, wodurch die Berichterstattung einen überregionalen Charakter erhält. Daher findet man in der Korrespondenz der Grazer Nuntiatur unter anderem auch Informationen zu den Bischofswahlen in Bamberg (1599) und Brixen (1600) sowie zur Bestellung des Administrators für das Bistum Passau (1599)8. In regionaler Hinsicht berichten die edierten Texte über die von Erzherzog Ferdinand vorerst erfolglos vorangetriebenen Auflosungen der Kloster Arnoldstein und Griffen in Kärnten, deren Besitzungen und Einkünfte zur Gründung eines Jesuitenkollegs in Kärnten bzw. zur Einrichtung eines Wohnhauses für Studenten in Graz dienen sollten. Auch der sogenannte Villacher Handel – ein Rechtsstreit um das Patronat XIIIder Pfarrkirche St. Jakob in Villach - findet ebenso wie die Grundung des Klarissenklosters in Graz über Monate seinen Niederschlag in der Korrespondenz. Darüber hinaus berichtete Portia von einzelnen Verstößen gegen Verordnungen Erzherzog Ferdinands im Bereich der Rekatholisierung und dessen Bemühungen in diesem Zusammenhang sowie von Missständen in den Kirchen in und außerhalb Innerösterreichs9.
Neben den oben angeführten Themen werden in der Einleitung der Edition, erstmals für diese Reihe, auch private Aspekte beleuchtet, wie zum Beispiel die finanzielle Situation der Nuntiatur Girolamo Portias10. Die mit der Reisetätigkeit verbundenen Probleme im Postwesen sowie finanzieller Natur werden ebenso behandelt wie das Selbstverständnis Portias als Nuntius Innerösterreichs und des süddeutschen Raumes11.
Die für eine kritische Edition obligaten Abschnitte über die archivalische Situation samt einer Aufstellung der für die Korrespondenz einschlägigen Archivalien12 und die Editionskriterien13 werden mit einer tabellarischen Übersicht der Korrespondenz abgerundet14.
I.1 Osmanen
Die osmanische Bedrohung war für das Selbstverständnis Innerösterreichs als Bollwerk für die angrenzenden Länder, wie zum Beispiel Italien, über Jahrzehnte prägend und stellte für den Landesfürsten im Spannungsfeld zwischen dem inneren konfessionellen Konflikt und der komplexen Organisation des Defensionswesens eine enorme Herausforderung dar. 1578 hatte Rudolf II. die Grenzverteidigung neu geregelt und Erzherzog Karl die Verwaltung sowie den Oberbefehl über die windisch-kroatische Militärgrenze übertragen. Die Kosten für deren Unterhalt hatten mit dem Brucker Libell die Stände von Steiermark, Kärnten und Krain übernommen. Als zentrales Organ der Landesdefension wurde, neben jenem in Wien, auch in Graz ein Hofkriegsrat eingerichtet. Dennoch gestaltete sich die FinanzieXIVrung der Türkenabwehr weiterhin schwierig15. Mit zunehmender Intensität der Einfälle osmanischer Truppen an den Grenzen des Habsburgerreiches war man neben den eigenen finanziellen Ressourcen auf regelmäßige Hilfsleistungen von außen angewiesen. Es bedurfte der Unterstützung aus dem Reich, vom Heiligen Stuhl oder anderen Fürstenhäusern, um die hohen Kosten der Türkenabwehr decken zu können16. Die Aufteilung dieser Zuwendungen auf den ungarischen und windisch-kroatischen Grenzabschnitt barg ein Konfliktpotential in sich, das trotz entsprechender Vorgaben, wie im Falle der Reichshilfe, sowohl im Vorfeld als auch während des Langen Türkenkrieges virulent wurde17. Diese Situation führte wohl dazu, dass sich der Landesfürst Innerösterreichs eigenmächtig um entsprechende Subsidien bemühte. Aus den bereits edierten Berichten der Grazer Nuntien geht hervor, dass derartige Bittgesuche an den Heiligen Stuhl über den jeweiligen päpstlichen Diplomaten bereits in den 80er Jahren des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nahmen18. Auch Portia richtete wiederholt derartige Schreiben an die Kurie und untermauerte sein Ansinnen mit dem Hinweis, dass die Abwehr der osmanischen Truppen an den Grenzen nicht nur dem Wohl der habsburgischen Länder diente, sondern auch dem des Reiches sowie Italiens und in letzter Konsequenz dem der gesamten Christenheit. Darüber hinaus würde eine Unterstützung Erzherzog Ferdinands bei der Türkenabwehr seine Position gegenüber den protestantischen Landständen stärken und die Rekatholisierung Innerösterreichs fördern19. Argumentationen, die nicht nur in den Nuntiaturberichten regelmäßig wiederholt, sondern auch von Clemens VIII. selbst für seine Türkenpolitik heranzogen wurden20. Im Fall der Grazer Nuntiatur führten sie letztendlich zum erhofften Ziel, wenn auch ein Großteil der Hilfsleistungen der Kurie nicht direkt an den innerösterreichischen Landesfürsten ging.
In den im vorliegenden Band bearbeiteten Jahren informierte Portia die Kurie sowohl in den Berichten als auch in den beigelegten Avvisi ausführlich über die osmanische Bedrohung an den Grenzen, insbesondere am windisch-kroatischen Grenzabschnitt21. Er berichtete über die ProXVbleme der Finanzierung der Türkenabwehr in Innerösterreich, die vor allem im Jahr 1599, nach der Veröffentlichung der ersten rekatholisierenden Maßnahmen Erzherzog Ferdinands, mit dem Kräftemessen zwischen den protestantischen Landständen und dem Landesfürst auf den Landtagen zusammenhingen22. Die daher zu erwartenden Hilfsansuchen wies die Kurie bereits im Vorfeld in die Schranken, da eine positive Erledigung aufgrund der schlechten päpstlichen Finanzen unmöglich sei23. Auf kaiserliche Interventionen reagierte der Heilige Stuhl in diesem Jahr ebenso mit Ablehnung24. Dennoch machte Portia in einem Schreiben aus Bamberg klar, dass man sich die diesjährige schwierige Lage Erzherzog Ferdinands zu Nutze machen könnte, indem man ihn mit geheimen, regelmäßigen Zahlungen für die Zukunft an die Kurie binden und somit die Rekatholisierung Innerösterreichs sichern würde25. Vielleicht bemühte sich Kardinal Aldobrandini eben deshalb über den spanischen Nuntius, Camillo Caetani, so inständig um Unterstützungsleistungen des spanischen Königs Philipp III., Schwager Erzherzog Ferdinands, für Innerösterreich26. Ungeachtet der Ablehnungen scheute der Landesfürst nicht davor zurück, der bedrohlichen Situation in seinen Ländern Ausdruck zu verleihen, indem er den Jesuiten Alfonso Carrillo mit diesem Anliegen betraute und um Fürsprache am Heiligen Stuhl bat, wohin dieser von Fürst Sigismund Báthory und den Grazer Erzherzögen entsandt worden war, um die Annullierung der Ehe des siebenbürgischen Fürstenpaares voranzutreiben27. Auch scheinen über den Nuntius oder auf anderem Weg weitere Hilfsansuchen aus Innerösterreich in Rom eingetroffen zu sein, die die Kardinalnepoten mit großem Bedauern ausdrücklich zurückweisen mussten28. Trotz aller Interventionen erhielt Erzherzog FerXVIdinand, der rund 100.000 scudi jährlich benötigt hätte, 1599 keinerlei Unterstützung der Kurie für die Grenzverteidigung29. Im folgenden Jahr wurde die Hoffnung Innerosterreichs auf die finanzielle Hilfe des Papstes durch eine angebliche Zusage Roms an den Kaiser belebt, wobei Portia aber im Sinne der Kurie solche Gerüchte sofort im Keim ersticken musste30. Kardinal Aldobrandini trieb alternativ dazu seine Bemühungen am spanischen Hof voran, die dank Unterstützung der Schwester Erzherzog Ferdinands, Königin Margarete, zur Ausfertigung eines in Venedig einlösbaren Wechsels von 30.000 scudi führten31. Dennoch hielten die Erzherzöge an weiteren Hilfsansuchen an den Heiligen Stuhl fest32.
Während im Jahr 1599 kaum größere Kampfhandlungen an den Grenzen zu verzeichnen waren, spitzte sich die osmanische Bedrohung an der windisch-kroatischen und westungarischen Grenze im folgenden Jahr zu und gipfelte im Verlust der Festung Kanizsa im Oktober 1600. Kanizsa lag am westlichen Ende des ungarischen Defensionsabschnitts, der von der Drau bis nach Siebenbürgen reichte. Die südlich davon gelegenen Festungen in Weitschawar, Fityeház und Murakeresztúr bildeten die sogenannte weitschawarische Grenze, die als Pufferzone für den windischen Grenzabschnitt zu diesem gehorte und von der Steiermark finanziert und ausgebaut wurde33. Kanizsa hingegen sollte vom Kaiser erhalten werden, der sich dieser Verantwortung aber weitestgehend entzog und dabei auf das bei Verlust der Festung direkt bedrohte Land Steiermark setzte. Aufgrund des daraus resultierenden desolaten Zustandes der Festung sowie des Mangels an Proviant und Munition, war die im Juni in Graz eingetroffene Nachricht vom Anrucken der Feinde mehr als besorgniserregend. Am 4. September fiel Babócsa, am 7. September drangen türkische Streifzüge durch das untere Murtal bis nach Mureck vor und am 8. September begann die Belagerung der Festung Kanizsa. Viel zu spät reagierte man sowohl auf landesfürstlicher als auch auf kaiserlicher Seite mit der Entsendung von Hilfstruppen, die dann nicht mehr in die Festung durchkommen konnten34. Mitte September unterrichtete Portia die Kurie über die Belagerung Kanizsas. Aus Rom folgte die Antwort, etwaigen Überlegungen über Hilfsansuchen an den Heiligen Stuhl aus dem Weg zu gehen35. Einen Monat später berichtete Portia XVIIvom Rückzug des kaiserlichen Entsatzheeres unter Philippe-Emmanuel von Lothringen, Herzog von Mercœur, das erst Anfang des Monats bei Kanizsa sein Lager aufgeschlagen hatte, und schloss die Einnahme der Festung durch die Türken nicht mehr aus36. Am 11. November reagierte Kardinal San Giorgio bestürzt über den Abzug der Besatzung der Festung am 22. Oktober 1600 und regte, entgegen früheren Stellungnahmen, die Beteiligung Portias an den Verhandlungen über eine erfolgreiche Grenzsicherung im gefährdeten Gebiet an. Nun sollte mit dem Erzherzog und dessen Räten sogar die Möglichkeit der Rückeroberung Kanizsas im bevorstehenden Winter ins Auge gefasst werden37. Mit der Einnahme dieser strategisch bedeutenden Festung durch das osmanische Heer waren die Türken bis auf 200 km an Graz herangerückt und stellten eine unmittelbare Bedrohung dar, die auch die bisher erfolgreiche Rekatholisierung Innerösterreichs gefährdete. Das führte wohl dazu, dass Clemens VIII. nach Jahren der ausgebliebenen direkten Unterstützung für den Kampf gegen die Osmanen eine großangelegte Hilfsaktion für die Sicherung der innerösterreichischen Grenzen in die Wege leitete. Am 25. November, knapp einen Monat nach der Kapitulation der Besatzung der Festung Kanizsa, beauftragte er den Grazer Nuntius, die Innerösterreich benachbarten Fürsten, die Herzöge Wilhelm und Maximilian von Bayern, Erzbischof Raitenau von Salzburg und Markgraf Karl von Burgau, persönlich aufzusuchen und sie im Namen des Papstes zur Unterstützung für die Rückeroberung Kanizsas aufzurufen38. Kurz nach dem 18. Dezember verließ Portia mit diesem Auftrag Graz in Richtung Salzburg, suchte die erwähnten Fürsten auf und kehrte nach einem längeren Aufenthalt in Brixen Anfang März wieder zurück39. Sowohl Erzbischof Raitenau als auch Herzog Maximilian von Bayern sicherten zwar ihre Hilfe im windisch-ungarischen Grenzgebiet zu, regten dafür allerdings die Einberufung eines Reichstages zur Türkenabwehr an, worüber sich die Kurie mehr als enttäuscht zeigte40. Markgraf Karl von Burgau, Sohn Erzherzog Ferdinands von Tirol aus der morganatischen Ehe mit Philippine Welser und Bruder von Kardinal Andreas von Österreich, suchte Portia in Innsbruck auf41. Obwohl das habsburgische Gesamthaus nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1595 mit ihm als von der Sukzession ausgeschlossenen Nachkommen noch immer nicht über seine Erbansprüche XVIIIübereingekommen war, versprach Karl von Burgau seine Unterstützung für die Türkenabwehr42. Portia stattete in Innsbruck auch der zweiten Frau und Witwe Erzherzog Ferdinands von Tirol, Anna Caterina Gonzaga, der Schwester des Herzogs Vincenzo von Mantua, einen Besuch ab43. Für sie hatte der Nuntius im Vorfeld seiner Reise hinsichtlich der Hilfsleistungen für die Türkenabwehr Innerösterreichs ein päpstliches Breve angeregt. Ebenso hatte er dies für die Bischöfe von Augsburg, Eichstätt und Würzburg sowie den Abt von Weingarten erbeten, deren Breven er aber aufgrund seiner dringend erforderlichen Anwesenheit bei der Bischofswahl in Brixen nicht persönlich überbringen konnte44.
Nach Graz zurückgekehrt, traf Portia auf einen zuversichtlichen Landesfürsten: Vom Friedenschluss zwischen Frankreich und Savoyen am 17. Januar 1601 in Lyon, der den Verbleib der Markgrafschaft Saluzzo bei Savoyen festlegte und unter maßgeblicher Beteiligung von Kardinal Pietro Aldobrandini erzielt worden war, erwartete Erzherzog Ferdinand sich positive Auswirkungen auf die Unterstützung im Krieg gegen die Osmanen45. Sigismund von Thurn, der vom Erzherzog nach dem Verlust Kanizsas zu Clemens VIII. entsandt worden war, hatte Hoffnung auf päpstliche Hilfsgelder geweckt46. Innerösterreich konnte auf die Unterstützung des spanischen Königs zählen47, und bei den bereits abgeschlossenen Landtagen waren die höchstmöglichen Bewilligungen der vorgestellten Forderungen erfolgt48. Von diesen positiven Entwicklungen angeregt, beabsichtigte Ferdinand, sich sogar persönlich in das Grenzgebiet zu begeben und dem Unternehmen dadurch entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Dazu benötigte er allerdings die Zustimmung des Kaisers, dem seit 1578 die Entscheidung über Krieg und Frieden am gesamten Grenzverlauf zustand49. Also musste Erzherzog Ferdinand die Entscheidung des Kaisers abwarten, während in Graz Informationen über weitere Unterstützungsleistungen eintrafen, und die Bedrohung an den Grenzen nach dem Winter wieder zunahm50. In der Zwischenzeit trieb Clemens VIII. Portias ursprüngliche Mission bei den Innerösterreich benachbarten Fürsten auf breiterer Ebene voran. Er selbst XIXsagte im April 1601 militärische Hilfe im Ausmaß von rund 10.000 Soldaten zu, die sich an den innerösterreichischen Grenzen unter der Führung seines Neffen Gian Francesco Aldobrandini gegen die vorrückenden Osmanen stemmen sollten51. Zudem erwirkte er in der ersten Jahreshälfte Zusagen des Königs Philipp III. von Spanien und des Großherzogs der Toskana, Ferdinando I. Beide Fürsten entschlossen sich ebenfalls dazu, Truppen in das Grenzgebiet zu entsenden, insgesamt 8.000 Mann. Die 2.000 Soldaten aus der Toskana wurden in die päpstliche Armee eingegliedert. Die vom spanischen König zur Verfügung gestellten Söldner rekrutierte der Gouverneur von Mailand, Pedro Enríquez de Acevedo, Conde de Fuentes52.
Im April wurde Erzherzog Ferdinand über die Zustimmung Kaiser Rudolfs zum Vormarsch gegen die osmanischen Truppen unter persönlicher Beteiligung des Landesfürsten informiert und erhielt die Zusicherung von Hilfsleistungen in Form von Soldaten und Geld. Daraufhin nahmen die Vorbereitungen für den Kriegszug ihren Lauf: aus Salzburg, Bayern, Tirol und Augsburg wurden Nahrungsmittel und Munition besorgt53. Die Länder Innerösterreichs mussten trotz Geldmangel für die Ausstattung des Heerzuges aufkommen54, und zwar sowohl für die eigenen Soldaten als auch für jene der europäischen Fürsten. Um diese Belastung zu reduzieren, versuchte Innerosterreich im Falle der päpstlichen Truppen anfangs diese Verpflichtung von sich abzuwenden und hätte deshalb auch eine finanzielle Unterstutzung durch den Großherzog der Toskana der Entsendung von Soldaten vorgezogen55. Zur Überprüfung der Kriegsvorbereitungen wurde am 11. Mai der päpstliche Quartiermeister Leonardo Ciogni nach Graz geschickt, der sich unter anderem auch um die Versorgung der Truppen auf ihrem Weg von den Häfen der dalmatinischen Küste bis nach Agram bemühte. Erzherzog Ferdinand bestellte eigene Kommissare für diese Aufgabe, deren Verhalten XXimmer wieder Grund zur Klage bot56. Wiederholt unterstrich die Kurie die Bedeutung einer angemessenen Versorgung der Soldaten, für deren Besoldung sie selbst verantwortlich war57.
Neben derartigen Vorkehrungen wurden seitens der Kurie noch vor dem Abmarsch der Truppen aus Italien Überlegungen zu ihrer Positionierung am Grenzgürtel angestellt, die in Innerösterreich Anlass zur Sorge waren. Fürchtete man doch, dass die ursprünglich Erzherzog Ferdinand zugesprochene Hilfe im kaiserlich ungarischen Grenzabschnitt eingesetzt und die innerösterreichischen Länder, wie schon in den Jahren zuvor, auf ihre eigenen Mittel angewiesen und vermutlich zum Scheitern verurteilt sein würden58. Diese Befürchtungen erhielten Nahrung durch die Bemühungen von kaiserlicher Seite, die aus Italien entsandten Truppen mit jenen in Ungarn zusammenzulegen und vor Ofen zu stationieren. Ferdinand loste diesen Interessenskonflikt mit Rudolf II., indem er die Entscheidung dem päpstlichen Neffen Gian Francesco Aldobrandini überließ59. Im Juli erfolgte die Bestätigung aus Prag, dass die italienischen Hilfstruppen an der Seite der innerösterreichischen Soldaten in das Grenzgebiet um Kanizsa ziehen sollten, und der Kaiser auf begrenzte Zeit 1.000 Reiter beisteuern würde60. Dennoch schreckte Rudolf II. Anfang September nicht davor zurück, Seifried Christoph von Breuner zu Erzherzog Ferdinand und Gian Francesco Aldobrandini in das Feldlager bei Kanizsa zu schicken, um über eine Zusammenlegung der italienischen und kaiserlichen Truppen für die Eroberung Ofens zu verhandeln61.
Schon am 1. Juni verließ Gian Francesco Aldobrandini Rom und zog über die Marken und die Romagna nach Ferrara, von dort über Treviso in das Friaul und weiter nach Kärnten, wo er Ende Juni in Villach von Portia empfangen wurde62. Am 5. Juli erreichte Aldobrandini in Begleitung des Nuntius Graz63. Die päpstlichen Truppen wurden von Ancona über die Adria in die Häfen von Buccari und Fiume gebracht, von wo aus sie über Laibach nach Agram zogen64.
XXIBezüglich der spanischen Truppen herrschte in Graz lange Zeit Unsicherheit. Der vom spanischen König zum Befehlshaber seiner Truppen ernannte Herzog Vincenzo von Mantua forderte für sich das Amt des Generalleutnants und einen Begleitschutz für die aus Mailand kommende Infanterie, was in Graz keinesfalls auf Zustimmung stieß65. Er war dem Kaiser bereits in den Jahren 1595 und 1597 am ungarischen Grenzabschnitt zu Hilfe geeilt und zog nun im Juli 1601 mit der Absicht nach Graz, als Generalleutnant Erzherzog Ferdinands vor Kanizsa zu wirken. Dadurch ergab sich eine direkte Konkurrenz mit Gian Francesco Aldobrandini, was von der Kurie kritisch beobachtet wurde66. Während dieser Konflikt nicht ausbrach, weil die beiden im Laufe des Kriegszuges nie zusammentrafen und Aldobrandini als Neffe des Papstes entsprechenden Respekt genoss, kam es zwischen dem Herzog und Don Giovanni de’ Medici zu dauerhaften Rivalitäten. Letztgenannter war als militärisch erfahrener Stiefbruder des Großherzogs der Toskana dem Aufruf des Papstes zwar ebenfalls gefolgt, aber nicht bereit, sich dem mantuanischen Herzog, dem Mann seiner Stiefschwester Eleonora de’ Medici, unterzuordnen67. Beide trafen in Graz aufeinander, wo sie sich auf ihrer Anreise im Juli/August aufhielten68. Die spanischen Truppen unter der Führung von Gaudenzio Madruzzo erreichten das Kriegsgebiet Ende August, während jene des Großherzogtums mit Gian Francesco Bourbon del Monte Anfang September dort eintrafen69.
Portia bemühte sich im Auftrag der Kurie um Gian Francesco Aldobrandini während dessen Aufenthaltes in der innerösterreichischen Residenzstadt, begleitete ihn am 30. Juli wunschgemäß aber nur ein Stück des Weges nach Agram, denn auf Geheiß des Generals der Kirche sollte Portia in Graz bleiben, sich am Hof für die päpstlichen Truppen verwenden und weiter über die aktuellen Ereignisse Bericht erstatten70. Dies war der Kurie umso wichtiger, als weder die Vorkehrungen für die Belagerung Kanizsas abgeschlossen, noch die Versorgung der fremden Soldaten sichergestellt waren71. Der General der Kirche hielt sich vom 6. bis 21. August in Agram XXIIauf und zog anschließend mit den päpstlichen Truppen nach Warasdin weiter, wo er am 26. August eintraf72. Als sich im September die Berichte über den schlechten Gesundheitszustand Gian Francescos häuften, schickte Portia ein Mitglied seiner famiglia nach Warasdin, um dort nach dem Rechten zu sehen. Obwohl die gesundheitliche Verfassung des Generals zunächst nicht weiter besorgniserregend schien, schlug der Nuntius aufgrund des herrschenden Fiebers dennoch die Rückreise Aldobrandinis nach Radkersburg oder in die Nähe von Graz vor, wo eine bessere ärztliche Versorgung gewährleistet sei. Auch Erzherzogin Maria bemühte sich in dieser Angelegenheit73. In einem Bericht vom 17. September zeigte sich Portia aufgrund ausbleibender Berichte aus dem Umfeld Aldobrandinis zunehmend besorgt und überlegte eine Reise nach Warasdin74. Bereits am folgenden Tag trat er sie tatsächlich an und erfuhr am Weg dorthin vom Tod des Generals am 17. September75. Zu spät hatte auch die Kurie reagiert, die in der Nacht vom 22. September einen Kurier mit medizinischen Ratschlägen nach Warasdin entsandte76. Vor Ort kümmerte sich Portia um eine angemessene Behandlung des einbalsamierten Leichnams, der vorläufig in einer Kirche aufgebahrt wurde, und reiste trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustandes zur päpstlichen Armee ins Kriegsfeld vor Kanizsa weiter77. Diese war, zum Unmut der Kurie, infolge der Abwesenheit ihres Befehlshabers bei den Vorbereitungen zur Belagerung Kanizsas ins Abseits geraten. Daher forderte Portia Erzherzog Ferdinand vor Ort zur Beseitigung dieses Missstandes und dazu auf, den stellvertretenden päpstlichen Feldhauptmann, Flaminio Delfini, in die strategischen Planungen einzubeziehen78. Nach zehn Tagen begab Portia sich auf den Rückweg, machte kurz bei der famiglia des verstorbenen Gian Francesco Aldobrandini in Warasdin Halt und traf am 9. Oktober in Graz ein79. Von dort aus bemühte er sich weiter um die in Warasdin zurückgebliebenen Begleiter Aldobrandinis, organisierte deren Rückreise sowie die Überführung des Leichnams nach Rom und gab die Errichtung einer Gedenkstätte für den Verstorbenen in Warasdin in Auftrag80.
XXIIIDie Hilfstruppen und das innerösterreichische Aufgebot hatten sich Anfang September bei Turnisce gesammelt und am 10. September das Lager bei Kanizsa aufgeschlagen81. Der Zeitverlust durch den verspäteten Anmarsch der Hilfstruppen und die schleppenden Vorkehrungen für die Belagerung der Festung hatten dazu geführt, dass der Rückeroberungsversuch erst im Herbst beginnen konnte82. Die Führung der verschiedenen Truppen stellte eine enorme logistische Herausforderung dar, die durch die krankheitsbedingte Abwesenheit Gian Franscesco Aldobrandinis verschärft wurde. Dessen Generalquartiermeister Flaminio Delfini wurde anfangs kaum in Entscheidungen einbezogen, sollte aber auf Betreiben Portias nach dem Tod Aldobrandinis neben Generalkommissar Giacomo Serra vorübergehend als Verantwortlicher der päpstlichen Truppen angesehen werden83. Am 22. bzw. 24. September wurde Delfini von Clemens VIII. offiziell zum stellvertretenden Feldhauptmann der päpstlichen Truppen ernannt84. Enttäuscht uber die schlechte Behandlung Delfinis und seiner Truppen erließ der Papst am 13. Oktober mahnende Breven an Erzherzog Ferdinand und Maria85. Übergeben sollten sie Serra und Portia und dabei deutlich zu verstehen geben, dass man durch dieses Verhalten den vorzeitigen Abzug der päpstlichen Hilfstruppen und die zukünftige Unterstützungen der Kurie riskierte86. In Absprache entschlossen sich Serra und Portia aber dazu, die Breven nicht auszuhändigen, da sich die Situation im Feldlager inzwischen verbessert hatte87.
Selbst innerhalb der eigenen Reihen war es aufgrund der Abwesenheit Gian Francesco Aldobrandinis zu erheblichen Irritationen gekommen. Die Hauptleute Paolo Savelli, Carlo Felice Malatesta und Orazio Baglioni, die insgesamt achtzehn Kompanien mit einer Gesamtzahl von 3.600 Fußsoldaten anführten, legten ihre Funktion schon Anfang September nieder und dienten fortan als Soldner, da sie nicht bereit waren, unter Flaminio Delfini zu kämpfen88.
Die Belagerung Kanizsas führte nicht zum gewünschten Erfolg. Die schlechte Koordination der Truppen, ein früher Wintereinbruch, die manXXIVgelhafte Versorgung und der daraus resultierende schlechte Gesundheitszustand der Soldaten machten das militärische Vorhaben immer aussichtsloser und hatten nicht nur bei den päpstlichen Truppen wiederholt zu Fahnenflucht gefuhrt89. Kurz nachdem die kaiserlichen Hilfstruppen eingetroffen waren, entschloss sich Erzherzog Ferdinand am 16. November auf Anraten von Hermann Christoph von Rußworm für den Rückzug90. Dies löste sowohl bei einem Großteil der Truppenführer als auch bei der Kurie Unverständnis und Enttäuschung aus91. Don Giovanni de’ Medici zog danach über Graz nach Wien, Vincenzo von Mantua über Salzburg, München und Innsbruck nach Mantua. Die päpstlichen Truppen sammelten sich unter Giacomo Serra, Flaminio Delfini und den ubrigen Hauptleuten in Pettau92. Portia erhielt Weisung, sich um die Versorgung dieser Truppen auf ihrem Weg über Laibach nach Görz zu kümmern93. Jene Soldaten, die nicht transportfähig waren, sollten zur Genesung in Pettau verbleiben, wo jedoch ein Großteil am Fieber verstarb, das auch in Graz grassierte94.
Ende November nominierte Erzherzog Ferdinand einen Gesandten für die Kurie, der aber erkrankte, sodass er durch den Bischof von Bosnien, Lajos Újlaky, ersetzt wurde. Seine Aufgabe bestand darin, Papst Clemens VIII. persönlich über die Ereignisse bei Kanizsa und die Lage im Grenzgebiet zu informieren sowie um finanzielle Unterstutzung fur die Grenzsicherung im folgenden Jahr zu bitten. Begleitet wurde er dabei vom Sekretär Erzherzog Ferdinands, Peter Casal95. Er traf Anfang März 1602 in Rom ein96. Am 31. Juli kehrte er nach Graz zurück und berichtete vom Wohlwollen der Kurie für das Haus Habsburg und die erzherzogliche Familie in Graz97.
Nach dem missglückten Rückeroberungsversuch der Festung Kanizsa führte der innerösterreichische Landesfürst im Januar 1602 in Prag erneut Verhandlungen über das Defensionswesen an den Grenzen98. Ziel dabei war, Kaiser Rudolfs Verantwortung für die vernachlässigte Sicherung des Canisischen tractum der ungarischen Grenze und der Festung Petrinja in Erinnerung zu rufen, damit Innerosterreich finanziell zu entlasten und eine Auszahlung der rückständigen Beiträge aus der Reichshilfe bzw. zukünftig XXVderen regelmäßige Zuweisung zu erwirken. Begleitet wurde der Landesfürst dabei von Abgesandten der Länder Steiermark, Kärnten und Krain99. Am 7. Februar kehrte Ferdinand mit seinem Bruder Maximilian Ernst nach Graz zurück. Man konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Kaiser Rudolf trotz des Versprechens, die Sicherung der kroatisch-windischen Grenze zu unterstützen, sein Hauptaugenmerk auch in Zukunft auf die bedrohten Gebiete in Ungarn legen würde100. Erst Anfang September erhielten die in Prag verbliebenen landschaftlichen Abgesandten die Zusage des Kaisers, Innerösterreich für die Dauer der osmanischen Bedrohung jährlich 100.000 Gulden aus der Reichshilfe zuzuwenden. Dies entsprach aber nicht den Vorstellungen Erzherzog Ferdinands, der 150.000 Gulden und die Festlegung des Zahlungszeitpunktes verlangte101. Eine definitive Einigung kam erst im Sommer 1603 zustande102.
Geruchte, wonach Rudolf II. im Jahr 1602 mit finanzieller Unterstützung des Heiligen Stuhls für die kaiserliche Türkenabwehr rechnete, wurden Portia bereits im März von einem bayerischen Gesandten in Graz zugetragen103. Dies vergrößerte die Sorge um die Grenzsicherung Innerösterreichs, die auch in diesem Jahr auf Hilfe von außen angewiesen war. Die Berichte des Grazer Nuntius an die Kurie über die im Frühjahr erneut aufkommende osmanische Offensive und die mangelnde Finanzierung der Abwehr brachen nach dem Verlust Kanizsas nicht mehr ab104. Ihnen konnte die Kurie entnehmen, dass Erzherzog Ferdinand, wie schon 1601, vor allem auf Papst Clemens VIII. und König Philipp von Spanien setzte. Beide wurden in dieser Angelegenheit von einem erzherzoglichen Gesandten aufgesucht: während der Bischof von Bosnien, Lajos Újlaky, sich vom März bis Juli 1602 in Rom aufhielt, reiste Germanico Strassoldo an den spanischen Hof. Auf Wunsch von Königin Margarete sollte diese Gesandtschaft geheim gehalten werden. Trotzdem waren sowohl Kardinal Aldobrandini als auch Kardinal San Giorgio darüber informiert. König Philipp sagte im April eine Zahlung von 210.000 scudi zu, von denen 60.000 für die jährliche spanische Pension Erzherzog Ferdinands bestimmt waren, der Rest stellte eine für dieses Jahr einmalige Hilfsleistung für Innerösterreich dar105. Aus XXVIRom erfuhr man im Juli 1602 von der Bereitschaft der Kurie, Kaiser Rudolf und Erzherzog Ferdinand in der Turkenabwehr in diesem Jahr finanziell zu unterstützen. Dabei drängte Letztgenannter von Anfang an aufgrund seiner früheren Erfahrungen vor allem auf eine gerechte Aufteilung dieser Hilfsgelder106. Die Entsendung des päpstlichen Kommissars der Apostolischen Kammer, Giacomo Serra, zur Verwaltung der zugesagten 100.000 scudi wurde von Erzherzog Ferdinand begrüßt, da dieser die bedrohliche Situation in Innerösterreich während des Rückeroberungsversuches von Kanizsa im vorangegangenen Jahr persönlich kennengelernt hatte107. Am Kaiserhof schien man davon weniger begeistert108. Anfang September verließ Serra Rom und reiste direkt nach Wien, in Graz hatte man vergeblich auf ihn gewartet109. Erst Anfang Dezember kam er in die innerösterreichische Residenzstadt und suchte Erzherzog Ferdinand und dessen Mutter Maria auf, wobei er ein päpstliches Breve vom 7. September übergab, in dem seine Entsendung angekündigt wurde. Zudem versicherte Serra dem Erzherzog mündlich, dass die päpstlichen Hilfsgelder sowohl für Kaiser Rudolf als auch für ihn bestimmt seien. Da Ferdinand darüber informiert war, dass Serra bis zu diesem Zeitpunkt circa zwei Drittel der 100.000 scudi bereits zugewiesen hatte, bat er um die restliche Summe für den Ausbau der Festungen an der kroatisch-windischen Grenze. Dem konnte Serra eigenmächtig nicht nachkommen und berief sich auf die Widmung durch den Heiligen Stuhl110. Dieses restliche Geld wurde in Wien belassen und sollte für das folgende Jahr zur Verfügung stehen. Erzherzog Ferdinand erhielt von den päpstlichen Hilfsgeldern des Jahres 1602 nur 4.000 scudi, Rudolf II. hingegen 80.000 scudi111.
Als Krisenherde entlang der Militärgrenze kristallisierten sich im Sommer 1602 Kopreinitz im windischen sowie Ofen, Pest und Stuhlweißenburg im ungarischen Grenzabschnitt heraus112. Während Pest im Oktober von den kaiserlichen Truppen erobert werden konnte, fiel Stuhlweißenburg im XXVIIAugust erneut in die Hände der Osmanen. Ofen verblieb in deren Macht, Kopreinitz wurde im folgenden Jahr belagert113.
Die vorliegende Korrespondenz der Grazer Nuntiatur ermöglicht für vier Jahre Einblick in die Abwehrmaßnahmen Innerösterreichs während des Langes Türkenkrieges. Sie stützten sich auf die Hilfsleistungen der Kurie, des spanischen Königs und anderer Fürstenhäuser. Die bearbeiteten vier Jahre haben mit der Eroberung der Festung Kanizsa durch die Osmanen im Jahr 1600 und dem missglückten Rückeroberungsversuch im folgenden Jahr ihren Höhepunkt, der mit Hilfe der Nuntiaturberichte um einige Facetten bereichert werden kann114. Vor allem die Anwesenheit des päpstlichen Neffen Gian Francesco Aldobrandini und sein unerwarteter Tod vor Beginn der Belagerung Kanizsas zur Rückeroberung der Festung lenkte die Aufmerksamkeit der Kurie vermutlich mehr als sonst auf die Ereignisse des Jahres 1601. Dies findet auch Ausdruck im Schriftverkehr mit ihrem Vertrauensmann in Graz. Durch Portia verfügte Erzherzog Ferdinand, der eine Sicherung der windisch-kroatischen Grenze ohne Hilfe von außen nicht bewerkstelligen konnte, da er kaum auf die Unterstützung Rudolfs II. zählen durfte, über eine direkte Verbindung zur Kurie, die sich trotz ihrer eigenen misslichen finanziellen Lage fur eine gezielte Hilfe einsetzte. Daher führten die Bittgesuche an Clemens VIII. auf lange Sicht eher zum Erfolg als jene an Rudolf II.
I.2 Uskoken
Die Uskoken bildeten einen seit Jahrzehnten schwelenden Konfliktherd im kroatischen Grenzgebiet, der gerade in den bearbeiteten Jahren virulent wurde und eine Bedrohung Innerösterreichs durch Venedig heraufbeschwor. Anfangs als Unterstützung für die Türkenabwehr im Grenzgebiet willkommen geheißen und mit Freiheiten und Rechten ausgestattet, wurden die vor den Osmanen Gefluchteten plotzlich zur Bedrohung fur die Habsburger und die Serenissima. Vor allem die in der Küstenstadt Zengg angesiedelten Uskoken, die für die Sicherung der Meergrenze zuständig XXVIIIwaren, waren neben dem Handel auf den Sold aus ihrem Milizdienst angewiesen. Da diese Einnahmequellen in Friedenszeiten fehlten bzw. wegen der fehlenden Finanzmittel für die Grenzabwehr äußerst unsicher waren, konzentrierten sie sich auf das Kapern von türkischen Schiffen und Überfälle in das türkische Grenzgebiet. Das Durchsuchen von Schiffen unter der Markusflagge fuhrte dann aber zum offenen Konflikt zwischen den Uskoken und Venedig115. Die daraus resultierenden Raubzüge in das angrenzende venezianische Territorium und die uskokische Piraterie in der Adria, veranlassten die Serenissima neben Seeblockaden zu Vergeltungsschlägen gegen habsburgische Besitzungen in Istrien und Triest. Dies stellte neben der osmanischen Bedrohung im kroatisch-windischen Grenzgebiet einen gefährlichen Unruheherd und eine wirtschaftliche Schwächung für Innerösterreich dar. Erzherzog Ferdinand lief Gefahr, neben der ohnehin mangelhaft gesicherten kroatisch-windischen Grenze mit einer zweiten Front konfrontiert zu werden, der er nicht hätte Stand halten können. Sein Ziel musste daher sein, die Angriffe der Uskoken auf die Adriaschifffahrt und die Uberfälle auf venezianisches Gebiet zu verhindern, um den Konflikt mit Venedig zu entschärfen.
1599 spitzte sich die Situation dramatisch zu, indem es als Reaktion auf die Übergriffe der Grenzsiedler wiederholt zu militärischen Einfällen der Venezianer in das Gebiet um Fiume und Triest kam116. Diese Vergeltungsschläge trafen vor allem die dort ansässige Bevölkerung, die ohnehin sehr unter den Folgen der osmanischen Einfälle litt. Umso mehr bemühte sich Erzherzog Ferdinand um eine moglichst rasche Beilegung des Konflikts durch eine einvernehmliche Lösung mit der Serenissima. Dazu entsandte er Joseph Rabatta, der bereits im Vorjahr in dieser Angelegenheit bei Clemens VIII. vorstellig gewesen war, im Februar zu Verhandlungen nach Venedig und Florenz117. Daneben suchte Erzherzog Ferdinand Unterstützung bei der Kurie und Kaiser Rudolf II. als Oberbefehlshaber der Grenzabwehr118. Die Kurie war während des Pontifikates von Clemens VIII. trotz verschiedener XXIXKonflikte im Interesse des Friedens in Italien stets um ein Einvernehmen mit Venedig bemüht119. Parallel zu den Verhandlungen Erzherzog Ferdinands sollte der Heilige Stuhl, der ebenso von den Beeinträchtigungen der Adriaschifffahrt betroffen war, die Serenissima auf diplomatischem Weg von den Einfällen ins innerösterreichische Gebiet abbringen120. Diesbezüglich intervenierten Clemens VIII. und Kardinal Aldobrandini beim Botschafter Venedigs am Heiligen Stuhl, Giovanni Mocenigo121. Darüber hinaus entsandte der Heilige Stuhl Flaminio Delfini im Februar 1599 nach Graz und Prag, um eine Losung des Konflikts herbeizufuhren und damit ein mogliches Zerwürfnis zwischen Venedig und dem habsburgischen Reich zu verhindern122. Ungeachtet all dieser diplomatischen Bemühungen rüstete Erzherzog Ferdinand in den ersten Monaten des Jahres 1599 mit circa 8.000 Soldaten auf, um den Übergriffen Venedigs nicht wehrlos gegenüber zu stehen123.
Portia berichtete in seinen Schreiben an die Kurie regelmäßig über das Uskokenproblem und vertrat darin die Meinung, dass nur die Absiedlung der Uskoken von ihrem Hauptstützpunkt, der an der Küste gelegenen Stadt Zengg, eine Entschärfung des Konflikts herbeifuhren konne124. Dieser Plan war bereits seit geraumer Zeit im Umlauf und wurde von den beteiligten Parteien auch angestrebt, stieß aber bei der Umsetzung auf große Probleme125.
Aufgrund der Abwesenheit Portias von März bis Juni 1599 von Graz, bietet die Nuntiaturkorrespondenz in diesem Zeitraum wenig Informationen über die Vorgänge in dieser Angelegenheit126. Als Ergänzung wäre die Edition von Karl Horvat heranzuziehen, die thematisch entsprechende Ausschnitte aus Schriftstücken italienischer Archive wiedergibt127, wozu unter anderem Schreiben der Nuntiaturen am Kaiserhof, von Venedig und Graz sowie des Gesandten Flaminio Delfini zählen. Wehrmutstropfen dabei ist jedoch, dass im Gegensatz zu den entsprechenden päpstlichen Breven die Weisungen aus dem Staatssekretariat in Rom nicht berücksichtigt und XXXim Bezug auf die Grazer Nuntiatur einschlägige Archivbände nicht benutzt wurden128. Bei den von Horvat herangezogenen Bänden des Fondo Borghese wurde zudem eine Auswahl getroffen und nicht alle Uskokenbetreffe wurden in die Edition aufgenommen129. Aufgrund der so entstandenen Lücken fehlen in der bisher veröffentlichten Literatur zum Thema Uskoken, die sich bisher vorwiegend auf die Edition von Horvat stützte, einzelne wesentliche Aspekte130. Im Bezug auf Innerösterreich kommt erschwerend hinzu, dass von August bis Dezember 1600 kaum Berichte Portias vorhanden sind.
Nach seiner Rückkehr berichtete Portia im Juni 1599 erneut über die Uskokenproblematik und stellte fest, dass die Verhandlungen während der letzten Monate kaum Fortschritte gemacht hatten. Trotzdem äußerte Portia Skepsis, als die Serenissima die Übertragung der Verhandlungsvollmacht von Rudolf II. auf Erzherzog Ferdinand anregte131. Auch die Kurie schien zu diesem Zeitpunkt verzweifelt, denn Delfini, der sich bereits seit März in Prag befand, konnte keinerlei Ergebnisse erzielen, da sich die Verhandlungen am Kaiserhof äußerst langwierig und mühevoll gestalteten132. Dies war nicht verwunderlich, hatte doch Nuntius Spinelli im März 1599 die grundsätzliche Verhandlungsmoral am Kaiserhof als: ,,. flemma ordinaria, con la quale s’attende ai negotii in questa corte …133“ bezeichnet. Allerdings berichtete Portia über den Entschluss des Kaisers, die Uskoken in das Landesinnere nach Ottocan zu übersiedeln und in Zengg eine deutsche Garnison zu stationieren134. Bereits im Juli wurde Georg Lenkovié, der Grenzoberste der kroatischen Grenze, mit der Umsetzung dieser Entscheidung beauftragt135. Zudem beabsichtigten Rudolf II. und Erzherzog Ferdinand, eine gemeinsame Kommission nach Rom zu schicken, um weiterführende Verhandlungen mit der Kurie aufzunehmen136. Diese erkannte sofort, dass das zentrale Problem die Finanzierung der neuen Besatzung von Zengg XXXIwar, für die der innerösterreichische Landesfürst unter keinen Umständen alleine aufkommen könne, sondern dies nur mit Hilfe des Kaisers bewerkstelligen hätte können137. Ebenso bezweifelte die Kurie, dass die Absiedlung einer Gruppe von Uskoken vom Küstenstreifen ausreiche, um die Übergriffe dieser Siedler auf Venedig zu verhindern und somit den offenen Konflikt mit Venedig zu vermeiden138. Der Entsendung einer Gesandtschaft, von der man nur durch Portia erfahren hatte, stand man in Rom ebenso skeptisch gegenüber, weil man deren Sinnhaftigkeit in Frage stellte139. In der Frage der Finanzierung stimmte Portia mit der Kurie überein und bedauerte, dass aufgrund des Ausbleibens der ursprünglich zugesicherten kaiserlichen Unterstützung die Umsiedlung der Uskoken verzögert würde. Eine teilweise oder komplette Übernahme der Kosten durch Erzherzog Ferdinand aber sei aufgrund der ohnehin schon stark belasteten Finanzen Innerösterreichs unmöglich. Was die Mitglieder der Gesandtschaft nach Rom betraf, vermutete Portia, dass seitens Innerösterreichs der kaiserliche Botschafter am Heiligen Stuhl, Raimund von Thurn, der Bischof von Triest, Ursino de Bertis, und ein Doktor aus Görz – bei ihm handelte es sich um Giovanni Maria Zuppini – als Kommissare bestimmt worden waren140. Sie sollten noch im August nach Rom geschickt werden, um die in Prag stockenden Verhandlungen voranzutreiben141.
In Rom beobachtete man diese Entwicklungen mit Besorgnis und bot Erzherzog Ferdinand an, anderwärtig aufgetriebene Hilfsgelder über die Apostolische Kammer auszuzahlen, um so den Schein zu wahren und den Standpunkt Innerösterreichs zu untermauern, keinen Beitrag zur Besatzung Zenggs leisten zu können142. Graz lehnte ab, da man keine Möglichkeit sah, die notwendige Summe andernorts zu erhalten143. Am 29. August bzw. 4. September richtete Clemens VIII. Breven an Rudolf II. und Erzherzog Ferdinand, in denen sie zum Abschluss der Verhandlungen angehalten wurden144. Die Umsiedlung der Uskoken war aber nur durchführbar, wenn längerfristig entsprechende Mittel für die neue Besatzung Zenggs gesichert waren. Da die jährlichen Kosten von 18.000 bis 20.000 Gulden weder von Rudolf II. noch von Erzherzog Ferdinand gedeckt werden konnten, zielte man in Graz auf finanzielle Unterstutzung der Kurie oder Venedigs ab. XXXIIÜber Erstere hätten Gelder aus Ancona, das von den Überfällen der Uskoken ebenfalls betroffen war, beigesteuert werden können. Die Serenissima hingegen hätte durch den Ankauf von Holz aus den Wäldern um Zengg den Unterhalt der Besatzung der Stadt sichern können. Diese Idee gab es bereits seit einiger Zeit und sie wurde in den folgenden Jahren wiederholt aufgegriffen, konnte sich aber nicht durchsetzen, da man durch das Abholzen der Wälder eine erhöhte Bedrohung durch die Osmanen befürchtete145. Eine Belastung Anconas lehnte Clemens VIII. ab, doch stimmte er mit Delfini uberein, Venedig um finanzielle Unterstutzung zu bitten146. Portia begrüßte diesen Vorschlag, stellte aber klar, dass derartige Verhandlungen nur über den Kaiser erfolgen dürften147.
In der hier vorliegenden Korrespondenz zwischen Nuntius und Kurie in den Monaten Oktober 1599 bis April 1600 spielt die Uskokenproblematik keine Rolle. Dies kann wohl vor allem darauf zurückgeführt werden, dass sich Portia im Oktober/November 1599 und Februar/März 1600 nicht in Graz aufhielt148. In der Zwischenzeit war in diesem Zusammenhang kaum etwas passiert, die Verhandlungen in Prag waren zum Erliegen gekommen, und Delfini hatte nach mehrmaligem Bitten Anfang Januar 1600 die Erlaubnis erhalten, Prag zu verlassen. Seine Rückreise konnte er aber erst im April antreten und überließ dann die Geschäfte Nuntius Spinelli149. Im März 1600 war Giovanni Maria Zuppini, der der Gesandtschaft an den Heiligen Stuhl angehören sollte, in Rom eingetroffen, um dort Verhandlungen aufzunehmen. Inwieweit diese geführt wurden, kann aus den vorliegenden Akten nicht beantwortet werden. Interessant ist aber, dass er sich noch im April 1601 in Rom aufhielt150.
Im Frühjahr 1600 nahmen die Uskoken erneut ihre Raubzüge auf. Venedig reagierte mit Vergeltungsschlägen, sodass die Problematik wieder virulent wurde. Deshalb wollte Portia die Hochzeitsfeierlichkeiten Erzherzog Ferdinands im April für anschließende Sondierungsgespräche des Landesfürsten mit dem venezianischen Sonderbotschafter Angelo Badoer nutXXXIIIzen. Da die Serenissima dafür aber eine Vollmacht erteilen musste, sollte die Kurie in diesem Sinn über ihren Nuntius in Venedig intervenieren151. Rom begrüßte nach mehreren Monaten des Stillstandes in dieser Angelegenheit die Initiative des Grazer Nuntius und setzte alle Hoffnungen auf diese Verhandlungen. Die Intervention des Heiligen Stuhles erfolgte aber zu spät152. Badoer hatte in seiner Instruktion lediglich den Auftrag erhalten, die Erzherzöge nach den Feierlichkeiten über die Bedrohung seitens der Uskoken und die Position Venedigs zu informieren153. In Gesprächen mit Portia stellte der Sonderbotschafter in Aussicht, auch ohne Verhandlungsvollmacht gegebenenfalls Venedig über den Standpunkt Innerösterreichs zu informieren, jedoch müsste eine entsprechende Unterredung auf Initiative Ferdinands erfolgen154. Dieser suchte aber bis zur Abreise Badoers am 30. April nicht das Gespräch, da er ohne Zustimmung des Kaisers nicht agieren wollte, sodass nur auf der Ebene der Sekretäre ein Informationsaustausch stattfand. Dass es zumindest dazu gekommen war und die Tatsache, dass Erzherzog Ferdinand die Instandsetzung der Festung Ottocan angeordnet hatte, um die Voraussetzungen für die Umsiedlung der Uskoken zu schaffen, stimmte Portia sehr zuversichtlich155. Auch die Kurie schöpfte im Juni 1600 erneut Hoffnung, die dadurch bestärkt wurde, dass aus Venedig Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde. Zur Unterstützung Erzherzog Ferdinands erließ Clemens VIII. am 17. Juni ein entsprechendes Breve156. In diesem Zusammenhang sehr interessant ist ein Schreiben Kardinal San Giorgios an den Nuntius in Venedig, Offredo Offredi, vom 3. Juni 1600, in dem er diesem mitteilte, dass die Bereitschaft Venedigs für Gespräche begrüßt werde. Sollte aber kein eigener Gesandter der Serenissima nach Graz geschickt werden, könnten die Verhandlungen auch über den zukünftigen neuen Nuntius in Graz geführt werden, dem Venedig mehr vertraue als zuvor Portia. Beim präsumtiven neuen Nuntius handelte es sich um den aus Genua stammenden Orazio Spinola, der im Dezember 1600 zum Erzbischof von Genua bestimmt wurde und zu dem San Giorgio feststellte: „Non si vede che la patria del Spinola dia ombra costì“ 157. Hier stellt sich die Frage, ob Portia als Bischof von Adria und als Friulaner – also als Venezianer – die Aufgabe eines Vermittlers nicht einnehmen konnte oder eine persönliche XXXIVAversion gegen ihn vorlag. Gleichwohl verblieb Portia bis 1607 als Nuntius in Graz und beteiligte sich rege an den Verhandlungen um die Uskoken. Vielleicht war aber auch seine Grundhaltung, dass die Beratungen allein über den Kaiser und keinesfalls über Erzherzog Ferdinand zu laufen hätten, der Grund für das mangelnde Vertrauen der Serenissima in das Agieren des päpstlichen Diplomaten, da dies zu erheblichen Verzögerungen führte.
Weil sich die Verhandlungen des Vorjahres ohne endgültiges Ergebnis über Monate hingezogen hatten, gingen der Heilige Stuhl und die Serenissima nur zögerlich auf die Bemühungen des Erzherzogs ein, der sich inzwischen zu einem Alleingang entschlossen hatte, um der bisher weitestgehend hinderlichen Verschleppungstaktik des Kaiserhofes aus dem Weg zu gehen. Der Grazer Nuntius bemühte sich redlich, die Entschlossenheit des Landesfürsten zu bestärken und mögliche Zweifel aus dem Weg zu räumen158. Kurze Zeit später zeigte allerdings Kaiser Rudolf wieder Interesse an einer Lösung des Uskokenproblems, indem er Nuntius Spinelli und Rudolf Coraduz mit dieser Angelegenheit betraute. Es lag aber an den Parteien in Graz und Prag, Venedig von ihrer positiven Absicht zu überzeugen159, wobei die wiederholten Überfälle der Uskoken die Geduld der Serenissima auf eine harte Probe stellten, was wiederum die Kurie zum Anlass nahm, massiv auf eine rasche Lösung zu drängen160. Erneut tauchte das im Vorjahr ungelöste Problem auf, die Umsiedlung der Uskoken nach Ottocan und die Stationierung einer deutschen Garnison in Zengg auch finanzieren zu können. Ferdinand versuchte zunächst vergeblich, über den kaiserlichen Botschafter am Heiligen Stuhl, Raimund von Thurn, Unterstützung von Rom zu erhalten161. Am Kaiserhof bemühte man sich um eine Anleihe von Venedig, wofür eine Verpfändung Zenggs an die Serenissima überlegt wurde162. Als das anfängliche Engagement in Prag schon nach kurzer Zeit wieder erlahmte, setzte die Kurie in verstärkem Maß auf Ferdinand, der wegen der drohenden Vergeltungsschläge der Venezianer schon im eigenen Interesse dringend handeln musste163. Auch für Portia stand fest, dass die Beilegung des Konflikts mit Venedig an Ferdinand lag, doch galt dessen ungeteilte Aufmerksamkeit im Oktober 1600 der Belagerung Kanizsas durch die Türken164. Als zum gleichen Zeitpunkt die Serenissima nach Übergriffen XXXVder Uskoken auf die Insel Pag mit Vergeltungsmaßnahmen in der Grafschaft Mitterburg drohte165, sah die Kurie dringenden Handlungsbedarf und griff dem innerosterreichischen Landesfursten finanziell unter die Arme, um die Umsiedlung der Uskoken zu ermöglichen und auf diese Weise den Konflikt vorerst zu entschärfen. San Giorgio infomierte Portia am 14. Oktober 1600 über den Entschluss des Papstes, die Hälfte der veranschlagten 18.000 Gulden für die Besatzung von Zengg für ein oder zwei Jahre zu übernehmen – eine Tatsache, die bisher nicht bekannt war166. Den Kaiserhof sollte man darüber nicht informieren, um dort erneut aufkeimende Verhandlungen nicht zu stören167. Obwohl im November Fortschritte hinsichtlich einer Übereinkunft zwischen der Serenissima und Rudolf II. zu verzeichnen waren, die auch die Finanzierung der Umsiedlung der Uskoken und der Besatzung Zenggs geregelt hätte, entschloss sich Erzherzog Ferdinand aus Angst vor Vergeltungsschlägen Venedigs für eine rasche Durchführung der seit langem geplanten Umsiedlung der Uskoken168. Mit der finanziellen Unterstützung der Kurie im Rücken wagte er, gegen sie vorzugehen, und bestellte Joseph Rabatta im Dezember zum Kommissar von Zengg. Wie in den Verhandlungen am Kaiserhof vorgesehen, sollte er vor Ort die beschlossenen Maßnahmen umsetzen169. Zuvor hatte Portia bereits die Hälfte der von Clemens VIII. versprochenen Gelder für die ersten sechs Monate angewiesen bekommen, die dezidiert zweckgebunden verwendet werden mussten170. Nähere Informationen zu den weiteren Vorgängen sind aus der Korrespondenz der Grazer Nuntiatur nicht zu gewinnen, da ab Ende Juli kaum Berichte Portias, sondern nahezu ausschließlich Weisungen des päpstlichen Staatssekretariates vorliegen. Zudem verließ der Nuntius im Dezember 1600 Graz und kehrte erst Mitte März 1601 zurück, sodass die Uskokenproblematik in seinen Schreiben kaum mehr thematisiert wurde.
Fest steht, dass Rabatta kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Kommissar in der Grafschaft Görz eine Kompagnie von Arkebusieren sammelte und mit ihnen nach Adelsberg zur Musterung der für Zengg bestimmten deutschen Besatzung zog. Fiume wurde zur Sammelstelle von Proviant und Soldaten171. Nach Verhandlungen mit Lenkovié in Laibach traf er am 29. Januar 1601 mit 1.500 Arkebusieren in Zengg ein, zuvor waren rund 50 Uskoken aus der Stadt gefluchtet. Bereits kurze Zeit später wurde RaXXXVIbatta auf Betreiben des dortigen Bischofs Marcantonio de Dominis für ein weiteres Jahr in seinem Amt bestätigt. Der uskokenfreundliche Hauptmann von Zengg, Daniele Barbo, wurde von Erzherzog Ferdinand abgesetzt172. Im Februar übermittelte San Giorgio einen Wechselbrief über 4.500 Gulden. Ob es sich dabei um die zweite Hälfte der zugesicherten Summe für das Jahr 1600 handelte, oder um das Ende November versprochene Geld, das wegen der zweieinhalbmonatigen Abwesenheit Portias erst zu diesem Zeitpunkt angewiesen wurde, war nicht festzustellen173. Rabatta sorgte im Jahr 1601 dafür, dass die Uskoken im Zaum gehalten wurden. Viele ihrer Anführer wurden gefangen genommen oder öffentlich gehängt, einzelne Übeltäter an den venezianischen General Filippo Pasqualigo ausgeliefert. Das bisherige Beutegut wurde zum Teil mit Gewalt eingesammelt, die ersten Zengger Familien wurden in das Binnenland Kroatiens umgesiedelt. Weiters gelang es Rabatta, eine Übereinkunft mit Venedig zu treffen, welche die Aktivitäten der Uskoken reglementierte. Das Finanzierungsproblem blieb weiter bestehen und beschäftigte alle Beteiligten, vor allem der Bischof von Zengg, Marcantonio de Dominis, bemühte sich um ein Übereinkommen zwischen der Serenissima und Rudolf II.174.
In der vorliegenden Edition wird das Thema Uskoken im Jahr 1601 durch den kurz nach dem Verlust Kanizsas im Oktober 1600 beschlossenen Rückeroberungsversuch in den Hintergrund gedrängt. Die Beteiligung der Kurie mit einer Armee unter der Leitung des Neffen von Clemens VIII., Gian Francesco Aldobrandini, der noch vor Beginn der Kampfhandlungen an einem natürlichen Tod verstarb, sowie der opferreiche Verlust der strategisch bedeutenden Festung lenkte das Augenmerk der päpstlichen Diplomatie 1601 auf diesen Krisenherd.
Der Jahresbeginn 1602 hingegen wurde vom Tod Joseph Rabattas dominiert. Eine Gruppe von Uskoken hatte am 31. Dezember 1601 die Burg XXXVIIvon Zengg gesturmt, um ihren Anfuhrer Jurissa Susié zu befreien, wobei Rabatta getötet wurde175. Dies schien die bisher verzeichneten Erfolge in der Uskokenfrage zu gefährden, doch trafen im Januar 1602 Gesandte der Zengger Bevölkerung mit einer Stellungnahme in Graz ein, um über die Ereignisse zu berichten und die Entsendung von Kommissaren zu deren Aufklärung zu bitten. Sie sicherten zu, die zu Lebzeiten Rabattas getroffenen Vereinbarungen mit Venedig weiterhin einzuhalten, sodass nicht mit erneuten Übergriffen zu rechnen sei. Als Nachfolger Rabattas wählten die Bewohner Zenggs Daniel Frankol, den Vizegeneral der kroatischen Grenze176. Mit Erstaunen wurde in Graz festgestellt, dass es an der Meergrenze ruhig blieb177, bis die Gefangennahme von neunzehn Uskoken durch eine venezianische Galeere im April den Frieden wieder zu gefährden drohte. Sowohl die Kurie als auch Erzherzog Ferdinand bemühten sich um eine Klärung des Falles und um die Freilassung der Gefangenen, da man Vergeltungsschläge der Uskoken fürchtete178. Aber obwohl sogar mit einem möglichen Bündnis der Uskoken mit den vorrückenden Osmanen argumentiert wurde, verblieben die Gefangenen in venezianischer Hand179.
So ähnelte die Lage entlang der kroatischen Künste schon bald wieder jener vor Rabatta, denn trotz diverser Bemühungen konnten die Feindseligkeiten zwischen Venedig und den Uskoken nicht unterbunden werden. Der Friede von Zsitvatorok (1606) verschärfte die Situation insofern, als durch die Übereinkunft mit dem Osmanischen Reich die ursprüngliche Daseinsberechtigung der Uskoken im Grenzgebiet nicht mehr gegeben war und der Kaiser keine Lösung für deren Versorgung fand. 1615 eskalierte der Konflikt zwischen Innerosterreich und Venedig und mundete in den Uskokenkrieg – auch als Friauler oder Gradiskaner Krieg bekannt – , der zugleich territoriale und wirtschaftliche Hintergründe hatte. Erst der unter internationaler Beteiligung geschlossene Friede von Madrid (1617) setzte einen endgültigen Schlussstrich unter die Uskokenproblematik180.
I.3 Rekatholisierung und kirchliche Reform
Die Rekatholisierung181 und kirchliche Reform in Innerösterreich nehmen im Vergleich zu den bereits behandelten Themen nur einen geringen Bestandteil der Korrespondenz der Grazer Nuntiatur in den Jahren 1599–1602 ein. Dies ist umso erstaunlicher als in dem bearbeiteten Zeitraum die Maßnahmen Erzherzog Ferdinands in diesem Bereich ihren Anfang nahmen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die außen- und innenpolitischen Ereignisse hatten. Dennoch berichtete der Grazer Nuntius in den wöchentlichen Berichten kaum über Details des Rekatholisierungsprozesses, ebenso selten waren direkte Weisungen der Kurie in diesem Zusammenhang an Portia. Die Ursache dafür ist unbekannt, sodass diesbezüglich nur Vermutungen angestellt werden können. Verfügte die Kurie etwa über andere Informationsquellen, wie zum Beispiel die Jesuiten oder die Eigenbischöfe des Erzbistums Salzburg, oder vertraute sie dem jungen Landesfürsten in dieser Angelegenheit blind und war deshalb nicht an dieser Art der Berichterstattung interessiert? Für Letztgenanntes spricht, dass von Rom zu keinem Zeitpunkt detailliertere Informationen über die Rekatholisierungsmaßnahmen eingefordert wurden, sondern Erzherzog Ferdinand nur wiederholt mittels päpstlicher Breven oder in den Schreiben an den Nuntius in seinem Einsatz zum Wohle des Glaubens bestärkt wurde182.
Gesonderte Berichte über die konfessionelle Situation in Innerösterreich liegen der Nuntiaturkorrespondenz nicht bei, nur im Juni 1600 sandte Portia einen ausführlichen Rückblick über die Rekatholisierungsmaßnahmen Erzherzog Ferdinands in Kärnten, Krain und der Steiermark seit 1598 an die Kardinalnepoten San Giorgio und Aldobrandini und bat darum, dieses Schreiben der Congregazione di Germania oder einer Kardinalskommission vorzulegen. San Giorgio setzte Clemens VIII. darüber in Kenntnis und übermittelte den Bericht an Bernardino Morra, der trotz seiner Ernennung zum Bischof von Aversa im Jahr 1598 immer noch für die Congregazione dei Vescovi e Regolari tätig war183. Auf eine Reaktion Morras wartete Portia vergeblich, im Grunde beabsichtigte er mit dieser beeindruckenden Darstellung in lateinischer Sprache wohl auch etwas anderes. Er untermauerte damit nämlich indirekt die unbezweifelbare Notwendigkeit der Unterstützung der Kurie für die Türkenabwehr des innerösterreichischen LanXXXIXdesfürsten, um letztendlich keine Rückschläge in der bisher erfolgreichen Rekatholisierung zu riskieren. Der Verlust der Festung Kanizsa im Oktober 1600 an die Osmanen gab dem Nuntius recht und überzeugte Clemens VIII. von diesem Ansinnen184. Er kam in der Folge 1601 den Forderungen Innerösterreichs nach, rief aber in Erinnerung, dass er Erzherzog Ferdinand 1598 während seines Besuches in Ferrara nicht dazu ermahnt habe, die heretici aus Innerösterreich auszuweisen, da es ihm unmöglich schien, dieses Vorhaben unter den gegebenen Bedingungen umzusetzen. Deshalb habe er dem Landesfürsten damals auch keine Hilfsleistungen zugesichert185.
Berichte anderer Personen außerhalb des Tätigkeitsbereiches der Nuntiatur über die Rekatholisierung Innerösterreichs an den Heiligen Stuhl sind für die bearbeitete Zeit nicht bekannt. Konkrete Anleitungen der Kurie für die Durchführung der inneren katholischen Reform und Rekatholisierung des Landes sind in den Jahren 1599-1602 nur vereinzelt vorhanden. So zum Beispiel im Falle der noch stark verbreiteten Praxis des Laienkelches, dessen Verwendung Portia in Innerösterreich vehement entgegen wirken sollte186. Ebenso bestimmt zeigte man sich bei geistlichen Besitzungen, die durch Verpachtung, Verpfändung oder Verkauf in die Hände protestantischer Adeliger geraten waren. Nachdem Portia im Juni 1600 auf diesen Missstand hingewiesen hatte, reagierte Clemens VIII. auf Anraten des Nuntius am 1. Juli mit entsprechenden Breven. In Rom zeigte man sich wenig später irritiert, als bekannt wurde, dass Erzherzog Ferdinand diese Güter einbehalten und nicht an die jeweiligen Bistümer rückerstatten wollte187. Ebenso bestimmt trieb die Kurie mit Hilfe Portias die Errichtung eines Inquisitionstribunals in Triest voran, dem der Landesfürst und die erzherzoglichen Räte aufgrund der geplanten Zuständigkeit für Görz negativ gegenüber standen. Ein in diesem Zusammenhang übermitteltes päpstliches Breve überreichte Portia Erzherzog Ferdinand nicht, unterbreitete aber einen Alternativvorschlag, der nicht aufgegriffen wurde. Das Vorhaben war somit zum Scheitern verurteilt, obwohl dafür bereits Vorbereitungen getroffen worden waren188.
Portia hatte am Beginn seiner Tätigkeit als Nuntius im Jahr 1592 eine Instruktion erhalten, die ihm als Leitfaden für seine Tätigkeit in Innerösterreich dienen sollte und seine Aufgabenbereiche umriss, deren Hauptaugenmerk der inneren kirchlichen Reform und Rekatholisierung galt. Zur XLerfolgreichen Umsetzung der Klerusreform sollte er sich vor allem der Visitationen bedienen, die als Grundlage in diesem Betätigungsfeld angesehen wurde189. Und so visitierte er in den hier bearbeiteten Jahren die Pfarreien des Stiftes St. Lambrecht 1598/1599 sowie das Prämonstratenserkloster Griffen und das Land Kärnten im Februar/März 1600190. Die Visitation und Auflosung des kaum besiedelten Zisterzienserinnenklosters Friesach, womit Portia mittels Breve vom 21. Januar 1599 betraut worden war, wurde vorerst wohl aufgrund anderer Verpflichtungen des Nuntius verschoben191. Nachdem sich Vertreter des Zisterzienserordens aber gegen die Aufhebung des Klosters ausgesprochen und der Grazer Nuntius das Kloster im März 1600 aufgesucht hatte, sah Clemens VIII. im Dezember 1600 vorerst davon ab192. Die geplante Reise nach Krain verschob er im Juni 1600 auf unbestimmte Zeit, obwohl er im Jahr zuvor auf die geringen Erfolge der Rekatholisierung im Bistum Laibach hingewiesen hatte193.
Als Portia sich im Februar 1600 auf den Weg nach Kärnten machte, war eines seiner Ziele das Prämonstratenserkloster Griffen, das er gemäß dem päpstlichen Breve vom 17. September 1599 visitieren sollte. Zudem war es seine Aufgabe, sich ein Bild über die allgemeinen kirchlichen Zustände sowie die Fortschritte der katholischen Reform des Landes zu machen194. Griffen, das zu den bambergischen Besitzungen in Kärnten zählte, stand seit der Resignation des Propstes Martin Brenner Anfang März 1599 unter weltlicher bambergischer Administration und sollte so schnell wie möglich einen geeigneten Geistlichen als Propst oder Administrator erhalten, um so den sittlichen Verfall der Ordensniederlassung zu unterbinden195. Von seiner Tätigkeit in Griffen erfährt man aufgrund der schlechten Überlieferungssituation der Berichte Portias in dieser Zeit nichts. Nur eine von ihm erlassene, aus 49 Punkten bestehende Verordnung für die Ordensniederlassung vom 9. März 1600 ist in den Österreichischen Akten des HHStA erhalten196. Portia kam im Rahmen der Visitation zum Schluss, dass der XLIneue Propst mangels geeigneter Personen nicht aus den eigenen Reihen hervorgehen könne, sondern von außerhalb kommen und postuliert werden müsse. Tatsächlich wurde Philipp Baumann aus dem Mutterkloster Oberzell bei Würzburg im August 1600 zum Propst bestellt197.
Zu Kärnten im Allgemeinen teilte der Grazer Nuntius seine Beobachtungen in den Berichten aus Graz an die Kurie mit und informierte über Verzögerungen bei der Zerstörung protestantischer Kirchen oder der Ausweisung der Prädikanten. Bezüglich der bambergischen Besitzungen stellte Portia nach dem Treffen mit Vizedom Georg von Stadion fest, dass eine weitestgehende Übereinstimmung in der geplanten Umsetzung der Rekatholisierungsmaßnahmen zwischen Bamberg und Erzherzog Ferdinand bestand. Von grundlegender Bedeutung erschien ihm die Rückführung der Städte Klagenfurt und Villach zur römisch–katholischen Kirche durch die Entfernung der Prädikanten und protestantischen Schulmeister198. Seine Aufmerksamkeit galt vor allem der Pfarrkirche St. Jakob in Villach, deren Patronat seit 1594 erneut in den Händen der protestantischen Mitglieder der Familie Dietrichstein lag. Im Zuge der von Bamberg vorangetriebenen Reformmaßnahmen in Kärnten entbrannte um dieses Patronat ein sechsjähriger Rechtsstreit, der sogenannte Villacher Handel (1594–1600)199. Um es dem Haus Dietrichstein zu erhalten, verzichtete Karl von Dietrichstein 1600 zu Gunsten Kardinal Franz von Dietrichsteins darauf, was allerdings einen zusätzlichen Konflikt auslöste, da die Kurie es schon zuvor auf den Bischof von Bamberg übertragen hatte200. Dietrichstein akzeptierte den Entschluss des Papstes nicht und konnte von Portia erst in persönlichen Gesprächen während der Feierlichkeiten anlässlich der Hochzeit Erzherzog Ferdinands und Maria Annas im April 1600 von der Notwendigkeit überzeugt werden, den Patriarchen von Aquileia, Francesco Barbaro, zuXLIImindest mit der Bestellung eines katholischen Priesters zu beauftragen201. Als solcher war aber bereits auf Anordnung des „rechtmäßigen Patronatsherrn“, des Bischofs von Bamberg, am 19. Mai Johann Kellermann von Pottenstein aus der Diözese Bamberg ernannt worden, was die Verhandlungen zusätzlich erschwerte202. In Rom bezweifelte man wiederholt den vollständigen Verzicht Kardinal Dietrichsteins auf das Patronat, der der Kurie seine Position durch seinen römischen Agenten, Fabio Ursolini, und seinen nach Rom entsandten Vertrauensmann Johannes Vivarius darlegen ließ203. Er argumentierte, dass es nicht rechtens gewesen sei, auch dem katholischen Teil der Familie Dietrichstein das Patronatsrecht zu entziehen204. Dennoch hielt die Kurie an ihrem Entschluss fest, was Portia wesentlich unterstützte, da er ansonsten fehlendes Engagement des Bischofs von Bamberg bei den Rekatholisierungsmaßnahmen in Kärnten fürchtete205. Bis zum Juni findet dieser Konflikt regelmäßig in der Korrespondenz der Grazer Nuntiatur seinen Niederschlag, danach bricht die Berichterstattung darüber völlig ab. Dies könnte damit in Zusammenhang stehen, dass Kardinal Dietrichstein sich – vielleicht auch unter dem Druck der massiven gegenreformatorischen Maßnahmen Erzherzog Ferdinands in Kärnten – in der zweiten Jahreshälfte der päpstlichen Entscheidung fügte.
Der Heilige Stuhl versah den Grazer Nuntius aber auch mit anderen, der katholischen Reform dienlichen Aufträgen in Diözesen außerhalb der Erblande. Hierzu zählt die Entsendung Portias zu den Bischofswahlen in Bamberg (1599) und Brixen (1601) sowie zur Visitation des Hochstiftes Passau und dessen Kapitels mit der anschließenden Bestellung eines Administrators für das Bistum (1599)206. Während dieser Reisen informierte Portia die Kurie in der Nuntiaturkorrespondenz nicht nur über die Zustände in diesen Diözesen, sondern teilte auch seine Beobachtungen über andere geistliche und weltliche Territorien mit. Dazu zählten die Bistümer Würzburg, Eichstätt, Mainz, Paderborn und Magdeburg sowie die Pfalzgrafschaft Neuburg207.
Unabhängig von diesen Aufträgen berichtete Portia über Missstände außerhalb Innerösterreich und machte die Kurie auf die in Wien und Umgebung immer noch praktizierte Kommunion in beiderlei Gestalt208, den XLIIIWiderstand der Protestanten in Linz bzw. Österreich ob der Enns209 oder die Problematik bei der Errichtung eines Jesuitenkollegs in Linz210 aufmerksam.
Großes Augenmerk legte der Grazer Nuntius im Jahr 1599 auf die Missstände in Salzburg, die seiner Meinung nach vor allem auf die mangelnde Reformtätigkeit von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zurückzuführen waren. Dadurch wurden die in Innerösterreich gelegenen Eigenbistümer Seckau, Gurk und Lavant in Mitleidenschaft gezogen und in ihrem Reformwillen beeinträchtigt, der mit jenem des Landesfürsten konform ging. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollten die Salzburger Suffragane von der Kurie in ihrem Handeln bestärkt und Bischof Raitenau zu einem moralisch einwandfreien Lebenswandel angehalten werden211. Portia legte einem Bericht vom 30. August 1599 ein Schriftstück mit dem Titel Disordini di Monsig. Arcivescovo di Salzburg, che s’odono nelle Provincie et che eccitano pensiero di ricorrer a Roma bei, in dem er Beispiele für das Fehlverhalten des Salzburger Erzbischofs gegenüber seinen Suffraganen und dem Kapuzinerorden auflistete und unmissverständlich auf dessen ausschweifenden Lebensstil hinwies212. Die Kurie zeigte sich entsetzt, obwohl anzunehmen ist, dass sie bereits von anderer Stelle über diese Zustände informiert worden war213. Darüber hinaus hatte das Schreiben durchaus unangenehme Folgen für Portia. Raitenau, der von den Anschuldigungen des Grazer Nuntius erfahren hatte, zeigte sich verärgert und ließ ihm das über Dritte mitteilen. Um den entsprechenden Rückhalt des Heiligen Stuhles zu bekommen, rechtfertigte der Nuntius sein Vorgehen und bat um Hilfe bei der Aussöhnung mit dem Erzbischof. San Giorgio beruhigte ihn diesbezüglich und forderte ihn auf, sich diese Situation nicht zu Herzen zu nehmen214. In den folgenden Jahren äußerte sich Portia in den vorhandenen Schreiben nicht mehr über die Missstände im Erzbistum Salzburg, versäumte es aber nicht, anlässlich eines Aufenthaltes in Salzburg, Raitenau im Januar 1601 persönlich Vorhaltungen hinsichtlich seines Lebenswandels zu machen, was die Kurie begrüßte215.
Verstöße gegen die erzherzoglichen Verordnungen und deren Ahndung erwähnte der Grazer Nuntius in seinen Schreiben meist beiläufig und nur bei vereinzelten Fällen wurde darauf zu einem späteren Zeitpunkt wieder XLIVBezug genommen. So informierte Portia die Kurie zum Beispiel im Jahr 1599 über die Bestrafung eines von der protestantischen Landschaft bezahlten Buchhändlers, der mit einem Flugblatt gehandelt hatte, das den Papst in Gesellschaft der Königin von England in unanständiger Weise zeigte216, über eine Verhaftung wegen der Abhaltung eines protestantischen Begräbnisses mit Predigt außerhalb von Graz217 oder die Inhaftierung des innerösterreichischen Agenten am kaiserlichen Hof Hans Georg Kandelberger und des steirischen Landschaftssekretärs Hans Adam Gabelkofler218. Diese Fälle wurden in Graz behandelt und sollten – wie Portia feststellte – als Exempel für die gnadenlose Umsetzung der rekatholisierenden Verordnungen des Landesfürsten dienen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Prädikanten Paul Peter Zahn auf Schloss Waldstein bei Deutschfeistritz, der im April 1602 gefangen genommen und zum Tod verurteilt wurde. Nachdem er zur Galeerenstrafe begnadigt worden war, gelang ihm auf der Reise nach Triest jedoch die Flucht und er kehrte in seine sächsische Heimat zurück219.
Vereinzelt führte Portia in seinen Schriftstücken auch konkrete Maßnahmen an, die zur Wiederherstellung der kirchlichen Einheit in Innerösterreich durchgeführt wurden. Dazu zählten vor allem die äußerst knappen Erwähnungen über die Tätigkeit der Reformationskommissionen im salzburgischen Grenzgebiet220, in der Unter-221 und Obersteiermark222 sowie in Kärnten223. Besondere Erwähnung fand dabei der Bischof von Seckau, Martin Brenner, dem als Leiter der Reformationskommissionen eine entscheidende Rolle in der Rekatholisierung Innerösterreichs zuteil wurde. Dieser unterrichtete den Grazer Nuntius persönlich über die Erfolge der Kommissionsarbeit und wurde dafür von der Kurie wiederholt auch mittels päpstlichem Breve belobigt224. Die Kurie unterstützte durch die Erteilung von Fakultäten zur Absolution von der Häresie die Rekatholisierung in den innerösterreichischen Ländern. Bischof Brenner, Portia und mehrere Priester in der Ober- und Untersteiermark baten darum, worüber die Congregazione del Sant'Officio entscheiden sollte225. Der diesbezüglichen Bitte des Administrators der Diözese Passau, Christoph Pötting, vom Dezember XLV1599 verdanken wir die Namen jener siebzehn Priester und der dazugehörigen Pfarreien, die eine derartige Fakultät benötigten226. Da dieses Anliegen über Portia an die Kurie herangetragen worden war, wurde er auf die Entscheidung der Kongregation verwiesen, die diese im März 1600 traf227. Ebenso erging es mit dem Ersuchen Bischof Brenners für sich und weitere zehn bis zwölf Priester228. Der Nuntius selbst bat im Januar 1600 um die Ausweitung seiner Befugnisse, damit er den Priestern der Salzburger Suffraganbistümer Gurk und Lavant die Befugnis zu dieser Absolution erteilen könne. Bereits im Februar wurde dem stattgegeben, doch erhielt Portia die Fakultät vermutlich aufgrund seiner Abwesenheit von Graz verspätet229.
Im Zusammenhang mit den Maßnahmen Erzherzog Ferdinands stehen auch die Berichte Portias über die Vernichtung des protestantischen Schriftgutes unter der Leitung der Bischöfe von Seckau und Lavant sowie des Kanzlers der Universität, Christoph Mayer, im November 1599 in Graz oder die Konversion zweier bedeutender Adeliger im Januar 1602230. Weiters wurde der Kurie eine Kopie des Edikts Erzherzog Ferdinands zur Ausweisung der evangelischen Prädikanten, Schreiber und Schulmeister aus den innerösterreichischen Ländern vom 1. März 1601 übermittelt. Ob dies auf Wunsch des Heiligen Stuhles erfolgte, kann nicht festgestellt werden231.
Zur Festigung des katholischen Glaubens unter der breiten Bevölkerung zählten aber auch Neuerungen im kirchlichen Bereich. Erzherzog Ferdinand bemühte sich wegen des akuten Mangels an katholischen Predigern in Graz mit Hilfe der Kurie um den berühmten Kapuziner Ludwig von Einsiedel aus Sachsen. Dieser war schon 1594 auf Wunsch Erzherzog Ferdinands von Tirol nach Innsbruck gekommen und hatte dort als Guardian und Novizenmeister im neu gegründeten Kapuzinerkloster sowie als Beichtvater von Erzherzogin Anna Caterina und ihren Töchtern gewirkt. Da er für seine außerordentlich guten, deutschsprachigen Predigten und seine Erfahrungen mit der Konversion von Protestanten bekannt war, wollte der innerösterreichische Landesfürst sich die Fähigkeiten des Kapuziners in Graz zu Nutze machen. Darüber hinaus stellte Portia dem Heiligen Stuhl im Zuge der Bitte um die Vermittlung des Predigers die Gründung eines Kapuzinerklosters in der innerösterreichischen Residenzstadt in Aussicht, was wesentlich zur Durchsetzung des römisch–katholischen Glaubens beiXLVItragen könnte232. Unmittelbar nach dieser Anfrage sagte der Heilige Stuhl am 22. Mai 1599 die Entsendung Pater Ludwigs nach Graz zu, dennoch musste man sich dort bis zu seiner Ankunft Mitte Juli gedulden, da er ursprünglich anderswo eingesetzt werden sollte. Am 18. Juli predigte er erstmals vor einer großen Anzahl von Menschen und wiederholte dies später in der ehemaligen protestantischen Kirche des Eggenberger Stifts unter großem Zuspruch233. Gerade deshalb bemühte sich Erzherzog Ferdinand schon Ende September 1599 um den weiteren Verbleib des Paters in Graz234, dieser sollte aber auch andernorts wirken und so konnte Kardinal San Giorgio die Abberufung vorerst nur verzögern235. Wann der begabte Prediger Innerösterreich verlassen hat, kann nicht genau festgestellt werden, sicher ist, dass er im Juli 1601 in Augsburg eintraf und dort seine Arbeit aufnahm236. Bei der Grundsteinlegung für das Kapuzinerkloster in Graz im August 1600 war bereits Lorenzo da Brindisi anwesend237.
In die in diesem Band bearbeitete Zeit fällt eine weitere Klostergründung in der innerösterreichischen Residenzstadt, die auf den persönlichen Wunsch von Erzherzogin Maria zurückging und von ihr maßgeblich vorangetrieben wurde. Während ihrer Kindheit in München hatte sie das Klarissenkloster St. Jakob am Anger kennen gelernt, das mit dem Haus Wittelsbach eng verbunden war. Deshalb strebte sie nach einer solchen Ordensniederlassung in ihrer unmittelbaren Nähe in Graz238. Schon 1597 hatte sie sich mit diesem Wunsch an die Kurie gewandt und um eine Vereinigung des geplanten Nonnenklosters mit dem Dominikanerkloster in Graz gebeten239. Im September 1601 – mitten in den letzten Vorbereitungen für den Rückeroberungsversuch der Festung Kanizsa und während der dadurch bedingten Abwesenheit Erzherzog Ferdinands von Graz – richtete Maria erneut ein Memorial mit der Bitte um Erlaubnis zur Gründung eines Nonnenklosters an Kardinal Aldobrandini240. Dieser signalisierte umgehend seine Bereitschaft zur Unterstützung des Vorhabens, vertröstete Maria aber bezüglich einer Entscheidung über mehrere Monate, sodass sie sich gezwungen sah, XLVIIihre Bitte wiederholt mittels Portia vorzubringen241. Auch Erzherzog Ferdinand unterstützte das Anliegen seiner Mutter und richtete im Dezember 1601 gemeinsam mit ihr ein Schreiben an den Kardinalnepoten, wenn auch dem Nuntius eine derartige Belästigung Aldobrandinis widerstrebte242. Anfang Januar 1602 unterrichtete Aldobrandini die Erzherzöge, dass über den Wunsch Marias bereits in der Congregazione dei Regolari verhandelt worden war und die Bedingungen dafür schriftlich übermittelt werden sollten243. Die Erzherzogin zeigte sich überglücklich über diese Entwicklung und wies auf ihren bereits formulierten Vorschlag hin, das Nonnenkloster in Judenburg aufzulösen und es mit der geplanten Neugründung zusammenzulegen. Dies sollte auch in der endgültigen Entscheidung berücksichtigt werden. Dem Schreiben Portias vom 25. Februar 1602 zufolge hatte Clemens VIII. der Aufhebung und Inkorporation des Klosters in Judenburg bereits zugestimmt und ein entsprechendes Breve an Portia geschickt244. Dieses konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden und wird auch in den Arbeiten über das Klarissenkloster in Judenburg nicht erwähnt245. Anfang März informierte man Aldobrandini aus Graz, dass die steirische Landschaft Erzherzogin Maria das leer stehende, ehemalige protestantische Schulgebäude mit der dazugehörenden Kirche geschenkt habe, das für das geplante Kloster hervorragend geeignet sei246. Mitte März forderte die Congregazione dei Regolari weitere noch fehlende Informationen über die Errichtung des Nonnenklosters ein247. Dies bedeutete eine Verzögerung, die aber auch dadurch bedingt erschien, dass die Angelegenheit in die Zuständigkeit des Sekretärs der Kongregation, Girolamo Agucchi, gelangt war. Erzherzogin Maria bat diesbezüglich um Intervention Aldobrandinis248. Nachdem die gewünschten Informationen nach Rom gelangt waren, wurden die Verhandlungen vorangetrieben249. Im April drängte Erzherzogin Maria erneut auf die erbetene Erlaubnis und bat Kardinal Aldobrandini, sich dafür einzusetzen, dass es direkt dem Heiligen Stuhl bzw. in dessen Vertretung dem Bischof von Seckau und dessen Nachfolgern unterstellt werde. Diese Bitte hatte sie auch in ihrer undatierten Supplik an Clemens VIII. vorgebracht. Gerechtfertigt wurde dies mit den üblen Zuständen in den FranziskanerklösXLVIIItern der Österreichischen Ordensprovinz250. Schon im Mai sollte der Agent Portias in Rom, Alfonso Pico, die Erlaubnis zur Gründung des Nonnenklosters nach Graz schicken, doch war das päpstliche Breve mit dem 6. Juli 1602 datiert251. Erzherzogin Maria erfuhr über den Nuntius von der Zusage und bedankte sich für die Unterstützung, die der erzherzoglichen Familie immer wieder zuteil wurde252. Wann genau das Breve Clemens’ VIII. in Graz eintraf, kann leider nicht festgestellt werden, da eine Empfangsbestätigung in den Nuntiaturberichten fehlt. Darin wurden die Bedingungen für die Grundung eines Klarissenklosters in Graz spezifiziert, die unter anderem in der Auflosung des Klosters in Judenburg und der Ubertragung der Guter und Einkünfte auf die neue Ordensniederlassung sowie der Übernahme der geistlichen Leitung durch Bischof Martin von Seckau bestanden253. Mit der Durchführung dieser Erlässe in Judenburg beauftragte Portia Ende September den Abt von St. Lambrecht, Martin Alopitius, und den Pfarrer von Pöls, Sigmund Rebhuen, der zum dortigen Administrator ernannt wurde254. Warum es letztendlich nicht zur Auflosung des Klosters in Judenburg gekommen ist, kann weder durch die eingesehenen Archivalien noch durch die Sekundärliteratur geklärt werden. In der Cosmographia AustriacoFranciscana von P. Herzog wird ein Schreiben der Nonnen aus Judenburg aus dem Jahr 1603 wiedergegeben, in denen sie die Bedingungen für ihren Wechsel in das Kloster in Graz darlegten. Diese stimmten aber nicht mit der ursprünglichen Gründungsidee der Erzherzogin überein, sodass eine einvernehmliche Auflosung des Klosters unmoglich erschien255. Dotiert wurde die Ordensniederlassung in Graz dank Erzherzog Ferdinand mit Erträgen aus dem Hall- und Salzamt in Aussee sowie aus der Ortschaft St. Margarethen bei Marburg256.
Schon im November 1602 kamen die ersten acht Frauen aus dem Münchner Klarissenkloster nach Graz und besiedelten das in der Zwischenzeit adaptierte Gebäude. Am 25. November wurde die Kirche konsekriert257. Für Erzherzogin Maria nahm dieses Kloster in ihren letzten Lebensjahren eine bedeutende Rolle ein. Sie verfügte im Kloster über eine eigene Zelle XLIXund nahm aktiv am Klosterleben teil. Kurz vor ihrem Tod wurde sie sogar in den Orden aufgenommen und innerhalb der Klostermauern beigesetzt258. Obwohl das Kloster unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt werden sollte, gehörte es auf Wunsch der Nonnen ab 1603 der Straßburgisch-Bayerischen Ordensprovinz an. Erst 1688 wurden die Grazer Klarissen, nach vielen Jahren der Auseinandersetzung mit den dortigen Franziskanern, in die Österreichische Ordensprovinz eingegliedert259.
Interessant ist, dass in der gesamten Nuntiaturkorrespondenz zwischen Portia und Aldobrandini kein einziges Mal der hier in Frage kommende Orden genauer spezifiziert wird und einzig die allgemeine Bezeichnung eines monasterio di monache Erwähnung findet, nur in der undatierten Supplik der Erzherzogin und im Breve Clemens’ VIII. wird auf die Klarissen konkret Bezug genommen260. Daneben erwähnt Portia in einem Bericht vom 22. April 1602 das Klarissenkloster in Wien als Beispiel für eine Ordensniederlassung, die nicht unter der Observanz der Österreichischen Franziskanerprovinz stand261.
Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Jesuitenordens in der Durchführung der Rekatholisierung und kirchlichen Reform Innerösterreichs, der 1573 seine Tätigkeit in Graz aufnahm. Durch die Arbeit im schulischen und seelsorgerischen Bereich sowie durch seine Nähe zum Landesfürsten nahm er auf die Festigung des romisch-katholischen Glaubens großen Einfluss262. Aus diesem Grund bemühten sich Erzherzog Ferdinand und zuvor schon sein Vater Erzherzog Karl um die finanzielle Stärkung des Ordens, die die Gründung weiterer Kollegien in den innerösterreichischen Ländern möglich machen sollte. Während der hier bearbeiteten Jahre der Grazer Nuntiatur wurde diesbezüglich mehrmals versucht, wirtschaftlich und personell heruntergekommene Klöster aufzulösen und deren Güter sowie Einkünfte dem Jesuitenorden zu übertragen. Nicht alle diese Versuche waren von Erfolg gekrönt, obwohl sie den von Clemens VIII. empfohlenen Reformmaßnahmen vollends entsprachen263. Während es im Fall der Klöster Griffen Lund Arnoldstein in Kärnten vor allem aufgrund des massiven Widerstandes des Bischofs von Bamberg vorerst zu keiner Aufhebung kam, wurde zum Beispiel die endgültige Übergabe des Klosters Millstatt an die Grazer Jesuiten im Januar 1600 vom Papst sanktioniert. Dem waren langjährige Bemühungen des Fürstenhauses vorangegangen, die Herrschaft von dem dort bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr residierenden St. Georgs–Ritterorden loszulösen und unter die Verwaltung der Jesuiten zu stellen. Schon Erzherzog Karl hatte das Grazer Jesuitenkolleg mit Einkünften Millstatts dotiert. Doch erst die formelle Auflosung des geistlichen Ritterordens im Januar 1600 durch Clemens VIII. machte die gänzliche Übernahme möglich, für die Erzherzog Ferdinand sich seit Februar 1599 stark gemacht hatte. Die Kurie sagte ihre Unterstützung in diesem Vorhaben von Anfang an zu, konnte dadurch doch der Übergang der Güter der Herrschaft in protestantische Hände endgültig verhindert und die Arbeit der Jesuiten in Graz unterstützt werden264. Auch dass der Landesfürst die Übergabe Millstatts in der ersten Hälfte des Jahres 1599 eigenmächtig durchführte und erst im Nachhinein um eine päpstliche Bestätigung bat, konnte dieses Unternehmen nicht in Gefahr bringen. Clemens VIII. ging sogar auf den Wunsch aus Graz ein, das erbetene Schriftstück geheim zu halten, um befürchteten Widerständen am Kaiserhof zuvorzukommen265. Das an Ferdinand adressierte Breve stammt vom 28. Januar 1600266.
Griffen war ein weiteres Kloster, dessen Besitzungen der Landesfürst gerne für eine zusätzliche Einrichtung im Grazer Bildungswesen verwendet hätte. Nachdem Portia das Prämonstratenserkloster im März 1600 aufgesucht und befunden hatte, dass sich durch die Bestellung eines geeigneten Propstes und die Reform der Ordensniederlassung der Fortbestand sichern ließe267, äußerte Erzherzog Ferdinand Ende Juli die Idee, mit den Einnahmen Griffens ein Wohnhaus für Studenten in Graz zu dotieren. Dies lehnte die Kurie – unterstützt von Portia – ab und vermutete hinter diesem Plan die Einflussnahme des Jesuitenordens, der sich neben den Besitzungen Millstatts nun auch jene Griffens zu eigen machen wollte268. Rund ein Jahr später, Anfang Juni 1601, scheint die Kurie ihre Haltung grundlegend geändert zu haben, da San Giorgio Portia zur Durchführung der Umwidmung der Einkünfte des Klosters Griffen an die Jesuiten in Graz aufforderte. Dabei nahm der Kardinalnepote Bezug auf die Aufhebungsbulle des Klosters LIvom 20. Februar 1601 und das an Portia adressierte entsprechende Breve vom 28. April, in dem er damit beauftragt worden war, die klösterlichen Besitzungen den Grazer Jesuiten für die Ausstattung eines Konvikts für mittellose Schüler zu übertragen269. Der Grazer Nuntius unterrichtete den Propst von Griffen, Philipp Baumann, erst im September von der bereits beschlossenen Aufhebung, was den Schluss zulässt, dass er diese Angelegenheit nach wie vor hinauszögern wollte270. Das könnte entweder auf die im Sommer 1601 beginnenden Vorbereitungen für den Rückeroberungsversuch der Festung Kanizsa oder auf den wohl zu erwartenden Widerstand des Bischofs und Vizedoms von Bamberg zurückgeführt werden. Letztere waren im Vorfeld nicht uber die Auflosung Griffens informiert worden und hatten, nachdem ein Jahr zuvor ein neuer Propst ernannt worden war, wohl kaum damit gerechnet. Portia, der sich dieser Problematik bewusst war und Bischof Gebsattel als Verbündeten für die Rekatholisierung Kärntens nicht vergrämen wollte, stand zwischen den Fronten. Zum einen war er der Kurie verpflichtet, die vielleicht aufgrund von Fehlinformationen aus Innerösterreich voreilig gehandelt und damit den eigentlichen Lehensherrn, den Bischof von Bamberg, übergangen hatte. Zum anderen wollte er selbstverständlich Erzherzog Ferdinand in dessen Reformmaßnahmen unterstützen und wollte es vermeiden, Bischof Gebsattel in den Rücken zu fallen. In der Nuntiaturkorrespondenz zeichnet sich dieser Konflikt erst im Laufe des Jahres 1602 ab, als sich die Kurie wiederholt nach Fortschritten in dieser Angelegenheit erkundigte und Portia darauf hinwies, dass in der Zwischenzeit von anderen Voraussetzungen in Griffen auszugehen und die Aufhebungsbulle in der ursprünglichen Form nicht mehr umsetzbar sei. Demzufolge war eine Entscheidungsfindung nicht in Graz, sondern nur durch die Kardinalskongregation in Rom möglich271. Dort hatte Gebsattel wiederholt interveniert und war letztendlich erfolgreich. Ihm war es gelungen nicht nur die Aufhebung des Prämonstratenserklosters Griffen, sondern auch jene des Benediktinerstiftes Arnoldstein, das auch in den bambergischen Besitzungen in Kärnten lag, abzuwenden. Bei Letztgenanntem verhielt es sich ähnlich wie bei Griffen. Nachdem der wirtschaftlich und personell schlecht situierte Konvent seit dem Tod des Abtes im Jahr 1598 vakant gewesen war, wurde er ohne Zustimmung des Bischofs von Bamberg im April 1600 durch eine päpstliche Bulle dem in der Stadt St. Veit geplanLIIten Jesuitenkolleg inkorporiert272. Obwohl Erzherzog Ferdinand schon im November Kommissare mit der Umwidmung der Besitzungen und Einkünfte des Stiftes auf den Jesuitenorden beauftragte, widersetzte sich Gebsattel diesem Beschluss. Die Kurie beauftragte Portia im April 1601, eine für alle zufriedenstellende Losung zu finden273. Auch in diesem Fall befand sich der Nuntius in einer für ihn unbehaglichen Situation, er stand – wie bei Griffen – zwischen den Interessen der beiden Parteien und versuchte, sich außen vor zu halten, indem er um die Beauftragung einer anderen Person mit der Durchführung der Aufhebung bat274. Dennoch sollte er sich um ein Übereinkommen zwischen den beiden Fürsten bemühen, ohne das Misstrauen Bischof Gebsattels auf sich zu ziehen275. Seiner Meinung nach konnte eine Lösung, wie im Falle Griffens, aber nur durch die Kardinalskongregation in Rom getroffen werden276. Ende 1602 zeigte sich Erzherzog Ferdinand einsichtig und war bereit, von der Aufhebung der Klöster abzusehen, wenn sich Gebsattel zu einer jährlichen Zahlung für das Armenkonvikt in Graz verpflichte und fur die Dotierung eines Jesuitenkollegs in Kärnten andere Möglichkeiten in Erwägung gezogen würden. Zu diesem Zeitpunkt strebte der Landesfürst die Einrichtung eines Kollegs im besser dafür geeigneten Klagenfurt an, wo das Gebäude der ehemaligen protestantischen Schule und das dazugehörende Konvikt genutzt werden konnten. Zur Ausstattung schlug er das Augustiner–Chorherrenstift Eberndorf vor, das sich außerhalb des Einzugsgebietes des Bamberger Bischofs befand und zu diesem Zeitpunkt vakant war277. Mit diesem Vorschlag konnte er sich durchsetzen und so war es möglich, 1604 ein Jesuitenkolleg in Klagenfurt zu gründen, wenn es auch hier aufgrund des undiplomatischen Vorgehens Erzherzog Ferdinands zu beträchtlichen Problemen kam278.
Die an den Anfang dieses Kapitels gestellte Aussage über den erstaunlich geringen Anteil des Themas Rekatholisierung in der vorliegenden Nuntiaturkorrespondenz mag am Ende dieses ausführlichen Kapitels unbegründet erscheinen, doch muss darauf hingewiesen werden, dass den LIIIProblemen der Osmanen und Uskoken vom Nuntius wesentlich mehr Raum im Schriftverkehr gewidmet wurde und die Kurie sich daran interessiert zeigte. Dennoch bieten die Nuntiaturberichte eine Vielzahl von neuen Informationen und Zugängen zum Thema Rekatholisierung, wie das auch im folgenden Kapitel zum Ausdruck kommt.
I.4 Reisen
Die Reisetätigkeit Portias in den diesem Band zu Grunde liegenden Jahren spiegelt im Wesentlichen die Aufgaben des Nuntius in dieser Zeit wieder und zeigt auf, dass sein Zuständigkeitsbereich sich keineswegs nur auf Innerösterreich beschränkte. Im Auftrag der Kurie reiste er nach Bamberg, Passau, Salzburg, München, Innsbruck sowie Brixen und suchte wiederholt Kärnten auf. Daneben begleitete er die erzherzogliche Familie in den Jahren 1600 und 1602 jeweils für circa eine Woche zur Wallfahrt nach Mariazell279.
1599 zählte zu den reiseintensivsten Jahren, Portia hielt sich mit Unterbrechungen nur rund sieben Monate in Graz auf. Die restliche Zeit teilte sich auf zwei Reisen auf, eine von drei, eine von zwei Monaten. Am 3. Januar 1599 kehrte der Nuntius von einer Fahrt in die Obersteiermark und nach Kärnten zurück, wohin er unter anderem auch aufgrund der in Graz vorherrschenden Pestgefahr ausgewichen war280. Dort hatte er die Pfarreien des Stiftes St. Lambrecht visitiert und sich im kärntnerischen Straßburg, dem Sitz der Gurker Bischöfe, mit Angelegenheiten des Bistums beschäftigt281.
Die erste ausgedehnte Reise dieses Jahres führte Portia von Ende Februar bis Ende Mai zur Bischofswahl nach Bamberg282. Nachdem Neithard von Thüngen am 26. Dezember 1598 in Würzburg verstorben war, zeigte man sich in Rom wegen der bevorstehenden Neuwahl sehr beunruhigt und beschloss, den Grazer Nuntius nach Bamberg zu schicken. Vor allem fürchtete man wohl die Wahl eines den tridentinischen Reformen abgeneigten Nachfolgers, wie zum Beispiel Domdekan Johann Philipp von Gebsattel, der schon im Vorfeld in den Ruf der Häresie geraten war. Bereits Anfang 1598 hatte die Kurie Bischof Neithard dazu ermächtigt, Gebsattel all seine LIVWürden und Privilegien zu entziehen, sollte er die römisch–katholischen Glaubenssätze nicht befolgen. Zur Durchführung des dafür notwendigen Prozesses gegen Gebsattel kam es jedoch nie, da Bischof Neithard diese Weisung bis zu seinem Tod zurückhielt283. Um jeglicher Einflussnahme der Kurie zuvorzukommen, setzte das Domkapitel die Wahl, die tatsächlich auf Domdekan Gebsattel fiel, bereits fur den 4. Februar an. Papst Clemens VIII. wandte sich am 6. Februar mit dem Wunsch um die Wahl eines würdigen und geeigneten Nachfolgers für Bischof Neithard an Kaiser Rudolf II., das Domkapitel von Bamberg, den Grazer Nuntius sowie die Bischöfe von Würzburg und Eichstätt. Zugleich kündigte er die Entsendung Portias nach Bamberg an284. Portia erhielt dieses Breve am 20. Februar und verließ Graz bereits sechs Tage später mit seinen eigenen Kutschen285. Die Reise führte ihn über Rein (28. Februar), Salzburg (7. März), München (15. März), Ingolstadt, Eichstätt, Nürnberg (21. März) und Würzburg (26. März) nach Bamberg, wo er am 31. März abends eintraf286. Dort angekommen, fand Portia vollendete Tatsachen vor: die Bischofswahl war bereits erfolgt und das Domkapitel hatte die Wahlanzeige sowie die Supplik um die Konfirmation schon nach Rom gesandt. Ein von der Kurie nicht veranlasster Informativprozess war ebenfalls bereits durchgeführt und dessen Protokoll nach Rom übermittelt worden, wohin auch schon Gesandte des Domkapitels in dieser Angelegenheit delegiert worden waren. Zudem hatten sich die benachbarten Bischöfe und Kaiser Rudolf II. auf Bitten Gebsattels mit Befürwortungen für die Bestätigung von dessen Wahl an die Kurie gewandt287. Portia war über diese Situation bereits informiert, hatte er Aldobrandini doch schon am 7. März von Salzburg aus über die vermutlich bereits erfolgte Wahl Gebsattels unterrichtet288. Während seiner Aufenthalte in Ingolstadt, Eichstätt und Nürnberg erfuhr er Näheres über die Ereignisse in Bamberg und ihm wurde bewusst, dass er sich als Gesandter der Kurie vor Ort vorwiegend der Beurteilung der allgemeinen kirchlichen Situation im Bistum und der Qualitäten des neugewählten Bischofs widmen müsse289. Konkrete LVAnweisungen hinsichtlich der neuen Situation übermittelte Aldobrandini an Portia allerdings erst am 3. April290, als dieser sich bereits in Bamberg befand und seine ersten Beobachtungen zu Papier gebracht hatte291. Die Kurie hatte sich dazu entschlossen, die Wahl Gebsattels aufgrund des Verdachts der Häresie nicht zu bestätigen und den Nuntius am Kaiserhof, Filippo Spinelli, mit einem Prozess gegen den Verdächtigen zu beauftragen, den Portia vor Ort unterstützen sollte. Weiters wurde Rudolf II. dazu aufgefordert, den gewählten Bischof in seinem Amt nicht zu bestätigen292, obwohl der Kaiser bereits am 20. März das Indult für Gebsattel ausgefertigt und am 24. März ein Empfehlungsschreiben an die Kurie gesandt hatte293. Portia bestätigte den Erhalt der Weisung vom 3. April allerdings erst rund einen Monat später, am 3. Mai294, als er bereits nach eigenem Ermessen und auf Wunsch Gebsattels einen zweiten, den kurialen Vorschriften konformen Informativprozess durchgeführt und das mit 24. April datierte Protokoll nach Rom gesandt hatte295. Schon kurz nach dem Eintreffen des Nuntius in Bamberg beschrieb er den neugewählten Bischof als einen guten und gläubigen Christen mit hohem Ansehen, dessen frühere Verfehlungen (Konkubinat) nicht mehr von Bedeutung seien. Allerdings zeigte er sich über die kirchlichen Zustände im Bistum besorgt und gab den Vorschlag des Bischofs von Würzburg, Echter von Mespelbrunn, weiter, die Bestätigung der Wahl an bestimmte Bedingungen zu knüpfen296, was Portia in seinen späteren Berichten aus Bamberg wiederholte297. Das Ergebnis des Informativprozesses stimmte fast völlig mit seinen Beobachtungen überein, was Portia letztendlich veranlasste, den gewählten Bischof und das Domkapitel zur Fortsetzung und Förderung der Rekatholisierung des Bistums durch die Reform des bestehenden Seminars und die Einrichtung eines Jesuitenkollegs aufzurufen298. Da bei Portia bis zum 26. April keine Weisung der Kurie bezüglich der neuen Situation in Bamberg eingetroffen war und das Breve vom 6. Februar von anderen Voraussetzungen ausgegangen war, agierte er in dieser Zeit weitgehend nach eigenem Ermessen. Deshalb rechtfertigte er in seinem Abschlussbericht vom 3. Mai gegenüber Aldobrandini wohl auch sein Vorgehen in Bamberg so ausführlich, vor allem was den von LVIihm durchgeführten Informativprozesses betraf 299. Diesen hatte die Kurie ursprünglich in die Hände Filippo Spinellis gelegt, weil Bamberg in den Zuständigkeitsbereich des Nuntius am Kaiserhof fiel und dessen Entscheidung die Unterstützung des Kaisers erfahren würde300. Portia hatte man zu einem Zeitpunkt zum päpstlichen Gesandten bestimmt, als in Rom die Wahl Gebsattels noch nicht bekannt war und man von einem aus kurialer Sicht positiven Ausgang der Bischofswahl aufgrund Portias Anwesenheit ausgehen konnte. Dabei hatte man sich auf einen erfahrenen Diplomaten verlassen, der in den Jahren 1592 bis 1595 wiederholt mit kurialen Aufträgen in diesem Gebiet betraut301 sowie im Zuge seiner Tätigkeit in Graz durch die Besitzungen des Bistums Bamberg in Kärnten mit dem mangelnden Willen bischoflicher Vertreter zur Rekatholisierung konfrontiert gewesen war302.
Eine direkte Reaktion Aldobrandinis auf den Bericht Portias vom 3. Mai ist leider nicht auffindbar, was vermutlich mit der Ruckkehr San Giorgios zusammenhängt, der nun den Schriftverkehr mit dem Grazer Nuntius wieder übernahm303. Aldobrandini äußerte sich zur Bischofswahl in Bamberg gegenüber Portia zwar nicht mehr, dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er sich von der Durchführung des Informativprozesses durch Spinelli und dessen Rückhalt beim Kaiser die Ablehnung der Wahl Gebsattels erhofft hatte304. San Giorgio hingegen lobte den Grazer Nuntius für sein Vorgehen und beschwichtigte, als in einer heute nicht mehr auffindbaren Weisung vom 22. Mai erneut von der Durchfuhrung eines Informativprozesses durch den Nuntius am Kaiserhof die Rede war305.
Am 12. Mai verließ Portia Bamberg und reiste nach Regensburg, wo er bis zum 24. Mai blieb und letzte Weisungen abwartete306. Von dort begab er sich donauabwärts Richtung Linz, das er noch am selben Tag erreichte, und traf am 5. Juni in Leoben ein307. Die ersten Berichte Portias aus Graz stammen dann vom 14. Juni308.
Kaum dort eingetroffen, wurde der Nuntius bereits mit dem nächsten Auftrag der Kurie betraut, der wiederum eine längere Abwesenheit von der innerösterreichischen Residenzstadt zur Folge hatte. Bereits am 5. Juni hatLVIIte San Giorgio den Entschluss der Congregazione di Germania vom 3. Juni übermittelt, Portia nach Passau zu entsenden, um das Kapitel sowie das Hochstift zu visitieren und im Anschluss daran einen Bistumsadministrator für den minderjährigen Erzherzog Leopold zu bestimmen309. Dieser war nach dem Tod Urbans von Trennbach am 4. September 1598 von Clemens VIII. als dessen Nachfolger bestätigt worden, nachdem er kurze Zeit zuvor zum Koadjutor ernannt worden war. Den Empfang dieser Weisung bestätigte Portia am 21. Juni und brachte dabei seine mangelnde Begeisterung über diesen Auftrag zum Ausdruck: „… mi son un puoco smarrito per vedermi di nuovo obligato a commissione niente men difficile di quella di Bamberga …“310. Er schob seinen schlechten Gesundheitszustand und den seiner Mitarbeiter im Sekretariat der Nuntiatur vor. Eine größere Rolle spielte dabei aber, dass Portia im September 1598 von Clemens VIII. zwar zum Administrator des Bistums für Eh. Leopold bestimmt worden war, dies jedoch beim Kaiser und der erzherzoglichen Familie wie auch beim zukünftigen Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein auf eine derartige Ablehnung stieß, dass Portia im Mai 1599 Kardinal Aldobrandini um die Befreiung von dieser Pflicht bat311. Dem wurde Anfang Juni stattgegeben, Portia jedoch gleichzeitig mit der Visitation des Bistums und der Bestimmung eines Administrators für Passau beauftragt. Portia zögerte die Abreise von Graz über mehrere Monate hinaus und führte dafür wiederholt die gesundheitlichen und finanziellen Belastungen der vorangegangenen Reise nach Bamberg sowie die in Graz anfallenden Geschäfte als Gründe an312. Während seiner dreimonatigen Abwesenheit in der ersten Jahreshälfte hatte sich die Bearbeitung mehrerer an die Kurie gerichteter Anliegen der Erzherzöge verzögert313, sodass sich auch Erzherzog Ferdinand vom neuerlichen Auftrag für Portia nicht begeistert zeigte, zumal sich seine Mutter und Beraterin, Erzherzogin Maria, bereits seit Ende September 1598 auf Reisen befand und gerade die höchst problematische Annullierung der Ehe seiner Schwester Maria Christierna mit Fürst Sigismund Báthory von Siebenbürgen anstand314. Obwohl San Giorgio wiederholt auf die baldige Erledigung des Passauer Auftrages drängte315, gestand er Portia Anfang August 1599 einen Aufschub zu316, damit dieser den Wünschen der erzherzoglichen Familie in LVIIIGraz gerecht werden könne. Nachdem Portia die letzten Zeugenaussagen für die Annullierung der Ehe des siebenbürgischen Fürstenpaares eingeholt sowie die Auflosung bekannt gemacht hatte317, die Erteilung der Koadjutorie des Bistums Straßburg an Erzherzog Leopold erfolgt war318, die gewünschten Dispense den Erzherzögen Leopold und Karl zugesprochen worden waren319 und Erzherzogin Maria Ende August nach Graz zurückgekehrt war320, kündigte er am 13. September seine Abreise nach Passau an321. Er verließ Graz vermutlich am 28. September und traf am 6. Oktober in Passau ein322. Im Sinne des Heiligen Stuhles bestellte Portia den Dompropst Christoph von Pötting und Preising rückwirkend mit 1. Oktober 1599 zum Administrator des Bistums Passau. Die Veröffentlichung dieser Ernennung erfolgte am 9. Oktober im Domkapitel im Beisein des Grazer Nuntius und seines Auditors Girolamo Rota323. Pötting hatte dieses Amt inne bis Leopold mit päpstlicher Dispens 18jährig das Bistum am 25. Juli 1605 in Besitz nahm324. Portia hatte bereits im Juni aus einem Bericht des Nuntius am Kaiserhof, Filippo Spinelli, erfahren, dass Pötting im Auftrag Kaiser Rudolfs vom Domkapitel vorübergehend als Administrator eingesetzt worden war325. Als er dies aufgrund päpstlicher Vollmacht im Oktober bestätigte, regte sich unter den Kapitularen Widerstand, da sie die Ermächtigung Portias für diese Ernennung anzweifelten. Portia erklärte das damit, dass das Domkapitel in die kuriale Entscheidung nicht einbezogen worden war, wies aber auch auf das Fehlen eines entsprechenden päpstlichen Breves hin326. Von einer Visitation des Bistums Passau durch den Grazer Nuntius erfährt man in den Nuntiaturberichten nichts. Er stattete aber das Kapitel und den Administrator vor seiner Abreise mit umfassenden Vorschlägen für eine innere kirchliche Reform und Rekatholisierung des Bistums aus327. Am 31. Oktober hielt sich Portia in München auf, wo er mit Herzog Maximilian LIXuber die Konflikte mit dem Bistum Passau verhandelte. Von dort reiste er über Salzburg und Rottenmann in die innerösterreichische Residenzstadt zurück. Sein erstes erhaltenes Schreiben aus Graz stammt vom 20. November328.
Nach vier Monaten der Tätigkeit vor Ort, begab sich Portia am 22. Februar 1600 erneut auf Reisen329. Ziel war diesmal Kärnten, wo er das Prämonstratenserkloster Griffen visitierte, das Zisterzienserinnenkloster Friesach aufsuchte und sich ein Bild über das Land machte330. Da im ersten Viertel des Jahres 1600 nur vereinzelte Berichte Portias überliefert sind, kann aus der Nuntiaturkorrespondenz nur wenig über diese Reise erschlossen werden. Tatsache ist aber, dass sich Portia am 27. Februar in St. Paul im Lavanttal, am 4. März in Griffen, vom 11.–13. März in Viktring und am 16. März in Friesach aufhielt331. Am 27. März war er wieder zurück in Graz332. Der Nuntius hatte das Breve für die Visitation Griffens vom 17. September 1599 vermutlich erst nach seiner Rückkehr aus Passau im November 1599 erhalten und dürfte seine Abreise aufgrund der Jahreszeit auf die zweite Hälfte Februar verschoben haben333. Ausführlich berichtete Portia nach seiner Rückkehr nach Graz von seinen Beobachtungen hinsichtlich der kirchlichen Lage in Kärnten und machte auf grundlegende Probleme in den Städten Villach und Klagenfurt aufmerksam, die Brutstätten und Schutzzonen der Häresie in Kärnten seien334. Ende Mai 1600 begann Portia die Reise nach Krain zu planen, die ihm von der Kurie aufgetragen worden war, er aber wegen der herrschenden Pestepidemie und der Sorge um die Rekatholisierung der Steiermark aufgeschoben hatte. Ziel der Krainer Visitationsreise war, wie schon zuvor in Kärnten, die kirchliche Situation nach den ersten Maßnahmen vor Ort zu überprüfen und den Bischof von Laibach, Thomas Chrön, aufzusuchen335. Genaue Anweisungen dafür sind nicht auffindbar, selbst den richtigen Zeitpunkt stellte ihm die Kurie frei336. Ende Juni verschob der Nuntius diese Reise auf unbestimmte Zeit, da er die Folgen der rekatholisierenden Maßnahmen bei Karlstadt fürchtete, was die LXKurie wohlwollend zur Kenntnis nahm337. Inwiefern dieser Aufschub mit der letztlich falschen Nachricht über die langersehnte Abberufung von der Nuntiatur in Graz zusammenhängt338, ist nicht zu klären. Ebenso wenig kann aus der Korrespondenz der hier bearbeiteten Jahre erschlossen werden, ob und wann sich Portia auf den Weg nach Krain gemacht hat.
Im August 1600 jedenfalls nahm Portia, wie schon 1596, an einer einwöchigen Wallfahrt der erzherzoglichen Familie nach Mariazell teil, was von der Kurie als Zeugnis für das Vertrauensverhältnis zwischen den innerösterreichischen Erzherzögen und dem päpstlichen Diplomaten sehr begrüßt wurde339. Allerdings war Portia während des im Anschluss daran stattfindenden mehrwochigen Jagdausfluges Erzherzog Ferdinands mit seiner Frau und seiner Mutter in die Obersteiermark nicht zugegen340. 1604 sollte er erstmals die erzherzogliche Familie in die Sommerfrische nach Judenburg und Murau begleiten341. Seine Amtsnachfolger, Giovanni Battista Salvago, Pietro Antonio Da Ponte und Erasmo Paravicini, nutzten derartige Gelegenheiten ebenfalls, um das Vertrauen des innerösterreichischen Fürsten und Informationen über die laufenden Amtsgeschäfte während der Abwesenheit Ferdinands vom Grazer Hof zu gewinnen342.
Waren die vorangegangenen Reisen des bearbeiteten Zeitraums vorwiegend mit Aufgaben im Sinne der innerkirchlichen, nachtridentinischen Reformen verbunden, standen die folgenden Absenzen des Grazer Nuntius ab November 1600 vor allem im Zusammenhang mit der Verteidigung der innerösterreichischen Grenzen gegen die vorrückenden osmanischen Truppen. Um Überschneidungen mit dem Kapitel I.1 zu vermeiden, wird hier die LXIDarstellung auf die eigentliche Reisetätigkeit Portias beschränkt und für die Problematik selbst auf das entsprechende Kapitel verwiesen343.
Als die zur ungarischen Militärgrenze gehörige Festung Kanizsa nach sechswöchiger Belagerung im Oktober 1600 vom türkischen Heer erobert wurde, zeigte sich die Kurie tief betroffen und drängte auf eine möglichst rasche Rückeroberung344. Bereits einen Monat nach dem Verlust der Festung, am 25. November, beauftragte Clemens VIII. Portia, persönlich bei den Innerösterreich benachbarten Fürsten um Unterstützung Erzherzog Ferdinands für die Türkenabwehr zu bitten345. Adressaten der Mission Portias im Winter 1600 waren die Herzöge von Bayern, Wilhelm V. und Maximilian I., Erzbischof Raitenau von Salzburg sowie Markgraf Karl von Burgau, die im Auftrag der Kurie angesichts des drohenden Vormarsches der Osmanen in ihrem eigenen Interesse zu Hilfsleistungen bewogen werden sollten346.
Da die Überlieferung der Berichte Portias ab August 1600 sehr lückenhaft ist, können die Eckdaten dieser Reise nur über die römischen Weisungen oder ergänzende Archivalien ermittelt werden. Fest steht, dass der Nuntius seine Abreise auf Wunsch der Erzherzöge verschob347 und sich kurz nach dem 18. Dezember 1600 über Medlestain (21. Dezember), Admont (25. Dezember) und Radstadt (27. Dezember) auf den Weg nach Salzburg (3. Januar 1601) und München (10. Januar) machte348. Dort brachte Portia, ausgestattet mit päpstlichen Breven vom 25. November349, die Bitte der Kurie vor. Während seines Aufenthaltes in München erhielt Portia die Weisung, auf direktem Weg nach Brixen zu reisen, wo nach dem Tod des Kardinals Andreas von Österreich im November 1600 die Bischofswahl anstand. Da das Bistum Brixen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Schweizer Nuntius, Giovanni della Torre, fiel, wurde der bereits in der Nähe befindliche Grazer Nuntius als päpstlicher Gesandter für diese Wahl bestimmt350. Dies wurde von der Grazer Fürstenfamilie mit Sicherheit begrüßt, da sie sich für die Erzherzöge Leopold oder Karl um das Bistum Brixen bemühte351. Auf dem Weg zu seinem neuen Bestimmungsort traf Portia am 18. Januar LXII1601 in Innsbruck ein und suchte dort Markgraf Karl von Burgau und Anna Caterina Gonzaga, die zweite Frau und Witwe Erzherzog Ferdinands von Tirol, auf352.
Der erste erhaltene Bericht des Grazer Nuntius aus Brixen stammt vom 28. Januar 1601, Portia blieb bis Mitte Februar und wohnte der Wahl des Bischofs von Brixen bei353. Am 7. Februar wurde, entgegen den Bemühungen Portias für die Wahl des minderjährigen Erzherzogs Karl, Christoph Andreas von Spaur, der seit 1574 dem Bistum Gurk vorstand, zum Bischof von Brixen gewählt354. Obwohl Kardinal San Giorgio der erzherzoglichen Familie in Graz mangelnden Nachdruck vorwarf, scheint die Wahl des ihr wohl bekannten Bischofs von Gurk ein durchaus taktischer Zug gewesen zu sein, um das Bistum auf lange Sicht für den zehnjährigen Karl zu sichern. Ein Vorgehen, das schon Anfang Dezember 1600 von Raimund von Thurn, dem kaiserlichen Botschafter am Heiligen Stuhl, an Erzherzog Ferdinand herangetragen worden war und 1613 von Erfolg gekrönt wurde355.
Auf seiner Rückreise über Kärnten nach Graz beabsichtigte Portia, sich in Viktring oder Griffen mit dem noch nicht konfirmierten Abt von Arnoldstein, Emerich Müllner von Leonmüllnern, sowie dem Bamberger Vizedom, Johann Georg von Stadion, zu treffen, um mit ihnen über lokale kirchliche Probleme, wie die Stadtpfarrkirche von Villach sowie die Stifte Arnoldstein und Griffen, zu sprechen. Beide kamen der Einladung des Nuntius nicht nach, was bestimmt mit der von Erzherzog Ferdinand vorangetriebenen und vom Papst im April 1600 vorerst beschlossenen Inkorporation des Benediktinerstiftes Arnoldstein in den Jesuitenorden zusammenhing, wodurch ein Konflikt mit Bischof Gebsattel von Bamberg entstanden war356. Die Kontroverse um die Auflosung des Prämontratenserstiftes Griffen zur Dotation des Konvikts für arme Schüler in Graz war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgebrochen357. Portia kehrte Anfang März, nach zweieinhalbmonatiger Abwesenheit, nach Graz zurück358.
LXIIIIn den folgenden Monaten verließ er die Stadt nur für wenige Tage, reiste dem Neffen des Papstes und General der päpstlichen Truppen, Gian Francesco Aldobrandini, Ende Juni bis nach Villach entgegen, begleitete diesen einen Monat später ein Stück des Weges nach Agram und begab sich Mitte September nach Warasdin, wo Aldobrandini am 17. September 1601 verstorben war. Dort kümmerte er sich um den Leichnam sowie die famiglia des Verstorbenen und reiste danach zur päpstlichen Armee vor Kanizsa weiter. Zehn Tage später machte er sich auf den Rückweg und traf am 9. Oktober wieder in Graz ein359.
Nach den zahlreichen Reisen des Grazer Nuntius in den Jahren 1599– 1601, verließ er Graz im Mai 1602 nur für eine einwöchige Wallfahrt mit den Erzherzögen nach Mariazell360.
Die hier beschriebenen Reisen des Grazer Nuntius in den Jahren 1599– 1602 stellen einen wesentlichen Teil seiner Amtstätigkeit dar, obwohl sie eine insgesamt rund neunmonatige Abwesenheit von seinem eigentlichen Dienstort zur Folge hatten. Sie waren mit außerordentlichen finanziellen und gesundheitlichen Belastungen verbunden, die Portias diplomatisches Handeln wesentlich beeinflussten. Portia musste diese Unternehmungen im Regelfall selbst vorfinanzieren und auf eine moglichst baldige Ruckerstattung der Kosten seitens der Apostolischen Kammer hoffen, wofür meist mehrere Bittgesuche an die Kardinalnepoten notwendig waren. Auch wenn ihm, wie im Fall der Mission zu den Innerösterreich benachbarten Fürsten im November/Dezember 1600 vorab eine finanzielle Unterstutzung zugesagt wurde361, musste er sich zum Teil über Jahre bis zur Begleichung der Ausstände gedulden362, die er im Januar 1601 mit alcune migliaia di scudi bezifferte 363. Kostenintensiv waren aber nicht nur die Reisen selbst, auf denen der Nuntius berufsbedingt einen Teil seine famiglia mitführte, sondern auch die Aufrechterhaltung seines Haushaltes in Graz, da dort trotz der Abwesenheit des Amtsinhabers Informationen für die Kurie eingeholt und an sie übermittelt werden mussten364.
LXIVWeil die Reisen dieser Jahre zum Großteil in den kalten Wintermonaten erfolgten, war das Fortkommen überaus beschwerlich und beeinträchtigte die Gesundheit der Mitreisenden365.
Auch die Übermittlung der Postpakete war schwierig. Dass sie dabei mitunter stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, wirkt sich heute negativ auf die Überlieferungssituation der Nuntiaturkorrespondenz aus. Da der Postweg dabei nicht über die bewährte Linie Graz–Venedig–Rom erfolgte, gingen viele Schriftstücke verloren oder trafen verspätet beim Empfänger ein366. Vor allem bei den Weisungen an den Nuntius wirkte sich sein geringer Bekanntheitsgrad während der Reise und am Destinationsort negativ auf die Übermittlung aus, wobei schon die wechselnden Aufenthaltsorte die Zustellung wesentlich erschwerten367. Deshalb war die Kurie auf eine möglichst genaue Angabe der eingeschlagenen Route und die Kenntnis dort ansässiger, vertrauenswürdiger Personen angewiesen368. Dem Nuntius wiederum musste es gelingen, seine Berichte in den vor Ort üblichen Postweg einzuschleusen, um die rasche und sichere Zustellung zu gewährleisten369.
Die auswärtigen Missionen Portias, die im Auftrag der Kurie erfolgten, waren den Erzherzögen von Innerösterreich, allen voran Erzherzogin Maria und ihrem Sohn Ferdinand, keineswegs immer willkommen, da sie dadurch ihren Verbindungsmann zur Kurie auf bestimmte Zeit nicht zu Verfügung hatten, was die Durchsetzungskraft ihrer Anliegen schmälerte. Aus diesem Grund wurden dem päpstlichen Diplomaten Schreiben mit dringenden Begehren nachgesandt und ihm sowohl im Sommer 1599 als auch im Winter 1600 der Aufschub seiner Abreise nahegelegt370, obwohl gerade die letztgenannte Reise zum Wohl Innerösterreichs durchgeführt werden sollte. Allerdings konnte der Grazer Nuntius durch die überregionalen kurialen Aufträge wesentlich an Bedeutung und Einfluss gewinnen, was sich dann wieder positiv auf den Grazer Hof auswirken konnte.
Portia selbst erachtete seine Tätigkeit über die Grenzen Innerösterreichs hinaus als selbstverständlich und berief sich dabei auf seine erste Instruktion vom 28. März 1592, die auf den süddeutschen Raum (Germania superior) lautete, und auf die ihm in diesem Zusammenhang zugesprochenen Fakultäten vom 28. April 1592. Er ging über die gesamte Zeit seiner LXVTätigkeit in Graz davon aus, dass seine Funktion als Legatus de Latere ad quasdam Superiores Germaniae partis, die ihm 1592 zugesprochen worden war, neben der Nuntiatur in Graz fortbestand, weshalb er den damit verbundenen Aufgaben weiterhin nachkam371. Erst im Jahr 1606, rund ein Jahr nach dem Tod Clemens' VIII., schien ihm die Uberschneidung in den Zuständigkeitsbereichen der verschiedenen Nuntiaturen aufzufallen, sodass er die Kurie um eine Definition seiner Aufgaben bat372. Im Zuge der Übergabe der Nuntiaturgeschäfte an seinen Nachfolger, Giovanni Battista Salvago, teilte er dem päpstlichen Staatssekretariat mit, dass er für sein Amt in Graz weder eine spezifische Instruktion noch entsprechende Fakultäten erhalten habe373. Portias Vorstellungen über seinen Amtsbereich dürften denen der Kurie nicht entsprochen haben, wenn man bedenkt, dass der Nuntius am Kaiserhof, come ordinario, et principale in Germania et il luogo [Bamberg] sottoposto alla sua carica, ursprünglich mit dem Informativprozess Gebsattels betraut worden war374. Zudem bestätigte Scipione Borghese, Kardinalnepot Pauls V., gegenüber dem Nachfolger Portias im März 1607, dass Portia nur als außerordentlicher Nuntius in Bayern, Passau und Salzburg tätig gewesen ist, dort aber zu keinem Zeitpunkt die superiorità inne hatte375. Davon abgesehen bat San Giorgio den Grazer Nuntius im August 1600 aber um nähere Informationen zum geplanten Religionsgespräch von Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg und Herzog Maximilian von Bayern, obwohl er sich in diesem Gebiet seit dem Vorjahr nicht mehr aufgehalten hatte und es anscheinend nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fiel. Vermutlich ist dieser Auftrag aber auf die enge Beziehung zwischen den Fürsten in Innerösterreich und Bayern zurückzuführen376. Dass Portia angewiesen wurde, an der Bischofswahl in Brixen teilzunehmen, da der Nuntiatursprengel des LXVISchweizer Nuntius nicht so weit reiche, hatte vermutlich damit zu tun, dass er sich zu diesem Zeitpunkt in München aufhielt377. Dass sich diese Problematik erst gegen Ende der Nuntiatur und während des Pontifikates von Paul V. zuspitzte, spricht dafür, dass dies in den Jahren zuvor geduldet oder vielleicht sogar begrüßt worden war, hatte Portia sich doch in offiziellen Schreiben wiederholt als per superiorem Germaniam cum facultate legati de latere Nuntius bezeichnet378. Im Vergleich dazu war der Kölner Nuntius als per totum tractum Rhenanum et ad inferiores Germaniae partes nuntius bezeichnet worden, dessen Nuntiatursprengel sich laut Feldkamp seit jeher über die Bistümer Würzburg und Bamberg erstreckte379.
Nichtsdestotrotz wurden an Portia während seiner Reisen auch verschiedenste lokale Anliegen herangetragen, die er mit Erfolg an die Kurie weiterleitete, so zum Beispiel Dispense für einzelne Personen wie Johann Veit von Würtzburg, Domherr in Bamberg und Würzburg, sowie Scholastika Vetter und den Arzt Thomas Meermann aus Bayern380. Darüber hinaus wandten sich auch Kirchenfürsten oder Domkapitel an den Grazer Nuntius. Hierzu zählten der Bischof von Eichstätt, Johann Konrad von Gemmingen, der beabsichtigte, das örtliche Priesterseminar Willibaldinum nach Ingolstadt oder Dillingen zu verlegen, oder die Domherren von Passau, die um die Einführung eines Directoriums in der Diözese baten381. Dies hat zur Folge, dass in der vorliegenden Edition ein die Grenzen Innerösterreichs überschreitendes Themenspektrum behandelt wird, und sich darin zahlreiche ergänzende Informationen zu lokalhistorischen Ereignissen oder Personen befinden.
I.5 Finanzen
Wie schon wiederholt in der Forschung festgestellt wurde, ist es nur in vereinzelten Fällen möglich, nähere Informationen über den Alltag in den Nuntiaturen in Erfahrung zu bringen. Meist ist man auf Zufallsfunde in den ergänzenden Akten der offiziellen Nuntiaturkorrespondenz oder singulären Erwähnungen in eben dieser angewiesen382. Dies trifft auch im Fall der Grazer Nuntiatur zu, die bisher im Bereich der Alltagsgeschichte kaum analysiert wurde383. In Anlehnung an den französischen Editor Bertrand Haan wird hier erstmals eine Aufstellung der monatlichen Zahlungen der Apostolischen Kammer an den Grazer Nuntius im bearbeiteten Zeitraum geboten, die in gewissem Maß Schlüsse auf das Alltagsleben Girolamo Portias zulassen384.
Den päpstlichen Nuntien stand von der Kurie eine monatliche Zuwendung zu, die abhängig vom Dienstort unterschiedlich hoch war und im 16./17. Jahrhundert nur geringfügige Veränderungen erfuhr. Der Grazer Nuntius erhielt am Beginn des 17. Jahrhunderts zum Beispiel 220 scudi di moneta, während seine Amtskollegen in Polen, Köln, Flandern und der Schweiz 230 bekamen, jene in Venedig, Savoyen und Florenz hingegen 150, 100 und 57 ½. Dem Diplomat am Kaiserhof wurden dagegen monatlich 240 scudi di moneta (200 scudi d’oro) und jenem in Frankreich 360 (300 scudi d’oro) angewiesen385. Detaillierte Angaben über diese Zuwendungen kann man den Büchern der Depositeria und Tesoreria Generale der Apostolischen Kammer im Staatsarchiv in Rom entnehmen386. Aus diesen wird erLXVIIIsichtlich, dass die Zahlungen wiederholt mit Verspätung erfolgten, was den jeweiligen Nuntius, abgesehen vom ohnehin unzureichenden Monatsgehalt, vor Ort in finanzielle Bedrängnis brachte387. Grundsätzlich war eine chronische finanzielle Unterversorgung der Nuntiaturen gegeben, sodass die Amtsinhaber, wie auch im diplomatischen Vertretungswesen der europäischen Mächte überhaupt, gezwungen waren, eigene Mittel einzusetzen und auf einen Ersatz ihrer Ausgaben durch einträgliche Pfründen zu hoffen388. Ihr Einkommen setzte sich aus verschiedenen Teilen zusammen, wobei Ausmaß und Anweisungszeitpunkt keiner Regelmäßigkeit unterlagen. Sie bezogen Einkünfte aus diversen Pfründen, aus der Ausübung der päpstlichen Fakultäten (wie dem Dispenswesen), aus den monatlichen Zahlungen der Apostolischen Kammer und aus außerordentlichen Aufwandsentschädigungen, die ihnen eben diese angedeihen ließ389. Vollständige Bilanzen der Einnahmen und Ausgaben von Nuntiaturen sind im Allgemeinen aufgrund der Quellenlage nicht machbar. So ist es im Fall Portias nicht möglich, seine Einkünfte aus den Fakultäten auch nur annähernd abzuschätzen, da keinerlei Jurisdiktionsakten erhalten sind, und man daher nicht weiß, wie hoch zum Beispiel die Anzahl erteilter Dispense war390. Die Kosten einer Nuntiatur waren beträchtlich (Lebensunterhaltungskosten für den Nuntius sowie seine famiglia am Dienstort und auf Reisen, Verpflegung von Gästen, Postsendungen aus Rom, Löhne), jedoch können auch hier keine eindeutigen Angaben gegeben werden391. Einen wesentlichen Posten stellte dabei die famiglia des Nuntius dar, für die er in vielerlei Hinsicht aufkommen musste. Im Fall Portias ist eine überaus seltene Aufstellung seiner famiglia vom Oktober 1603 mit 24 Personen erhalten, in der die meisten mit ihren Namen und Aufgaben angeführt werden392. Im Vergleich mit anderen Nuntiaturen liegt diese Anzahl zwischen der des Nuntius Bartolomeo Portia in Süddeutschland (1573–1575) mit 10 bis 15 Personen und dessen späterer Nuntiatur am Kaiserhof (1577–1578) mit circa 35 Personen sowie jener LXIXFilippo Segas als Nuntius am spanischen Hof (1577–1581) mit mehr als 40 Personen393.
Portia verfügte vermutlich aufgrund seiner adeligen Herkunft über ein gewisses Vermogen, auf das er bei finanziellen Engpässen zuruckgreifen konnte. Dazu bezog er bereits seit geraumer Zeit Einkünfte aus den Pfründen der Kirchen Santa Maria di Palazzolo in der Diözese Brescia sowie Sant’Angelo (seit 1585, das Patronat hatte die Familie Portia inne) und Santa Maria in Porcia394. Durch die Ernennung zum Nuntius im Jahr 1592 stand ihm ein monatlicher Gehalt von 220 scudi di moneta ab dem 13. April dieses Jahres zu395. Zu diesem Zeitpunkt verfügte er aber noch nicht über die Bischofswürde, die ihm erst am 7. August 1598 mit dem Bistum Adria verliehen wurde396. Anfang 1596 bemühte sich Kardinal Aldobrandini um eine Pfründe für Portia, die durch den Tod von Kardinal Giovanni Francesco Morosini vakant geworden war397. Der Grazer Nuntius dankte ihm dafür und unterstrich die Dringlichkeit der Unterstützung398. Diese Bemühungen waren vermutlich nicht von Erfolg gekrönt, bat Portia Aldobrandini Anfang Juli dieses Jahres doch erneut inständig um Hilfe, da er keine Möglichkeit sah, die bisherigen Ausgaben seiner Mission aus eigenen Mitteln zu decken399. Derartige Bittgesuche wiederholen sich immer wieder und waren stets mit dem Wunsch verbunden, zumindest eine Vergütung der angefallenen Spesen zu erhalten400. 1601 berichtete Portia Aldobrandini von Schulden im Ausmaß von mehreren 1.000 scudi, die sich im Laufe der Jahre aufgrund der außerordentlichen Reisen angesammelt hatten401. Jahre zuvor, im Oktober 1596, hatte er gegenüber dem Sekretär des Großherzogs der Toskana, Belisario Vinta, die Ausgaben der vorangegangenen Jahre mit 12.000 scudi beziffert402. Aufgrund dieser Sachlage ist verständlich, dass es sowohl seitens der Kurie als auch seitens des Großherzogs der Toskana, dem Portia seit seiner Ernennung zum Nuntius regelmäßig Bericht erstatLXXtete403, zahlreiche Bemuhungen um Benefizien fur ihn gab404. Während der Italienreise Erzherzog Ferdinands im Jahr 1598 wurde Portia dann endlich zum Bischof von Adria mit Sitz in Rovigo ernannt. Damit dürften aber seine finanziellen Probleme nicht zur Gänze gelost worden sein, denn auch in den bearbeiteten Jahren bat er Aldobrandini, der im Dezember 1599 zum Kämmerer ernannt wurde, wiederholt um Entschädigung für seine Ausgaben405. So auch Anfang Dezember 1599: nachdem die Monatsgehälter des gesamten Jahres ausgeblieben waren, im September erst die Anweisung für die letzten drei Monate des Vorjahres erfolgt und er nach zwei sehr langen Reisen wieder nach Graz zurückgekehrt war, schlug er vor, die von der Apostolische Kammer noch ausstehenden Anweisungen mit jenem Restgeld gegenzurechnen, das ihm im Vorjahr für den Erwerb von Waffen für den Kampf um Ferrara zugeteilt worden war406. Dieser Vorschlag kam nicht von ungefähr, sondern hatte seinen Grund in zwei für Portia schicksalhaften Ereignissen des Jahres 1599, von denen wir aber nur aus seinen Berichten an den Hof von Florenz wissen. Im Oktober war nämlich Michel Somacchi unerwartet verstorben, dem Portia die Gelder der Apostolischen Kammer zur Begleichung kurialer Aufträge anvertraut hatte, wie der Versorgung durchreisender päpstlicher Truppen oder eben des Ankaufs von Waffen im Jahr 1598. Aufgrund seines plötzlichen Todes konnte Somacchi die entsprechenden Abrechnungen nicht abschließen, sodass Portia keinerlei Informationen über die restlichen Gelder der Kurie hatte und mit Verbindlichkeiten von rund 2.000 scudi konfrontiert war. Da aber eine Abrechnung der Apostolischen Kammer bevorstand und er aufgrund des ebenso unerwarteten Todes des Verwalters seiner diversen Einkünfte, Alessandro Regini, nur eingeschränkten Zugriff auf seine privaten Gelder hatte, war LXXIer gezwungen, der Kurie, die über diese Misswirtschaft nicht in Kenntnis gesetzt werden sollte, den oben angeführten Vorschlag zu unterbreiten. Zu seiner Absicherung bat er Großherzog Ferdinando der Toskana zusätzlich um einen Kredit über 2.000 scudi407. Diese Lösung hätte relativ schnell zu einem positiven Ende führen können, doch die Angelegenheit zog sich über Jahre hin, was sowohl an der mangelnden Unterstützung durch seinen römischen Agenten, Alfonso Pico, lag, als auch an der Abwesenheit Aldobrandinis von Rom vom September 1600 bis April 1601408. Die finanzielle Lage Portias verschlechterte sich durch die im Auftrag der Kurie unternommenen Reisen der Jahre 1599 bis 1601 zunehmend, weil er keine Aufwandsentschädigungen erhielt409. Darüber hinaus bescherte ihm auch sein Bistum Adria wiederholt finanzielle Sorgen410. Wie und ob ein Ausgleich mit der Apostolischen Kammer gefunden wurde, ist aus der Korrespondenz nicht ersichtlich. Nachdem San Giorgio ihm im November 1600 für die Reise zu den Innerosterreich benachbarten Fursten eine finanzielle Unterstutzung zugesagt hatte, wurde Portia rund ein Jahr später davon unterrichtet, dass Clemens VIII. einen Schuldschein über 2.000 scudi für außerordentliche Reisespesen unterzeichnet hatte. Zuvor hatte dieser auch dem Erlass des Zehents im Bistum Adria für das Jahr 1601 zugestimmt411.
Zur Verdeutlichung der unregelmäßigen Auszahlung des Monatsgehalts von 220 scudi di moneta durch die Apostolische Kammer, wird hier eine Übersicht der bearbeiteten Jahre vorgelegt. Die Zahlungen gingen mittels Schuldschein an den im bearbeiteten Zeitraum in Rom anwesenden Prokurator des Grazer Nuntius, Ercole Pedretti. Dieser kümmerte sich in der Folge um die Überweisung des Geldes. Da in der Nuntiaturkorrespondenz der Jahre 1595–1598 wiederholt die Bankhäuser Castelli in Wien und De Calice in Venedig in Verbindung mit dem Ankauf von Waffen durch Portia erwähnt wurden, kann man annehmen, dass der Geldtransfer über diese Institutionen gelaufen ist412.
Für die ersten drei Monate des Jahres 1599 sowie Mai 1600 bis März 1601, also insgesamt vierzehn Monate, konnten in den Quellen keine Anweisungen gefunden wurden. Auffallend ist, dass die zeitlichen VerzögeLXXIIrungen der Anweisung in den Jahren 1601 und 1602 geringer wurden, eine Entwicklung, die bis zum Ende der Nuntiatur Portias im Jahr 1607 zu beobachten ist413. Dass die Zahlungen der Apostolischen Kammer mit einer Verspätung von mehr als vier Monaten erfolgten, nahm in den Monaten Mai–September 1595, dem Beginn der ständigen Residenz in Graz, seinen Anfang und wurde ab August 1596 zum Usus.
Außerordentliche Zahlungen, wie jene vom 12. Juli 1599 von 100 scudi für den Johannistag desselben Jahres oder vom 18. September 1602 von ebenfalls 100 scudi für die bevorstehende Reise Portias in sein Bistum, wurden in die Tabelle nicht aufgenommen414.
| Tag der Auszahlung | Zeitraum | Summe415 | Quelle416 |
|---|---|---|---|
| 30. Dezember 1599 | April – Juli 1599 | 880 |
1583, fol. 134r 1584, fol. 132r 1842, fol. 109v |
| 4. Februar 1600 | [August 1599]417 | 220 |
1584, fol. 137r 1585, fol. 61v 1843, fol. 3v |
| 29. Februar 1600 | September, Oktober 1599 | 440 |
1584, fol. 140r 1585, fol. 66v 1843, fol. 7v |
|
31. März 1600 bzw. 1601418 |
November, Dezember 1599 Januar, Februar, März 1600 |
1100 |
1585, fol. 142r 1843, fol. 13r |
| 14. November 1600 | April 1600 | 220 |
1585, fol. 115r 1843, fol. 88r |
| 23. August 1601 | April, Mai, Juni 1601 | 660 |
1585, fol.167r 1844, fol. 171r 1845, fol. 171r |
| 29. März 1602 | Juli 1601 – März 1602 | 1980 |
1586, fol. 61v 1587, fol. 72v 1847, fol. 11r |
| 27. Januar 1604 | April 1602 | 200 |
1588, fol. 51r419
1850, fol. 3v 1851, fol. 3v |
| 13. August 1602 | Mai, Juni 1602 | 440 |
1586, fol. 90r 1587, fol. 95r 1847, fol. 71v |
|
14.420/16. November 1602 Juli, August, September 1602 |
660 |
1586, fol. 104v 1587, fol. 106r 1847, fol. 100v |
|
| 30. Januar 1603 |
Oktober, November, Dezember |
660 |
1587, fol. 121r 1848, fol. 4r 1849, fol. 4r |
II. Die Quellen und ihre Überlieferung
Die archivalische Situation stellt sich im Fall der Grazer Nuntiatur für die bearbeitete Zeit sowohl auf der Empfänger- als auch auf der Urheberseite sehr komplex dar.
Das Archiv der Grazer Nuntiatur ist für die gesamte Zeit ihres Bestehens nur in Teilen erhalten, weshalb die Urheber- und Empfängerüberlieferung aus Graz lediglich aus einzelnen Jahrgangsbänden besteht421. Im speziellen Fall der Nuntiatur Girolamo Portias konstatierte dessen Nachfolger Giovanni Battista Salvago bereits kurze Zeit nach seiner Ankunft in Graz, dass er kein Archiv vorgefunden habe, sodass er sich nun der Archivierung der schriftlichen Aus- und Eingänge widmen müsse, um diese auch für seine Nachfolger zu erhalten422. Der letzte Grazer Nuntius, Erasmus Paravicini, informierte die Kurie darüber hinaus im Oktober 1614 über die Entfernung der vorhandenen Jurisdiktionsakten der Jahre 1592–1607 durch Girolamo LXXIVRota, den Auditor Portias423. Teile des Schriftgutes aus der Nuntiatur Portias gelangten am 7. August 1891 in die Nationalbibliothek von Florenz, die sie von dem Florentiner Antiquar Ulisse Franchi erwarb und die heute die ältesten erhaltenen Archivalien aus dem Grazer Nuntiaturarchiv darstellen424. Es handelt sich dabei um vier Bände des Fondo nazionale mit den Signaturen II.II.510, II.II.511, II.II.512 und II.II.513. Die drei Letztgenannten können eindeutig dem Archiv der Grazer Nuntiatur zugewiesen werden, da es sich um zwei Bände mit Originalschreiben an den Nuntius (1600, 1603) und ein Auslaufregister der Nuntiatur (1603–1605) handelt, während Band II.II.510 eine Sammlung von Schreiben aus früherer Zeit (1559–1593) sowie Briefen privaten Charakters von Erzherzog Ferdinand an Girolamo Portia (1596–1612) bildet und vermutlich dem privaten Archiv Girolamo Portias zuzuordnen ist. Aufgrund des zeitlichen Rahmens des letztgenannten Bandes, der über die Amtszeit Portias in Graz hinaus geht, ist es unmöglich, dass diese Bände zu den von Girolamo Rota aus Graz entfernten zählen und zu einem späteren Zeitpunkt nach Florenz gelangten. Wahrscheinlicher ist, dass Portia das Nuntiaturarchiv, in welches vermutlich auch seine private Korrespondenz eingegliedert war, bei seiner Abreise aus Graz im Jahr 1607 mit sich führte und es noch zu seinen Lebzeiten oder nach seinem Tod im Jahr 1612 in das Familienarchiv im Schloss Porcia integriert wurde. Dafür spricht ein Inventar des Jahres 1767 aus dem Archiv der Grafen Alfonso e Eugenio Porcia e Brugnera in Porcia, das jedoch, wie große Teile des Familienarchivs, während des Vormarsches des österreichischen Heeres im 1. Weltkrieg verloren gegangen ist. In diesem Inventar wird eine „Libreria manuscritta del fu conte Gerolamo vescovo di Adria e nuncio in Germania …“ im Umfang von 49 Bänden aus dem Zeitraum 1411–1608 angeführt. Der Beschreibung nach handelte es sich dabei eindeutig um den Schriftverkehr der Nuntiatur und die entsprechenden Akten aus diesem Tätigkeitsbereich. Darüber hinaus waren in diesem Archiv insgesamt 38 Bände mit eingegangenen Schreiben verschiedener Personen an Girolamo Portia und andere aus dem Zeitraum 1517–1600 und 1600–1676 vorhanden425. Über den Verbleib des Archives ist bis heute nichts bekannt, die Vermutung liegt aber nahe, dass die vier Florentiner Archivbände aus diesem Bestand stammen, jedoch schon vor den Plünderungen 1917 ausgeschieden sind.
Ein weiteres Archiv aus dem verwandtschaftlichen Umfeld der Familie LXXVPorcia, das ebenfalls an Girolamo Portia als Nuntius adressierte Briefe und mit der Grazer Nuntiatur im Zusammenhang stehendes Schriftgut (1586-1607) enthält, befand sich bis 2009 in der Bibliothek der State University of New York in Binghamton (USA). Dieses Archivio Porcia-Ricchieri befindet sich seit 2010 im Diozesanarchiv von Pordenone und umfasst circa 900 Schriftstucke aus dem 12.-19. Jahrhundert, die mit den Familien Porcia und Ricchieri im Zusammenhang stehen. Der vor kurzem erfolgte Erwerb dieses Archives ist für die Erforschung dieser bedeutenden oberitalienischen Familien und darüber hinaus von großer Bedeutung426.
Die Urheber- und Empfängerüberlieferung der Grazer Nuntiatur auf römischer Seite ist in großen Teilen im ASV vorhanden, ist aber nicht, wie bei Nuntiaturen sonst meist üblich, nach Ländern geordnet aufbewahrt, sondern hat ihren Eingang in den circa 2.000 Bände und 113 Meter umfassenden Fondo Borghese des Archives gefunden. Dieser Archivbestand befand sich bis zum Jahr 1892 im Besitz der Familie Borghese und setzt sich aus den Archiven der römischen Familien Borghese, Aldobrandini und Salviati zusammen. Da die während des Pontifikates Clemens' VIII. an der Spitze des Staatssekretariates stehenden Kardinalnepoten Cinzio und Pietro Aldobrandini die diplomatische Korrespondenz in das Familienarchiv der Aldobrandini einfugten, befinden sich sowohl die Registereinträge der Weisungen des Staatsekretariates als auch die eingegangenen Berichte Portias, sofern überhaupt erhalten, in Jahrgangs- oder Sammelbänden in diesem Bestand427.
Neben den archivalisch überlieferten Dokumenten, die diesem Editionsband zu Grunde liegen, trifft für die Grazer Nuntiatur dieser Jahre der seltene Fall zu, dass ein Teil der Grazer Berichte an die Kurie in gedruckter Form vorliegen. Der Sekretär Portias, Giorgio Tomasi, veröffentlichte 1624 eine Sammlung jener Schreiben, die er in seiner Funktion als Sekretär und als Privatperson im Zeitraum 1598–1621 verfasste428. Der erste Band dieser Sammlung mit den im Auftrag Portias verfassten Briefen umfasst die Jahre LXXVI1600–1604. Die Schreiben sind zum größten Teil undatiert und richten sich an Personen aus dem privaten und beruflichen Umfeld des Nuntius. Von den insgesamt 162 Stücken sind neunzehn an San Giorgio, drei an Aldobrandini und eines an Clemens VIII. gerichtet. Sieben davon können den hier bearbeiteten Jahren der Nuntiatur Portias zugeordnet werden. Da sie sich nicht mit der archivalischen Überlieferung decken und vermutlich für den Druck überarbeitet wurden, werden sie in Anhang I der Edition wiedergegeben und in den Sachkommentar eingearbeitet429.
Zur an sich schon komplexen Quellenlage dieser Edition kommt erschwerend hinzu, dass Portia nicht nur dem für Graz verantwortlichen Staatssekretär und Kardinalnepoten Cinzio Aldobrandini, genannt Kardinal San Giorgio, sondern auch dem wesentlich einflussreicheren Kardinalnepoten Pietro Aldobrandini regelmäßig Bericht erstattete, wodurch eine parallele Korrespondenz entstand. Da beide Kardinalnepoten an der Spitze des Staatssekretariates standen, wenngleich mit unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen betraut, versuchten jene Nuntien, die Cinzio verpflichtet waren, ab 1596/97 auch Pietro regelmäßig über die Amtsgeschäfte zu informieren und ihn für ihre Anliegen zu gewinnen430. Diese Entwicklung ist bei den meisten Nuntien dieses Pontifikates festzustellen, so zum Beispiel beim Nuntius am Kaiserhof Filippo Spinelli431, dem venezianischen Nuntius Offredo Offredi432 oder dem päpstlichen Kommissar Giacomo Serra auf seiner Reise an den Kaiserhof im Jahr 1602433. Die parallele Korrespondenz mit den beiden Kardinalnepoten gestaltete sich in all diesen Fällen gleich: der Nuntius sandte neben den offiziellen Berichten an Kardinal San Giorgio, im Schriftverkehr mit Aldobrandini lettere pubbliche genannt, Kopien davon an Kardinal Aldobrandini nach Rom, denen er meist ein Begleitschreiben selben Datums hinzufügte. Darüber hinaus wurden den Berichten an beide Nepoten Schriftstücke, wie z. B. Avvisi oder Kopien, beigelegt. Beide LXXVIIKardinalnepoten antworteten unabhängig voneinander, ebenso selben Datums, was den Schluss zulässt, dass es sich vermutlich um zwei Postpakete handelte, die mit ein und demselben Kurier an den jeweiligen Bestimmungsort geschickt wurden434.
In der Grazer Nuntiaturkorrespondenz änderte sich die Erscheinungsform der Kopien mit dem Jahr 1602. Während noch in den Jahren 1599–1601 im linken oberen Eck des ersten folios der Kopie Copia stand und weder Datum und Ort noch der Empfänger angeführt wurden, stand ab 1602 am Beginn der Kopie stets ein Satz, wie zum Beispiel: Dupplicato di lettera delli 4 di ottobre 1604. Di Gratz. Diese Veränderung könnte mit einem personellen Wechsel im Sekretariat der Grazer Nuntiatur im Zusammenhang stehen435.
Diese doppelte Korrespondenz setzte bei Portia bereits in der ersten Hälfte des Jahres 1596 ein. Die erste gesicherte Weisung Kardinal Aldobrandinis an Portia stammt vom 24. Mai 1596436. Zu diesem Zeitpunkt verließ der zum Erzbischof von Zara ernannte Minuccio Minucci, der mit dem Deutschen Reich vertraute Sekretär San Giorgios, die Kurie, wodurch sich das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Abteilungen des Staatssekretariates verschob und Kardinal Aldobrandini eindeutig die Oberhand gewann437. Die parallele Korrespondenz setzte sich bis zum Pontifikatswechsel im Jahr 1605 fort.
Im vorliegenden Editionsband setzt die parallele Korrespondenz am 14. Juni 1599 erneut ein, nachdem Aldobrandini die Amtsgeschäfte des Staatssekretariates aufgrund der Abwesenheit San Giorgios seit November/ Dezember 1598 alleine geführt hatte438. San Giorgio unterrichtete die ihm unterstellten Nuntien am 8. Mai 1599 über seine Rückkehr und die Übernahme seiner Geschäfte439. Da Portia sich zu diesem Zeitpunkt in Bamberg aufhielt und erst nach seiner Rückkehr nach Graz, Mitte Juni, davon erfuhr, richtete er seine Berichte bis zum 5. Juni ausschließlich an Aldobrandini440. LXXVIIIDie parallele Korrespondenz zieht sich durch die folgenden Jahre, sogar während der Abwesenheit Aldobrandinis vom päpstlichen Hof im Jahr 1601. Wenn auch nicht beide Stränge für den bearbeiteten Zeitraum vollständig erhalten sind, so ergänzen sie sich in weiten Teilen gerade aufgrund ihres thematisch und zeitlich synchronen Verlaufs, bringen aber auch eine Zunahme des Schriftverkehrs mit sich. Inwieweit die parallele Korrespondenz über das Verhältnis Portias zu den Kardinalnepoten Cinzio und Pietro Aldobrandini Auskunft gibt und wie sie im Einzelnen gestaltet war, soll im Rahmen der in Arbeit befindlichen Dissertation der Bearbeiterin dieses Bandes ausgeführt werden.
Die Korrespondenz der Grazer Nuntiatur der Jahre 1599–1602 mit insgesamt 754 Schriftstücken verteilt sich auf 25 Archivbände, von denen sich nur einer in der BNCF befindet. Die restlichen Bände verteilen sich auf vier Bestände des ASV, wobei allein 15 dem Fondo Borghese zugehören.
| ASV, Arch. Concist., Proc. Consist. 11 | Sammelband, darunter ein Bericht des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini vom 3. Mai 1599 |
| ASV, Arm. XLIV, 43 | Brevenregister, darunter die Minute eines Breves an Portia vom 6. Februar 1599 |
| ASV, Arm. XLIV, 53 | Brevenregister, dabei auch ein Auszug aus einem Bericht Portias vom 4. März 1600 |
| ASV, Fondo Borghese II 492 | Sammelband, darunter Entwürfe für drei Chiffrenschreiben von Kardinal Aldobrandini an den Grazer Nuntius Girolamo Portia (Januar, Februar, März 1599) |
| ASV, Fondo Borghese III 13 B | Registerband von Schreiben Kardinal Aldobrandinis an verschiedene Personen, darunter vier Weisungen an Nuntius Girolamo Portia (September, Oktober, November 1601) |
| ASV, Fondo Borghese III 15 A 1 | Sammelband, darunter zwei dechiffrierte Berichte und zwei Kopien von Schreiben des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini (März/April 1599) |
| ASV, Fondo Borghese III 33 | Registerband von Schreiben Kardinal Aldobrandinis an verschiedene Personen, darunter eine Weisung an den Grazer Nuntius Girolamo Portia (2. Januar 1599) |
| ASV, Fondo Borghese III 39 | Registerband der Weisungen von Kardinal Aldobrandini an den Grazer Nuntius Girolamo Portia, darunter jene für die Jahre 1599–1602 |
| ASV, Fondo Borghese III 48, 48 Bis, 49, 51 E, 52 A | Registerband der Weisungen von Kardinal San Giorgio, darunter jene an den Grazer Nuntius Girolamo Portia (1. Januar 1600 – 30. Dezember 1600) |
| ASV, Fondo Borghese III 68 CD | Sammelband, darunter originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini und Kopien der Schreiben an Kardinal San Giorgio (5. Juni – 3. Juli 1600); Avviso, Beilage |
| ASV, Fondo Borghese III 92 A | Originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini und Kopien der Schreiben an Kardinal San Giorgio, darunter jene vom 29. Januar 1599 – 6. September 1599; Avvisi, Beilagen |
| ASV, Fondo Borghese III 92 BC | Originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an die Kardinäle Aldobrandini und San Giorgio sowie Kopien der Schreiben an San Giorgio, darunter jene von 3. April – 24. Juli 1600, 16. Oktober 1600 und 29. Juli 1602; Avvisi, Beilagen |
| ASV, Fondo Borghese III 98 AB | Registerbandder Weisungenvon Kardinal San Giorgio an den Grazer Nuntius Girolamo Portia, darunter jene vom 8. Mai 1599 – 25. Dezember 1599, 6. Januar 1601 – 29. Dezember 1601 |
| ASV, Fondo Borghese III 111 C | Originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini und Kopien der Berichte an San Giorgio (19. Januar 1601 – 30. Dezember 1602); Avvisi, Beilagen |
| ASV, Fondo Borghese III 113 B | Originale Berichte und ein dechiffriertes Schreiben des Grazer Nuntius Girolamo Portia an die Kardinäle Aldobrandini und San Giorgio (4. Januar 1599 – 26. Dezember 1599); Avvisi, Beilagen |
| ASV, Fondo Borghese IV 238 | Originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini und Kopien der Berichte an San Giorgio, darunter jene für die Jahre 1599–1602 |
| ASV, Fondo Borghese IV 240 | Sammelband, darunter vier originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an die Kardinäle Aldobrandini und San Giorgio (12. April, 29. November, 13. Dezember 1599); Avvisi |
| ASV, Fondo Borghese IV 287 | Sammelband, darunter fünf originale Berichte des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal Aldobrandini (Januar/Februar 1600) |
| ASV, Secr. Brev., Reg. 287 | Brevenregister, dabei auch ein originaler Bericht des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal San Giorgio (19. Juli 1599) |
| ASV, Secr. Brev., Reg. 303 | Brevenregister, dabei auch ein originaler Bericht des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal San Giorgio (13. November 1600) und zwei Kopien eines Breves an Portia (21. Januar 1599) |
| ASV, Secr. Brev., Reg. 307 | Brevenregister, darunter die Minute eines Breves an Portia (28. April 1601) |
| ASV, Secr. Brev., Reg. 318 | Brevenregister, dabei auch ein originaler Bericht des Grazer Nuntius Girolamo Portia an Kardinal San Giorgio (12. November 1601) |
| BNCF, Fondo nazionale II.II.511 | Sammelband, darunter originale Weisungen der Kardinäle Aldobrandini und San Giorgio an den Grazer Nuntius Girolamo Portia (1. Januar 1600 – 20. Januar 1601) |
Die Berichte des Nuntius sind, wenn von drei dechiffrierten Schreiben Portias (Nr. 24.3, 27.3, 53.1) abgesehen wird, als Originale und als Kopien auf uns gekommen. Die 320 Berichte verteilen sich wie folgt auf die vier bearbeiteten Jahre: 1599 – 122, 1600 – 43, 1601 – 80, 1602 – 75. Davon sind 81% an Kardinal Aldobrandini adressiert, zu denen 31 vollständige Autographen des Nuntius gehören. Von den übrigen 61 Schriftstücken sind vier für Clemens VIII. (1599 – 3, 1602 – 1) und 57 für Kardinal San Giorgio (1599 – 52, 1600 – 4, 1601 – 1) bestimmt. Die an Aldobrandini gerichteten Kopien der Briefe an San Giorgio werden zum Posteingang Aldobrandinis gezählt. Sie belaufen sich auf 60 Schriftstücke, von denen 42 nur als Kopie überliefert sind, die restlichen 18, die in das Jahr 1599 fallen, sind sowohl als Original als auch als Kopie erhalten.
Die Weisungen sind im Wesentlichen in den Auslaufregistern des Staatssekretariates erhalten, nur jene aus dem Zeitraum 1. Januar 1600 bis 20. Januar 1601 sind auch als Originale in der Empfängerüberlieferung in der BNCF vorhanden, jedoch nicht alle Weisungen dieser Zeitspanne liegen in zweifacher Überlieferung vor. Die einzelnen Registerbände der Weisungen können den beiden Kardinalnepoten Aldobrandini und San Giorgio zugeordnet werden.
Von den 424 Weisungen aus dem päpstlichen Staatssekretariat (päpstliche Breven nicht inkludiert) stammen 46% von Kardinal Aldobrandini. Von San Giorgio sind 229 Schreiben und von Papst Clemens VIII. 12 Breven für Nuntius Portia erhalten. Die Weisungen verteilen sich wie folgt auf die bearbeiteten Jahre: 1599 – 104, 1600 – 149, 1601 – 127, 1602 – 44. Auffallend ist, dass für das gesamte Jahr 1602 keine Weisungen San Giorgios auffindbar sind.
III. Editionskriterien
In der Textgestaltung der vorliegenden Volltextedition wird eine weitgehende Kontinuität zu den Vorgängerbänden GN 1–4 angestrebt. Allerdings sind verschiedene von den Bearbeitern vergleichbarer Editionen LXXXIeingebrachte Vorschläge zur Textgestaltung in Betracht gezogen worden, sofern diese einerseits Verständnis und Benützbarkeit erleichtern, andererseits größtmögliche Nähe zum Original garantieren441. Zudem wurden die Empfehlungen zur Edition italienischer, frühneuzeitlicher Texte des Arbeitskreises Editionsprobleme der frühen Neuzeit berücksichtigt442.
Selbst beim besten Willen zur Kohärenz innerhalb eines Bandes ist jedem Kenner frühneuzeitlicher Texte allerdings klar, dass es viele Grenzfälle gibt, deren Auflosung immer eine individuelle Entscheidung des Editors und als solche diskutabel bleibt.
In dem vorliegenden Band wird der Schriftverkehr der Grazer Nuntiatur der Jahre 1599–1602 ediert, bestehend aus den Berichten des Nuntius und den Weisungen des päpstlichen Staatssekretariates. Darüber hinaus wurden sowohl die im ASV aufgefundenen Minuten der Breven an den Grazer Nuntius Girolamo Portia als auch dessen Schreiben an Clemens VIII. in die Arbeit aufgenommen443. Die vom Sekretär Portias, Giorgio Tomasi, veröffentlichten Berichte des Nuntius an die Kurie aus dem bearbeiteten Zeitraum werden in Anhang I wiedergegeben444.
Die Reihung der Texte erfolgt chronologisch, bei Schreiben selben Datums sind die Berichte des Nuntius vor die Weisungen aus dem päpstlichen Staatsekretariat gereiht. Als numerische Einheit wird das Postpaket (dispaccio) zu Grunde gelegt. Dem gehören meist mehrere Stücke an, die eigens gezählt werden, sodass sich eine für die Grazer Nuntiaturberichte neue Form der Nummerierung ergibt (z. B. 7.1, 7.2, 7.3)445. Ein Postpaket kann aus bis zu acht Stücken bestehen446. Innerhalb dessen sind ab Beginn der Doppelkorrespondenz die Berichte an Kardinal San Giorgio als offizielle Schreiben (lettere pubbliche) denjenigen an Kardinal Pietro Aldobrandini vorgereiht. Dies trifft auch bei den Weisungen aus dem Staatssekretariat zu447. Sofern Schreiben an oder von Papst Clemens VIII. wiedergegeben werden, stehen diese an erster Stelle des jeweiligen Postpaketes448. Schreiben mit unterschiedlichen, aber sehr nah beieinander liegenden Daten werden zu einem dispaccio zusammengefasst, außer man kann aus dem Inhalt LXXXIIerschließen, dass ein solches Stück gesondert versandt wurde449. Besonders bei Schreiben, die einer anderen Behörde als dem Staatssekretariat entstammen, etwa dem Brevensekretariat, ist es nur einleuchtend, dass diese schon vor dem regulären Posttag zur Weiterbeförderung bereitgestellt wurden450.
In der Datumszeile werden Verfasser, Empfänger, Ort oder Datum in eckige Klammer gesetzt, wenn sie in der archivalischen Vorlage nicht verzeichnet sind jedoch aus dem Inhalt oder aus der doppelten Korrespondenz mit den beiden Kardinalnepoten erschlossen werden können451.
Die Regesten in deutscher Sprache sollen in Hinblick auf den italienischen Text möglichst umfangreiche Informationen bieten und deren Verständnis fördern. Eine Beschränkung auf Schlagworte wurde deshalb vermieden, ebenso wie Abkürzungen innerhalb des Regests (Ausnahme: P. für Pater). Die einzelnen Betreffe im Regest sind nur durch Punkte getrennt. Personen und Orte werden im Regest in deutscher Sprache, beziehungsweise in der jeweiligen Landessprache angeführt. Dadurch werden im Text verballhornte Namensformen korrigiert, ohne dass der kritische Apparat mit Richtigstellungen belastet werden muss. Im Dokument nicht namentlich genannte, sondern uber ihren Rang oder ihr Amt definierte Personen werden in eckigen Klammern identifiziert. Dikasterien der romischen Kurie sind mit ihrem italienischen Namen in moderner Orthographie angeführt.
Die Archivalienzeile folgt wie in den Vorgängerbänden dem Regest, darin werden der archivalische Fundort – in einzelnen Fällen auch mehrere – und die Art der Überlieferung (Orig., Kop., Dechiffr., Reg., Chiffrenreg., Min.) beschrieben. Ist ein ganzes Schriftstück eigenhändig, wird darauf mit Orig. [Eigenh.] hingewiesen. Entspricht eine Kopie wörtlich einem bereits in der Edition vorhandenen Schriftstück, wie dies insbesondere bei den der Korrespondenz Portia–Aldobrandini beigegebenen Duplikaten der Berichterstattung Portias an San Giorgio der Fall ist, wird diese zwar als eigenes Stück gezählt, für den Inhalt aber auf die entsprechende Nummer verwiesen452. Bei gleichlautenden Originalen wird ebenso verfahren, die nur bei einer Fassung hinzugefügten Ergänzungen werden dann unter der jeweiligen Nummer ediert453.
LXXXIIIEventuelle Volleditionen der Texte in anderen Publikationen werden nach der Archivalienzeile angeführt454. Bei Teildrucken in Editionen sind die entsprechenden Passagen zudem im Text gekennzeichnet, sofern sie den Umfang eines Satzes überschreiten. Erwähnungen oder Teilabdrucke in wissenschaftlichen Abhandlungen werden nicht berücksichtigt455. Ebenso werden Beilagen der Schriftstücke, wie zum Beispiel Avvisi, Karten oder ergänzende Akten, vermerkt, wenn sie im selben Archivband erhalten sind456. Sind in anderen Arbeiten Regesten der hier edierten Texte abgedruckt, wird das auch verzeichnet457.
Auf eine nummerierte Gliederung des Textes durch den Editor wurde verzichtet. Falls zum Verständnis nötig, erfolgt bei langen Schriftstücken eine sinngemäße Strukturierung in Absätze. Die Textwiedergabe folgt im Wesentlichen der Orthographie des Originals, ebenso wie die Groß- und Kleinschreibung. Offensichtliche Fehler eines Kopisten, etwa Wortwiederholungen, werden ohne eigenen Nachweis verbessert, es sei denn es handelt sich um charakteristische ,,Fehler" eines Schreibers, die bei der Identifizierung von Schreiberhänden hilfreich sein könnten. Formelhafte Anrede-458 und Schlusspassagen459 sowie Unterschriften460 werden, dem allgemeinen Usus bei Editionen dieser Textgattung folgend, weggelassen. Die Auslassung der Schlusspassage ist durch … gekennzeichnet. Ausnahmen ergeben sich, wenn etwa in die abschließende Grußformel noch eine Information oder ein Gluckwunsch eingeflochten ist461. Wurden Ergänzungen nach dem LXXXIVDatum eingefügt, wird das durch eine Leerzeile kenntlich gemacht462.
Fehlstellen im Text, die durch Schäden im Papier oder Ähnlichem entstanden sind, werden, soweit möglich, mit Hilfe der am Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigten und im Archiv der Diözese Graz–Seckau aufbewahrten Kopien ergänzt und entsprechend im textkritischen Kommentar gekennzeichnet463. Konnten Passagen auch dann nicht gelesen werden, werden sie mit […] markiert, Konjekturen mit [ ].
Akzente und Interpunktion sind nach dem heutigen italienischen Gebrauch normalisiert. Ausgenommen sind Konjunktionen, wo eine Modernisierung zugleich eine Veränderung des Wortbestandes zur Folge hätte (a fin che wird daher nicht zu affinché).
Abbreviaturen werden aufgelöst, sofern es sich nicht um im Text ständig wiederkehrende Kürzungen von Anrede- und Titelformen handelt. Sie sind über das Abkürzungsverzeichnis erschließbar.
Dorsalvermerke, Ergänzungen, Korrekturen oder Einfügungen werden im textkritischen Kommentar angeführt. Der Sachkommentar dient zur Erschließung der in den Schreiben genannten Personen, Ereignisse und Schriftstücke. Diese werden bei der Erstnennung mit ausführlichen biound bibliographischen sowie archivalischen Angaben versehen, auf die bei späteren Erwähnungen verwiesen wird. Ergänzende Akten, wie jene aus anderen Nuntiaturen, wurden dabei berücksichtigt, wenn die Recherchen in einem vernünftigen Verhältnis zur Editionsarbeit standen. Personen, die im Text nur mittels ihres Amtes Erwähnung finden und nicht im Regest angeführt sind, werden im Sachkommentar mit dem Hinweis auf die Erstnennung identifiziert, ausgenommen sind davon Kaiser, Konige, Erzherzoge und Bischöfe. Ortsnamen werden im Kommentar in deutscher Sprache und der jeweiligen Landessprache angeführt. In der Einleitung der Edition wird darauf verzichtet und nur die deutsche Entsprechung verwendet.
Der Anmerkungsapparat wurde aus benutzerfreundlichen Überlegungen in den Bänden 4 und 5 der Editionsreihe erstmals neu angeordnet.
Abkürzungs- und Siglenverzeichnis464
| A. | Altezza |
| A.A. | Altezze |
| A. S. | Altezza Sua |
| D. M.tà | Divina Maestà |
| Ecc.ma, Ecc.me, Ecc.mo, Ecc.mi | Eccellentissima, -e, -o, -i |
| Eh. | Erzherzog, Erzherzogin, Erzherzöge, Erzherzoginnen |
| E. S. | Eccellenza Sua |
| Ill.ma, -e, -i, -o | Illustrissima, -e, -i, -o |
| M.tà | Maestà |
| Monsig., monsig. | Monsignor(e), monsignore |
| N. S. | Nostro Signore |
| P. | Padre |
| Rev. | Reverenda, -o |
| Rev.ma, Rev.mo, Rev.mi | Reverendissima, -o, -i |
| S. A. | Sua Altezza |
| S. B.ne | Sua Beatitudine |
| S. D. M.tà | Sua Divina Maestà |
| S. E. | Sua Eccellenza |
| Ser.ma, Ser.me, Ser.mi, Ser.mo | Serenissima, -e, -i, -o |
| Ser.mus, Ser.mum | Serenissimus, -mum |
| Sig. | Signor(e), Signora |
| S. M.tà | Sua Maestà |
| S. M.tà D. | Sua Maestà Divina |
| S. R. E. | Sancta Romana Ecclesia |
| S. R. | Sua Reverentia |
| S. S. | Sua Signoria |
| S. S.tà | Sua Santità |
| S.tas V.ra, S.te V.ra, S.tem V.ram | Sanctitas Vestra, Sanctitate Vestra, Sanctitatem Vestram |
| S.ti V.rae, S.tis V.rae | Sanctitati Vestrae, Sanctitatis Vestrae |
| V. R. | Vostra Reverenza |
| V. S. | Vostra Signoria |
| Abt. | Abteilung |
| Anm. | Anmerkung |
| b. | busta |
| Bd., Bde. | Band, Bände |
| bearb. v. | bearbeitet von |
| ca. | circa |
| Chiffr. | Chiffre |
| Chriffrenreg. | Chiffrenregister |
| Dechiffr. | Dechiffrat |
| Dipl. | Diplomarbeit |
| Diss. | Dissertation |
| ed. | editore, edidit |
| ed. p. | éditée par |
| Eigenh. | Eigenhändigkeit |
| fasc. | fascicolo |
| Fasz. | Faszikel |
| f. | folgende |
| fol. | folio |
| Fs | Festschrift |
| geb. | geboren |
| gest. | gestorben |
| H. | Heft |
| hg. v. | herausgegeben von |
| Hl. | Heilig |
| Hs | Handschrift |
| Jg. | Jahrgang |
| Kop. | Kopie |
| Min. | Minute (Konzept) |
| NF | Neue Folge |
| Nr. | Nummer |
| n.s. | nuova serie |
| o. D. | ohne Datum |
| o. f. | ohne folio |
| Orig. | Original |
| Phil. | Philosophische |
| publ. p. | publié par |
| r | recto |
| red. v. | redigiert von |
| Reg. | Registereintrag |
| S. | Seite |
| Ser. | Serie |
| SJ | Societas Jesu |
| Sp. | Spalte, -en |
| T. | Tafel |
| tom. | tomo, tome, tomus |
| Theol. | Theologische |
| u. | und |
| u. a. | und andere |
| v | verso |
| vgl. | vergleiche |
| vol. | volumen, volume, volumi |
| z. B. | zum Beispiel |
| ACAU | Archivio della Curia Arcivescovile di Udine |
| ACDF | Archivio della Congregazione per la dottrina della fede |
| ADB | Allgemeine Deutsche Biographie |
| ADG | Archiv des Dominikanerklosters Graz |
| ADP | Archivio Doria Pamphilj |
| ADU | Archivio Diocesano di Udine |
| AES | Archiv der Erzdiözese Salzburg |
| AÖG | Archiv für Österreichische Geschichtsforschung |
| ARSI | Archivum Romanum Societatis Jesu |
| ASDPn | Archivio Storico Diocesano di Pordenone |
| ASFi | Archivio di Stato di Firenze |
| ASR | Archivio di Stato di Roma |
| ASV | Archivio Segreto Vaticano |
| BAV | Biblioteca Apostolica Vaticana |
| BDHIR | Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom |
| BNB | Biographie National de Belgique |
| BNCF | Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze |
| BBKL | Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon |
| BLGSO | Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas |
| DAG | Diözesanarchiv Graz-Seckau |
| DBF | Dictionnaire de Biographie Française |
| DBG | Dictionnaire de biographie générale |
| DBI | Dizionario biografico degli italiani |
| DHCJ | Diccionario histórico de la Compañía de Jesús |
| DHE | Diccionario de Historia de España |
| DHIR | Deutsches Historisches Institut in Rom |
| DIP | Dizionario degli Istituti di Perfezione |
| EI | The Encyclopaedia of Islam |
| EM | Enciclopedia militare |
| EP | Enciclopedia dei Papi |
| FRA | Fontes Rerum Austriacarum |
| GEE | Gran Enciclopedia de España |
| HBL | Hrvatski Biografski Leksikon |
| HBLS | Historisch-Biografisches Lexikon der Schweiz |
| HC | Hierarchia Catholica medii et recentioris aevi |
| HHStA | Haus-, Hof- und Staatsarchiv |
| IHS | Innsbrucker Historische Studien |
| KLA | Kärntner Landesarchiv |
| LThK | Lexikon für Theologie und Kirche |
| MHVSt | Mitteilungen des Historischen Vereins für Steiermark |
| MIÖG | Mitteilungen des Instituts für Geschichtsforschung |
| NDB | Neue Deutsche Biographie |
| NDBA | Nouveau Dictionnaire de Biographie Alsacienne |
| NEB | The New Encyclopaedia Britannica |
| ÖAW | Österreichische Akademie der Wissenschaften |
| ÖNB | Österreichische Nationalbibliothek |
| PSB | Polski Slownik Biograficzny |
| QFIAB | Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken |
| RHM | Römische Historische Mitteilungen |
| RQ | Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte |
| SLA | Salzburger Landesarchiv |
| StLA | Steiermärkisches Landesarchiv |
| ThR | Theologische Realenzyklopädie |
| VHLSt | Veröffentlichungen der Historischen Landeskommission für Steiermark |
| VStLA | Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchives |
| ZHVSt | Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark |
Archivalienverzeichnis
Florenz (Firenze)
Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze (BNCF)
Fondo nazionale II.II.510, II.II.511, II.II.512
Archivio di Stato di Firenze (ASFi)
Mediceo del Principato (MdP) 3664, 3715, 4459,
4464, 4465, 5155
Graz
Archiv des Dominikanerklosters (ADG)
Historia seu acta Graecensia de fundatione,
erectione, progressu,
mutatione, denique statu moderno utriusque
veteris et recentioris
Conventus Graecensis Ordinis Fratrum
Praedicatorum deducta ab
anno aerae Christianae, seu Christi MCCCC. [1685]
Diözesanarchiv (DAG)
Ordinariatsakten, Altbestand, Nuntiatur-Graz
47-e-5/2 - 47-e-10/1
Steiermärkisches Landesarchiv (StLA)
Allgemeine Urkundenreihe (AUR) 1600-III-18, 1600-XII-9
Hofkammer-Exemptbuch (HK-Ex.) 1602
Hofkammer-Registraturbuch (HK-Reg.) 1598/99, 1600-1603
Hofkammer-Repertorium (HK-Rep.) 1599, 1600,
1601, 1602
Hofkammer (HK) 1599-VI-59, 1599-X-40
Meillerakten XIII-B-53, XIII-B-55, XIII-C-21,
XV-G-1, XVI-J-2
Klagenfurt
Kärntner Landesarchiv (KLA)
Familienarchiv Portia, Schachtel 19
Stift Arnoldstein I, Fasz. 23
Viktring, Zisterzienserkloster, Akten Fasz.
25
Pordenone
Archivio Storico Diocesano di Pordenone (ASDPn)
Archivio Porcia-Ricchieri VII.1.02, IX.1.18,
IX.1.21, IX.2.54,
IX.2.68
Rein
Stiftsarchiv
Urkunde A XV/51
Rom (Roma)
Archivio di Stato di Roma (ASR)
Camerale I, Conti della Depositeria Generale
1832, 1833, 1834,
1835, 1836, 1837, 1838, 1839, 1840, 1841, 1841
bis, 1842, 1843,
1844, 1845, 1847, 1848, 1849, 1850, 1851, 1852,
1853, 1854, 1855,
1856, 1857, 1858, 1859, 1861, 1862
Camerale I, Libri d’entrate e uscita della
Tesoreria Generale 1575,
1576, 1577, 1578, 1579, 1580, 1581, 1582, 1583,
1584, 1585, 1586,
1587, 1588, 1589
Camerale II, b. 1, Nunziature
Archivio Doria Pamphilj (ADP)
Fondo Aldobrandini b. 6, b. 27
Deutsches Historisches Institut (DHIR)
Minucciana 1
Salzburg
Archiv der Erzdiözese Salzburg (AES)
Altbestände, 11/92 Romana, Decreta Romana
Salzburger Landesarchiv (SLA)
Domkapitel
Akten 44 A
Protokolle 1600, 1602
Udine
Archivio Diocesano di Udine (ADU)
Archivio della Curia Arcivescovile Udinese
(ACAU), Chiesa a
parte Imperii, b. 762, 750
Vatikan (Città del Vaticano)
Archivio della Congregazione per la dottrina
della fede (ACDF)
S. O., Decreta Sancti Officii 1599/1600,
1600/1601, 1601, 1602
Stanza Storica (St. St.) 1a, Germania
Archivio Segreto Vaticano (ASV)
Archivio Concistoriale (Arch. Concist.)
Acta Miscellanea (Acta Misc.) 23, 30, 64
Processus Consistoriales (Processus Consist.)
10, 11
Armadio (Arm.) XLIV, 43; XLIV, 45; XLIV, 53;
XLV, 6
Congregazione Concilio (Congr. Concilio)
Relationes Dioecesium (Relat. Dioec.)
732
Congregazione Vescovi e Regolari (Congr. Vescovi e Regolari)
Registra Regularium (Registra Regul.) 3
Registra Episcoporum (Registra Episc.) 35
Epistolae ad Principes, Registra (Ep. ad Princ.,
Registra) 31
Fondo Borghese
serie I 90/91; 651 A; 696–699; 715; 758; 919
serie II 6; 33; 193.194; 197.198; 202; 208; 332;
492; 514
serie III 4 B; 6 A; 12 B; 13 B; 15 A 1; 17 A;
33; 39; 48, 48 Bis, 49,
51 E, 52 A; 48 A–F; 49 C; 51 A; 57 [E]; 67 B; 68
CD; 69 A; 70 B–F;
80 A; 82 B; 85 A; 87 AB; 87 C; 87 D; 87 E; 88
AB; 92 A; 92 BC;
93 A; 93 B2; 93 C; 98 AB; 105 DE; 107 A–D; 111
C; 112 CD;
113 B; 115 B–F; 123; 126 B–G; 128; 130 A
serie IV 5; 163; 203; 218; 232 Bis; 235; 238;
240; 287
Fondo Pio 166
Instrumenta Miscellanea (Instr. Misc.) 4540
Segretaria dei Brevi, Registra Brevium (Secr.
Brev., Reg.) 177, 285,
287, 291, 293, 301, 303, 306, 308, 318, 320, 323
Segreteria di Stato (Segr. Stato)
Cardinali 4
Germania 21, 114 E, 114 H
Nunz. diverse 5
Particolari 1, 4
Archivum Romanum Societatis Jesu (ARSI)
Opera Nostrorum (Opp. NN.) 243 II
Biblioteca Apostolica Vaticana (BAV)
Barberini Latini (Barb. Lat.) 5858, 5923
Wien
Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA)
Handschrift (Hs) B 66; W 290, Bd. 9/10
Familienkorrespondenz (Familienkorr.) A 7, A 8,
A 9, A 41, A 42
Familienurkunden 1491, 1492, 1493, 1496, 1497
Österreichische Akten (Österr. Akten)
Kärnten 24
Innerösterr. Grenzakten 6, Fasz. 10
Rom, Hofkorrespondenz 7
Rom, Korrespondenz 47, 49, 50
Venedig, Dispacci di Germania 29, 30, 31/32
Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Handschriftensammlung
Codex 8219
Literaturverzeichnis
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| ALBRECHT | D. ALBRECHT, Maximilian I. von Bayern 1573–1651. München – Wien 1998. |
| AMBRONN | K.-O. AMBRONN, Die Wittelsbacher als Fürstpröpste von Berchtesgaden (1594–1723), in: Geschichte von Berchtesgaden. Stift – Markt – Land. Bd. 2: Vom Beginn der Wittelsbachischen Administration bis zum Übergang an Bayern 1810. Teil 1: Politik – Gesellschaft – Wirtschaft – Recht, hg. v. W. Brugger, H. Dopsch, P. F. Kramml. Berchtesgaden 1993, S. 33–280. |
| AMON, Reformationszeit | K. AMON, Die Reformationszeit im Markte Aussee, in: Siedlung, Wirtschaft und Kultur im Ostalpenraum. Fs zum 70. Geburtstag von F. Popelka (VStLA 2). Graz 1960, S. 303–326. |
| AMON, Rein | K. AMON, Aus der Geschichte von Rein, in: Stift Rein 1129– 1979. 850 Jahre Kultur und Glaube. Fs zum Jubiläum, hg. v. Abt P. Rappold. Rein 1979, S. 28–47. |
| AMON/NASCHENWENG | K. AMON, H. P. NASCHENWENG, Pfarrer – Kirchenherren – Vikare. Die Pfarrer zu Aussee in sieben Jahrhunderten. Beilage zum Ausseerland Pfarrblatt 52/7–8 (Juli – August 2004), S. 1–4. |
| AMSTADT | J. AMSTADT, Die k. k. Militärgrenze 1522–1881 (mit einer Gesamtbibliographie). 2 Bde. Phil. Diss. Würzburg 1969, S. 58–60. |
| ANDRITSCH, Berater | J. ANDRITSCH, Landesfürstliche Berater am Grazer Hof (1564– 1619), in: Innerösterreich 1564–1619, red. v. A. Novotny u. B. Sutter (Joannea 3). Graz 1967, S. 73–117. |
| ANDRITSCH, Judenburg | J. ANDRITSCH, Judenburg. Stadtchronik. Judenburg 1989. |
| ANTONITSCH | E. ANTONITSCH, Die Wehrmaßnahmen der innerösterreichischen Länder im Dreizehnjährigen Türkenkrieg 1593–1606. 2 Bde. Phil. Diss. Graz 1975. |
| ARGEGNI | Condottieri, Capitani, Tribuni. 3 vol. Ed. C. ARGEGNI (Enciclopedia Biografica e Bibliografica Italiana, Serie XIX). Milano 1936–37. |
| ANGELONI | F. ANGELONI, Storia di Terni. Arrone 42002. |
| ARDURA | B. ARDURA, Prémontrés histoire et spiritualité (Travaux et recherches 7). Saint-Etienne 1995. |
| ARNDT | J. ARNDT, Das Heilige Römische Reich und die Niederlande 1566 bis 1648. Politisch-konfessionelle Verflechtung und Publizistik im Achtzigjährigen Krieg (Münstersche historische Forschungen 13). Köln – Weimar – Wien 1998. |
| BALCÁREK | P. BALCÁREK, Kardinál František Ditrichštejn (1570–1636). Gubernator Moarvy. Ceské Budejovice 2007. |
| BAROZZI/BERCHET | N. BAROZZI e G. BERCHET, Relazioni degli stati Europei lette al Senato dagli Ambasciatori Veneti nel secolo XVII. Raccolte ed annotate. Serie III. Italia: Relazioni di Roma. vol. 1. Venezia 1877. |
| BARTL, Westbalkan | P. BARTL, Der Westbalkan zwischen spanischer Monarchie und osmanischem Reich. Zum Türkenkriegsproblem an der Wende vom 16. zum 17. Jhd. (Albanische Forschungen 14). Wiesbaden 1974. |
| BARTL, Türkenkrieg | P. BARTL, Der Türkenkrieg: Ein zentrales Thema der Hauptinstruktionen und der Politik Klemens’ VIII., in: Das Papsttum, die Christenheit und die Staaten Europas 1592–1605. Forschungen zu den Hauptinstruktionen Clemens’ VIII., hg. v. G. Lutz (BDHIR 66). Tübingen 1994, S. 67–76 |
| BAUER, Informativprozess | L. BAUER, Der Informativprozess für den Bamberger Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel (1599–1609). Jahrbuch für fränkische Landesforschung 21 (1961), S. 1–27. |
| BAUER, Kaufleute | L. BAUER, Die italienischen Kaufleute und ihre Stellung im protestantischen Nürnberg am Ende des 16. Jahrhunderts (Zu einem Bericht an die Kurie vom Jahre 1593). Jahrbuch für fränkische Landesforschung 22 (1962), S. 1–18. |
| BAUER, Quellen | L. BAUER, Vatikanische Quellen zur neueren Bamberger Bistumsgeschichte (vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des Fürstbistums). Bericht des Historischen Vereins Bamberg 99 (1963), S. 171–316. |
| BAUM | W. BAUM, Rosazzo, in: Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol, bearb. v. U. Faust u. W. Krassnig (Germania Benedictina III/3). St. Ottilien 2001, S. 152–182. |
| BBKL | Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. 32 Bde. Herzberg u. a. 1975–2011. |
| BECKER | Nuntiaturen des Malatesta Baglioni, des Ciriaco Rocci und des Mario Filonardi. Sendung des P. Alessandro D’Ales (1634– 1635), bearb. v. R. BECKER (Nuntiaturberichte aus Deutschland. 4. Abt. Bd. 7). Tübingen 2004. |
| BETZ | S. H. BETZ, Von Innerösterreich in die Toskana. Erzherzogin Maria Magdalena und ihre Heirat mit Cosimo de’ Medici (Beiträge zur neueren Geschichte Österreichs 25). Frankfurt am Main u. a. 2008. |
| BIAUDET | H. BIAUDET, Les nonciatures apostoliques permanentes jusqu’en 1648. Helsinki 1910. |
| BIEDERMANN | J. G. BIEDERMANN, Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg. Bayreuth 1748. |
| BIGATTON | S. BIGATTON, Cenni storici sul castello di Porcia. Porcia i luoghi della memoria: repertorio documentale per servire allo studio di una realtà locale di Antonio de Pellegrini. Pordenone 1990. |
| BLGSO | Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas, hg. v. M. BERNATH u. F. v. SCHROEDER. 4 Bde. (Südosteuropäische Arbeiten 75 I–IV). München 1974–1981. |
| BNB | Biographie Nationale publiée par l’Académie royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique. 28 tom. Bruxelles 1866–1944. |
| BOCCATO/PASQUALINI CANATO | C. BOCCATO, M.T. PASQUALINI CANATO, I Rettori veneziani nella Rotonda di Rovigo (1621–1682). Vol. 1: 1621/1657. Rovigo 2001. |
| BONELLI | B. BONELLI, Monumenta Ecclesiae Tridentinae voluminis tertii pars altera in qua continetur Tridentinorum antistitum series universa commentario historico-diplomatico illustrata. Tridentum 1765. |
| BONOLI | P. BONOLI, Storia di Forlì. Distinta in dodici libri corretta ed arricchita di nuove addizioni. 2 vol. Forlì 1826. |
| BRACEWELL | C. W. BRACEWELL, The uskoks of Senj, piracy, banditry, and holy war in sixteenth-century Adriatic. Ithaca - New York 1992. |
| BRANCUCCI, Kanisza | F. BRANCUCCI, L'assedio di Kanisza (1601) nei documenti inediti dell'Archivio Segreto Vaticano. Rom 1980. |
| BRANCUCCI, Beitrag | F. BRANUCCI, Der Beitrag des Hl. Stuhles zum Krieg gegen die Türken im Jahre 1601. IHS 5 (1982), S. 193–203. |
| BRANDTNER | C. BRANDTNER, Die Pfarren des Stiftes Rein, in: Stift Rein 1129– 1979. 850 Jahre Kultur und Glaube. Fs zum Jubiläum, hg. v. Abt P. Rappold. Rein 1979, S. 166–182. |
| BROCKHAUS, Bibliothek | Brockhaus. Die Bibliothek. Die Großen der Welt. Bd. 2: Mittelalter und frühe Neuzeit. Leipzig – Mannheim 2005. |
| BRUNELLI | G. BRUNELLI, Soldati del papa. Politica militare e nobiltà nello Stato della Chiesa (1560–1644) (Università degli studi Roma Tre. Dipartimento di studi storici geografici antropologici. Studi e ricerche 8). Roma 2003. |
| BRUSEGAN | M. BRUSEGAN, I personaggi che hanno fatto grande Venezia (Quest'Italia 338). Roma 2006. |
| BULLARIUM ROMANUM | Bullarium diplomatum et privilegiorum sanctorum Romanorum pontificum. 24 tom. Augustae Taurinorum 1857-1872. |
| CABRERA DE CÓRDOBA | L. CABRERA DE CÓRDOBA, Relaciones de las cosas sucedidas en la corte de España desde 1599 hasta 1614. Madrid 1857. |
| CALVI | F. CALVI, Famiglie notabili milanesi. Cenni storici e genealogici. 4 Vol. Milano 1875–1885. |
| CAPAUL | G. CAPAUL, Das Domkapitel von Chur 1541–1581. Ein Beitrag zur Geschichte seiner Reform. Phil. Diss. Freiburg 1973. |
| CARGNONI | I Frati Capuccini. Documenti e testimonianze del primo secolo. A cura di C. CARGNONI. Vol. 4: Espansione e inculturazione. Perugia 1992. |
| CERWINKA, Beziehungen | G. CERWINKA, Die politischen Beziehungen der Fürstenhöfe zu Graz und München im Zeitalter des konfessionellen Absolutismus 1564–1619. Phil. Diss. Graz 1966. |
| CERWINKA, Kanizsa | G. CERWINKA, Die Eroberung der Festung Kanizsa durch die Türken im Jahre 1600, in: Innerösterreich 1564–1619, red. v. A. Novotny und B. Sutter (Joannea 3). Graz 1967, S. 409–512. |
| CHENNA | G. A. CHENNA, Del Vescovato, de' Vescovi e delle Chiese della città e diocesi d'Alessandria. Vol. 2. Alessandria 1785. |
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| SALM-SALM | E. v. SALM-SALM, Die Entstehung des fürstlich-Salm-Salm’schen Fideikommisses unter besonderer Berücksichtigung der vor den höchsten Reichsgerichten geführten Prozesse bis zum Pariser Brüdervergleich vom 5. Juli 1771 (Ius vivens. Abt. II, Rechtsgeschichtliche Abhandlungen 3). Münster 1996. |
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| WOHLMUTH 3 | Conciliorum oecumenicorum decreta. Dekrete der Ökumenischen Konzilien. Bd. 3: Konzilien der Neuzeit, hg. und ins Deutsche übertragen v. J. WOHLMUTH. Paderborn u. a. 2002. |
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| ZINGERLE, Residenz | E. ZINGERLE, … un palagio honorevole in meglior sito e con maggior commodità … Die Suche der Grazer Nuntien nach einer adäquaten Residenz in der innerösterreichischen Hauptstadt. RHM 49 (2007), S. 227–253. |
| ZINGERLE, Maria Christierna | E. ZINGERLE, Maria Christierna Principessa di Transilvania e Arciduchessa di Innerösterreich – il suo matrimonio di solo quattro anni, in: Gli archivi della Santa Sede e il regno d’Ungheria (secc. 15–20). In memoriam di Lajos Pásztor, a cura di G. Platania, M. Sanfilippo, P. Tusor (Collectanea Vaticana Hungariae 4). Budapest – Rom 2008, S. 35–50. |
| ZINGERLE, Dynastie und Reform | E. ZINGERLE, Dynastie und Reform. Zur Schließung der Grazer Nuntiatur, in: Die Außenbeziehungen der römischen Kurie unter Paul V. Borghese (1605–1621), hg. v. A. Koller (BDHIR 115). Tübingen 2008, S. 391–407. |
| ZINGERLE, Graz – Florenz | E. ZINGERLE, Graz – Florenz. Der Grazer Nuntius als Informant für den Großherzog der Toskana, in: Le corti come luogo di comunicazione. Gli Asburgo e l’Italia (secoli XVI–XIX)/Höfe als Orte der Kommunikation. Die Habsburger und Italien (16. bis 19. Jahrhundert), hg. v. M. Bellabarba, J. P. Niederkorn (Annali dell’Istituto italo-germanico in Trento/Jahrbuch des italienisch-deutschen historischen Instituts in Trient. Contributi/ Beiträge 24). Bologna – Berlin 2010, S. 61–74. |
| ZOEPFL | F. ZOEPFL, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Reformationsjahrhundert (Geschichte des Bistums Augsburg und seiner Bischöfe). München 1969. |
| ZOTTER | H. ZOTTER, http://www.uni-graz.at/ub-sosa-druckschriften-gelehrtenbibliotheken-craesseliana.htm. |
Fußnotenapparat
- 1 Vgl. RAINER, GN 3, Nr. 322, 329, 330.
- 2 Portias Nachfolger, Giovanni Battista Salvago, wurde im Juni 1606 zum Nuntius in Graz ernannt, traf aber erst am 17. März 1607 in der innerösterreichischen Residenzstadt ein: vgl. GIORDANO, Paolo V, S. 218f. Portia musste seine Ankunft abwarten und verließ Graz kurze Zeit danach. Seine letzten Berichte aus Graz stammen vom 19. März 1607: vgl. ASV, Fondo Borghese, serie II 197.198, fol. 189r–192v.
- 3 Zeugnis über dieses Vertrauensverhältnis legen die Briefe privaten Charakters von Erzherzog Ferdinand an Girolamo Portia ab, die über das Jahr 1607 hinaus reichen: vgl. BNCF, Fondo nazionale II.II.510.
- 4 Vgl. LUTZ, Nuntiaturberichte; LUTZ, Glaubwürdigkeit; LUTZ, Bedeutung.
- 5 Vgl. JAITNER, Clemens VIII., S. XCVI–CXXV, CCXXXIV–CCXXXVI; JAITNER, Nepotismo; RAINER, GN 3, S. X, XII–XV. Zu Portia im Speziellen: vgl. Dizionario biografico dei Friulani, S. 2055-2058.
- 6 Vgl. Kapitel, Osmanen, S. XIII–XXVII.
- 7 Vgl. Kapitel, Uskoken, S. XXVII–XXXVII.
- 8 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LXVI.
- 9 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LXVI sowie Rekatholisierung und kirchliche Reform, S. XXXVIII–LIII.
- 10 Vgl. Kapitel, Finanzen, S. LXVII–LXXIII.
- 11 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LXVI.
- 12 Vgl. Kapitel, Die Quellen und ihre Überlieferung, S. LXXIII–LXXX.
- 13 Vgl. Kapitel, Editionskriterien, S. LXXX–LXXXIV.
- 14 Vgl. Tabellarische Übersicht der Korrespondenz, S. 765–797. Diese Idee stammt von Alexander Koller, der eine derartige Tabelle im zuletzt veröffentlichten neunten Band der dritten Abteilung der Nuntiaturberichte aus Deutschland eingeführt hat: vgl. KOLLER, Delfino, S. 498-504.
- 15 Vgl. AMSTADT; SCHULZE, Landesdefension, S. 56–77, 94–112; KASER, Freier Bauer. Zur Organisation der Grenzverteidigung nach 1578: vgl. PÁLFFY, Border defence, S. 49–56.
- 16 Vgl. NIEDERKORN, Türkenkrieg, S. 49–102; PÁLFFY, Preis; RAUSCHER.
- 17 Vgl. SCHULZE, Reich, S. 104–106; RAUSCHER, S.75f. (Anm. 148, 150)
- 18 Vgl. RAINER, GN 1, Nr. 16 (S. 67f.), 95, 96; RAINER, GN 2, Nr. 4, 38.
- 19 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 75, 196, 222.
- 20 Vgl. BARTL, Türkenkrieg, S. 67f.; NIEDERKORN, Bündnisse.
- 21 Die den Berichten beigelegten Avvisi werden in dieser Edition als deren Beilage verzeichnet, wenn sie im selben Archivband erhalten sind. Auf eine vollständige Wiedergabe der Avvisi wurde verzichtet: vgl. Kapitel, Editionskriterien, S. LXXX– LXXXIV.
- 22 Vgl. Nr. 7.3, 10.1, 11.1, 13.2, 43.1, 46.5, 51.1, 53.2. Im September 1598 waren die ersten rekatholisierenden Verordnungen erlassen worden, die zur Folge hatten, dass der evangelische Schul- und Kirchendienst eingestellt sowie die Prädikanten und Schullehrer aus den innerösterreichischen Ländern ausgewiesen worden waren. Die Hauptresolution vom 21. Juli 1599 wurde auf den 23. April rückdatiert: vgl. MECENSEFFY, S. 78f.
- 23 Vgl. Nr. 7.3, 12.4, 20.2.
- 24 Vgl. NIEDERKORN, Türkenkrieg, S. 77f. Rudolf II. hatte Reichsvizekanzler Rudolf Coraduz zur Unterstützung des kaiserlichen Botschafters am Heiligen Stuhl, Raimund von Thurn, nach Rom gesandt, um seine Forderungen zu untermauern: vgl. Nr. 41.2, 53.1.
- 25 Vgl. Nr. 30.3, 43.1.
- 26 Vgl. Nr. 61.4, 66.3, 68.2, 69.3, 71.4, 77.5, 88.2.
- 27 Vgl. Nr. 49.3, 51.1, 54.1.
- 28 Vgl. Nr. 35.2, 48.1, 50.2, 52.2, 54.2, 61.4, 110.4.
- 29 Vgl. Nr. 30.3, 94.3,100.3, 102.2, 106.3, 108.2.
- 30 Vgl. Nr. 139.2, 142.3; NIEDERKORN, Türkenkrieg, S. 78f.
- 31 Vgl. Nr. 141.1, 141.2, 143.3, 143.4, 146.5, 150.1.
- 32 Vgl. Nr. 143.4.
- 33 Vgl. PÁLFFY, Border defence, S. 52; TOIFL, Weitschawar.
- 34 Vgl. CERWINKA, Kanizsa, S. 412–420, 423f.; ANTONITSCH, S. 255–261.
- 35 Vgl. Nr. 161.1, 164.1.
- 36 Vgl. Nr. 166.1; CERWINKA, Kanizsa, S. 426–435; ANTONITSCH, S. 262–265.
- 37 Vgl. Nr. 170.1.
- 38 Vgl. Nr. 174.1, 174.3.
- 39 Details zum Verlauf dieser Reise: vgl. Kapitel, Reisen, S. LXI f.
- 40 Vgl. Nr. 183.1, 184.1, 185.1, 186.1, 190.1, 195.1.
- 41 Vgl. Nr. 179.3, 184.1.
- 42 Vgl. Nr. 174.1, 187.1.
- 43 Vgl. Anna Caterina an Clemens VIII., Innsbruck, 1601 Januar 27, ASV, Fondo Borghese, serie III 85 A, fol. 37r.
- 44 Vgl. Nr. 179.3.
- 45 Vgl. Nr. 199.1, 201.1; JAITNER, Clemens VIII., S. XVI.
- 46 Vgl. Nr. 177.2, 183.2, 205.1, 212.1, 217.6.
- 47 Vgl. Nr. 199.1, 201.1, 206.1.
- 48 Vgl. ANTONITSCH, S. 277–285.
- 49 Vgl. Nr. 199.1, 203.1, 204.1; AMSTADT, S. 58f.
- 50 Vgl. Nr. 209.2, 210.3, 212.2.
- 51 Vgl. Nr. 213.1, 217.4; BRANCUCCI, Beitrag.
- 52 Bezüglich der spanischen Hilfe: vgl. Nr. 206.1; Philipp an Clemens VIII., Valladolid, 1601 März 15, ASV, Fondo Borghese, serie III 82 B, fol. 10r; Aldobrandini an San Giorgio, Mailand, 1601 März 6, ASV, Fondo Borghese, serie II 6, fol. 174r; OLARRA GARMENDIA/LARRAMENDI, S. 203 (Ginnasio an Aldobrandini, Valladolid, 1601 Februar 25), 206 (Giannasio an Aldobrandini, Valladolid, 1601 März 12), 219 (Ginnasio an Aldobrandini, Valladolid, 1601 Mai 19); BRANCUCCI, Beitrag, S. 195; NIEDERKORN, Türkenkrieg, S. 234. Bezüglich der Hilfe des Großherzogs der Toskana: vgl. Nr. 217.4, 224.2, 224.3; Clemens VIII. an Ferdinando, Rom, 1601 Mai 26, ASFi, MdP 3715, fol. 480r; Portia an Ferdinando, Graz, 1601 Juni 11, ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 53 Vgl. Nr. 214.1, 216.1, 219.1.
- 54 Vgl. ANTONITSCH, S. 295f.
- 55 Vgl. Nr. 220.1, 225.3.
- 56 Vgl. Nr. 225.1, 225.2, 220.1, 228.1, 233.1; BRANCUCCI, Kanisza, S. 66, 68, 70, 72f.
- 57 Vgl. Nr. 228.2, 235.1, 248.1, 248.2; BRANCUCCI, Beitrag.
- 58 Vgl. Nr. 221.1, 224.2, 224.4, 225.3.
- 59 Vgl. Nr. 227.3, 238.1.
- 60 Vgl. Nr. 242.1. Diese Reiter trafen erst Anfang Oktober am Kriegsfeld ein: vgl. BRANCUCCI, Kanisza, S. 100.
- 61 Vgl. Nr. 252.1, 253.3.
- 62 Vgl. Nr. 226.1, 233.1, 237.1, 239.1. Zur Reiseroute Gian Francesco Aldobrandinis, siehe das entsprechende Verzeichnis der Ausgaben, das vom 31. Mai bis zum 8. Oktober 1601 geführt wurde: ASV, Fondo Borghese, serie II 514.
- 63 Vgl. Nr. 236.1.
- 64 Vgl. Nr. 233.1, 240.1.
- 65 Vgl. Nr. 208.1, 210.2, 219.1, 222.5, 229.1, 231.1.
- 66 Vgl. Nr. 232.1, 232.2, 238.1, 251.1.
- 67 Vgl. Nr. 244.1, 246.2, 247.1. Zu diesem Konflikt: ERRANTE.
- 68 Giovanni de’ Medicis Briefe aus Graz stammen aus dem Zeitraum vom 8. Juli bis 20. August 1601: vgl. ASFi, MdP 5155. Herzog Vincenzo verließ Mantua am 18. Juli und traf am Ende des Monats in Graz ein, von wo er am 22. August in Richtung Kanizsa zog: vgl. Nr. 242.2; ERRANTE, S. 46, 49.
- 69 Vgl. Nr. 249.1; Ferdinand an Ferdinando, Campo vicino a Canisa, 1601 September 5, ASFi, MdP 4459, [o. fol.].
- 70 Vgl. Nr. 234.1, 241.4, 242.2, 242.3.
- 71 Vgl. Nr. 248.1, 248.2, 250.1, 254.3.
- 72 Die Reiseroute Gian Francesco Aldobrandinis kann man aus dem Verzeichnis der Reisespesen erschließen: vgl. Fondo Borghese, serie II 514.
- 73 Vgl. Nr. 253.1, 253.3.
- 74 Vgl. Nr. 255.1.
- 75 Vgl. Nr. 258.1.
- 76 Vgl. Nr. 257.2.
- 77 Vgl. Nr. 256.1.
- 78 Vgl. Nr. 259.1, 262.1.
- 79 Vgl. Nr. 262.1, 264.2.
- 80 Vgl. Nr. 270.2. Anfang Januar 1602 wurde Gian Francesco Aldobrandini in der Kirche Santa Maria sopra Minerva in Rom beigesetzt: vgl. JAITNER, Clemens VIII., S. CXXXVII.
- 81 Vgl. STAUFFER, Kanizsa, S. 273–282; ANTONITSCH, S. 303.
- 82 Vgl. Nr. 250.1, 252.1.
- 83 Vgl. Nr. 253.1, 259.1.
- 84 Vgl. NANNIIMRKONJIé 3, Nr. 14110, 14116.
- 85 Vgl. Nr. 263.1, 263.2, 265.2.
- 86 Vgl. BRANCUCCI, Kanisza, S. 102, 104.
- 87 Vgl. Nr. 270.2, 273.1, 274.2, 277.2.
- 88 Vgl. Nr. 276.2; Serra an Aldobrandini, Warasdin, 1601 September 3, ASV, Fondo Borghese, serie III 93 A, fol. 132r–134v; Copia de Gradi distribuiti, [o. D.], ASV, Fondo Borghese, serie IV 232 Bis, fol. 41r.
- 89 Vgl. BRANCUCCI, Kanisza, S. 109, 116–119.
- 90 Vgl. Nr. 276.1; STAUFFER, Kanizsa, S. 313; ANTONITSCH, S. 311f.
- 91 Vgl. Nr. 279.1, 279.2, 281.3; BRANCUCCI, Kanisza, S. 127, 137.
- 92 Vgl. Nr. 276.2, 282.2.
- 93 Vgl. Nr. 281.2.
- 94 Vgl. Nr. 284.1, 290.1, 294.1.
- 95 Vgl. Nr. 276.2, 278.1, 284.2, 285.1, 287.1, 287.3.
- 96 Vgl. Nr. 301.1.
- 97 Vgl. Nr. 342.1, 342.2.
- 98 Vgl. Nr. 282.1, 286.1.
- 99 Vgl. Nr. 287.2; THIEL, Kriegsverwaltung, S. 164.
- 100 Vgl. Nr. 297.1.
- 101 Vgl. Nr. 350.3.
- 102 Vgl. THIEL, Kriegsverwaltung, S. 164.
- 103 Vgl. Nr. 306.2.
- 104 Vgl. Nr. 297.1, 304.1, 306.2, 309.2, 310.2.
- 105 Portia hatte sowohl an Kardinal Aldobrandini als auch an Kardinal San Giorgio über diese Gesandtschaft berichtet. Über das Ausmaß der Geldzuwendung des spanischen Königs an Erzherzog Ferdinand wurde Kardinal Aldobrandini direkt aus Valladolid unterrichtet: vgl. Nr. 309.4, 331.2, 336.2.
- 106 Vgl. Nr. 333.3, 336.1.
- 107 Vgl. Nr. 338.3.
- 108 Vgl. Nr. 342.2.
- 109 Vgl. Nr. 358.1, 360.1, 361.1.
- 110 Vgl. Serra an Aldobrandini, Graz, 1602 Dezember 9, ASV, Fondo Borghese, serie III 69 A, fol. 74r–76r. Breven vom 7. September 1602 selben Inhalts wurden für Rudolf II. und die Erzherzöge Ferdinand, Matthias und Maximilian ausgestellt: vgl. NANNI/ MRKONJIé 3, Nr. 14516, 14517, 14518, 14519.
- 111 Vgl. NIEDERKORN, Türkenkrieg, S. 81.
- 112 Vgl. Nr. 309.4, 317.2, 326.1, 333.1, 338.3,
- 113 Vgl. HAMMER–PURGSTALL, Geschichte, S. 322–324; STROMER; ANTONITSCH, S. 342–344.
- 114 Die grundlegenden deutschsprachigen Arbeiten zu den Ereignissen bei Kanizsa sparen Details zu den ausländischen Hilfsleistungen weitestgehend aus: vgl. STAUFFER, Kanizsa; CERWINKA, Kanizsa. Der Italiener Filippo Brancucci, ein Schüler Johann Rainers, beschäftigte sich mit diesem Thema auf Basis der Dokumente des ASV, zog aber die Nuntiaturberichte dazu nicht heran. Seine Arbeit über den Rückeroberungsversuch Kanizsas erfuhr nur wenig Verbreitung: vgl. BRANCUCCI, Kanisza; BRANCUCCI, Beitrag.
- 115 Allgemein zu den Uskoken: vgl. Nr. 8.1.
- 116 Vgl. Nr. 10.2, 13.2.
- 117 Erzherzog Ferdinand kündigte Kardinal Aldobrandini im September 1598 die Reise Rabattas nach Rom an und bedankte sich später für die erfolgten Verhandlungen: vgl. Ferdinand an Aldobrandini, Graz, 1598 September 3, ASV, Fondo Borghese, serie III 93 C, fol. 73r; Ferdinand an Aldobrandini, Graz, 1599 Januar 17, ASV, Fondo Borghese, serie III 93 C, fol. 78r–v und 83r. Ebenso agierte er im Jahr 1599 im Bezug auf den Hof in Florenz: vgl. Ferdinand an Großherzogin Cristina, Graz, 1599 Jänner 24, ASFi, MdP 4459, [o. fol.]; Ferdinand an Großherzog Ferdinando, Graz, 1599 März 26, ASFi, MdP 4459, [o. fol.]; GRÜNFELDER 1, S. 194; Nr. 11.1.
- 118 Vgl. Nr. 8.1, 10.2.
- 119 Vgl. JAITNER, Clemens VIII., S. XXII.
- 120 Vgl. Nr. 13.2, 17.1.
- 121 Vgl. Nr. 18.1.
- 122 Vgl. Nr. 12.2, 12.3, 14.1, 15.2, 18.1.
- 123 Vgl. Nr. 19.2. Ende Februar wurde in Prag die Nachricht verbreitet, dass Venedig gegenüber Erzherzog Ferdinand eine Kriegserklärung ausgesprochen habe. Dies konnte der venezianische Botschafter am Kaiserhof, Francesco Vendramin, dementieren: vgl. HHStA, Dispacci di Germania 29, S. 1f.
- 124 Vgl. Nr. 19.2.
- 125 Vgl. EICKHOFF, S. 207–209.
- 126 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LVI.
- 127 Vgl. HORVAT.
- 128 Band Fondo Borghese, serie III 92 BC des ASV wurde von Horvat nicht berücksichtigt: vgl. Nr. 127.2, 129.3, 166.1. Ebenso wenig Fondo Borghese, serie III 113 B: Nr. 53.3, 68.1, 72.1, 74.2, 76.1, 81.1, 83.1 (Die Kopien dieser Berichte, die sich in Fondo Borghese, serie III 92 A befinden, wurden in die Edition aufgenommen, z. B. Nr. 51.1 und 51.3, 55.2 und 55.5, 59.2 und 59.5).
- 129 Obwohl der Band Fondo Borghese, serie III 92 A für die Edition herangezogen wurde, fehlt der entsprechende Ausschnitt aus dem Text Nr. 8.1. Ebenso verhält es sich bei Fondo Borghese, serie III 68 CD und den Nr. 134.2, 143.5.
- 130 Vgl. MINUCI; EICKHOFF; GRÜNFELDER; BRACEWELL.
- 131 Vgl. Nr. 46.4.
- 132 Vgl. Nr. 50.1.
- 133 HORVAT 1, S. 203.
- 134 Vgl. Nr. 51.1.
- 135 Vgl. Nr. 53.2.
- 136 Vgl. Nr. 53.3.
- 137 Vgl. Nr. 54.1.
- 138 Vgl. Nr. 56.3.
- 139 Vgl. Nr. 58.1, 67.1.
- 140 Vgl. GRÜNFELDER 1, S. 209; Nr. 55.2, 59.2, 62.2, 68.1, 72.1, 74.2, 76.1.
- 141 Vgl. Nr. 64.2, 68.1.
- 142 Vgl. Nr. 63.1.
- 143 Vgl. Nr. 68.1.
- 144 Vgl. Nr. 71.1, 71.3, 80.1, 81.1.
- 145 Vgl. Nr. 74.2, 76.1 (Portia führt hier vermutlich versehentlich die Währung scudi an).
- 146 Vgl. Nr. 77.1.
- 147 Vgl. Nr. 83.1.
- 148 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LVIII f.
- 149 Vgl. HORVAT 1, S. 287f., 292, 466. Spinelli hatte Aldobrandini schon im August 1599 ausführlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass am Kaiserhof kein Interesse an einer Lösung der Problematik bestünde und man alle Hoffnung nur auf Erzherzog Ferdinand setzen dürfe: vgl. Spinelli an Aldobrandini, Prag, 1599 August 23, ASV, Fondo Borghese, serie III 67 B, fol. 127r–129v.
- 150 Vgl. Nr. 55.2, 117.1, 120.3, 217.2.
- 151 Vgl. HORVAT 1, S. 293; Nr. 125.3.
- 152 Vgl. Nr. 130.1, 131.1.
- 153 Vgl. Ausschnitt aus der Instruktion in: HHStA, Dispacci di Germania 30, S. 92f.
- 154 Vgl. Nr. 127.2.
- 155 Vgl. Nr. 129.3, 134.2.
- 156 Vgl. Nr. 138.3, 142.2, 146.2.
- 157 Vgl. San Giorgio an Offredi, Rom, 1600 Juni 3, ASV, Fondo Borghese, serie III 4 B, fol. 142r–143r; Nr. 143.3, 145.1.
- 158 Vgl. Nr. 143.5, 149.2.
- 159 Vgl. Nr. 151.1, 153.2.
- 160 Vgl. Nr. 154.1, 155.2, 156.1, 157.1, 158.2.
- 161 Vgl. Nr. 157.1; R. von Thurn an Ferdinand, Rom, 1600 Juli 1, HHStA, Familienkorr. A 9, fol. 191r–192r.
- 162 Vgl. Nr. 158.2.
- 163 Vgl. Nr. 159.1, 160.1, 161.1, 163.1, 167.1.
- 164 Vgl. Nr. 166.1.
- 165 Vgl. Nr. 164.1.
- 166 Vgl. Nr. 165.1.
- 167 Vgl. Nr. 167.1, 169.1.
- 168 Vgl. Nr. 170.2, 172.1.
- 169 Vgl. HORVAT 1, S. 322; Nr. 174.1, 179.1.
- 170 Vgl. Nr. 174.1, 175.2.
- 171 Vgl. HORVAT 1, S. 324f., 401; GRÜNFELDER 1, S. 221.
- 172 Vgl. HORVAT 1, S. 333, 335 337, 339f., 404; Nr. 197.2, 203.1, 209.2.
- 173 Vgl. Nr. 193.1, 195.1.
- 174 Vgl. HORVAT 1, S. 339–363, 395–422; GRÜNFELDER 1, S. 224–234. De Dominis war von Kaiser Rudolf nach Prag berufen worden, um über die Vor- und Nachteile der Abholzung der Wälder bei Zengg zu informieren. Auf der Rückreise machte De Dominis im Januar 1602 in Graz halt und untermauerte in der Audienz bei Erzherzog Ferdinand die Bedeutung einer endgültigen Lösung des Uskokenproblems für das Verhältnis der Serenissima zu Innerösterreich. Portia und Ferdinands Beichtvater, Bartolomäus Viller, bestätigten De Dominis gegenüber den Wunsch des Landesfürsten, eine Lösung herbeizuführen: vgl. De Dominis an Duodo, Graz, 1602 Januar 3, HHStA, Venedig, Dispacci di Germania 31, S. 292–294. Eine Stellungnahme De Dominis' zur Uskokenproblematik vom Dezember 1599 befindet sich in: ASDPn, Archivio Porcia-Ricchieri IX.1.21.
- 175 Vgl. GRÜNFELDER 1, S. 235f.
- 176 Vgl. Nr. 294.1, 302.2.
- 177 Vgl. Nr. 309.4.
- 178 Vgl. Nr. 313.1, 316.1, 320.1, 320.2.
- 179 Vgl. Nr. 324.2, 326.1, 328.1, 333.3, 342.2.
- 180 Vgl. GRÜNFELDER 1, S. 237–274; BRACEWELL, S. 244–303.I.3
- 181 Wegen der in der Forschung umstrittenen Terminologie „Gegenreformation“ – „Katholische Reform“ wird hier bewusst der von Arno Herzig geprägte Begriff Rekatholisierung gewählt: vgl. HERZIG, S. 77 (Anm. 3).
- 182 Vgl. Nr. 3.3, 61.3, 91.1, 91.2, 94.1, 106.1, 109,1, 110.3, 112.2, 146.2, 157.1, 157.4, 160.1, 205.1.
- 183 Vgl. Nr. 143.1, 145.3, 148.1. Vgl. FATTORI, S. 174f. (Anm. 77).
- 184 Vgl. Kapitel, Osmanen, S. XVIII f.
- 185 Vgl. Nr. 164.1.
- 186 Vgl. Nr. 15.1.
- 187 Vgl. Nr. 143.6, 146.1, 146.2, 146.3, 149.1, 153.1.
- 188 Vgl. Nr. 153.1, 155.1, 166.1, 169.1.
- 189 Vgl. RAINER, GN 3, S. 14–31.
- 190 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII, LIX. Zur Visitation der Pfarreien des Stiftes St. Lambrecht sind kaum Informationen vorhanden. Portia hatte sich mit der Reform des verschuldeten Klosters bereits 1596 beschäftigt und es 1597 visitiert: vgl. RAINER, GN 4, Nr. 186, 302, 305, 310, 312, 315, 322. Ein Visitationsbericht vom 28. Juni 1597 befindet sich in: ASDPn, Archivio Porcia-Ricchieri IX.1.18.
- 191 Nr. 5.1 (Breve im Volltext).
- 192 Vgl. Nr. 153.3, 1581, 171.1, 174.2.
- 193 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIX f. Vgl. Nr. 62.2, 66.1.
- 194 Vgl. Nr. 75.1 (Breve im Volltext), 121.2.
- 195 Vgl. Nr. 62.1, 75.1.
- 196 Vgl. Nr. 121.2. Constitutiones pro Monasterio Griffensi, Griffen, 1600 März 9, HHStA, Österr. Akten, Kärnten 24 [18 fol.].
- 197 Vgl. SCHROLL, S. 88f.
- 198 Vgl. Nr. 114.1, 121.2, 143.4.
- 199 Vgl. Nr. 121.2.
- 200 Vgl. Nr. 121.2, 122.1, 124.1. Laut Looshorn hatte Kardinal Dietrichstein das Patronat am 15. Februar 1600 erhalten: vgl. LOOSHORN 5, S. 304. Kardinal Dietrichstein informierte Clemens VIII. schon am 9. März über die bereits erfolgte Übertragung des Patronats auf seine Person: vgl. Dietrichstein an Clemens VIII., Wischau, 1600 März 9, ASV, Fondo Borghese, serie III 87 AB, f. 14r–v. Die Kurie unterrichtete Dietrichstein am 22. April darüber, dass das Patronat bereits auf den Bischof von Bamberg übertragen worden war, was er nicht begrüßte und um die Übermittlung des päpstlichen Entschlusses bat: vgl. Nr. 126.1; Dietrichstein an San Giorgio, Kremsier, 1600 Mai 16, ASV, Fondo Borghese, serie III 87 AB, f. 13r–v. Die hier beschriebenen Verhandlungen mit Kardinal Dietrichstein waren bisher in diesem Ausmaß nicht bekannt: vgl. KOLLER–NEUMANN, S. 51–77.
- 201 Vgl. Nr. 129.3.
- 202 Vgl. Nr. 134.2.
- 203 Vgl. Nr. 131.1, 133.1, 138.3.
- 204 Vgl. Nr. 142.2.
- 205 Vgl. Nr. 143.5.
- 206 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LIX, LXI f.
- 207 Vgl. Nr. 27.1, 30.2, 89.1.
- 208 Vgl. Nr. 10.1
- 209 Vgl. Nr. 127.2, 250.1, 306.2.
- 210 Vgl. Nr. 125.2, 130.1, 134.2.
- 211 Vgl. Nr. 46.3, 55.2, 70.1, 78.1, 95.2.
- 212 Vgl. Beilage der Nr. 70.1 (nicht im Volltext abgedruckt).
- 213 Vgl. Nr. 73.1.
- 214 Vgl. Nr. 93.2, 94.1.
- 215 Vgl. Nr. 186.1.
- 216 Vgl. Nr. 6.1.
- 217 Vgl. Nr. 62.2, 66.1.
- 218 Vgl. Nr. 66.1, 89.2.
- 219 Vgl. Nr. 317.2, 342.3.
- 220 Vgl. Nr. 89.2.
- 221 Vgl. Nr. 97.1, 99.1.
- 222 Vgl. Nr. 119.1, 125.2.
- 223 Vgl. Nr. 145.2, 166.1.
- 224 Vgl. Nr. 125.2, 130.1, 138.3, 140.1, 156.1.
- 225 Vgl. Nr. 3.1, 7.2.
- 226 Vgl. Beilage der Nr. 93.4 (nicht im Volltext abgedruckt).
- 227 Vgl. Nr. 96.1.
- 228 Vgl. Nr. 95.2, 98.1, 100.1, 102.1.
- 229 Vgl. Nr. 108.1, 115.1, 118.1, 121.2, 122.1.
- 230 Vgl. Nr. 92.1, 294.2.
- 231 Vgl. Nr. 209.2.
- 232 Vgl. Nr. 36.1.
- 233 Vgl. Nr. 40.1, 46.4, 55.2, 57.1, 58.1, 61.3, 90.2.
- 234 Vgl. Ferdinand an Aldobrandini, Graz, 1599 September 27, ASV, Fondo Borghese, serie III 93 C, fol. 84r–v.
- 235 Vgl. Nr. 103.1.
- 236 Vgl. HOHENEGGER, S. 62.
- 237 Vgl. Nr. 36.1, 155.2, 156.1.
- 238 Vgl. NASCHENWENG, Klarissen, S. 190.
- 239 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 331.
- 240 Vgl. Nr. 253.2. Die hier beschriebenen Verhandlungen bis zur Gründung des Klosters – vor allem hinsichtlich der Ordensniederlassung in Judenburg – waren bisher nicht bekannt: vgl. HERZOG; WICHNER, Clarissenkloster; NASCHENWENG, Klarissen.
- 241 Vgl. Nr. 257.3, 264.2, 270.1, 273.3, 282.1.
- 242 Vgl. Nr. 284.2.
- 243 Vgl. Nr. 288.1.
- 244 Vgl. Nr. 292.1, 296.1, 300.1, 301.2, 303.1.
- 245 Vgl. WICHNER, Clarissenkloster, S. 436–441; ANDRITSCH, Judenburg, S. 170f.
- 246 Vgl. Nr. 302.1.
- 247 Vgl. Nr. 305.1, 308.1.
- 248 Vgl. Nr. 306.1.
- 249 Vgl. Nr. 310.1, 312.1, 316.1.
- 250 Vgl. Nr. 313.1.
- 251 Vgl. Nr. 321.1, 323.1. Das Breve wird im Volltext wiedergegeben: Nr. 332.1.
- 252 Vgl. Nr. 326.2, 329.1.
- 253 Vgl. Nr. 332.1.
- 254 Vgl. Portias Schreiben in dieser Angelegenheit: Graz, 1602 September 24, StLA, Meillerakten XVI-J-2.
- 255 Vgl. HERZOG, S. 708f.
- 256 Vgl. HERZOG, S. 746 (Gründungsurkunde vom 1. Juli 1603 im Volltext abgedruckt, S. 744–751).
- 257 Vgl. OER, S. 6; NASCHENWENG, Klarissen, S. 191.
- 258 Vgl. NASCHENWENG, Klarissen, S. 193–198.
- 259 Vgl. OER, S. 8–20; NASCHENWENG, Klarissen, S. 199f. Clemens VIII. richtete am 13. März 1603 ein Breve an Portia, in dem die Zuordnung des Klosters in die Straßburgisch–Bayerische Ordensprovinz festgelegt wurde (im Volltext abgedruckt): vgl. HERZOG, S. 747f.
- 260 Vgl. Supplik Eh. Marias [o. D.]: ASV, Secr. Brev., Reg. 323, [o. fol.]; Nr. 332.1. Nur ein einziges Mal wird von Portia die Bezeichnung monasterio delle moniali verwendet: vgl. Nr. 164.2.
- 261 Vgl. Nr. 313.1.
- 262 Vgl. HEISS.
- 263 So z. B. in der Instruktion für Portia vom 13. April 1592: vgl. RAINER, GN 3, S. 14–31. Vgl. dazu auch GANZER, S. 26; METZLER, S. 39.
- 264 Vgl. Nr. 19.1, 26.1
- 265 Vgl. Nr. 55.1, 58.1, 61.1, 89.4, 94.1, 96.2.
- 266 Clemens VIII. an Ferdinand, 1600 Januar 28, ASV, Secr. Brev., Reg. 291, fol. 439r– 445v.
- 267 Vgl. S. XL f.
- 268 Vgl. Nr. 153.1, 154.2, 158.1.
- 269 Vgl. Nr. 226.2. Die Bulle vom 20. Februar 1601 ist im ASV nicht auffindbar: vgl. SCHROLL, S. 90. Das Breve vom 28. April 1601 ist im Volltext abgedruckt: Nr. 217.1.
- 270 Vgl. SCHROLL, S. 90f.
- 271 Vgl. Nr. 302.2, 333.3, 342.2.
- 272 Vgl. Nr. 1481. Im Februar 1600 berichtete San Giorgio Portia von dem Vorschlag, das Paulinerkloster St. Peter und Paul im Wald in Istrien zu Gunsten des geplanten Jesuitenkollegs in St. Veit aufzuheben. Clemens VIII. stand dem positiv gegenüber. Weitere Informationen zu diesem Projekt liegen in der Nuntiaturkorrespondenz nicht vor: vgl. Nr. 109.2.
- 273 Vgl. Nr. 211.1.
- 274 Vgl. Nr. 217.2.
- 275 Vgl. Nr. 222.4, 224.2, 277.1, 313.1, 317.2.
- 276 Vgl. Nr. 333.3, 342.2.
- 277 Vgl. Nr. 374.2.
- 278 Vgl. Nr. 57.3.
- 279 Vgl. Nr. 158.2, 319.1.
- 280 Vgl. Nr. 1.1, 2.1.
- 281 Vgl. Portia an Vinta, St. Lambrecht, 1599 Dezember 17, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]; Portia an Vinta, Straßburg, 1599 Dezember 24, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]. Zur Korrespondenz Portias mit dem Hof in Florenz: vgl. Anm. 403.
- 282 Das dafür erlassene Breve für Portia stammt vom 6. Februar 1599 und ist im Volltext abgedruckt: Nr. 9.1.
- 283 Vgl. WEISS, Bistum, S. 307; Die Breven an Neidhard von Thüngen und das Domkapitel von Bamberg stammen vom 21. Januar 1598: NANNIIMRKONJIé 3, Nr. 12553, 12554.
- 284 Vgl. NANNIIMRKONJIé 3, Nr. 12964, 12965, 12966 (Nr. 9.1), 12967, 12968.
- 285 Vgl. Nr. 16.1, 17.1
- 286 Vgl. Nr. 19.1, 19.2, 21.1, 24.1, 24.2, 24.4, 25.1. Aus München schrieb Portia am 15. März 1599 an Belisario Vinta. Das erste Schreiben an Vinta aus Bamberg stammt vom 1. April, in dem er über seine Ankunft am vorangegangenen Abend berichtete: vgl. ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 287 Vgl. BAUER, Informativprozess, S. 4–10; BAUER, Quellen, S. 188–190; WEISS, Bistum, S. 308–310.
- 288 Vgl. Nr. 21.1.
- 289 Vgl. Nr. 24.1, 24.3
- 290 Vgl. Nr. 28.1.
- 291 Vgl. Nr. 27.2, 27.3.
- 292 Vgl. Nr. 28.1.
- 293 Vgl. WEISS, Bistum, S. 313.
- 294 Vgl. Nr. 36.3.
- 295 Vgl. Nr. 30.1, 30.3, 32.1, 34.2.
- 296 Vgl. Nr. 27.3.
- 297 Vgl. Nr. 30.1, 32.1, 34.1.
- 298 Vgl. Nr. 34.2, 36.2, 36.3, 41.1, 43.1.
- 299 Vgl. Nr. 36.3.
- 300 Vgl. Nr. 28.1, 36.3.
- 301 Vgl. RAINER, GN 3, S. XIV.
- 302 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 166, 297, 317, 366.
- 303 Vgl. Nr. 37.1.
- 304 Vgl. Nr. 28.1, 36.3.
- 305 Vgl. Nr. 37.1, 40.1, 44.2.
- 306 Vgl. Nr. 39.1, 41.1.
- 307 Vgl. Nr. 43.1.
- 308 Vgl. Nr. 46.1, 46.2, 46.3, 46.4, 46.5, 46.6, 46.7, 46.8.
- 309 Vgl. Nr. 44.1. Eh. Leopold war zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt: vgl. Nr. 7.2.
- 310 Nr. 49.4.
- 311 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 454; Nr. 41.2.
- 312 Vgl. Nr. 53.2, 59.1.
- 313 Vgl. Nr. 49.3, 52.2.
- 314 Vgl. Nr. 59.1.
- 315 Vgl. Nr. 50.1, 56.3.
- 316 Vgl. Nr. 63.1.
- 317 Vgl. Nr. 66.1, 66.2, 68.1.
- 318 Vgl. Nr. 54.1, 67.1, 69.2.
- 319 Vgl. Nr. 49.3, 63.2.
- 320 Vgl. Nr. 59.1, 68.2.
- 321 Vgl. Nr. 74.1.
- 322 Vgl. Nr. 78.1, 81.1.
- 323 Vgl. Nr. 44.1, 83.1; Constitutio Administratoris Episcopatus Passaviensis, Passau, 1599 Oktober 1, ASV, Fondo Borghese, serie III 113 B, fol. 206r–207r.
- 324 Vgl. WEISS, Leopold, S. 41.
- 325 Vgl. Nr. 46.2.
- 326 Vgl. Nr. 85.1. Portia hatte ein Breve an das Domkapitel von Passau angeregt, in dem die Visitation und rekatholisierenden Maßnahmen gemäß dem Trienter Konzil angekündigt wurden. Ein solches wurde am 3. Juli ausgestellt und an Portia adressiert: vgl. Nr. 49.4, 52.1, 57.2.
- 327 Vgl. Nr. 93.1.
- 328 Vgl. Nr. 85.1, 87.1, 89.1, 93.2.
- 329 Vgl. Portia an Vinta, Graz, 1600 Februar 21, ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 330 Vgl. Kapitel, Rekatholisierung und katholische Reform, S. XL–XLII.
- 331 Vgl. Nr. 113.1, 114.1, 120.2. Zum Aufenthalt in Viktring: vgl. PAGITZ–ROSCHER, S. 757.
- 332 Vgl. Nr. 119.1.
- 333 Am 31. Oktober 1599 berichtete Portia aus München, dass er das Breve noch nicht erhalten habe. San Giorgio hielt am 20. November dagegen, dass das Breve bereits übermittelt worden sei: vgl. Nr. 85.1, 90.1.
- 334 Vgl. Nr. 121.2.
- 335 Vgl. Nr. 137.1.
- 336 Vgl. Nr. 140.1.
- 337 Vgl. Nr. 145.3, 148.1.
- 338 Vgl. Nr. 143.3, 145.1, 146.5, 150.2.
- 339 Vgl. Nr. 158.2, 158.5; Portia an Vinta, Graz, 1600 August 21, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]; Portia an Vinta, Graz, 1600 August 28, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]. Portia war im August 1596 erstmals mit Erzherzog Ferdinand zur Wallfahrt nach Mariazell gereist: vgl. RAINER, GN 4, Nr. 155, 166, 168.
- 340 1599 hielt sich Erzherzog Ferdinand für mehrere Wochen in Eisenerz auf: vgl. Nr. 62.2, 64.4, 68.1. Im Anschluss an die Wallfahrt nach Mariazell im August 1600, waren Erzherzog Ferdinand und seine Frau Maria Anna sowie seine Mutter Maria zur Jagd ins Gebirge aufgebrochen, wo sie vermutlich bis Ende September blieben: vgl. Portia an Vinta, Graz, 1600 August 28, ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 341 Ende Juli 1604 reiste Portia mit der erzherzoglichen Familie bis Anfang September in die Sommerfrische nach Judenburg und Murau: vgl. Portia an Aldobrandini, Graz, 1604 Juli 25, ASV, Fondo Borghese, serie III 92 BC, fol. 83r–v; Portia an Aldobrandini, Murau, 1604 August 14, ASV, Fondo Borghese, serie III 92 BC, fol. 95r; Portia an Aldobrandini, Graz, 1604 September 6, ASV, Fondo Borghese, serie IV 238, fol. 83r–v.
- 342 Vgl. ZINGERLE, Dynastie und Reform, S. 397.
- 343 Vgl. Kapitel, Osmanen, S. XIII–XXVII.
- 344 Vgl. Nr. 170.1.
- 345 Vgl. Nr. 174.3.
- 346 Vgl. Nr. 174.3.
- 347 Vgl. Nr. 179.3.
- 348 Vgl. Nr. 181.1, 183.1, 185.1, 186.1. Am 25. Dezember 1600 schrieb Portia an Erzherzogin Maria aus Admont: vgl. Portia an Maria, Admont, 1600 Dezember 25, HHStA, Familienkorr. A 42, fol. 24r–25r.
- 349 Vgl. Nr. 174.3.
- 350 Vgl. Nr. 179.2.
- 351 Vgl. Nr. 181.1; Anhang I, Nr. 2.
- 352 Vgl. Nr. 179.3, 184.1; Anna Caterina an Clemens VIII., Innsbruck, 1601 Januar 27, ASV, Fondo Borghese, serie III 85 A, fol. 37r.
- 353 Vgl. Nr. 187.1, 189.1, 191.1, 192.1, 194.1.
- 354 Vgl. Nr. 192.1; Anhang I, Nr.2.
- 355 Vgl. Nr. 181.1, 195.1. Eh. Karl folgte 1613 auf seinen Vorgänger Christoph Andreas von Spaur in seinem Amt als Bischof von Brixen: vgl. Nr. 49.3, 70.1.
- 356 Vgl. Portia an Müllner von Leonmüllnern, Villach, 1601 Februar 20, KLA, Stift Arnoldstein I, Fasz. 23, fol. 30r; Portia an Stadion, St. Paul, 1601 Februar 25, KLA, Stift Arnoldstein I, Fasz. 23, fol. 32r–v; SCHROLL, S. 90. Vgl. Nr. 148.1.
- 357 Vgl. Nr. 62.1.
- 358 Vgl. Nr. 199.1.
- 359 Vgl. Kapitel, Osmanen, S. XX–XXII.
- 360 Vgl. Nr. 319.1.
- 361 Vgl. Nr. 174.3.
- 362 Vgl. Nr. 196.2, 205.2, 246.2, 248.2. Schon im Dezember 1599 hatte Portia darum gebeten, die ausstehenden Zahlungen zu begleichen und dazu angeregt, jenes Geld zu verwenden, das vom 1597/98 durch ihn durchgeführten Waffenkauf für den Kampf um Ferrara übrig geblieben war. Erst im November 1601 erhielt er die Zusage einer Entschädigung: vgl. Nr. 97.1, 272.2.
- 363 Nr. 189.1.
- 364 Vgl. Nr. 189.1. Während Portias Reise vom Dezember 1600–Februar 1601 waren sowohl der Auditor des Nuntius, Girolamo Rota, als auch sein Sekretär, Guglielmo Guidi, in Graz geblieben: vgl. Nr. 202.1. Zur famiglia des Nuntius: vgl. Kapitel, Finanzen, S. LXVIII f.
- 365 Vgl. Nr. 49.4, 53.2, 119.1.
- 366 Vgl. Nr. 23.1, 45.1, 92.1, 95.1, 120.1, 124.2.
- 367 Vgl. Nr. 34.1.
- 368 Vgl. Nr. 21.1, 179.3.
- 369 Vgl. Nr. 24.1.
- 370 Vgl. Nr. 30.3, 36.1, 59.1, 179.3.
- 371 Instruktion und Fakultäten sind abgedruckt in: RAINER, GN 3, S. 3–13, 31–38 (In den Fakultäten wird Portia als Apostolicae Sedis nuntius ad quasdam superioris Germaniae partes cum potestate legati de latere bezeichnet). Vgl. Nr. 36.3, 143.3.
- 372 Vgl. Portia an Borghese, Graz, 1606 April 3, ASV, Fondo Borghese, serie II 208, fol. 75r–77v; Portia an Borghese, Graz, 1606 Juli 26, ASV, Fondo Borghese, serie II 208, fol. 211r.
- 373 Vgl. Portia an Borghese, Graz, 1606 Dezember 11, ASV, Fondo Borghese, serie II 193.194, fol. 60r–v. Portia hatte eine zweite Instruktion datiert mit dem 13. April 1592 erhalten, die sich ausschließlich auf Innerösterreich bezog. Sie ist vollständig abgedruckt in: RAINER, GN 3, S. 14–31.
- 374 Nr. 28.1.
- 375 Vgl. Borghese an Salvago, Rom, 1607 März 31, ASV, Fondo Borghese, serie I 919, fol. 108r–v (ebenso überliefert in: ASV, Segr. Stato, Germania 21, fol. 128v–129r; ASV, Segr. Stato, Nunz. diverse 5, fol. 205v–206r; ASV, Fondo Pio 166, fol. 83r–v; BAV, Barb. Lat. 5923, S. 290f.).
- 376 Vgl. Nr. 155.3.
- 377 Vgl. Nr. 179.2.
- 378 Vgl. Informativprozess Gebsattels vom 24. April 1599, ASV, Arch. Concist., Proc. Consist. 11, fol. 178r–192v; Notariatsinstrument über die Annullierung der Ehe von Erzherzogin Maria Christierna und Fürst Sigismund Báthory von Siebenbürgen vom 16. August 1599, HHStA, Familienurkunden 1493. Die deutsche Übersetzung lautete: Obro Teutschland mit legatlichen gewaltt Nuncius: vgl. Graz, 1602 September 24, StLA, MA XVI–J–2. Das bestätigt auch Salvago in einem Bericht an Scipione Borghese im Mai 1607: vgl. Salvago an Borghese, Graz, 1607 Mai 7, ASV, Fondo Borghese, serie II 197.198, fol. 226r–v
- 379 Vgl. FELDKAMP, S. 57, 80f.
- 380 Vgl. Nr. 49.1, 95.3.
- 381 Vgl. Nr. 49.1, 138.1. Die Absicht Gemmingens, das Priesterseminar von Eichstätt vermutlich aus finanziellen Grunden nach Ingolstadt oder Dillingen zu verlegen, war bisher nicht bekannt: vgl. REITHMEIER.I.6
- 382 Vgl. KOLLER, Nuntienalltag.
- 383 Vgl. ZINGERLE, Residenz; ZINGERLE, Graz–Florenz.
- 384 Vgl. HAAN, S. 40–43.
- 385 Vgl. Pagamenti ordinarii che si devono fare ogni mese in Depositura generale cominciando dal primo d’Aprile 1606, ASV, Fondo Borghese, serie IV 5, fol. 104r; Nota delli provisionati che si pagano per servitio della Sede Apostolica, ASV, Fondo Borghese, serie IV 5, fol. 114r; Posizione di alcuni fogli di notizie su le Nunziature diverse in Germania del secolo passato dal 1604 al 1637 [bezüglich der Nuntiatur in Graz mit einem Rückblick auf 1602], ASR, Camerale II, busta 1, Nunziature, [o. fol.]; Pagamenti ordinarii che si fanno ogni mese in Depositura Generale, ASV, Fondo Borghese, serie I 715, fol. 142r-145r. Derartige Aufstellungen findet man auch in: BIAUDET, S. 78; MEYER, S. XXXIX; JAITNER, Gregor XV., S. 230; GIORDANO, Paolo V, S. 151 (Als Dotierung für die Grazer Nuntiatur werden sowohl bei Meyer als auch Giordano 230 scudi di moneta angegeben. Bei Letzterem handelt es sich wohl um einen Tippfehler, da der in der Anmerkung angeführte Jahresgehalt mit 2.640 scudi di moneta beziffert wird). Zu den angeführten Währungen: vgl. Anm. 415.
- 386 Für den gesamten Zeitraum der Nuntiatur Portias (1592–1607) müssen folgende Bücher der Bestände berücksichtigt werden: ASR, Camerale I, Conti della Depositeria Generale 1832, 1833, 1834, 1835, 1836, 1837, 1838, 1839, 1840, 1841, 1841 bis, 1842, 1843, 1844, 1845, 1847, 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854, 1855, 1856, 1857, 1858, 1859, 1861, 1862; ASR, Camerale I, Libri d’entrate e uscita della Tesoreria Generale 1575, 1576, 1577, 1578, 1579, 1580, 1581, 1582, 1583, 1584, 1585, 1586, 1587, 1588, 1589.
- 387 Vgl. HAAN, S. 43 (Anm. 3).
- 388 Vgl. KOLLER, Vademecum, S. 183 (Anm. 17).
- 389 Vgl. FELDKAMP, S. 74f.
- 390 Vgl. Kapitel, Die Quellen und ihre Überlieferung, S. LXXIII f.
- 391 Vgl. HAAN, S. 40.
- 392 Vgl. BNCF, Fondo nazionale II.II.512, fol. 149r. Eine ausführliche Besprechung dieser Aufstellung der famiglia Portias ist im Rahmen der geplanten Dissertation der Bearbeiterin vorgesehen.
- 393 Vgl. KOLLER, Diplomazia, S. 639.
- 394 Vgl. SPERONI, S. 261; PASCHINI, S. 19; BIGATTON, S. 60f.; DIZIONARIO BIOGRAFICO DEI FRIULANI, S. 2056f.
- 395 Die Anweisung über 660 scudi di moneta für den Zeitraum 13. April–13. Juli 1592 erfolgte am 28. April im Voraus: vgl. ASR, Camerale I, Libri d’entrate e uscita della Tesoreria Generale 1575, fol. 61r; ASR, Camerale I, Conti della Depositeria Generale 1832, fol. 14v.
- 396 Vgl. RAINER, GN 3, S. XIII–XV.
- 397 Vgl. RAUCH, S. 244; RAINER, GN 4, Nr. 57.
- 398 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 62.
- 399 Vgl. RAUCH, S. 244; RAINER, GN 4, Nr. 127, 189.1.
- 400 Vgl. RAUCH, S. 247; RAINER, GN 4, Nr. 406, 410; Nr. 143.3.
- 401 Vgl. Nr. 189.1.
- 402 Vgl. Portia an Vinta, Graz, 1596 Oktober 21, ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 403 Im Februar 2006 hat die Editorin im Bestand Mediceo del Principato im Archivio di Stato di Firenze zwei Bände (filze 4464 und 4465) aufgefunden, in denen die Berichte des Grazer Nuntius, Girolamo Portia, an den Hof des Großherzogs der Toskana aus dem Zeitraum von 1592–1611 enthalten sind. Dieser Archivfund wurde erstmals vorgestellt in: ZINGERLE, Graz–Florenz.
- 404 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 57, 396, 401; Portia an Vinta, Graz, 1596 Oktober 21, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]; Portia an Vinta, Graz, 1596 Oktober 28, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]; Portia an Vinta, Graz, 1596 November 25, ASFi, MdP 4464, [o. fol.].
- 405 Vgl. Nr. 143.3, 189.1. Die jährlichen Einnahmen des Bistums Adria beliefen sich auf 5.000 venezianische Dukaten: vgl. HC 4, S. 69 (Anm. 1).
- 406 Vgl. Nr. 96.3. Die Anweisung über 660 scudi di moneta für Oktober, November und Dezember 1598 erfolgte am 23. September 1599: vgl. ASR, Camerale I, Libri d’entrate e uscita della Tesoreria Generale 1583, fol. 105v und 1584, fol. 109r; ASR, Camerale I, Conti della Depositeria Generale 1842, fol. 78r. Zu den Reisen des Jahres 1599 siehe das Kapitel, Reisen, S. LIII–LIX. Zum Kauf der Waffen im Vorjahr: vgl. RAINER, Waffen.
- 407 Vgl. Nr. 96.3 (Anm. 2).
- 408 Vgl. Nr. 146.5, 150.1, 189.1, 209.3.
- 409 Vgl. Kapitel, Reisen, S. LIII–LXVI.
- 410 Vgl. Nr. 64.1, 64.3, 143.3.
- 411 Vgl. Nr. 174.3, 272.2, 254.2. Auch der Nuntius in Frankreich, Innocenzo del Bufalo, erhielt durch die Intervention Kardinal Aldobrandinis den Erlass des Zehents, allerdings nur die Hälfte der Gesamtsumme: vgl. BARBICHE, S. 24.
- 412 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 195, 382, 386, 390.
- 413 Diese Beobachtung deckt sich mit jener bezüglich der Nuntiatur Gasparo Silingardis in den Jahren 1599–1601: vgl. HAAN, S. 42.
- 414 Vgl. ASR, Camerle I, Libri d’entrate e uscita della Tesoreria Generale 1586 (fol. 94v), 1587 (fol. 99v).
- 415 Als Währung gilt der scudo di moneta (Silberscudo) à 10 giulii zu je 2,940 Gramm Feinsilber. Der Giulio blieb von 1566 bis 1684 unverändert. Der Silberscudo war bis 1588 eine bloße Rechenmünze: vgl. BIAUDET, S. 69 (Anm. 1); REINHARD, Papstfinanz, S.1 (Anm. 2).
- 416 Als Quelle dienten folgende Bände aus dem ASR: Camerale I, Libri d’entrate e uscita della Tesoreria Generale 1583, 1584, 1585, 1586, 1587, 1588; Camerale I, Conti della Depositeria Generale 1842, 1843, 1844, 1845, 1847, 1848, 1850.
- 417 Eine exakte Zuweisung ist aus den Quellen nicht ersichtlich.
- 418 Die Einträge stimmen in der Jahreszahl nicht überein.
- 419 Versehentlich unter dem 27. Dezember 1604, aber chronologisch richtig eingetragen.
- 420 In ASR, Camerale I, Conti della Depositeria Generale 1847 wird der Eintrag unter dem 14. November 1602 geführt.
- 421 Lediglich von den Nuntiaturen Girolamo Portias (1592–1607) und Erasmus Paravicinis (1613–1622) sind Registerbände von Berichten aus Graz und originale Weisungen aus Rom auffindbar: vgl. RAINER, Quellen.
- 422 Vgl. ZINGERLE, Dynastie und Reform, S. 406.
- 423 Vgl. Paravicini an Staatssekretariat, Graz, 1614 Oktober 20, ASV, Fondo Borghese, serie II 202, fol. 280r–v; LANG, S. 33.
- 424 Vgl. BNCF, Registro degli Aquisti A13-A14-A15, Nr. 4 (1889-1904) [Mikrofilm].
- 425 Vgl. RORARIO, S. V–VII (Ich danke Frau Mag. Anja Thaller für den Hinweis auf diese Arbeit).
- 426 Vgl. BIGATTON, S. 191, 366–379. Dott.ssa Gabriella Cruciatti hat im Jahr 2010 einen Inventar des Archives erstellt und präsentiert diesen Bestand in: CRUCIATTI.
- 427 Zum Fondo Borghese des ASV: vgl. PÁSZTOR, S. 213f.; PAGANO, Archivi, S. 224. Diese Vorgehensweise der Kardinalnepoten ist auch bei anderen Nuntiaturen zu beobachten, wie z. B. in Florenz, Frankreich, Spanien, Venedig und dem Nuntius am Kaiserhof. Auch im folgenden Pontifikat Pauls V. Borghese wurde die diplomatische Korrespondenz des Staatssekretariates in das Familienarchiv integriert: vgl. ASV, Indice 193.
- 428 Vgl. TOMASI, Lettere. Das Buch ist in zwei Bände unterteilt: „… Nel primo si contengono le scritte da lui nella Nunciatura Pontificia presso il Sereniss. Arciduca Ferdinando d’Austria hora Imperadore, per l’Illustrissimo et Reverendissimo Monsignore il Conte Girolamo di Portia Vescovo d’Adria. Nel secondo sono le scritte a nome proprio dell’Auttore con lettere e risposte al medesimo de’ soggetti riguardevoli nella professione dello scrivere. …“. Zu Giorgio Tomasi: vgl. Nr. 237.1.
- 429 Vgl. Anhang I, Nr. 1–7.
- 430 Vgl. JAITNER, Clemens VIII., S. CVIf.
- 431 Vgl. z. B. die Berichte Spinellis an die Kardinäle San Giorgio und Aldobrandini aus den Jahren 1599 und 1600 in: ASV, Fondo Borghese, serie III 87 C; ASV, Fondo Borghese, serie III 87 D; ASV, Fondo Borghese, serie III 87 E.
- 432 Vgl. z. B. die originalen Weisungen der Kardinäle San Giorgio und Aldobrandini an Offredo Offredi aus den Jahren 1599 bis 1602 in: ASV, Fondo Borghese, serie III 4 B; ASV, Fondo Borghese, serie III 12 B.
- 433 Vgl. z. B. die Berichte Serras an die Kardinäle San Giorgio und Aldobrandini aus den Jahren 1601 bis 1604 in: ASV, Fondo Borghese, serie III 69 A.
- 434 An Editionen liegen bisher für den betroffenen Zeitraum (1596–1605) nur einzelne aus dem Amtsbereich San Giorgios vor. Die parallele Korrespondenz mit beiden Kardinalnepoten ist wiedergegeben, wenn auch kaum thematisiert. Nur bei Meyer wird die doppelte Korrespondenz in der Einleitung (S. XLII–XLIV) besprochen: vgl. KRISTEN; MOSCONI; MEYER; ROBERG, Frangipani; PAGANO, Taverna. Vgl. dazu auch das Kapitel, Editionskriterien, S. LXXX–LXXXIV.
- 435 Diese Veränderung kann man im Archivband Fondo Borghese, serie IV 238 des ASV nachvollziehen.
- 436 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 101.
- 437 Vgl. JAITNER, Clemens VIII., S. CVIf.
- 438 Vgl. RAINER, GN 4, Nr. 452, 454.
- 439 Vgl. Nr. 37.1; JAITNER, Clemens VIII., S. CVIII–CXVI; JAITNER, Nepotismo.
- 440 Vgl. Nr. 43.1. ASV, Secr. Brev., Reg. 278 Portia (7. Januar 1599, 7. Januar 1599, 21. Januar 1599) ASV, Secr. Brev., Reg. 285 an Portia (12. Juli 1599)
- 441 Vgl. JAITNER, Clemens VIII.; JAITNER, Gregor XV.; GIORDANO, Paolo V; KOLLER, Delfino; BECKER.
- 442 Vgl. MÜLLER.
- 443 Nr. 3.1, 3.2, 5.1, 9.1, 56.1, 62.1, 64.1, 75.1, 75.2, 93.1, 146.1, 217.1, 298.1, 309.1, 332.1.
- 444 Vgl. Kapitel, Die Quellen und ihre Überlieferung, S. LXXV f.
- 445 Erstmals eingeführt von Rotraud Becker: vgl. BECKER, S. XII.
- 446 So z. B. das Postpaket vom 14. Juni 1599: vgl. Nr. 46.1, 46.2, 46.3, 46.4, 46.5, 46.6, 46.7, 46.8.
- 447 Vgl. Kapitel, Die Quellen und ihre Überlieferung, S. LXXVI–LXXVIII.
- 448 Vgl. z. B. Nr. 3.1, 3.2., 5.1, 62.1, 64.1.
- 449 Das trifft z. B. bei Sonderkurieren oder Empfehlungsschreiben zu: vgl. Nr. 11.1, 14.1, 47.1, 47.2, 60.1, 285.1, 313.1.
- 450 Vgl. z. B. Nr. 3.1, 3.2, 5.1.
- 451 Vgl. z. B. Nr. 24.3, 46.7, 46.8, 66.4, 89.4, 114.1. Zur Erscheinungsform der Kopien: vgl. Kapitel, Die Quellen und ihre Überlieferung, S. LXXVII.
- 452 Vgl. z. B. Nr. 46.7, 46.8, 55.4, 55.5. Diese Vorgehensweise bezüglich der doppelten Korrespondenz entspricht weitestgehend der von Meyers Edition aus dem Jahr 1913. Dabei handelt es sich allerdings um eine Edition in Regestenform: vgl. MEYER.
- 453 Vgl. Nr. 64.3, 64.6.
- 454 Vgl. z. B. Nr. 10.2, 125.3.
- 455 Vgl. z. B. Nr. 11.1, 143.2.
- 456 Vgl. z. B. Nr. 10.1, 93.2, 145.1.
- 457 Vgl. z. B. Nr. 9.1, 41.1, 43.1.
- 458 Kardinal San Giorgio beginnt seine Weisungen mit „Molto Illustre et Rev.mo Signor come fratello“, Kardinal Aldobrandini mit „Molto Illustre et molto Reverendo Signor come fratello“. Portia setzt „Ill.mo et Rev.mo Signore mio Padrone colendissimo“ an den Beginn seiner Berichte.
- 459 Portia endete seine Berichte meist mit: ,,. et con questo fine bacio a V. S. Ill.ma humilmente le mani et pregole ogni augumento di felicità et prosperità.“ (Nr. 27.1), „… humilmente le bacio la mano et prego sempre il Signore che guardi et conservi la persona sua Ill.ma.“ (Nr. 274.2), „… Con che riverentemente a V. S. Ill.ma bacio la mano, raccomandandomi alla benigna sua protettione.“ (Nr. 297.1). Die Weisungen Aldobrandinis enden meist mit: „… Et a V. S. mi offero et raccomando con tutto l’animo.“ (Nr. 5.2), jene San Giorgios mit „… et me le raccomando.“ (Nr. 71.3).
- 460 Kardinal San Giorgio unterzeichnet mit „Come fratello affetionatissimo Cinthio Cardinal San Giorgio“, Kardinal Aldobrandini mit „Come fratello affetionatissimo Il Cardinal Aldobrandino“ (siehe die ersten beiden Abbildungen im Anschluss) und Portia mit „Devotissimo et obligatissimo servitore Hieronimo Vescovo d’Adria“.
- 461 Wie z. B. Glückwünsche für das neue Jahr (Nr. 375.1, 284.1) oder für Ostern (27.2, 29.1).
- 462 Vgl. z. B. Nr. 146.3, 253.2.
- 463 Diese Kopien befinden sich heute in 19 Archivschachteln des Diozesanarchives Graz und umfassen die Jahre 1595–1618 der Grazer Nuntiatur: DAG, Ordinariatsakten, Altbestand, Nuntiatur–Graz 47-e-5/2 – 47-f-1/2. Vgl. dazu ausführlich RAINER, GN 4, Einleitung.
- 464 Die Siglen der Archivbestände sind im Archivalienverzeichnis angeführt.