Briefnr. 96.3

Aldobrandini an Portia - Rom, 1599 Dezember 18

Band 5

Regest

Posteingang. Portia hat angeregt, dass die ihm zustehenden und noch ausstehenden Zahlungen der Apostolischen Kammer mit jenem Geld beglichen werden, das während der Unruhen in Ferrara für die Besorgung von Waffen zur Seite gelegt worden war. Aldobrandini verspricht darüber zu verhandeln. Posteingang.


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ASV, Fondo Borghese, serie III 39, fol. 46v, Reg.


Ho visto nella lettera di V. S. delli 6 del presente1quanto ella mi scrive intorno al desiderio che tiene di saldar i Conti con la Camera delli denari che furono rimessi per la provisione delli Moschetti et Archibugi sin quando correvano i romori di Ferrara. Venendo questi Camerari da me per le audienze ordinarie tratterò con essi di questo particolare et vedrò in ogni modo et per quanto potrò io di far sì ch’ella habbia ogni possibil satisfattione, et ne parlerò anco a N. S. con affetto col qual voglio in ogni modo 254impiegarmi in suo servitio 2. L’accuso i soliti duplicati 3et ne le rendo le solite gratie …


Fußnoten

  • 1 Vom 6. Dezember 1599 ist nur ein Bericht Portias an San Giorgio vorhanden: Nr. 93.4. 
  • 2 Portia hatte im November 1597 von der Kurie den Auftrag erhalten, für den Kampf um Ferrara im Vorfeld Waffen zu erwerben. Bis zum 16. Februar 1598 hatte dieser um 34.000 von den zur Verfügung gestellten 50.000 Gulden 5.500 Arkebusen und 1.500 Musketen angekauft und abgeschickt. Bereits am 12. Januar war eine Einigung getroffen und das Herzogtum Ferrara an den Hl. Stuhl übertragen worden, sodass die Waffen nicht zum Einsatz kamen: vgl. RAINER, Waffen, S. 179f. Der Vorschlag Portias ging vermutlich auf einen finanziellen Engpass des Nuntius zuruck, der darauf zurückzuführen war, dass der Verwalter seiner gesamten Einkünfte, Alessandro Regini, im April 1599 während der Brautfahrt der Eh. Margarete nach Spanien verstorben war. Dieser hatte die Gelder Portias über seine persönlichen Konten verwaltet, zu denen der Nuntius in der Folge keinen Zugang erhielt. Weiters hatte Portia Michel Somacchi die Gelder der Apostolischen Kammer anvertraut, mit denen kuriale Aufträge, wie die Versorgung der durchreisenden päpstlichen Truppen oder der Kauf von Waffen für den Kampf um Ferrara, gedeckt werden sollten. Auch dieser war unerwartete im Oktober 1599 verstorben und hatte Portia keine Abrechnungen hinterlassen. Diese Situation führte dazu, dass Portia nicht auf seine privaten Einkünfte zurückgreifen konnte, um die bevorstehende Abrechnung mit der Apostolischen Kammer zu decken, sodass er den Großherzog der Toskana über dessen Sekretär Belisario Vinta um einen Kredit über 2.000 scudi bitten musste. Die Kurie sollte davon nichts erfahren, weshalb er seinen Vorschlag der Gegenrechnung vorbrachte: vgl. Portia an Vinta, Graz, 1599 Dezember 5, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]; Portia an Ferdinando, Graz, 1599 Dezember 5, ASFi, MdP 4464, [o. fol.]. Vgl. Nr. 122.2, 129.1. 
  • 3 Nicht auffindbar.