Regest
Posteingang. Es gibt Bemühungen, dass Erzherzog Leopold zum Abt des Stiftes Murbach gewählt werden soll. Clemens VIII. kann dies nur durch Verlängerung der Wahlfrist befördern. Freude über die positiven Verhandlungen Portias mit dem Erzbischof von Salzburg [Raitenau]. Hoffnung auf günstige Nachrichten aus Bayern.
Archiv
BNCF, Fondo nazionale II.II.511, fol. 24r–v, Orig.; ASV, Fondo
Borghese, serie III 98
AB, fol. 43v–44r, Reg.
Brieftext
Sono comparse due lettere di V. S. in un medesimo tempo di Kaustat, l’una ch’è delli 27 di Decembre et delli 3 del presente, l’altra data in Salzburg1. È risponsiva la prima et in negotii che si hanno da presuppor finiti o vicini al fine onde non admettono replica alcuna, et però le dico solo esserci stato avviso finalmente che si facevano offitii in favore dell’arciduca Leopoldo per l’Abbatia di Murbach 2, il che se bene ci dà qualche speranza 445che il negotio sia per terminare in bene, ce la diminuisce nondimeno una risolutione o più tosto necessità in che erano constituiti i Monaci per quanto ci vien scritto di non diferir la elettione, né per la parte di N. S. si è potuto far altro di più che il concedere la nuova prorogatione di tempo che fu significata a lei. Con la seconda non dice altro V. S. se non che si era abboccata con quell’Arcivescovo et l’haveva trovato ben disposto verso il servitio della causa publica, così aspettiamo con desiderio ch’ella ci invii di Baviera quel pieno ragguaglio del suo negotiato ch’ella promette. …
Fußnoten
- 1 Nicht auffindbar.
- 2 Die Benediktinerabtei Murbach im Elsaß, auf Betreiben von Kardinal Morone mit päpstlicher Bestätigung vom 1. Januar 1560 mit der Benediktinerabtei Lüders/ Lure vereint, unterstand von 1587 bis 1600 Kardinal Andreas von Österreich. Nach dessen Tod forderte Clemens VIII. die Teilnehmer am Wahlkapitel, die bereits ab Anfang Dezember zur Wahl zusammentraten, mit einem päpstlichen Breve (16. November 1600) dazu auf, die Wahl vom Tag des Empfanges des Breves an um einen Monat aufzuschieben. Das Wahlkapitel sprach sich jedoch aufgrund der Situation vor Ort gegen ein langes Interregnum aus. Die Abtwahl erfolgte am 3. Januar 1601, aus der anfangs der murbachische Propst Johann Georg von Kalkenriedt als Abt hervorging. In Lüders/Lure wurde diese Wahl angezweifelt und der dortige Prior Claudius von Mugnans zum neuen Abt ernannt. Zudem hatte bereits im Dezember 1600 Kardinal San Giorgio für die Wahl Erzherzog Leopolds beim Nuntius in der Schweiz interveniert, der diese Schreiben zurückgehalten hatte, da er den in seinen Augen aufgrund seiner theologischen Bildung und seines Reformwillens geeigneten Kalkenriedt durchsetzen wollte. Mugnans kam jedoch in der Abtei Lüders/Lure nicht gut an, sodass von Erzherzog Albrecht Jean Richardot für die Abtwürde vorgeschlagen wurde. Kalkenriedt und Richardot intervenierten in Rom, dort wurde ein Prozess vor der Rota initiiert. Der Konflikt zog sich einige Zeit hin, die osterreichische Partei unterstützte Kalkenriedt, für welchen Clemens VIII. am 26. März 1602 eine Bestätigungsbulle an Kaiser Rudolf II. ausstellte. Erst am 8. Juli 1603 wurde Kalkenriedt in Lüders/Lure als Fürstabt in sein Amt eingeführt. Er konnte sich in den folgenden Jahren nur schwer behaupten, legte sein Amt im Mai 1614 zu Gunsten Eh. Leopolds nieder und verstarb 1616: vgl. GATRIO; LEGIN. Vgl. Nr. 175.4, 176.3, 179.2, 195.1, 207.1, 252.2, 269.1, 273.1.